Navigation

Seiten der Rubrik "Bücher"


Google Anzeigen

Anzeigen

Bücher

Deutsche Milit?rgeschichte - Von der Fr?hen Neuzeit bis zur Gegenwart


Statistiken
  • 66 Aufrufe

Informationen zum Buch
  ISBN
  Autor
  Verlag
  Sprache
  Seiten
  Erscheinungsjahr
  Extras

Rezension von

Adrian Witt

Deutsche Milit?rgeschichte - Von der Fr?hen Neuzeit bis zur Gegenwart Die Gesamtheit der deutschen Milit?rgeschichte umfasst weit mehr als die Abfolge gro?er Schlachten und strategischer Wendepunkte. Sie spiegelt vielmehr auch grundlegende politische, gesellschaftliche und technologische Entwicklungen wider, die das Land seit der Fr?hen Neuzeit gepr?gt haben ? vom Ringen territorialer F?rstenstaaten um Macht und Ordnung ?ber die Professionalisierung stehender Heere bis hin zu den tiefgreifenden Br?chen des 20. Jahrhunderts. Dabei zeigt sich, wie eng einst milit?rische Strukturen mit staatlicher Organisation, wirtschaftlichen Ressourcen und gesellschaftlichen Leitbildern verwoben waren. Zugleich er?ffnet der Blick auf die vielen Jahrhunderte deutscher Kriegsf?hrung und Sicherheitskultur auch ein vertieftes Verst?ndnis daf?r, wie sich Kontinuit?t und Z?suren in der Beziehung zwischen Milit?r, Staat und Gesellschaft herausgebildet haben und bis in die Gegenwart nachwirken. W?hrend sich die Forschung lange Zeit vor allem auf die gro?en Akteure, konfliktausl?senden Faktoren und milit?rischen Innovationen konzentriert hat, hat sich der Blick in den vergangenen Jahrzehnten deutlich erweitert. Heute werden auch soziale Faktoren und Praktiken des Milit?rs, Alltagswelten von Soldaten, die Rolle von Wirtschaft und Technologie sowie die Wahrnehmung von Krieg in der ?ffentlichkeit st?rker ber?cksichtigt. Damit tritt ein vielschichtiges Bild hervor, das Milit?rgeschichte nicht nur als Abfolge organisierter staatlicher Gewalt begreift, sondern als ein zentrales Feld gesellschaftlicher Handlungsprozesse. Zugleich hat sich das Verst?ndnis sicherheitspolitischer Herausforderungen gewandelt. Fragen der Landesverteidigung, der internationalen B?ndnissysteme und der zivil-milit?rischen Beziehungen pr?gen die Gegenwart ebenso wie historische Erfahrungen. Wer deutsche Milit?rgeschichte ?ber mehrere Jahrhunderte hinweg betrachtet, erkennt daher nicht nur die Dynamik milit?rischer Entwicklungen, sondern auch deren Bedeutung f?r politische Kultur, staatliche Selbstwahrnehmung und gesellschaftliche Debatten. Vor diesem Hintergrund erscheint die k?rzlich im C.H.Beck Verlag erschienene Publikation ?Deutsche Milit?rgeschichte: Von der Fr?hen Neuzeit bis zur Gegenwart? des Autoren Stig F?rster, emeritierter Professor f?r Neueste Allgemeine Geschichte an der Universit?t Bern, als lesenswertes und ?u?erst aufschlussreiches Werk. Als Teil der Historischen Bibliothek der Gerda Henkel Stiftung unternimmt Stig F?rster in seiner Publikation auf 1294 Seiten den anspruchsvollen Versuch, die deutsche Milit?r- und Sicherheitspolitik in ihren strukturellen Entwicklungen, ideengeschichtlichen Grundlagen und politischen Rahmungen vom 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart zusammenzuf?hren. Dabei verbindet er klassische milit?rhistorische Fragestellungen mit neuen sozial- und kulturgeschichtlichen Perspektiven und schafft so einen epochen?bergreifenden ?berblick, der sowohl f?r fachkundige Leser als auch f?r ein breiteres historisch interessiertes Publikum zug?nglich bleibt. Gegliedert in neun umfangreiche Kapitel entfaltet Stig F?rster seine Darstellung als eine breit angelegte Analyse des deutschen Milit?r- und Kriegswesens ?ber f?nf Jahrhunderte hinweg. Im ersten Kapitel der Publikation widmet er sich dem schwierigen Aufstieg des Staates in der fr?hen Neuzeit und zeigt, wie sich zwischen dem 16. Jahrhundert und dem Vorabend der Franz?sischen Revolution grundlegende Strukturen milit?rischer Organisation herausbildeten. F?rster beschreibt zun?chst den tiefgreifenden Wandel des Kriegswesens im 16. Jahrhundert ? ein langer Prozess, der von der Verdr?ngung des mittelalterlichen Rittertums, dem Aufstieg professioneller Fu?truppen, neuen Waffentechnologien sowie der allm?hlichen Verdichtung staatlicher Macht gepr?gt war. Ausf?hrlich geht er dabei auch auf die Katastrophe des Drei?igj?hrigen Krieges (1618 bis 1648) ein, dessen fl?chenweite Verw?stungen, Entgrenzungen der Gewalt und logistisches Scheitern exemplarisch den Zustand eines politisch fragmentierten Reiches offenbarten. Darauf aufbauend widmet er sich der Epoche des Absolutismus, in der die deutschen F?rstenstaaten ? Preu?en voran ? versuchten, stehende Heere zu etablieren, milit?rische B?rokratien aufzubauen und Kriegsf?hrung st?rker zu rationalisieren, ohne jedoch die wiederkehrenden Krisen und finanziellen Engp?sse zu ?berwinden, die diesen Prozess begrenzten. F?rster zeigt hier eindr?cklich das spannungsreiche Wechselspiel zwischen staatlicher Verdichtung, sozialem Wandel und milit?rischer Professionalisierung. Im zweiten Kapitel der Publikation widmet sich Stig F?rster dem ?Zeitalter des Volkskrieges? zwischen 1789 und 1849. Ausgehend von der Franz?sischen Revolution und ihrem Paradigmenwechsel hin zu massenhafter Mobilisierung skizziert der Autor die Radikalisierung der Kriegsf?hrung in den napoleonischen Feldz?gen, die tiefgreifende organisatorische und taktische Neuerungen ebenso mit sich brachten wie das Konzept des B?rger-Soldaten. Reformen in Preu?en, ?sterreich-Ungarn und anderen deutschen Staaten werden ebenso ber?cksichtigt wie die gesellschaftlichen Spannungen, die aus diesem Umbruch erwuchsen. Der Zeitraum nach 1815 bis zur Revolution von 1848/49 erscheint in den Darstellung als Phase intensiver sicherheitspolitischer Reorganisation, in der alte Ordnungsvorstellungen mit neuen Ideen von Nation, Volkssouver?nit?t und moderner Milit?rorganisation konkurrierten. Das Kapitel verbindet milit?rische Entwicklungen mit den politischen, sozialen und ideengeschichtlichen Ver?nderungen dieser Epoche und macht sichtbar, wie eng beides miteinander verflochten war. Im dritten Kapitel analysiert Stig F?rster den ?Weg in den industrialisierten Volkskrieg? zwischen 1850 und 1871. Hier stehen vor allem Wirtschaftsaufschwung, technologische Innovationen und milit?rische Reformen im Mittelpunkt wie auch die internationalen Konflikte, in denen sich die deutschen Staaten zunehmend positionierten. Besonders ausf?hrlich geht Stig F?rster dabei auf die deutschen Einigungskriege ein ? den Krieg gegen D?nemark 1864, den preu?isch-?sterreichischen Krieg 1866 und den Deutsch-Franz?sischen Krieg 1870/71, den er als ?Menetekel? charakterisiert: als Vorgeschmack auf die industrialisierte Massenkriegsf?hrung des 20. Jahrhunderts. Stig F?rster zeigt dabei auf, wie im Zusammenspiel von Eisenbahnlogistik, moderner Feuerkraft, politischem Nationalismus und staatlicher Mobilisierung jener Typus vom Krieg entstand, der die kommenden Jahrzehnte pr?gen sollte. Im vierten Kapitel der Publikation richtet Stig F?rster den Blick auf das Deutsche Kaiserreich und sein Milit?r zwischen 1871 und 1914. F?rster gliedert diese Epoche in drei Phasen: die ?bleierne Bismarckzeit? mit ihrem konservativen Machtstaat und einem Milit?r, das innenpolitisch wie au?enpolitisch zunehmend dominierte, den Wilhelminismus, in dem Flottenr?stung, imperiale Ambitionen und ein ausgepr?gter Militarismus zu einer gef?hrlichen Dynamisierung beitrugen sowie die Jahre 1911 bis 1914, die er als ?Sackgasse? beschreibt ? gepr?gt von Nervosit?t, ?berdehnten R?stungsprogrammen und diplomatischer Eskalation. Dieses Kapitel zeichnet ein Bild des Kaiserreichs als eine Gesellschaft, in der milit?risches Denken tief in politische Kultur, soziale Strukturen und wirtschaftliche Planung eingeschrieben war. Darauf aufbauend widmet sich Stig F?rster im f?nften Kapitel der Publikation den Jahren des Ersten Weltkriegs. F?rster strukturiert die Darstellung in drei Abschnitte: die Anfangsphase 1914, gepr?gt von schnellen Offensiven und rasch scheiternden Operationspl?nen, die Jahre 1915 bis 1916, die er als Phase der Ersch?pfung, Materialschlachten und strategischen Sackgassen beschreibt und schlie?lich die Katastrophe des Jahres 1918, die durch politische Radikalisierung, milit?rische ?berdehnung und den Zusammenbruch der Heimatfront gekennzeichnet ist. Stig F?rster verdeutlicht dabei, wie soziale, ?konomische, technologische und psychologische Faktoren ineinandergreifen und den Krieg zur Z?sur der europ?ischen Moderne machten. Im sechsten Kapitel der Publikation widmet sich Stig F?rster der Zwischenkriegszeit von 1918 bis 1939. Darin untersucht er die Weimarer Republik als Raum zwischen traumatischer Niederlage, paramilit?rischer Gewalt, geheimer Wideraufr?stung und ideologischen Spannungsverwerfungen. Er zeigt dabei auf, wie die NS-Bewegung das Versagen der politischen Ordnung instrumentalisierte und wie die Wehrmacht Schritt f?r Schritt in die expansive und zerst?rerische Kriegsplanung von Adolf Hitler eingebunden wurde. Zudem wird aufgezeigt, wie milit?rische Entwicklung mit politischer Radikalisierung verbunden ist und beleuchtet besonders kritisch die Verantwortung von Akteuren, Institutionen und milit?rischer F?hrungseliten. Im siebten Kapitel seines Werkes rekonstruiert Stig F?rster den Zweiten Weltkrieg und gegliedert diesen in drei Abschnitte: die Phase schneller Erfolge 1939 bis 1941, die in ein strategisches Dilemma m?ndeten, die Kriegswende ab 1941/42, dominiert von der Schlacht um Stalingrad, alliierter ?bermacht und der Ausweitung des globalen Konflikts sowie die Phase des totalen Krieges 1943 bis 1945, die mit der totalen Katastrophe endete. Dabei betont Stig F?rster nicht nur den milit?rischen Verlauf, sondern vor allem auch den verbrecherischen Charakter der deutschen Kriegsf?hrung, wie er bereits in der Einleitung hervorhebt. Der Vernichtungskrieg im Osten, V?lkermord an Millionen von Menschen, systematische Gewalt gegen Zivilisten und die Logik nationalsozialistischer Ideologie werden als integraler Bestandteil dieser Epoche herausgearbeitet. Nach einer Phase der v?lligen Ermattung widmet sich das achte Kapitel der Publikation den beiden deutschen Staaten im Kalten Krieg. Unter den ?berschriften ?Auferstanden aus Ruinen?, ?Wiederbewaffnung? und ?Der lange Weg zur Wende? zeigt Stig F?rster, wie BRD und DDR in die gegens?tzlichen B?ndnissysteme von NATO und Warschauer Pakt eingebunden waren, welche Formen der Militarisierung in beiden Systemen vorherrschten und wie unterschiedlich die sicherheitspolitischen Leitbilder ausfielen. Die Rolle von Atomwaffen, Abschreckung, Massenheeren und politischer Systemkonkurrenz wird dabei ebenso beleuchtet wie die Auswirkungen auf Gesellschaft, Wirtschaft und politische Kultur. Deutschland erscheint hier als Scharnier zwischen den geopolitischen Bl?cken sowie potenzielles Schlachtfeld, R?stungsstandort, aber auch diplomatischer Akteur. Das abschlie?ende neunte Kapitel f?hrt in die Gegenwart ?ber und thematisiert die Sicherheitspolitik seit 1990. F?rster behandelt zun?chst die Auslandseins?tze der Bundeswehr von den Balkankriegen ?ber Kosovo bis Afghanistan und analysiert deren rechtliche, politische und gesellschaftliche Rahmenbedingungen. Im Abschnitt ?Zeitenwende? nimmt er schlie?lich die sicherheitspolitischen Umbr?che infolge des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine in den Blick. Er ordnet dabei die erneute Bedeutung territorialer Verteidigung historisch ein und zeigt, wie Traditionslinien, strukturelle Defizite und politische Debatten das Selbstverst?ndnis der Bundeswehr im 21. Jahrhundert pr?gen. Insgesamt entsteht durch diese epochen?bergreifende Struktur und fachkundige Aufbereitung der Thematik ein breit ausgerichtetes Panorama ?ber die deutsche Milit?rgeschichte, das die Konflikte, Innovationen, politische Rahmenbedingungen und gesellschaftliche Dynamiken gleicherma?en auf ansprechende Weise erfasst. In der im C.H.Beck Verlag erschienenen Publikation ?Deutsche Milit?rgeschichte: Von der Fr?hen Neuzeit bis zur Gegenwart? gelingt es dem Autoren Stig F?rster nicht nur die gro?en, vielfach thematisierten Themen sichtbar zu machen, sondern auch zu zeigen, wie eng milit?rische Entwicklungen mit sozialen Praktiken, ?konomischen Voraussetzungen, technologischen Neuerungen und kulturellen Leitbildern verwoben sind. Das Werk bietet damit eine analytische Tiefe und historische Breite, die es zu einer der derzeit umfassendsten Darstellungen ?ber die deutsche Milit?rgeschichte macht.

Die Gesamtheit der deutschen Milit?rgeschichte umfasst weit mehr als die Abfolge gro?er Schlachten und strategischer Wendepunkte. Sie spiegelt vielmehr auch grundlegende politische, gesellschaftliche und technologische Entwicklungen wider, die das Land seit der Fr?hen Neuzeit gepr?gt haben ? vom Ringen territorialer F?rstenstaaten um Macht und Ordnung ?ber die Professionalisierung stehender Heere bis hin zu den tiefgreifenden Br?chen des 20. Jahrhunderts.

Dabei zeigt sich, wie eng einst milit?rische Strukturen mit staatlicher Organisation, wirtschaftlichen Ressourcen und gesellschaftlichen Leitbildern verwoben waren. Zugleich er?ffnet der Blick auf die vielen Jahrhunderte deutscher Kriegsf?hrung und Sicherheitskultur auch ein vertieftes Verst?ndnis daf?r, wie sich Kontinuit?t und Z?suren in der Beziehung zwischen Milit?r, Staat und Gesellschaft herausgebildet haben und bis in die Gegenwart nachwirken. W?hrend sich die Forschung lange Zeit vor allem auf die gro?en Akteure, konfliktausl?senden Faktoren und milit?rischen Innovationen konzentriert hat, hat sich der Blick in den vergangenen Jahrzehnten deutlich erweitert. Heute werden auch soziale Faktoren und Praktiken des Milit?rs, Alltagswelten von Soldaten, die Rolle von Wirtschaft und Technologie sowie die Wahrnehmung von Krieg in der ?ffentlichkeit st?rker ber?cksichtigt. Damit tritt ein vielschichtiges Bild hervor, das Milit?rgeschichte nicht nur als Abfolge organisierter staatlicher Gewalt begreift, sondern als ein zentrales Feld gesellschaftlicher Handlungsprozesse. Zugleich hat sich das Verst?ndnis sicherheitspolitischer Herausforderungen gewandelt. Fragen der Landesverteidigung, der internationalen B?ndnissysteme und der zivil-milit?rischen Beziehungen pr?gen die Gegenwart ebenso wie historische Erfahrungen. Wer deutsche Milit?rgeschichte ?ber mehrere Jahrhunderte hinweg betrachtet, erkennt daher nicht nur die Dynamik milit?rischer Entwicklungen, sondern auch deren Bedeutung f?r politische Kultur, staatliche Selbstwahrnehmung und gesellschaftliche Debatten.

Vor diesem Hintergrund erscheint die k?rzlich im C.H.Beck Verlag erschienene Publikation ?Deutsche Milit?rgeschichte: Von der Fr?hen Neuzeit bis zur Gegenwart? des Autoren Stig F?rster, emeritierter Professor f?r Neueste Allgemeine Geschichte an der Universit?t Bern, als lesenswertes und ?u?erst aufschlussreiches Werk. Als Teil der Historischen Bibliothek der Gerda Henkel Stiftung unternimmt Stig F?rster in seiner Publikation auf 1294 Seiten den anspruchsvollen Versuch, die deutsche Milit?r- und Sicherheitspolitik in ihren strukturellen Entwicklungen, ideengeschichtlichen Grundlagen und politischen Rahmungen vom 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart zusammenzuf?hren. Dabei verbindet er klassische milit?rhistorische Fragestellungen mit neuen sozial- und kulturgeschichtlichen Perspektiven und schafft so einen epochen?bergreifenden ?berblick, der sowohl f?r fachkundige Leser als auch f?r ein breiteres historisch interessiertes Publikum zug?nglich bleibt. Gegliedert in neun umfangreiche Kapitel entfaltet Stig F?rster seine Darstellung als eine breit angelegte Analyse des deutschen Milit?r- und Kriegswesens ?ber f?nf Jahrhunderte hinweg. Im ersten Kapitel der Publikation widmet er sich dem schwierigen Aufstieg des Staates in der fr?hen Neuzeit und zeigt, wie sich zwischen dem 16. Jahrhundert und dem Vorabend der Franz?sischen Revolution grundlegende Strukturen milit?rischer Organisation herausbildeten. F?rster beschreibt zun?chst den tiefgreifenden Wandel des Kriegswesens im 16. Jahrhundert ? ein langer Prozess, der von der Verdr?ngung des mittelalterlichen Rittertums, dem Aufstieg professioneller Fu?truppen, neuen Waffentechnologien sowie der allm?hlichen Verdichtung staatlicher Macht gepr?gt war. Ausf?hrlich geht er dabei auch auf die Katastrophe des Drei?igj?hrigen Krieges (1618 bis 1648) ein, dessen fl?chenweite Verw?stungen, Entgrenzungen der Gewalt und logistisches Scheitern exemplarisch den Zustand eines politisch fragmentierten Reiches offenbarten. Darauf aufbauend widmet er sich der Epoche des Absolutismus, in der die deutschen F?rstenstaaten ? Preu?en voran ? versuchten, stehende Heere zu etablieren, milit?rische B?rokratien aufzubauen und Kriegsf?hrung st?rker zu rationalisieren, ohne jedoch die wiederkehrenden Krisen und finanziellen Engp?sse zu ?berwinden, die diesen Prozess begrenzten. F?rster zeigt hier eindr?cklich das spannungsreiche Wechselspiel zwischen staatlicher Verdichtung, sozialem Wandel und milit?rischer Professionalisierung. Im zweiten Kapitel der Publikation widmet sich Stig F?rster dem ?Zeitalter des Volkskrieges? zwischen 1789 und 1849. Ausgehend von der Franz?sischen Revolution und ihrem Paradigmenwechsel hin zu massenhafter Mobilisierung skizziert der Autor die Radikalisierung der Kriegsf?hrung in den napoleonischen Feldz?gen, die tiefgreifende organisatorische und taktische Neuerungen ebenso mit sich brachten wie das Konzept des B?rger-Soldaten. Reformen in Preu?en, ?sterreich-Ungarn und anderen deutschen Staaten werden ebenso ber?cksichtigt wie die gesellschaftlichen Spannungen, die aus diesem Umbruch erwuchsen. Der Zeitraum nach 1815 bis zur Revolution von 1848/49 erscheint in den Darstellung als Phase intensiver sicherheitspolitischer Reorganisation, in der alte Ordnungsvorstellungen mit neuen Ideen von Nation, Volkssouver?nit?t und moderner Milit?rorganisation konkurrierten. Das Kapitel verbindet milit?rische Entwicklungen mit den politischen, sozialen und ideengeschichtlichen Ver?nderungen dieser Epoche und macht sichtbar, wie eng beides miteinander verflochten war. Im dritten Kapitel analysiert Stig F?rster den ?Weg in den industrialisierten Volkskrieg? zwischen 1850 und 1871. Hier stehen vor allem Wirtschaftsaufschwung, technologische Innovationen und milit?rische Reformen im Mittelpunkt wie auch die internationalen Konflikte, in denen sich die deutschen Staaten zunehmend positionierten. Besonders ausf?hrlich geht Stig F?rster dabei auf die deutschen Einigungskriege ein ? den Krieg gegen D?nemark 1864, den preu?isch-?sterreichischen Krieg 1866 und den Deutsch-Franz?sischen Krieg 1870/71, den er als ?Menetekel? charakterisiert: als Vorgeschmack auf die industrialisierte Massenkriegsf?hrung des 20. Jahrhunderts. Stig F?rster zeigt dabei auf, wie im Zusammenspiel von Eisenbahnlogistik, moderner Feuerkraft, politischem Nationalismus und staatlicher Mobilisierung jener Typus vom Krieg entstand, der die kommenden Jahrzehnte pr?gen sollte. Im vierten Kapitel der Publikation richtet Stig F?rster den Blick auf das Deutsche Kaiserreich und sein Milit?r zwischen 1871 und 1914. F?rster gliedert diese Epoche in drei Phasen: die ?bleierne Bismarckzeit? mit ihrem konservativen Machtstaat und einem Milit?r, das innenpolitisch wie au?enpolitisch zunehmend dominierte, den Wilhelminismus, in dem Flottenr?stung, imperiale Ambitionen und ein ausgepr?gter Militarismus zu einer gef?hrlichen Dynamisierung beitrugen sowie die Jahre 1911 bis 1914, die er als ?Sackgasse? beschreibt ? gepr?gt von Nervosit?t, ?berdehnten R?stungsprogrammen und diplomatischer Eskalation. Dieses Kapitel zeichnet ein Bild des Kaiserreichs als eine Gesellschaft, in der milit?risches Denken tief in politische Kultur, soziale Strukturen und wirtschaftliche Planung eingeschrieben war. Darauf aufbauend widmet sich Stig F?rster im f?nften Kapitel der Publikation den Jahren des Ersten Weltkriegs. F?rster strukturiert die Darstellung in drei Abschnitte: die Anfangsphase 1914, gepr?gt von schnellen Offensiven und rasch scheiternden Operationspl?nen, die Jahre 1915 bis 1916, die er als Phase der Ersch?pfung, Materialschlachten und strategischen Sackgassen beschreibt und schlie?lich die Katastrophe des Jahres 1918, die durch politische Radikalisierung, milit?rische ?berdehnung und den Zusammenbruch der Heimatfront gekennzeichnet ist. Stig F?rster verdeutlicht dabei, wie soziale, ?konomische, technologische und psychologische Faktoren ineinandergreifen und den Krieg zur Z?sur der europ?ischen Moderne machten. Im sechsten Kapitel der Publikation widmet sich Stig F?rster der Zwischenkriegszeit von 1918 bis 1939. Darin untersucht er die Weimarer Republik als Raum zwischen traumatischer Niederlage, paramilit?rischer Gewalt, geheimer Wideraufr?stung und ideologischen Spannungsverwerfungen. Er zeigt dabei auf, wie die NS-Bewegung das Versagen der politischen Ordnung instrumentalisierte und wie die Wehrmacht Schritt f?r Schritt in die expansive und zerst?rerische Kriegsplanung von Adolf Hitler eingebunden wurde. Zudem wird aufgezeigt, wie milit?rische Entwicklung mit politischer Radikalisierung verbunden ist und beleuchtet besonders kritisch die Verantwortung von Akteuren, Institutionen und milit?rischer F?hrungseliten. Im siebten Kapitel seines Werkes rekonstruiert Stig F?rster den Zweiten Weltkrieg und gegliedert diesen in drei Abschnitte: die Phase schneller Erfolge 1939 bis 1941, die in ein strategisches Dilemma m?ndeten, die Kriegswende ab 1941/42, dominiert von der Schlacht um Stalingrad, alliierter ?bermacht und der Ausweitung des globalen Konflikts sowie die Phase des totalen Krieges 1943 bis 1945, die mit der totalen Katastrophe endete. Dabei betont Stig F?rster nicht nur den milit?rischen Verlauf, sondern vor allem auch den verbrecherischen Charakter der deutschen Kriegsf?hrung, wie er bereits in der Einleitung hervorhebt. Der Vernichtungskrieg im Osten, V?lkermord an Millionen von Menschen, systematische Gewalt gegen Zivilisten und die Logik nationalsozialistischer Ideologie werden als integraler Bestandteil dieser Epoche herausgearbeitet. Nach einer Phase der v?lligen Ermattung widmet sich das achte Kapitel der Publikation den beiden deutschen Staaten im Kalten Krieg. Unter den ?berschriften ?Auferstanden aus Ruinen?, ?Wiederbewaffnung? und ?Der lange Weg zur Wende? zeigt Stig F?rster, wie BRD und DDR in die gegens?tzlichen B?ndnissysteme von NATO und Warschauer Pakt eingebunden waren, welche Formen der Militarisierung in beiden Systemen vorherrschten und wie unterschiedlich die sicherheitspolitischen Leitbilder ausfielen. Die Rolle von Atomwaffen, Abschreckung, Massenheeren und politischer Systemkonkurrenz wird dabei ebenso beleuchtet wie die Auswirkungen auf Gesellschaft, Wirtschaft und politische Kultur. Deutschland erscheint hier als Scharnier zwischen den geopolitischen Bl?cken sowie potenzielles Schlachtfeld, R?stungsstandort, aber auch diplomatischer Akteur. Das abschlie?ende neunte Kapitel f?hrt in die Gegenwart ?ber und thematisiert die Sicherheitspolitik seit 1990. F?rster behandelt zun?chst die Auslandseins?tze der Bundeswehr von den Balkankriegen ?ber Kosovo bis Afghanistan und analysiert deren rechtliche, politische und gesellschaftliche Rahmenbedingungen. Im Abschnitt ?Zeitenwende? nimmt er schlie?lich die sicherheitspolitischen Umbr?che infolge des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine in den Blick. Er ordnet dabei die erneute Bedeutung territorialer Verteidigung historisch ein und zeigt, wie Traditionslinien, strukturelle Defizite und politische Debatten das Selbstverst?ndnis der Bundeswehr im 21. Jahrhundert pr?gen.

Insgesamt entsteht durch diese epochen?bergreifende Struktur und fachkundige Aufbereitung der Thematik ein breit ausgerichtetes Panorama ?ber die deutsche Milit?rgeschichte, das die Konflikte, Innovationen, politische Rahmenbedingungen und gesellschaftliche Dynamiken gleicherma?en auf ansprechende Weise erfasst. In der im C.H.Beck Verlag erschienenen Publikation ?Deutsche Milit?rgeschichte: Von der Fr?hen Neuzeit bis zur Gegenwart? gelingt es dem Autoren Stig F?rster nicht nur die gro?en, vielfach thematisierten Themen sichtbar zu machen, sondern auch zu zeigen, wie eng milit?rische Entwicklungen mit sozialen Praktiken, ?konomischen Voraussetzungen, technologischen Neuerungen und kulturellen Leitbildern verwoben sind. Das Werk bietet damit eine analytische Tiefe und historische Breite, die es zu einer der derzeit umfassendsten Darstellungen ?ber die deutsche Milit?rgeschichte macht.

geschrieben am 13.02.2026 | 1478 Wörter | 10553 Zeichen

Kommentare lesen Kommentar schreiben

Kommentare zur Rezension (0)

Platz für Anregungen und Ergänzungen