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König Arsch


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Rezension von

Letterschming

König Arsch „König Arsch: Mein Leben als Kunde – Der ganz normale Wahnsinn“ von dem deutschen Autor Martin Wehrle ist im April 2012 als Taschenbuch beim Heyne-Verlag erschienen. In „König Arsch“ lässt sich der Autor schonungslos über das Leben als normaler Kunde aus. Er schildert, wie er sich im Supermarkt oder in der Bank mit den sturköpfigsten Personen abgeben muss, gerät an Choleriker, Nichtswisser und Klugschwätzer. Er ärgert sich über die Reklame, die der Kunde gezwungenermaßen überall mit sich herumträgt und für die er auch noch bezahlt, sei es das teurere Marken-T-Shirt oder die Plastiktüte aus dem Supermarkt. Auch Kundenkarten und Rabattaktionen, durch die der Kunde letztendlich mehr Geld ausgibt anstatt zu sparen, werden erwähnt. Dabei schildert der Autor in einer teils ironischen, teils wirklich bissigen Art von diesen Situationen, die einen mitunter wirklich zum Lachen bringt. Sein Tonfall gerät allerdings nie ins Weinerliche. Vielmehr legt er Wert darauf, dem Leser den Mut zum Widerspruch zu vermitteln. Seine Prämisse ist, nur wenn sich genug Leute beschweren, tut sich auch etwas. So beschreibt er die unterschiedlichsten Auseinandersetzungen, manche zunächst aussichtslos, viele jedoch auch von Erfolg gekrönt. Besonders das Identifikationspotenzial macht den besonderen Reiz dieses Buches aus. Die Supermarktkasse, die Bank, die Bahn oder das Hotel – es sind immer die gleichen Kandidaten, mit denen man Ärger hat und über die man sich aufregen kann. Während der Lektüre gerät man nicht nur an genau diese Kandidaten, man stellt auch fest, dass man erschreckend viele Erlebnisse mit dem Autor teilt. Oft genug liest man einen Abschnitt und denkt: „Ja, genau so ist es mir auch schon ergangen!“ Irgendwie ist es aber auch tröstlich zu hören, dass offenbar alle die gleichen Probleme haben. Man ist nicht der einzige, der vor den Ticketautomaten der Deutschen Bahn steht wie der sprichwörtliche Ochs' vor'm Berg – immer vorausgesetzt, der einzige Automat am Gleis funktioniert überhaupt. Wehrle besitzt ein Talent dafür, diese unliebsamen Umstände mit wenigen Worten genau auf den Kopf zu treffen. Dabei bedient er sich keiner umständlichen Schachtelsätze oder massenweise Fremdwörtern, um sein Buch künstlich schlauer wirken zu lassen, sondern verwendet eine Sprache, die auch für den Leser angenehm ist. Die sarkastischen Kommentare sorgen dafür, dass man die knapp zweihundertfünfzig Seiten ruckzuck durchgelesen hat. Insgesamt vermittelt das Buch einen guten Rundumblick über die Mängel der deutschen Servicewüste und machen auf die Tricks und Maschen aufmerksam, mit denen dem Kunden regelrecht das Geld aus der Tasche gezogen wird. So schärft der Autor das Bewusstsein für diese Geldfallen. Gleichzeitig ermutigt er den Leser, sich nicht alles gefallen zu lassen und beweist, dass Hartnäckigkeit letztlich oft zum Ziel führt. Fazit: „König Arsch“ ist eine amüsante Reise durch das deutsche Dienstleistungsangebot. Hier bekommt jeder sein Fett weg, mit dem sich der Kunde täglich so herumärgern muss. Die konkreten Situationen gestalten das Buch sehr anschaulich und die ironische Erzählweise bringt einen immer wieder zum Lachen. Ein Buch, in dem sich sicherlich jeder wiederfindet, und das einem das Gefühl gibt, mit seinen Scherereien absolut nicht allein auf der Welt zu sein.

„König Arsch: Mein Leben als Kunde – Der ganz normale Wahnsinn“ von dem deutschen Autor Martin Wehrle ist im April 2012 als Taschenbuch beim Heyne-Verlag erschienen.

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In „König Arsch“ lässt sich der Autor schonungslos über das Leben als normaler Kunde aus. Er schildert, wie er sich im Supermarkt oder in der Bank mit den sturköpfigsten Personen abgeben muss, gerät an Choleriker, Nichtswisser und Klugschwätzer. Er ärgert sich über die Reklame, die der Kunde gezwungenermaßen überall mit sich herumträgt und für die er auch noch bezahlt, sei es das teurere Marken-T-Shirt oder die Plastiktüte aus dem Supermarkt. Auch Kundenkarten und Rabattaktionen, durch die der Kunde letztendlich mehr Geld ausgibt anstatt zu sparen, werden erwähnt.

Dabei schildert der Autor in einer teils ironischen, teils wirklich bissigen Art von diesen Situationen, die einen mitunter wirklich zum Lachen bringt. Sein Tonfall gerät allerdings nie ins Weinerliche. Vielmehr legt er Wert darauf, dem Leser den Mut zum Widerspruch zu vermitteln. Seine Prämisse ist, nur wenn sich genug Leute beschweren, tut sich auch etwas. So beschreibt er die unterschiedlichsten Auseinandersetzungen, manche zunächst aussichtslos, viele jedoch auch von Erfolg gekrönt.

Besonders das Identifikationspotenzial macht den besonderen Reiz dieses Buches aus. Die Supermarktkasse, die Bank, die Bahn oder das Hotel – es sind immer die gleichen Kandidaten, mit denen man Ärger hat und über die man sich aufregen kann. Während der Lektüre gerät man nicht nur an genau diese Kandidaten, man stellt auch fest, dass man erschreckend viele Erlebnisse mit dem Autor teilt. Oft genug liest man einen Abschnitt und denkt: „Ja, genau so ist es mir auch schon ergangen!“ Irgendwie ist es aber auch tröstlich zu hören, dass offenbar alle die gleichen Probleme haben. Man ist nicht der einzige, der vor den Ticketautomaten der Deutschen Bahn steht wie der sprichwörtliche Ochs' vor'm Berg – immer vorausgesetzt, der einzige Automat am Gleis funktioniert überhaupt.

Wehrle besitzt ein Talent dafür, diese unliebsamen Umstände mit wenigen Worten genau auf den Kopf zu treffen. Dabei bedient er sich keiner umständlichen Schachtelsätze oder massenweise Fremdwörtern, um sein Buch künstlich schlauer wirken zu lassen, sondern verwendet eine Sprache, die auch für den Leser angenehm ist. Die sarkastischen Kommentare sorgen dafür, dass man die knapp zweihundertfünfzig Seiten ruckzuck durchgelesen hat.

Insgesamt vermittelt das Buch einen guten Rundumblick über die Mängel der deutschen Servicewüste und machen auf die Tricks und Maschen aufmerksam, mit denen dem Kunden regelrecht das Geld aus der Tasche gezogen wird. So schärft der Autor das Bewusstsein für diese Geldfallen. Gleichzeitig ermutigt er den Leser, sich nicht alles gefallen zu lassen und beweist, dass Hartnäckigkeit letztlich oft zum Ziel führt.

Fazit: „König Arsch“ ist eine amüsante Reise durch das deutsche Dienstleistungsangebot. Hier bekommt jeder sein Fett weg, mit dem sich der Kunde täglich so herumärgern muss. Die konkreten Situationen gestalten das Buch sehr anschaulich und die ironische Erzählweise bringt einen immer wieder zum Lachen. Ein Buch, in dem sich sicherlich jeder wiederfindet, und das einem das Gefühl gibt, mit seinen Scherereien absolut nicht allein auf der Welt zu sein.

geschrieben am 05.12.2012 | 497 Wörter | 2878 Zeichen

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