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Tausendundeine Nacht


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Rezension von

Adrian Witt

Tausendundeine Nacht Kaum eine Sammlung von Erz?hlungen hat die Vorstellung vom Orient in der europ?ischen Literatur so nachhaltig gepr?gt wie Tausendundeine Nacht. Figuren wie Sindbad, Aladin oder Ali Baba sind dabei l?ngst Teil eines gr??eren literarischen Kanon geworden, deren abenteuerliche Geschichten ?ber Magie, Liebe, List und Wunder mit einer gro?en erz?hlerischen Vielfalt verbindet: Kaufleute und Kalifen, Dschinnen und Seefahrer, Liebende und Betr?ger bev?lkern eine exotische Welt, in der das Wunderbare selbstverst?ndlich neben dem Allt?glichen existiert. Zugleich lebt der Reiz der kunstvoll ausgeschm?ckten Erz?hlungen von der besonderen Erz?hlstruktur der Rahmenhandlung: Nacht f?r Nacht erz?hlt die kluge Scheherazade dem K?nig Schahriyar neue wundersame Geschichten, unterbricht diese jedoch an ihrer spannendsten Stelle, um ihr Leben zu retten ? ein literarisches Spiel mit Fantasie, Spannung, Tiefe und der Macht des Erz?hlens selbst. Als K?nig Schahriyar feststellt, dass seine Gattin Ehebruch begeht, ist sein Vertrauen in Frauen und ihre Treue nachhaltig zerst?rt. Er beschlie?t fortan nur noch f?r jeweils eine Nacht zu heiraten, um seine sexuellen Bedprfnisse zu stillen, und am n?chsten Tag aus Angst vor Ehebruch seine junge Gattin zu ermorden. Scheherazade, die Tochter seines Wesirs, will jedoch diesen Kreislauf der Gewalt mit einer List durchbrechen. Nachdem sie mit Schahriyar in der Nacht das Bett geteilt hat, erz?hlt sie ihm und ihrer Schwester Dunyazad eine Geschichte, unterbricht diese jedoch bei Morgengrauen an ihrer spannendsten Stelle. Begierig darauf, das Ende der Geschichte zu h?ren, schiebt der K?nig die f?r Scheherazade vorgesehene Hinrichtung auf. Da die kluge Scheherazade jedoch immer wieder neue Geschichten erz?hlt oder weitere in eine bereits begonnene einwebt, wiederholt sich dieser Prozess eintausend weitere N?chte lang. Am Ende r?ckt der K?nig innerlich von einem Schwur ab, seine Frau nach der Hochzeitsnacht zu t?ten, und gew?hrt ihr Gnade. So durchbricht Scheherazade erfolgreich den Kreislauf der Gewalt und schenkt dem K?nig gleichzeitig inneren Frieden. Historisch betrachtet handelt es sich bei Tausendundeine Nacht allerdings nicht um das Werk eines einzelnen Autors ? oder mit Blick auf den Erz?hlstrang einer Autorin ?, sondern um eine ?ber viele Jahrhunderte gewachsene Sammlung orientalischer Erz?hlungen: Ihre ?ltesten Wurzeln lassen sich vermutlich auf indische und persische Geschichten aus der Zeit um 250 n. Chr. zur?ckf?hren, die im arabischen Kulturraum wahrscheinlich im sp?ten 8. Jahrhundert zusammengef?hrt und erweitert wurden, nachdem sich der Islam in Persien ausgebreitet hatte. Bereits im Mittelalter zirkulierten die Erz?hlungen im Nahen Osten, wobei der Titel ?Tausend N?chte? bereits f?r das 10. Jahrhundert belegt ist, w?hrend die heute bekannte Form ?Tausend und eine Nacht? erst sehr viel sp?ter auftaucht. Doch erst durch ?bersetzungen ? insbesondere durch die franz?sische Ausgabe von Antoine Gallands (1646 bis 1715) im fr?hen 18. Jahrhundert ? gelangten die Geschichten von Tausendundeiner Nacht schlie?lich nach Europa, wo sie nicht nur eine enorme literarische Wirkung erzielten, sondern allm?hlich auch ihren heutigen Weltruhm erlangen. Insgesamt umfasst Tausendundeine Nacht mehr als 500 verschiedene Geschichten, die sich teils stark voneinander unterscheiden. Sie umfassen historische Erz?hlungen, Anekdoten, Liebesgeschichten und Trag?dien, wie auch Kom?dien, Gedichte, Fabeln, religi?se Legenden und Burlesken. Viele davon haben einen explizit erotischen Charakter und h?ufig sind die Geschichten auch in mehreren Ebenen miteinander verkn?pft. Zudem treten in zahlreichen Erz?hlungen historisch belegte Personen auf, vor allem Herrscher, aber auch Amtstr?ger, K?nstler und viele mehr. Besondere Bekanntheit haben bis in die Gegenwart ? vor allem durch die k?nstlerische Rezeption in Film und Literatur, die Erz?hlungen von Ali Baba und die vierzig R?uber, Sindbad, der Seefahrer sowie Aladin und die Wunderlampe erlangt. Mit der Ver?ffentlichung der Publikation ?Tausendundeine Nacht? (ISBN: 978-3-406-72290-5) der Autorin und Arabistin Claudia Ott ist bereits im Jahr 2004 im C.H.Beck Verlag erstmals die ?lteste arabische Fassung dieser ber?hmten orientalischen Erz?hlsammlung im deutschsprachigen Raum erschienen. In dieser werden interessierte Leser auf 699 Seiten durch das Labyrinth der kunstvoll verwobenen Erz?hlf?den gef?hrt, sodass man meinen k?nnte, Scheherazade selbst zu h?ren. Insgesamt umfasst die Publikation die folgenden Erz?hlungen: Die Geschichte von K?nig Schahriyar und Schahrasad, der Tochter seines Wesirs / Der betrogene Ifrit / Der Esel, der Stier, der Kaufmann und seine Frau / Der Kaufmann und der Dschinni / Die Geschichte des ersten Alten / Die Geschichte des zweiten Alten / Der Fischer und der Dschinni / K?nig Yunan und der Arzt Duban / Der Kaufmann mit dem Papagei / Der K?nigssohn und die Ghula / Die Geschichte des verzauberten K?nigs / Der Tr?ger und die drei Damen / Die Geschichte des ersten Bettelm?nchs / Die Geschichte des zweiten Bettelm?nchs / Der Neider und der Beneidete / Die Geschichte des dritten Bettelm?nchs / Die Geschichte der ersten Dame, der Hausherrin / Die Geschichte der zweiten Dame, der mit den Schlagspuren / Die drei ?pfel / Die beiden Wesire Nuraddin von ?gypten und Badraddin von Basra / Der Bucklige, der Freund des Kaisers von China / Die Geschichte des christlichen Maklers / Der junge Mann mit der abgehackten Hand und die Dame / Die Geschichte des K?chenchefs: Der junge Mann aus Bagdad und die Sklavin Subeidas, der Gemahlin des Kalifen / Die Geschichte des j?dischen Arztes: Der junge Mann aus Mosul und die ermordete Dame / Die Geschichte des Schneiders: Der hinkende junge Mann aus Bagdad und der Friseur / Die Gesichte des Friseurs / Der erste Bruder, der bucklige Schneider / Der zweite Bruder: Plappermaul, der halseitig Gel?hmte / Der dritte Bruder: Fakfak, der Blinde / Der vierte Bruder, der ein?ugige Fleischer, Der f?nfte Bruder, der mit den abgeschnittenen Ohren, Der sechste Bruder, der mit den abgeschnittenen Lippen / Nuraddin Ibn Bakkar und die Sklavin Schamsannahar / Die Sklavin Anis al-Dschalis und Nuraddin Ibn Chakan / Dschullanar vom Meer und ihr Sohn, K?nig Badr / K?nig Kamarassaman und seine S?hne al-Amdschad und al-Asad. Mehr als drei Jahrhunderten nach ihrer Entdeckung durch europ?ische Leser haben die zahlreichen Geschichten aus Tausendundeine Nacht nichts von ihrer magischen Anziehungskraft und Faszination verloren. Schlie?lich verbinden sie nicht nur erz?hlerische Fantasie mit einem reichen kulturellen Hintergrund ? vergleichbar mit der modernen Fantasy-Literatur des Tolkien-Universums ?, sondern er?ffnen zugleich auch einen Blick auf die lange Geschichte der orientalischen Erz?hltraditionen. Wer sich schon immer einmal n?her mit dem arabischen Original von ?Tausendundeine Nacht? befasst wollte, d?rfte mit der ?bersetzung der ?ltesten arabischen Fassung durch die Autorin und Arabistin Claudia Ott mehr als zufrieden sein.

Kaum eine Sammlung von Erz?hlungen hat die Vorstellung vom Orient in der europ?ischen Literatur so nachhaltig gepr?gt wie Tausendundeine Nacht. Figuren wie Sindbad, Aladin oder Ali Baba sind dabei l?ngst Teil eines gr??eren literarischen Kanon geworden, deren abenteuerliche Geschichten ?ber Magie, Liebe, List und Wunder mit einer gro?en erz?hlerischen Vielfalt verbindet: Kaufleute und Kalifen, Dschinnen und Seefahrer, Liebende und Betr?ger bev?lkern eine exotische Welt, in der das Wunderbare selbstverst?ndlich neben dem Allt?glichen existiert.

Zugleich lebt der Reiz der kunstvoll ausgeschm?ckten Erz?hlungen von der besonderen Erz?hlstruktur der Rahmenhandlung: Nacht f?r Nacht erz?hlt die kluge Scheherazade dem K?nig Schahriyar neue wundersame Geschichten, unterbricht diese jedoch an ihrer spannendsten Stelle, um ihr Leben zu retten ? ein literarisches Spiel mit Fantasie, Spannung, Tiefe und der Macht des Erz?hlens selbst. Als K?nig Schahriyar feststellt, dass seine Gattin Ehebruch begeht, ist sein Vertrauen in Frauen und ihre Treue nachhaltig zerst?rt. Er beschlie?t fortan nur noch f?r jeweils eine Nacht zu heiraten, um seine sexuellen Bedprfnisse zu stillen, und am n?chsten Tag aus Angst vor Ehebruch seine junge Gattin zu ermorden. Scheherazade, die Tochter seines Wesirs, will jedoch diesen Kreislauf der Gewalt mit einer List durchbrechen. Nachdem sie mit Schahriyar in der Nacht das Bett geteilt hat, erz?hlt sie ihm und ihrer Schwester Dunyazad eine Geschichte, unterbricht diese jedoch bei Morgengrauen an ihrer spannendsten Stelle. Begierig darauf, das Ende der Geschichte zu h?ren, schiebt der K?nig die f?r Scheherazade vorgesehene Hinrichtung auf. Da die kluge Scheherazade jedoch immer wieder neue Geschichten erz?hlt oder weitere in eine bereits begonnene einwebt, wiederholt sich dieser Prozess eintausend weitere N?chte lang. Am Ende r?ckt der K?nig innerlich von einem Schwur ab, seine Frau nach der Hochzeitsnacht zu t?ten, und gew?hrt ihr Gnade. So durchbricht Scheherazade erfolgreich den Kreislauf der Gewalt und schenkt dem K?nig gleichzeitig inneren Frieden.

Historisch betrachtet handelt es sich bei Tausendundeine Nacht allerdings nicht um das Werk eines einzelnen Autors ? oder mit Blick auf den Erz?hlstrang einer Autorin ?, sondern um eine ?ber viele Jahrhunderte gewachsene Sammlung orientalischer Erz?hlungen: Ihre ?ltesten Wurzeln lassen sich vermutlich auf indische und persische Geschichten aus der Zeit um 250 n. Chr. zur?ckf?hren, die im arabischen Kulturraum wahrscheinlich im sp?ten 8. Jahrhundert zusammengef?hrt und erweitert wurden, nachdem sich der Islam in Persien ausgebreitet hatte. Bereits im Mittelalter zirkulierten die Erz?hlungen im Nahen Osten, wobei der Titel ?Tausend N?chte? bereits f?r das 10. Jahrhundert belegt ist, w?hrend die heute bekannte Form ?Tausend und eine Nacht? erst sehr viel sp?ter auftaucht. Doch erst durch ?bersetzungen ? insbesondere durch die franz?sische Ausgabe von Antoine Gallands (1646 bis 1715) im fr?hen 18. Jahrhundert ? gelangten die Geschichten von Tausendundeiner Nacht schlie?lich nach Europa, wo sie nicht nur eine enorme literarische Wirkung erzielten, sondern allm?hlich auch ihren heutigen Weltruhm erlangen.

Insgesamt umfasst Tausendundeine Nacht mehr als 500 verschiedene Geschichten, die sich teils stark voneinander unterscheiden. Sie umfassen historische Erz?hlungen, Anekdoten, Liebesgeschichten und Trag?dien, wie auch Kom?dien, Gedichte, Fabeln, religi?se Legenden und Burlesken. Viele davon haben einen explizit erotischen Charakter und h?ufig sind die Geschichten auch in mehreren Ebenen miteinander verkn?pft. Zudem treten in zahlreichen Erz?hlungen historisch belegte Personen auf, vor allem Herrscher, aber auch Amtstr?ger, K?nstler und viele mehr. Besondere Bekanntheit haben bis in die Gegenwart ? vor allem durch die k?nstlerische Rezeption in Film und Literatur, die Erz?hlungen von Ali Baba und die vierzig R?uber, Sindbad, der Seefahrer sowie Aladin und die Wunderlampe erlangt. Mit der Ver?ffentlichung der Publikation ?Tausendundeine Nacht? (ISBN: 978-3-406-72290-5) der Autorin und Arabistin Claudia Ott ist bereits im Jahr 2004 im C.H.Beck Verlag erstmals die ?lteste arabische Fassung dieser ber?hmten orientalischen Erz?hlsammlung im deutschsprachigen Raum erschienen. In dieser werden interessierte Leser auf 699 Seiten durch das Labyrinth der kunstvoll verwobenen Erz?hlf?den gef?hrt, sodass man meinen k?nnte, Scheherazade selbst zu h?ren.

Insgesamt umfasst die Publikation die folgenden Erz?hlungen: Die Geschichte von K?nig Schahriyar und Schahrasad, der Tochter seines Wesirs / Der betrogene Ifrit / Der Esel, der Stier, der Kaufmann und seine Frau / Der Kaufmann und der Dschinni / Die Geschichte des ersten Alten / Die Geschichte des zweiten Alten / Der Fischer und der Dschinni / K?nig Yunan und der Arzt Duban / Der Kaufmann mit dem Papagei / Der K?nigssohn und die Ghula / Die Geschichte des verzauberten K?nigs / Der Tr?ger und die drei Damen / Die Geschichte des ersten Bettelm?nchs / Die Geschichte des zweiten Bettelm?nchs / Der Neider und der Beneidete / Die Geschichte des dritten Bettelm?nchs / Die Geschichte der ersten Dame, der Hausherrin / Die Geschichte der zweiten Dame, der mit den Schlagspuren / Die drei ?pfel / Die beiden Wesire Nuraddin von ?gypten und Badraddin von Basra / Der Bucklige, der Freund des Kaisers von China / Die Geschichte des christlichen Maklers / Der junge Mann mit der abgehackten Hand und die Dame / Die Geschichte des K?chenchefs: Der junge Mann aus Bagdad und die Sklavin Subeidas, der Gemahlin des Kalifen / Die Geschichte des j?dischen Arztes: Der junge Mann aus Mosul und die ermordete Dame / Die Geschichte des Schneiders: Der hinkende junge Mann aus Bagdad und der Friseur / Die Gesichte des Friseurs / Der erste Bruder, der bucklige Schneider / Der zweite Bruder: Plappermaul, der halseitig Gel?hmte / Der dritte Bruder: Fakfak, der Blinde / Der vierte Bruder, der ein?ugige Fleischer, Der f?nfte Bruder, der mit den abgeschnittenen Ohren, Der sechste Bruder, der mit den abgeschnittenen Lippen / Nuraddin Ibn Bakkar und die Sklavin Schamsannahar / Die Sklavin Anis al-Dschalis und Nuraddin Ibn Chakan / Dschullanar vom Meer und ihr Sohn, K?nig Badr / K?nig Kamarassaman und seine S?hne al-Amdschad und al-Asad.

Mehr als drei Jahrhunderten nach ihrer Entdeckung durch europ?ische Leser haben die zahlreichen Geschichten aus Tausendundeine Nacht nichts von ihrer magischen Anziehungskraft und Faszination verloren. Schlie?lich verbinden sie nicht nur erz?hlerische Fantasie mit einem reichen kulturellen Hintergrund ? vergleichbar mit der modernen Fantasy-Literatur des Tolkien-Universums ?, sondern er?ffnen zugleich auch einen Blick auf die lange Geschichte der orientalischen Erz?hltraditionen. Wer sich schon immer einmal n?her mit dem arabischen Original von ?Tausendundeine Nacht? befasst wollte, d?rfte mit der ?bersetzung der ?ltesten arabischen Fassung durch die Autorin und Arabistin Claudia Ott mehr als zufrieden sein.

geschrieben am 27.03.2026 | 973 Wörter | 6006 Zeichen

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