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Wie zerstört man eine Demokratie


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Rezension von

E. Kneisel

Wie zerstört man eine Demokratie Demokratie, die Herrschaft durch das Volk, ist in vielen Ländern als Grundprinzip anerkannt. So auch in den USA, wo die Gründerväter für die Demokratie gekämpft haben, damit sie und ihre Kinder in Freiheit leben können. Doch Demokratien funktionieren nur, wenn es Menschen gibt, die sie verteidigen. Denn es gibt immer wieder Bestrebungen, Demokratien in Diktaturen um zu wandeln. Nicht auf einmal und mit einem lauten Knall, sondern Stück für Stück. Damit beschäftigt sich auch Naomi Wolf. Sie selbst ist Tochter jüdischer Holocaust-Überlebender und Amerikanerin und sie sieht die amerikanische Demokratie in Gefahr. Im Jahr 2007 schreibt sie einem Freund namens Chris ihre Gedanken und erklärt, warum gerade jetzt die amerikanische Demokratie in Gefahr ist und warum es auf jeden einzelnen ankommt, um sie zu retten. Sie zieht Parallelen zur Vergangenheit und hält zehn Punkte fest, anhand derer man eine Demokratie zerstören kann: Die Beschwörung einer Äußeren und Inneren Gefahr; Die Einrichtung von Geheimgefängnissen; Die Entwicklung einer paramilitärischen Truppe; Die Infiltration von Bürgerbewegungen; Die Überwachung der Bürger; Die willkürliche Verhaftung und Freilassung von Bürgern; Die Verfolgung einzelner Bürger; Die Einschränkung der Pressefreiheit und Die Diffamierung der Kritik als „Spionage“ und der abweichenden Meinung als „Verrat“. Das Buch „Wie zerstört man eine Demokratie – das 10-Punkte-Programm“ ist kein theoretisches Werk über Staatsformen, wie Demokratie und Diktatur. Naomi Wolf stellt zwar auch theoretische und geschichtliche Bezüge her, füllt sie jedoch mit Erlebnissen aus der heutigen Zeit, die sie unter ihrem eigenen Blickwinkel filtert. Egal ob es objektive und oft bekannte Begebenheiten, wie die Geheimgefängnisse der USA, das Antiterrorgesetz „USA PATRIOT Act“, die Verhaftung von Bloggern und das Entlassen von Mitarbeitern, die über Folter berichten, sind oder persönliche Erlebnisse, wie verstärkte Kontrollen an Flughäfen, die schließlich mit dem Auftauchen auf einer nicht veröffentlichten Liste begründet werden. Naomi Wolf hinterfragt solche Ereignisse und versucht sie so darzustellen, dass jeder, der das Buch liest, ihren Gedankengängen folgen kann. Tatsächlich stellt man sich beim Lesen die Frage, was denn jetzt die Wahrheit ist und was nicht. Aber egal ob man den einzelnen Beweisen folgen kann oder nicht, die 10 Punkte sind einleuchtend und es ist nicht verwunderlich, wenn man diese Punkte auf seine eigene Gesellschaft und Zeit bezieht und erschreckender Weise auch dabei immer wieder Parallelen entdeckt. Der klare Stil der Autorin macht das Buch trotz des schwierigen Themas zu einer zumindest leicht lesbaren Lektüre. Dem gegenüber steht der Inhalt, der nicht nur erschreckt und provoziert, sondern auch wütend macht. Dass es die einzelnen Bestrebungen gibt, die auch immer wieder hinterfragt werden, ist sicher vielen der Leser klar, doch die kompakte Schilderung und Aufzählung von Fakten spricht von einem Gesamtbild dramatischer Entwicklungen, die so sicher nur wenigen bekannt sind. Wer Diktator werden möchte, findet in diesem Buch ein einfaches 10-Punkte-Programm, das sicher zum Erfolg führt, falls es denn nicht schon bekannt ist. Alle anderen regt das Buch zum Nachdenken an. Inwieweit ist auch die Demokratie, in der ich lebe, in Gefahr sich langsam und ohne mein Wissen zu verändern?

Demokratie, die Herrschaft durch das Volk, ist in vielen Ländern als Grundprinzip anerkannt. So auch in den USA, wo die Gründerväter für die Demokratie gekämpft haben, damit sie und ihre Kinder in Freiheit leben können. Doch Demokratien funktionieren nur, wenn es Menschen gibt, die sie verteidigen. Denn es gibt immer wieder Bestrebungen, Demokratien in Diktaturen um zu wandeln. Nicht auf einmal und mit einem lauten Knall, sondern Stück für Stück.

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Damit beschäftigt sich auch Naomi Wolf. Sie selbst ist Tochter jüdischer Holocaust-Überlebender und Amerikanerin und sie sieht die amerikanische Demokratie in Gefahr. Im Jahr 2007 schreibt sie einem Freund namens Chris ihre Gedanken und erklärt, warum gerade jetzt die amerikanische Demokratie in Gefahr ist und warum es auf jeden einzelnen ankommt, um sie zu retten.

Sie zieht Parallelen zur Vergangenheit und hält zehn Punkte fest, anhand derer man eine Demokratie zerstören kann: Die Beschwörung einer Äußeren und Inneren Gefahr; Die Einrichtung von Geheimgefängnissen; Die Entwicklung einer paramilitärischen Truppe; Die Infiltration von Bürgerbewegungen; Die Überwachung der Bürger; Die willkürliche Verhaftung und Freilassung von Bürgern; Die Verfolgung einzelner Bürger; Die Einschränkung der Pressefreiheit und Die Diffamierung der Kritik als „Spionage“ und der abweichenden Meinung als „Verrat“.

Das Buch „Wie zerstört man eine Demokratie – das 10-Punkte-Programm“ ist kein theoretisches Werk über Staatsformen, wie Demokratie und Diktatur. Naomi Wolf stellt zwar auch theoretische und geschichtliche Bezüge her, füllt sie jedoch mit Erlebnissen aus der heutigen Zeit, die sie unter ihrem eigenen Blickwinkel filtert. Egal ob es objektive und oft bekannte Begebenheiten, wie die Geheimgefängnisse der USA, das Antiterrorgesetz „USA PATRIOT Act“, die Verhaftung von Bloggern und das Entlassen von Mitarbeitern, die über Folter berichten, sind oder persönliche Erlebnisse, wie verstärkte Kontrollen an Flughäfen, die schließlich mit dem Auftauchen auf einer nicht veröffentlichten Liste begründet werden. Naomi Wolf hinterfragt solche Ereignisse und versucht sie so darzustellen, dass jeder, der das Buch liest, ihren Gedankengängen folgen kann.

Tatsächlich stellt man sich beim Lesen die Frage, was denn jetzt die Wahrheit ist und was nicht. Aber egal ob man den einzelnen Beweisen folgen kann oder nicht, die 10 Punkte sind einleuchtend und es ist nicht verwunderlich, wenn man diese Punkte auf seine eigene Gesellschaft und Zeit bezieht und erschreckender Weise auch dabei immer wieder Parallelen entdeckt.

Der klare Stil der Autorin macht das Buch trotz des schwierigen Themas zu einer zumindest leicht lesbaren Lektüre. Dem gegenüber steht der Inhalt, der nicht nur erschreckt und provoziert, sondern auch wütend macht.

Dass es die einzelnen Bestrebungen gibt, die auch immer wieder hinterfragt werden, ist sicher vielen der Leser klar, doch die kompakte Schilderung und Aufzählung von Fakten spricht von einem Gesamtbild dramatischer Entwicklungen, die so sicher nur wenigen bekannt sind.

Wer Diktator werden möchte, findet in diesem Buch ein einfaches 10-Punkte-Programm, das sicher zum Erfolg führt, falls es denn nicht schon bekannt ist. Alle anderen regt das Buch zum Nachdenken an. Inwieweit ist auch die Demokratie, in der ich lebe, in Gefahr sich langsam und ohne mein Wissen zu verändern?

geschrieben am 13.12.2010 | 492 Wörter | 2935 Zeichen

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