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Januarfluss


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Rezension von

Letterschming

Januarfluss "Januarfluss" von der deutschen Autorin Ana Veloso ist im August 2013 in gebundener Form beim cbj-Verlag erschienen. Veloso hat sich vor allem mit ihrem Bestseller "Der Duft der Kaffeeblüte" einen Namen gemacht. Es ist das Jahr 1889. Brasilien. Isabel de Oliveira ist erst fünfzehn Jahre alt, als sie mit dem mächtigen Dom Fernando verheiratet werden soll. Isabel beschließt, ihr Schicksal in die eigene Hand zu nehmen und flieht nach Rio de Janeiro. Dort lernt sie Luiz kennen, der ihr hilft, sich in der fremden Welt durchzuschlagen. Aber Luiz führt selbst auch einen erbitterten Kampf gegen Fernando. "Januarfluss" ist wohl eigentlich als Jugendbuch gedacht, was man meiner Meinung nach aber nicht wirklich merkt. Zwar sind die Protagonisten noch sehr jung, Isabel fünfzehn und Luiz siebzehn, doch besonders Letzterer wirkt viel älter. Auch Isabel entwickelt sich im Laufe der Geschichte deutlich in diese Richtung. Zu Gewinn ist sie wirklich noch sehr kindlich, aber das gibt sich schnell, als sie erst einmal den Entschluss gefasst hat, zu fliehen. Von nun an ist sie für sich selbst verantwortlich und sie stellt bald fest, dass das Leben in Rio de Janeiro härter ist, als sie es sich vorgestellt hat. Die Geschichte selbst legt sich jedenfalls nicht auf eine Altersgruppe fest. Eine Liebesbeziehung, der Kampf gegen einen skrupellosen Sklavenhändler, eine Zwangsheirat und die brasilianische Kultur – all diese Themen bieten interessanten Stoff sowohl für jugendliche als auch für erwachsene Leser. Auch die Sprache passt sich einem breit gefächerten Publikum an. Sie ist nicht so einfach gehalten, wie es bei Jugendbüchern oft der Fall ist. Die etwas gehobenere Ausdrucksweise orientiert sich eher an den historischen Romanen für Erwachsene und unterstützt somit wunderbar die Atmosphäre des Buchs. Zugleich ist sie aber nicht so poetisch, dass man sich fragt, was die Autorin einem da eigentlich erzählen will, sondern konzentriert sich schon darauf, das Geschehen spannend wiederzugeben. Sehr gut gefallen hat mir auch, dass die Geschichte ziemlich überzeugend aufgebaut ist. Es gibt romantische, ja, vielleicht sogar kitschige Szenen, aber diese wechseln sich so schnell mit traurigen, dramatischen oder brutalen Passagen ab, dass nie alles wie Friede-Freude-Eierkuchen wirkt. Ganz im Gegenteil, selbst wenn es gerade fröhlich oder romantisch zugeht, bleibt eine untergründige Spannung bestehen, die sich immer weiter zuspitzt. Man hat ständig das Gefühl, dass das Geschehen jeden Moment umso mehr ins Negative umschlagen müsse. Dieses Wechselbad aus Extremen lässt das Geschehen überaus authentisch und lebensnah erscheinen, mehr, als es eine ausschließlich negative oder ausschließlich positive Handlung könnte. Außerdem gilt ein großes Lob den Beschreibungen der Umgebung. Egal, ob es um Menschen, die Natur oder die Ereignisse geht, der Autorin gelingt es, alles lebendig zu beschreiben, sodass man sich tatsächlich nach Südamerika versetzt fühlt. Fazit: Auch wenn "Januarfluss" eigentlich ein Jugendbuch ist, passen sowohl die Handlung als auch der Schreibstil zu einem Publikum jeden Alters. Dass die Protagonisten so jung sind, macht sie nicht zu den naiven Nervensägen, denen man in so manchem Jugendbuch begegnet. So kann man sich schnell mit ihnen anfreunden und bei ihren Abenteuern mit ihnen fiebern. Die schöne Atmosphäre rundet den gelungenen Roman ab.

"Januarfluss" von der deutschen Autorin Ana Veloso ist im August 2013 in gebundener Form beim cbj-Verlag erschienen. Veloso hat sich vor allem mit ihrem Bestseller "Der Duft der Kaffeeblüte" einen Namen gemacht.

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2
06.06.2016
4
06.06.2016

Es ist das Jahr 1889. Brasilien. Isabel de Oliveira ist erst fünfzehn Jahre alt, als sie mit dem mächtigen Dom Fernando verheiratet werden soll. Isabel beschließt, ihr Schicksal in die eigene Hand zu nehmen und flieht nach Rio de Janeiro. Dort lernt sie Luiz kennen, der ihr hilft, sich in der fremden Welt durchzuschlagen. Aber Luiz führt selbst auch einen erbitterten Kampf gegen Fernando.

"Januarfluss" ist wohl eigentlich als Jugendbuch gedacht, was man meiner Meinung nach aber nicht wirklich merkt. Zwar sind die Protagonisten noch sehr jung, Isabel fünfzehn und Luiz siebzehn, doch besonders Letzterer wirkt viel älter. Auch Isabel entwickelt sich im Laufe der Geschichte deutlich in diese Richtung. Zu Gewinn ist sie wirklich noch sehr kindlich, aber das gibt sich schnell, als sie erst einmal den Entschluss gefasst hat, zu fliehen. Von nun an ist sie für sich selbst verantwortlich und sie stellt bald fest, dass das Leben in Rio de Janeiro härter ist, als sie es sich vorgestellt hat. Die Geschichte selbst legt sich jedenfalls nicht auf eine Altersgruppe fest. Eine Liebesbeziehung, der Kampf gegen einen skrupellosen Sklavenhändler, eine Zwangsheirat und die brasilianische Kultur – all diese Themen bieten interessanten Stoff sowohl für jugendliche als auch für erwachsene Leser.

Auch die Sprache passt sich einem breit gefächerten Publikum an. Sie ist nicht so einfach gehalten, wie es bei Jugendbüchern oft der Fall ist. Die etwas gehobenere Ausdrucksweise orientiert sich eher an den historischen Romanen für Erwachsene und unterstützt somit wunderbar die Atmosphäre des Buchs. Zugleich ist sie aber nicht so poetisch, dass man sich fragt, was die Autorin einem da eigentlich erzählen will, sondern konzentriert sich schon darauf, das Geschehen spannend wiederzugeben.

Sehr gut gefallen hat mir auch, dass die Geschichte ziemlich überzeugend aufgebaut ist. Es gibt romantische, ja, vielleicht sogar kitschige Szenen, aber diese wechseln sich so schnell mit traurigen, dramatischen oder brutalen Passagen ab, dass nie alles wie Friede-Freude-Eierkuchen wirkt. Ganz im Gegenteil, selbst wenn es gerade fröhlich oder romantisch zugeht, bleibt eine untergründige Spannung bestehen, die sich immer weiter zuspitzt. Man hat ständig das Gefühl, dass das Geschehen jeden Moment umso mehr ins Negative umschlagen müsse. Dieses Wechselbad aus Extremen lässt das Geschehen überaus authentisch und lebensnah erscheinen, mehr, als es eine ausschließlich negative oder ausschließlich positive Handlung könnte.

Außerdem gilt ein großes Lob den Beschreibungen der Umgebung. Egal, ob es um Menschen, die Natur oder die Ereignisse geht, der Autorin gelingt es, alles lebendig zu beschreiben, sodass man sich tatsächlich nach Südamerika versetzt fühlt.

Fazit: Auch wenn "Januarfluss" eigentlich ein Jugendbuch ist, passen sowohl die Handlung als auch der Schreibstil zu einem Publikum jeden Alters. Dass die Protagonisten so jung sind, macht sie nicht zu den naiven Nervensägen, denen man in so manchem Jugendbuch begegnet. So kann man sich schnell mit ihnen anfreunden und bei ihren Abenteuern mit ihnen fiebern. Die schöne Atmosphäre rundet den gelungenen Roman ab.

geschrieben am 19.10.2013 | 507 Wörter | 2910 Zeichen

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