Navigation

Seiten der Rubrik "Bücher"


Google Anzeigen

Anzeigen

Bücher

Es war nicht alles schlecht


Statistiken
  • 1791 Aufrufe

Informationen zum Buch
  ISBN
  Autor
  Verlag
  Sprache
  Seiten
  Erscheinungsjahr
  Extras

Rezension von

Kilian Kneisel

Es war nicht alles schlecht Der aus dem Fernsehen und Radio bekannte Kabarettist gibt sich in diesem Buch in Höchstform. Mit „Es war nicht alles schlecht“ liefert er genauso solide und „böse“ Arbeit ab, wie man es aus diversesten Sendungen gewohnt ist. Was sicherlich daran liegt, dass ein Teil der Texte aus bereits veröffentlichten Sendungen/ Programmen stammt. Und so lässt er seinen Gedanken freien Lauf und wettert gegen so manche Ungerechtigkeit, gegen so mache diskutable Meinungsäußerung der sogenannten Elite, gegen so manche Missstände. So, wie man ihn kennt: kompromisslos und unbequem, sehr politisch engagiert und bitterböse, keine Rücksicht nehmend und dabei wichtige und gleichzeitige unbequeme Fragen ansprechend. Die einzelnen Kapitel sind nur ein paar Seiten stark, was sich mit dem Entstehungsgrund erklärt. Neben Gedichten, die teilweise bitterböse den Kern der Sache treffen, sind normale Prosatexte vorhanden. Teilweise erscheinen die Texte etwas zu einschichtig oder polemisch, aber dies ist persönliche Geschmackssache. Dabei ist es sicherlich nicht das schlechteste, wenn man bei diesen Themen diesen doch sehr provokativen Tonfall anschlägt, der quasi zu einer Beschäftigung mit den angesprochenen Punkten wie soziale Ungleichheit, fadenscheinig anmutende Politikeraussagen, Harz IV, Ausländerfeindlichkeit usw. zwingt. Eines der stärksten Stücke steht am Ende: „Stolz sein auf Deutschland“. Hier bringt Schmickler eines der Hauptprobleme knallhart auf den Punkt: die Oberflächlichkeit der Gesellschaft, die eine tiefergehende Identifikation und damit auch positive Problemlösung nicht möglich macht. „Vor dem Frühstück ne Erfindung, // danach schnell ein Gedicht. // Nur auf all das auch stolz sein, // das durften wir nicht, // denn stolz sein auf Deutschland, // das durften wir nicht. Doch dann kam die WM im eigenen Land // Und mit ihr ein neues, ein großes Gefühl. // Da stand die Nation plötzlich Hand in Hand, // tief im Innern ein lang nicht gekanntes Gefühl. […] Singt die Mutter mit der Oma, // Singt der Vater mit dem Sohn, // Singen alle sich ins Koma, // in der neuen Spaßnation. […] Vierzehn-Achtzehn, Dreiunddreißig, // Neunundachtzig scheiß egal! // Was da los war, ja was weiß ich? // Und jetzt das ganze noch einmal.“ Ein kritischer Blick auf unsre Gesellschaft, aus der Sicht von einem, der darüber nachdenkt und sich nicht zu schade ist, diese Gedanken auch laut auszusprechen. Mehr davon!

Der aus dem Fernsehen und Radio bekannte Kabarettist gibt sich in diesem Buch in Höchstform. Mit „Es war nicht alles schlecht“ liefert er genauso solide und „böse“ Arbeit ab, wie man es aus diversesten Sendungen gewohnt ist. Was sicherlich daran liegt, dass ein Teil der Texte aus bereits veröffentlichten Sendungen/ Programmen stammt. Und so lässt er seinen Gedanken freien Lauf und wettert gegen so manche Ungerechtigkeit, gegen so mache diskutable Meinungsäußerung der sogenannten Elite, gegen so manche Missstände. So, wie man ihn kennt: kompromisslos und unbequem, sehr politisch engagiert und bitterböse, keine Rücksicht nehmend und dabei wichtige und gleichzeitige unbequeme Fragen ansprechend.

weitere Rezensionen von Kilian Kneisel

#
rezensiert seit
Buchtitel
1
06.03.2024
2
01.02.2024
3
28.12.2023
5
06.11.2023

Die einzelnen Kapitel sind nur ein paar Seiten stark, was sich mit dem Entstehungsgrund erklärt. Neben Gedichten, die teilweise bitterböse den Kern der Sache treffen, sind normale Prosatexte vorhanden. Teilweise erscheinen die Texte etwas zu einschichtig oder polemisch, aber dies ist persönliche Geschmackssache. Dabei ist es sicherlich nicht das schlechteste, wenn man bei diesen Themen diesen doch sehr provokativen Tonfall anschlägt, der quasi zu einer Beschäftigung mit den angesprochenen Punkten wie soziale Ungleichheit, fadenscheinig anmutende Politikeraussagen, Harz IV, Ausländerfeindlichkeit usw. zwingt.

Eines der stärksten Stücke steht am Ende: „Stolz sein auf Deutschland“. Hier bringt Schmickler eines der Hauptprobleme knallhart auf den Punkt: die Oberflächlichkeit der Gesellschaft, die eine tiefergehende Identifikation und damit auch positive Problemlösung nicht möglich macht. „Vor dem Frühstück ne Erfindung, // danach schnell ein Gedicht. // Nur auf all das auch stolz sein, // das durften wir nicht, // denn stolz sein auf Deutschland, // das durften wir nicht. Doch dann kam die WM im eigenen Land // Und mit ihr ein neues, ein großes Gefühl. // Da stand die Nation plötzlich Hand in Hand, // tief im Innern ein lang nicht gekanntes Gefühl. […] Singt die Mutter mit der Oma, // Singt der Vater mit dem Sohn, // Singen alle sich ins Koma, // in der neuen Spaßnation. […] Vierzehn-Achtzehn, Dreiunddreißig, // Neunundachtzig scheiß egal! // Was da los war, ja was weiß ich? // Und jetzt das ganze noch einmal.“ Ein kritischer Blick auf unsre Gesellschaft, aus der Sicht von einem, der darüber nachdenkt und sich nicht zu schade ist, diese Gedanken auch laut auszusprechen. Mehr davon!

geschrieben am 29.08.2010 | 350 Wörter | 2096 Zeichen

Kommentare lesen Kommentar schreiben

Kommentare zur Rezension (0)

Platz für Anregungen und Ergänzungen