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EinFach Deutsch: Das Marmorbild von Joseph von Eichendorff


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Rezension von

Kilian Kneisel

EinFach Deutsch: Das Marmorbild von Joseph von Eichendorff Im Lehrplan der gymnasialen Oberstufe findet sich die Epoche der Romantik als zentraler Lehr- und Lerninhalt. Als Ganzschrift wird an den meisten Schulen zu diesem Thema „Aus dem Leben eines Taugenichts“ von Joseph von Eichendorff gelesen und erschlossen. Doch auch die Novelle „Das Marmorbild“ dieses Literaten bietet genug Aspekte, um die Epoche der Romantik zu erklären. Zudem können sich die Schüler in die Figur jdes ungen Florios mit seinen Unsicherheiten und Sehnsüchten besser einfühlen als in den Taugenichts. Die Reihe „EinFach Deutsch“ des Schöningh-Verlags bietet seit 2010 unter der Herausgeberschaft von Johannes Diekhans auch zu diesem Text ein brauchbares Unterrichtsmodell, das von Sonja Thielecke erarbeitet wurde. Der gesamte Band bezieht sich dabei auf die Textausgabe „Marmorbild“ des Schöningh-Verlages, in der dem eigentlichen Text auch ein Kapitel mit Hintergrundinformationen zur Epoche vorgeschaltet ist. Nach einer übersichtlichen, dem Lehrer vorbehaltenen Einführung, in der die Hauptfiguren des Werkes charakterisiert und sein Inhalt wiedergegeben wird, wird es aufgeteilt in 5 Kapitel – genannt Bausteine - erschlossen. Der erste Baustein ist besonders hilfreich, wenn die Schüler noch nicht mit der Epoche der Romantik vertraut sind, also am Beginn der Unterrichtssequenz stehen. Hier werden die nötigen Hintergrundinformationen anhand von programmatischen Texten und vor allem Gedichten knapp, aber für die Lektüre hinreichend erarbeitet. Zusammen reichen Lektüre und Baustein 1 jedoch keinesfalls aus, die Epoche der Romantik genug zu würdigen – das muss klar sein. Nach der Lektüre sollten deshalb die kurz angerissenen Aspekte noch vertieft werden. Es bietet sich hier besonders an, die Gedichtanalyse mit den Schülern zu wiederholen und zu vertiefen. Auf den ersten Blick freut man sich hier besonders über die scheinbar vielen Arbeitsblätter. Bei genauerem Hinsehen fällt jedoch auf, dass zwar alle brauchbar sind, diejenigen, auf denen gerade einmal das Gedicht und die Aufgabenstellung abgedruckt sind, etwas lieblos daher kommen und somit keine große Arbeitsersparnis bieten. Wenn die Schüler schon im Unterricht in die Epoche eingeführt wurden, kann der erste Baustein jedoch auch ohne Weiteres ausgelassen werden, da die weiteren nicht auf ihn aufbauen. Baustein 2 soll nun anhand von ersten Leseeindrücken in die eigentliche Lektüre einführen. Um die kreativen Vorschläge zum Titel umzusetzen, dürfen die Schüler die Novelle auf keinen Fall gelesen haben. Für die restlichen Angebote muss der Inhalt bekannt sein. Es werden allerlei Abstufungen geboten, so dass die Lehrkraft jeweils entscheiden kann, wie viel Unterrichtszeit sie verwenden will. Die Lebenswelt der Schüler wird in sehr kurzen Bildimpulsen einbezogen. Im Kern geht es darum, die thematischen Schwerpunkte des Werkes zu erarbeiten. Im anschließenden Baustein 3 werden die zentralen Personen im Werk beleuchtet. Dabei wird sowohl auf die kontrastiv angelegte Gesamtkonstellation eingegangen als auch in besonderer Weise auf die Entwicklung Florios und die damit einhergehende Zuneigung zu Bianka. Es werden hilfreiche Arbeitsaufträge sowie Tafelbilder vorgeschlagen. Vorlagen für Folien finden sich ebenfalls. Wichtige Punkte bei der Interpretation sind dabei vor allem der Traum und der Dualismus von christlichem Mittelalter und heidnischer Antike. Der Anschluss an die Lebenswelt der Schüler hätte hier noch mehr in den Vordergrund gerückt werden können, die in der 11. Klasse selbst auf ihre bisherige Entwicklung zum Erwachsenen zurückblicken können. Im Unterrichtsmodell kann das einer vorgeschlagenen Stimmenskulptur zwar zur Sprache gebracht werden, explizit wird es aber nicht erwähnt. Baustein 4 widmet sich der literarischen Gestaltung des „Marmorbildes“. Hierbei werden vor allem romantische Motive wie Naturbeschreibungen ins Auge gefasst, sowie Aufbau und Bedeutung der Lieder untersucht. Wichtig auch für spätere Unterrichtseinheiten ist die Frage der Gattungsbestimmung, wobei das Märchen als romantische Form und die Novelle angesprochen werden. In diesem Baustein kann das von den Schülern bisher zur Romantik gelernte gut vertieft werden. Das Gleiche trifft auf Baustein 5 zu, in dem in einer Rückschau auch kritische zeitgenössische wie auch moderne Stimmen zum Marmorbild gehört und bewertet werden. Somit gewinnen die Schüler einen neuen Blick auf das Werk und auch ein Gefühl dafür, wie wenig umrissen literarische Strömungen sein können, wie sie polarisieren und sich ins Gegenteil verkehren können. Auch ihrer eigenen Wertung wird eine gewichtige Position zugewiesen. In den Rückblick ist die Einbettung der Schreibform der Rezension sowie die Ausarbeitung und der Vortrag einer Rede vorgeschlagen. Für beides sind Anleitungen für die Schüler mit angegeben. Vor allem hier sind die Materialien, die an die Hand gegeben werden, nützlich, da sie die zu untersuchenden Texte kopierfertig bieten und so viel Arbeit ersparen. Die Pluspunkte des gesamten Bandes liegen auf der Hand: Es kann flexibel im Unterricht eingesetzt werden, da die Hauptbausteine zur Texterschließung (Baustein 3 und 4) mit ihren einzelnen Unterkapiteln nicht aufeinander aufbauen. Die wichtigsten Aspekte zu Eichendorffs „Marmorbild“ werden angesprochen und gut für die Schüler aufbereitet. Als Lehrer kann man aus verschiedenen Angeboten wählen, sowohl was Themen als auch Aufgabenformen angeht. Analytische, produktive und kreative Verfahren werden gleichermaßen angeboten. Was davon wahrgenommen wird, bleibt der Lehrkraft selbst überlassen. Die Kopiervorlagen sind besonders in Baustein 5 hilfreich, da sie Zeit sparen. Das gleiche gilt für das Zusatzmaterial in dessen Anschluss. Als Manko kann angemerkt werden, dass gerade bei diesem Werk im Unterschied zum „Taugenichts“ mehr Gewicht auf die Lebenswelt der Schüler hätte gelegt werden können. Außerdem fällt es hier - anders als bei den Unterrichtsmodellen aus dieser Reihe zu Epochen oder Dramen – besonders schwer sich in den Aufgabenstellungen zurechtzufinden, wenn man nicht auch die Textausgabe des Verlages im Klassenverband nutzt oder zumindest eine Ausgabe zu Hause zur Hand hat. Mit kleinen Abstrichen eine lohnende Anschaffung!

Im Lehrplan der gymnasialen Oberstufe findet sich die Epoche der Romantik als zentraler Lehr- und Lerninhalt. Als Ganzschrift wird an den meisten Schulen zu diesem Thema „Aus dem Leben eines Taugenichts“ von Joseph von Eichendorff gelesen und erschlossen. Doch auch die Novelle „Das Marmorbild“ dieses Literaten bietet genug Aspekte, um die Epoche der Romantik zu erklären. Zudem können sich die Schüler in die Figur jdes ungen Florios mit seinen Unsicherheiten und Sehnsüchten besser einfühlen als in den Taugenichts. Die Reihe „EinFach Deutsch“ des Schöningh-Verlags bietet seit 2010 unter der Herausgeberschaft von Johannes Diekhans auch zu diesem Text ein brauchbares Unterrichtsmodell, das von Sonja Thielecke erarbeitet wurde. Der gesamte Band bezieht sich dabei auf die Textausgabe „Marmorbild“ des Schöningh-Verlages, in der dem eigentlichen Text auch ein Kapitel mit Hintergrundinformationen zur Epoche vorgeschaltet ist.

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Nach einer übersichtlichen, dem Lehrer vorbehaltenen Einführung, in der die Hauptfiguren des Werkes charakterisiert und sein Inhalt wiedergegeben wird, wird es aufgeteilt in 5 Kapitel – genannt Bausteine - erschlossen.

Der erste Baustein ist besonders hilfreich, wenn die Schüler noch nicht mit der Epoche der Romantik vertraut sind, also am Beginn der Unterrichtssequenz stehen. Hier werden die nötigen Hintergrundinformationen anhand von programmatischen Texten und vor allem Gedichten knapp, aber für die Lektüre hinreichend erarbeitet. Zusammen reichen Lektüre und Baustein 1 jedoch keinesfalls aus, die Epoche der Romantik genug zu würdigen – das muss klar sein. Nach der Lektüre sollten deshalb die kurz angerissenen Aspekte noch vertieft werden. Es bietet sich hier besonders an, die Gedichtanalyse mit den Schülern zu wiederholen und zu vertiefen. Auf den ersten Blick freut man sich hier besonders über die scheinbar vielen Arbeitsblätter. Bei genauerem Hinsehen fällt jedoch auf, dass zwar alle brauchbar sind, diejenigen, auf denen gerade einmal das Gedicht und die Aufgabenstellung abgedruckt sind, etwas lieblos daher kommen und somit keine große Arbeitsersparnis bieten. Wenn die Schüler schon im Unterricht in die Epoche eingeführt wurden, kann der erste Baustein jedoch auch ohne Weiteres ausgelassen werden, da die weiteren nicht auf ihn aufbauen.

Baustein 2 soll nun anhand von ersten Leseeindrücken in die eigentliche Lektüre einführen. Um die kreativen Vorschläge zum Titel umzusetzen, dürfen die Schüler die Novelle auf keinen Fall gelesen haben. Für die restlichen Angebote muss der Inhalt bekannt sein. Es werden allerlei Abstufungen geboten, so dass die Lehrkraft jeweils entscheiden kann, wie viel Unterrichtszeit sie verwenden will. Die Lebenswelt der Schüler wird in sehr kurzen Bildimpulsen einbezogen. Im Kern geht es darum, die thematischen Schwerpunkte des Werkes zu erarbeiten.

Im anschließenden Baustein 3 werden die zentralen Personen im Werk beleuchtet. Dabei wird sowohl auf die kontrastiv angelegte Gesamtkonstellation eingegangen als auch in besonderer Weise auf die Entwicklung Florios und die damit einhergehende Zuneigung zu Bianka. Es werden hilfreiche Arbeitsaufträge sowie Tafelbilder vorgeschlagen. Vorlagen für Folien finden sich ebenfalls. Wichtige Punkte bei der Interpretation sind dabei vor allem der Traum und der Dualismus von christlichem Mittelalter und heidnischer Antike. Der Anschluss an die Lebenswelt der Schüler hätte hier noch mehr in den Vordergrund gerückt werden können, die in der 11. Klasse selbst auf ihre bisherige Entwicklung zum Erwachsenen zurückblicken können. Im Unterrichtsmodell kann das einer vorgeschlagenen Stimmenskulptur zwar zur Sprache gebracht werden, explizit wird es aber nicht erwähnt.

Baustein 4 widmet sich der literarischen Gestaltung des „Marmorbildes“. Hierbei werden vor allem romantische Motive wie Naturbeschreibungen ins Auge gefasst, sowie Aufbau und Bedeutung der Lieder untersucht. Wichtig auch für spätere Unterrichtseinheiten ist die Frage der Gattungsbestimmung, wobei das Märchen als romantische Form und die Novelle angesprochen werden. In diesem Baustein kann das von den Schülern bisher zur Romantik gelernte gut vertieft werden.

Das Gleiche trifft auf Baustein 5 zu, in dem in einer Rückschau auch kritische zeitgenössische wie auch moderne Stimmen zum Marmorbild gehört und bewertet werden. Somit gewinnen die Schüler einen neuen Blick auf das Werk und auch ein Gefühl dafür, wie wenig umrissen literarische Strömungen sein können, wie sie polarisieren und sich ins Gegenteil verkehren können. Auch ihrer eigenen Wertung wird eine gewichtige Position zugewiesen. In den Rückblick ist die Einbettung der Schreibform der Rezension sowie die Ausarbeitung und der Vortrag einer Rede vorgeschlagen. Für beides sind Anleitungen für die Schüler mit angegeben. Vor allem hier sind die Materialien, die an die Hand gegeben werden, nützlich, da sie die zu untersuchenden Texte kopierfertig bieten und so viel Arbeit ersparen.

Die Pluspunkte des gesamten Bandes liegen auf der Hand:

Es kann flexibel im Unterricht eingesetzt werden, da die Hauptbausteine zur Texterschließung (Baustein 3 und 4) mit ihren einzelnen Unterkapiteln nicht aufeinander aufbauen. Die wichtigsten Aspekte zu Eichendorffs „Marmorbild“ werden angesprochen und gut für die Schüler aufbereitet. Als Lehrer kann man aus verschiedenen Angeboten wählen, sowohl was Themen als auch Aufgabenformen angeht. Analytische, produktive und kreative Verfahren werden gleichermaßen angeboten. Was davon wahrgenommen wird, bleibt der Lehrkraft selbst überlassen. Die Kopiervorlagen sind besonders in Baustein 5 hilfreich, da sie Zeit sparen. Das gleiche gilt für das Zusatzmaterial in dessen Anschluss.

Als Manko kann angemerkt werden, dass gerade bei diesem Werk im Unterschied zum „Taugenichts“ mehr Gewicht auf die Lebenswelt der Schüler hätte gelegt werden können. Außerdem fällt es hier - anders als bei den Unterrichtsmodellen aus dieser Reihe zu Epochen oder Dramen – besonders schwer sich in den Aufgabenstellungen zurechtzufinden, wenn man nicht auch die Textausgabe des Verlages im Klassenverband nutzt oder zumindest eine Ausgabe zu Hause zur Hand hat.

Mit kleinen Abstrichen eine lohnende Anschaffung!

geschrieben am 26.04.2012 | 882 Wörter | 5315 Zeichen

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