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Anton Praetorius und die Hexe


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Rezension von

Martina Meier

Anton Praetorius und die Hexe Wenn Kinder heute an Hexen denken, dann fällt ihnen zumeist der Name Bibi Blocksberg ein, jener "Junghexe", deren Abenteuer in zahlreichen Büchern und Hörspiel-CDs für die Nachwelt festgehalten wurde. Oder an Otfried Preußlers "Kleine Hexe", die wohl jedes lesebegeisterte Kind einmal verschlungen hat. Mit diesen "Hexen" hat Hartmut Hegelers Buch "Anton Praetorius und die Hexe" rein gar nichts zu tun! Der im westfälischen Unna beheimatete Autor ist evangelischer Pfarrer und erteilt an einem Berufskolleg Religionsunterricht. Irgendwann einmal kam im Unterricht eine Frage zum Thema Hexenverfolgungen auf. Seitdem arbeitet Hegeler "gegen das Vergessen", wie er sagt. Denn das Frauen, Männern und Kindern, die mehr als 300 Jahre lang als Hexen und Zauberer verfolgt wurde, großes, menschenunwürdiges Unrecht zugefügt worden ist, steht heute außer Frage. In den Mittelpunkt seiner Arbeit hat Hartmut Hegeler das Leben und Wirken eines Mannes gestellt, der ebenfalls in Westfalen seine Wurzeln hat: Anton Praetorius, der im Jahr 1560 in Lippstadt als Sohn von Matthes Schule geboren und dort mit 21 Jahren auch Lehrer wird. Später wirkt er als Pfarrer - nun unter dem Namen "Praetorius" - unter anderem in Laudenbach zwischen Offenbach und Heidelberg und schreibt ein Buch gegen die Hexenverfolgungen, denen in der Zeit von 1450 bis 1782 europaweit rund 60.000 Menschen zum Opfer fielen. Praetorius selbst hatte zuvor bei einem Hexenprozess in Birstein durch sein engagiertes Auftreten dafür gesorgt, dass die der Hexerei angeklagte Anna Dietrich freigesprochen wurde. Mit diesem Prozess und der kindgerechten Aufarbeitung dieser menschenverachtenden Hexenverfolgung beschäftigt sich das Buch "Anton Praetorius und die Hexe", die Hegeler im Jahr 2006 im Eigenverlag herausgegeben hat. Einfühlsam schildert der Pfarrer, was dazu führte, Schuldige für die unterschiedlichsten Phänomene zu finden, die Leid über das Land brachten. Zu den falschen Anschuldigungen kam es, weil beispielsweise viele naturwissenschaftlichen Phänomene im Mittelalter noch nicht erklärt werden konnten. Hegeler berichtet in seinem reich bebildert Buch - die Illustrationen stammen von Mandy Zander - auch den Hexenprozess um Anna Dietrich und das engagiert Eintreten des Pfarrers und gibt so ein gutes Beispiel dafür, wie wichtig es ist, sich auch in ausweglos scheinenden Situationen für andere einzusetzen. Denn wer sich im Mittelalter für Hexen einsetzte, der kam ebenfalls sehr schnell in den Verdacht mit dem Teufel im Bund zu stehen, ein "Hexenbuhle" zu sein. Weiterführende Informationen gibt es unter www.anton-praetorius.de.

Wenn Kinder heute an Hexen denken, dann fällt ihnen zumeist der Name Bibi Blocksberg ein, jener "Junghexe", deren Abenteuer in zahlreichen Büchern und Hörspiel-CDs für die Nachwelt festgehalten wurde. Oder an Otfried Preußlers "Kleine Hexe", die wohl jedes lesebegeisterte Kind einmal verschlungen hat. Mit diesen "Hexen" hat Hartmut Hegelers Buch "Anton Praetorius und die Hexe" rein gar nichts zu tun!

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Der im westfälischen Unna beheimatete Autor ist evangelischer Pfarrer und erteilt an einem Berufskolleg Religionsunterricht. Irgendwann einmal kam im Unterricht eine Frage zum Thema Hexenverfolgungen auf. Seitdem arbeitet Hegeler "gegen das Vergessen", wie er sagt. Denn das Frauen, Männern und Kindern, die mehr als 300 Jahre lang als Hexen und Zauberer verfolgt wurde, großes, menschenunwürdiges Unrecht zugefügt worden ist, steht heute außer Frage.

In den Mittelpunkt seiner Arbeit hat Hartmut Hegeler das Leben und Wirken eines Mannes gestellt, der ebenfalls in Westfalen seine Wurzeln hat: Anton Praetorius, der im Jahr 1560 in Lippstadt als Sohn von Matthes Schule geboren und dort mit 21 Jahren auch Lehrer wird. Später wirkt er als Pfarrer - nun unter dem Namen "Praetorius" - unter anderem in Laudenbach zwischen Offenbach und Heidelberg und schreibt ein Buch gegen die Hexenverfolgungen, denen in der Zeit von 1450 bis 1782 europaweit rund 60.000 Menschen zum Opfer fielen.

Praetorius selbst hatte zuvor bei einem Hexenprozess in Birstein durch sein engagiertes Auftreten dafür gesorgt, dass die der Hexerei angeklagte Anna Dietrich freigesprochen wurde.

Mit diesem Prozess und der kindgerechten Aufarbeitung dieser menschenverachtenden Hexenverfolgung beschäftigt sich das Buch "Anton Praetorius und die Hexe", die Hegeler im Jahr 2006 im Eigenverlag herausgegeben hat. Einfühlsam schildert der Pfarrer, was dazu führte, Schuldige für die unterschiedlichsten Phänomene zu finden, die Leid über das Land brachten. Zu den falschen Anschuldigungen kam es, weil beispielsweise viele naturwissenschaftlichen Phänomene im Mittelalter noch nicht erklärt werden konnten.

Hegeler berichtet in seinem reich bebildert Buch - die Illustrationen stammen von Mandy Zander - auch den Hexenprozess um Anna Dietrich und das engagiert Eintreten des Pfarrers und gibt so ein gutes Beispiel dafür, wie wichtig es ist, sich auch in ausweglos scheinenden Situationen für andere einzusetzen. Denn wer sich im Mittelalter für Hexen einsetzte, der kam ebenfalls sehr schnell in den Verdacht mit dem Teufel im Bund zu stehen, ein "Hexenbuhle" zu sein.

Weiterführende Informationen gibt es unter www.anton-praetorius.de.

geschrieben am 17.09.2006 | 375 Wörter | 2255 Zeichen

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