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Amor-Trilogie, Bd. 1: Delirium


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Rezension von

Letterschming

Delirium „Delirium“ von der US-amerikanischen Autorin Lauren Oliver erschien im November 2011 in gebundener Form beim Carlsen-Verlag und umfasst 416 Seiten. Lena wĂ€chst in einer Welt auf, in der die Liebe als Krankheit angesehen wird. GlĂŒcklicherweise gibt es ein Heilmittel gegen die sogenannte „Amor Deliria Nervosa“. So werden alle jungen Leute strickt nach Geschlecht voneinander getrennt, bis sie mit achtzehn einem chirurgischen Eingriff unterzogen werden. Nach ihrer Ausbildung heiraten sie den ihnen von der Regierung zugeteilten Partner und leben in einer gut sortierten, gegen die Wildnis außerhalb der großen StĂ€dte abgeschirmten Welt. Doch es war nicht immer so und einige erinnern sich noch daran, wie es vor dem Umbruch war und kĂ€mpfen gegen das System an. Da Lenas Vater frĂŒh gestorben ist und ihre Mutter sich spĂ€ter das Leben genommen hat, wĂ€chst Lena bei ihrer Tante auf. Im Haushalt ordnet man sich konsequent dem System unter und Lena empfindet das Gerede um sich herum als peinlich und erniedrigend. Denn ihre Mutter ist eine AufstĂ€ndische gewesen, die sich gegen den Eingriff gewehrt hat. Auch Lenas Eingriff steht bevor und ihr zukĂŒnftiger Lebenspartner wurde ihr bereits zugeteilt. Doch dann lernt Lena Alex kennen und verliebt sich in ihn. Diese neuen GefĂŒhle machen ihr Angst, denn sie entsprechen doch genau den Symptomen der Deliria, vor denen die Regierung so eindringlich warnt. Gleichzeitig kann sich Lena nicht vorstellen, dieses GefĂŒhl durch den Eingriff zu verlieren. So beschließen sie und Alex, alles hinter sich zu lassen und in die Wildnis zu fliehen. „Delirium“ zeichnet eine sehr detaillierte, fiktionale Welt. Dabei ist die Idee der Liebe als Krankheit schon originell, dient aber lediglich als Grundgedanke, um den herum die Autorin ihr eigenes Universum aufgebaut. Politik, Religion, Erziehung und Freizeit – alles ist hier darauf ausgerichtet, die Menschen vor der Deliria zu warnen. Alles zielt darauf ab, dass sich die Menschen dem chirurgischen Eingriff unterziehen, der sie angeblich von der Deliria heilt. TatsĂ€chlich lĂ€sst dieser Eingriff aber alle GefĂŒhle abstumpfen, sodass die Menschen sich ohne Widerspruch in das fĂŒr sie vorgesehene Leben fĂŒgen. Was Lena zunĂ€chst fĂŒr GlĂŒck hĂ€lt, ist in Wirklichkeit das Fehlen jeglicher tiefgehender Emotionen. Zu Beginn zieht sich die Geschichte erstmal etwas in die LĂ€nge. Man erhĂ€lt einen ersten Einblick in Lenas Leben und erlebt mit, wie sie sich auf die Untersuchung vorbereitet, in der sie genau gemustert und anschließend mit einer Punktzahl versehen wird. Anhand der Ergebnisse wird dann eine Liste mit möglichen zukĂŒnftigen Partnern erstellt. Doch die Invaliden und ihre AnhĂ€nger organisieren eine Protestaktion, sodass Lena die Untersuchung wiederholen muss. Hier wird zunĂ€chst deutlich, wie tief die GrundsĂ€tze dieser Gesellschaft auch in Lenas Denken verwurzelt sind, wie selbstverstĂ€ndlich ihr die moralischen Werte sind, die die Regierung ernannt hat. Zugleich gibt es jedoch RĂŒckblicke in Lenas Vergangenheit, Erinnerungen an ihre Mutter, die Lena keinesfalls gefĂŒhllos und distanziert, sondern voller Liebe erzogen hat. Auch wenn Lena weiß, dass ihre Mutter krank war, vermisst sie diese Zeit. Als Lena Alex kennenlernt, werden all ihre GrundsĂ€tze ĂŒber den Haufen geworfen. Die Autorin macht sehr gut deutlich, wie hin- und hergerissen Lena zwischen ihrer Erziehung und ihren GefĂŒhlen fĂŒr Alex ist. Aber nach und nach wird Lena klar, wie viel die Regierung den Menschen verschweigt und dass die Liebe alles andere als eine gefĂ€hrliche Krankheit ist. Fazit: „Delirium“ ist ein sehr vielversprechender Serienauftakt, der besonders durch die detailliert gestaltete fiktive Welt ĂŒberzeugt, in der Lena aufgewachsen ist. Die Autorin hat sogar eigene Gedichte und Kinderreime geschrieben, die noch untermauern, dass den Menschen hier schon von klein auf ganz bestimmte Thesen eingetrichtert werden. Die Handlung ist spannend aufgebaut und Lenas innerer Konflikt lĂ€sst sich sehr gut nachvollziehen.

„Delirium“ von der US-amerikanischen Autorin Lauren Oliver erschien im November 2011 in gebundener Form beim Carlsen-Verlag und umfasst 416 Seiten.

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Lena wĂ€chst in einer Welt auf, in der die Liebe als Krankheit angesehen wird. GlĂŒcklicherweise gibt es ein Heilmittel gegen die sogenannte „Amor Deliria Nervosa“. So werden alle jungen Leute strickt nach Geschlecht voneinander getrennt, bis sie mit achtzehn einem chirurgischen Eingriff unterzogen werden. Nach ihrer Ausbildung heiraten sie den ihnen von der Regierung zugeteilten Partner und leben in einer gut sortierten, gegen die Wildnis außerhalb der großen StĂ€dte abgeschirmten Welt. Doch es war nicht immer so und einige erinnern sich noch daran, wie es vor dem Umbruch war und kĂ€mpfen gegen das System an.

Da Lenas Vater frĂŒh gestorben ist und ihre Mutter sich spĂ€ter das Leben genommen hat, wĂ€chst Lena bei ihrer Tante auf. Im Haushalt ordnet man sich konsequent dem System unter und Lena empfindet das Gerede um sich herum als peinlich und erniedrigend. Denn ihre Mutter ist eine AufstĂ€ndische gewesen, die sich gegen den Eingriff gewehrt hat. Auch Lenas Eingriff steht bevor und ihr zukĂŒnftiger Lebenspartner wurde ihr bereits zugeteilt.

Doch dann lernt Lena Alex kennen und verliebt sich in ihn. Diese neuen GefĂŒhle machen ihr Angst, denn sie entsprechen doch genau den Symptomen der Deliria, vor denen die Regierung so eindringlich warnt. Gleichzeitig kann sich Lena nicht vorstellen, dieses GefĂŒhl durch den Eingriff zu verlieren. So beschließen sie und Alex, alles hinter sich zu lassen und in die Wildnis zu fliehen.

„Delirium“ zeichnet eine sehr detaillierte, fiktionale Welt. Dabei ist die Idee der Liebe als Krankheit schon originell, dient aber lediglich als Grundgedanke, um den herum die Autorin ihr eigenes Universum aufgebaut. Politik, Religion, Erziehung und Freizeit – alles ist hier darauf ausgerichtet, die Menschen vor der Deliria zu warnen. Alles zielt darauf ab, dass sich die Menschen dem chirurgischen Eingriff unterziehen, der sie angeblich von der Deliria heilt. TatsĂ€chlich lĂ€sst dieser Eingriff aber alle GefĂŒhle abstumpfen, sodass die Menschen sich ohne Widerspruch in das fĂŒr sie vorgesehene Leben fĂŒgen. Was Lena zunĂ€chst fĂŒr GlĂŒck hĂ€lt, ist in Wirklichkeit das Fehlen jeglicher tiefgehender Emotionen.

Zu Beginn zieht sich die Geschichte erstmal etwas in die LĂ€nge. Man erhĂ€lt einen ersten Einblick in Lenas Leben und erlebt mit, wie sie sich auf die Untersuchung vorbereitet, in der sie genau gemustert und anschließend mit einer Punktzahl versehen wird. Anhand der Ergebnisse wird dann eine Liste mit möglichen zukĂŒnftigen Partnern erstellt. Doch die Invaliden und ihre AnhĂ€nger organisieren eine Protestaktion, sodass Lena die Untersuchung wiederholen muss. Hier wird zunĂ€chst deutlich, wie tief die GrundsĂ€tze dieser Gesellschaft auch in Lenas Denken verwurzelt sind, wie selbstverstĂ€ndlich ihr die moralischen Werte sind, die die Regierung ernannt hat. Zugleich gibt es jedoch RĂŒckblicke in Lenas Vergangenheit, Erinnerungen an ihre Mutter, die Lena keinesfalls gefĂŒhllos und distanziert, sondern voller Liebe erzogen hat. Auch wenn Lena weiß, dass ihre Mutter krank war, vermisst sie diese Zeit.

Als Lena Alex kennenlernt, werden all ihre GrundsĂ€tze ĂŒber den Haufen geworfen. Die Autorin macht sehr gut deutlich, wie hin- und hergerissen Lena zwischen ihrer Erziehung und ihren GefĂŒhlen fĂŒr Alex ist. Aber nach und nach wird Lena klar, wie viel die Regierung den Menschen verschweigt und dass die Liebe alles andere als eine gefĂ€hrliche Krankheit ist.

Fazit: „Delirium“ ist ein sehr vielversprechender Serienauftakt, der besonders durch die detailliert gestaltete fiktive Welt ĂŒberzeugt, in der Lena aufgewachsen ist. Die Autorin hat sogar eigene Gedichte und Kinderreime geschrieben, die noch untermauern, dass den Menschen hier schon von klein auf ganz bestimmte Thesen eingetrichtert werden. Die Handlung ist spannend aufgebaut und Lenas innerer Konflikt lĂ€sst sich sehr gut nachvollziehen.

geschrieben am 31.03.2012 | 598 Wörter | 3451 Zeichen

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