
| ISBN | 3868694080 | |
| Buchreihe | Zwerg | |
| Autor | Martin Shovel | |
| Verlag | Splitter | |
| Sprache | deutsch | |
| Seiten | 47 | |
| Erscheinungsjahr | 2012 | |
| Extras | - |

Die Geburt des Zwerges Oth stand unter einem düsteren Stern: nicht nur, dass seine Mutter noch im Kindbett starb, der Säugling war auch mit einem Mal gezeichnet, das nach dem Gesetze König Traorigs den Tod bedeutete. Doch Oths Vater konnte den kleinen Sohn nicht ermorden und floh mit dem Kind in den tiefen, dunklen und gefährlichen Wald Belouve, einen Angst einflößenden Ort, den die von den Zwergen gefürchteten Sylven durchkämmten und der von Waldgeistern beherrscht wurde. Die Jahre gingen ins Land gegangen und Oth wuchs zu einem stattlichen jungen Zwerg heran, den sein Vater neben dem Überleben das meisterliche Schmiedehandwerk lehrte.

Heute steht der Junge am Sterbebett des tödlich verwundeten Vaters, hört aus dem Mund des Sterbenden seine Lebensgeschichte, vollzieht schließlich nach dessen Tod die notwendigen Rituale einschließlich der feurigen Bestattung und flieht schließlich in Erfüllung eines Versprechens tiefer in den Wald.
Unglaublich, wieviel Handlung und Inhalt man auf 48 Seiten unterbringen kann. Mit „Wyrïmir“ ist Shovel einen Serienauftakt gelungen, der zwar einerseits aus dem Vollen altbekannter Bilder und Klischees schöpft – so entsprechen bspw. die Zwerge und Sylven äußerlich wie auch im Auftreten durchaus sattsam bekannten Stereotypen -, der aber anderseits den Leser mit so vielen Details, so viel Handlung, so vielen angedeuteten Rätseln – z.B. welcher Art das Mal ist, das den jungen Oth zum Verfolgten macht - und offenen Fragen schier überwältigt, dass er kaum Zeit hat, darüber nachzudenken, woher er nun einzelne Elemente der Geschichte kennt. Die lebendige, hin- und herwogende, abenteuerliche und fabelhafte Story überzeugt nicht nur durch bloße Fülle, sondern auch durch gefällig inszenierte Action sowie insbesondere die interessanten Nebenfiguren aus den Bereich der Fauna, gegen die der Hauptcharakter Oth zuweilen etwas blass erscheint.
Das in der Panel-Aufteilung relativ kleinteilige Artwork Shovels überzeugt ebenfalls durch einen Detailreichtum der einzelnen Bilder, frische Wechsel von Perspektiven und Einstellungen und durch das Schaffen von echten Typen mit Wiedererkennungswert. Die Koloration Fogolims folgt alles in allem einem naturnahen Ansatz, der unterschiedlichen Handlungsorten und Zeiten – das warme Licht des Innen gegen das kalte Licht des Draußen, die farbschluckende Nacht gegen den farbklaren Tag – Rechnung trägt.
Fazit: Eine stimmungsvolle, stimmige und abenteuerliche Geschichte, deren dichte , intensive Handlung, deren Figuren und zahlreichen Rätsel neugierig auf den Folgeband „Razoark“ machen. Ein äußerst gelungener Einstiegsband in eine Phantasie-Welt, die durchaus einiges episches Potenzial bietet.
geschrieben am 07.05.2012 | 381 Wörter | 2349 Zeichen
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