
| ISBN | 3453855469 | |
| Autor | Ingrid Newkirk | |
| Verlag | Heyne | |
| Sprache | deutsch | |
| Seiten | 224 | |
| Erscheinungsjahr | 2009 | |
| Extras | - |

Das von Ingrid Newkirk verfasste Kochbuch für die Tierrechtsorganisation Peta, deren 1. Vorsitzende die Autorin ist, enthält 150 Rezepte aus aller Welt völlig ohne tierische Produkte, mit einigen einführenden Worten von Dirk Bach, der selbst Vegetarier ist, und im Anschluss eine kurze Einleitung in der erläutert wird, welche Vorteile es für Menschen, Tiere und die Umwelt haben kann, wenn man seine Ernährungsgewohnheiten überdenkt und vielleicht sogar den radikalen Schritt wagt, völlig auf tierische Produkte zu verzichten.

Die Rezepte sind gegliedert in verschiedene Gänge, sodass man ein ganzes Fünf-Gänge-Menü, angefangen mit einer Suppe und endend mit Kuchen und Gebäck, ganz nach persönlichem Geschmack zubereiten und zum Abschluss seinen Gästen sogar noch Cocktails anbieten kann, wenn man möchte.
Genauso gut kann man sich aber auch einfach die Gerichte herauspicken, die für den Moment am besten passen. Im Glossar wird schließlich erläutert, was sich hinter weniger gebräuchlichen Zutaten wie Maniok, Tempeh oder Saitan verbirgt, im Register sind die Rezepte zunächst alphabetisch aufgelistet, dann folgt eine Auflistung nach den Sachgruppen, also den verschiedenen Gänge-Kategorien.
Die knapp gehaltenen Rezepte wirken zwar auf den ersten Blick ansprechend und vielseitig, beim zweiten Blick legt sich die Begeisterung jedoch recht schnell, denn eine Bebilderung gibt es nur für acht der Gerichte gebündelt in der Mitte des Bandes. Dabei gilt doch: “Das Auge isst mit.“ Warum man außerdem ständig einen Fleischersatz (veganes „Rindfleisch“, Tofuspeck etc.) braucht, wird mir auf ewig schleierhaft bleiben – wenn ich mich fleischlos ernähre, dann kann ich doch auch aufhören, mir oder meinen Gästen etwas vorzumachen, oder nicht? Diese Ersatzstoffe bieten sich vielleicht in der Übergangszeit an, wenn man Gelüste auf Fleisch verspürt, aber eigentlich ist diese Art Nahrungsmittel ein Selbstbetrug.
Genauso kritisch sollte man die permanente Verwendung von Sojaprodukten in den Rezepten beurteilen, da der Anbau von Soja auch oft eine Vernichtung von Regenwald mit sich bringt – nur, dass viele gar nicht so weit denken, obwohl genau das von Peta doch gefordert wird. Ein weiterer, wenn auch nur formaler Kritikpunkt: etwas unpraktisch ist das Taschenbuchformat für ein Kochbuch schon, denn man kann es nicht offen vor sich liegen lassen. - Da spielten wohl die Produktionskosten eine nicht unerhebliche Rolle.
Alles in allem hinterlässt die Lektüre dieses Kochbuches einen eher gespaltenen Eindruck, denn die Intention mag zwar nobel sein, die Durchführung hätte aber durchaus besser sein können.
geschrieben am 04.10.2010 | 382 Wörter | 2279 Zeichen
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