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Die Muse eines Schrifstellers


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Informationen zum Buch
  ISBN
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  Extras

Rezension von

Alexander Rosell

Die Muse eines Schrifstellers Man glaub manchmal gar nicht, wie abwechslungsreich der triste Alltag sein kann, wenn nur eine Kleinigkeit im Leben anders läuft, als man gewohnt ist. Das weiß zumindest Harry Stoll in "Die Muse eines Schriftstellers" gekonnt zu inszenieren. Alle von ihm beschriebenen Charaktere sind dem gewöhnlichen Alltag entnommen und geraten durch einen kleinen Zwischenfall in abenteuerliche Situationen. So kann es in den 20 Kurzgeschichten des Buches schon mal vorkommen, dass ein einfacher Mechaniker ungewollt zum respektierten Geldeintreiber, oder eine Ehefrau zur perfekten Mörderin wird. Immer ungewollt und meist tragisch, stolpern die Protagonisten ihrem Schicksal entgegen. Das klingt zugegebener Maßen dramatisch, ist aber eigentlich recht gewöhnlich – wie der übliche Alltag eben. Was den Geschichten Leben einhaucht ist schwärzester Humor kombiniert mit einer überraschenden Wendung. Ganz auf dieses Prinzip fixiert, hält der Autor sowohl die Charaktere, wie auch die Rahmenhandlung einfach. "Kein Wort zuviel" scheint dabei die Devise gewesen zu sein, da wirklich in keiner Geschichte eine blumige Herleitung, oder auch nur eine ausgeschmückte Passage zu finden ist. Vielmehr fängt jede Geschichte unmittelbar mit dem Vornamen des Protagonisten an, der kurz darauf unvermittelt eine überraschende Wendung in seinem Leben erfährt. Was in anderen Romanen zum schlechten Stil gezählt wird, hilft bei Harry Stolls Geschichten die zu Grunde liegende Idee nicht aus den Augen zu verlieren. Diese besteht immer aus einer entscheidenden Wendung im Leben eines der Protagonisten, die alles verändern kann. So stößt auch in der Titelgeschichte "Die Muse eines Schriftstellers" sich eine Ehefrau selbst erst ins Unglück, in dem sie die Treue ihres Mannes testen will, ihn aber erst dadurch an eine andere Frau verliert. Die Inhalte aller Geschichten sind eher gewöhnlich als außergewöhnlich, vermitteln aber dadurch ein sehr reales Gefühl. Es gibt keine Übermenschen, sondern nur Alltags-Charaktere, mit denen man sich recht leicht identifizieren kann. Meist bleibt nach einer Geschichte ein intensives Gefühl zurück, was einen vielleicht nachdenklich machen kann, aber zumindest ein leichtes Schmunzeln verursacht. Insgesamt eignet sich „Die Muse eines Schriftstellers“ durch die sehr kurzen Geschichten und den einfachen Schreibstil des Autors bestens zum Abschalten und für Zwischendurch. Wer aber ein Buch als freizeitfüllende Beschäftigung ansieht, wird mit dem zweiten Werk von Harry Stoll nicht glücklich werden. Dafür reicht die Substanz des Buches einfach nicht aus: Zu gradlinig, zu flach, aber kurzzeitig interessant.

Man glaub manchmal gar nicht, wie abwechslungsreich der triste Alltag sein kann, wenn nur eine Kleinigkeit im Leben anders läuft, als man gewohnt ist. Das weiß zumindest Harry Stoll in "Die Muse eines Schriftstellers" gekonnt zu inszenieren.

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Alle von ihm beschriebenen Charaktere sind dem gewöhnlichen Alltag entnommen und geraten durch einen kleinen Zwischenfall in abenteuerliche Situationen. So kann es in den 20 Kurzgeschichten des Buches schon mal vorkommen, dass ein einfacher Mechaniker ungewollt zum respektierten Geldeintreiber, oder eine Ehefrau zur perfekten Mörderin wird.

Immer ungewollt und meist tragisch, stolpern die Protagonisten ihrem Schicksal entgegen. Das klingt zugegebener Maßen dramatisch, ist aber eigentlich recht gewöhnlich – wie der übliche Alltag eben. Was den Geschichten Leben einhaucht ist schwärzester Humor kombiniert mit einer überraschenden Wendung.

Ganz auf dieses Prinzip fixiert, hält der Autor sowohl die Charaktere, wie auch die Rahmenhandlung einfach. "Kein Wort zuviel" scheint dabei die Devise gewesen zu sein, da wirklich in keiner Geschichte eine blumige Herleitung, oder auch nur eine ausgeschmückte Passage zu finden ist. Vielmehr fängt jede Geschichte unmittelbar mit dem Vornamen des Protagonisten an, der kurz darauf unvermittelt eine überraschende Wendung in seinem Leben erfährt.

Was in anderen Romanen zum schlechten Stil gezählt wird, hilft bei Harry Stolls Geschichten die zu Grunde liegende Idee nicht aus den Augen zu verlieren. Diese besteht immer aus einer entscheidenden Wendung im Leben eines der Protagonisten, die alles verändern kann. So stößt auch in der Titelgeschichte "Die Muse eines Schriftstellers" sich eine Ehefrau selbst erst ins Unglück, in dem sie die Treue ihres Mannes testen will, ihn aber erst dadurch an eine andere Frau verliert.

Die Inhalte aller Geschichten sind eher gewöhnlich als außergewöhnlich, vermitteln aber dadurch ein sehr reales Gefühl. Es gibt keine Übermenschen, sondern nur Alltags-Charaktere, mit denen man sich recht leicht identifizieren kann. Meist bleibt nach einer Geschichte ein intensives Gefühl zurück, was einen vielleicht nachdenklich machen kann, aber zumindest ein leichtes Schmunzeln verursacht.

Insgesamt eignet sich „Die Muse eines Schriftstellers“ durch die sehr kurzen Geschichten und den einfachen Schreibstil des Autors bestens zum Abschalten und für Zwischendurch. Wer aber ein Buch als freizeitfüllende Beschäftigung ansieht, wird mit dem zweiten Werk von Harry Stoll nicht glücklich werden. Dafür reicht die Substanz des Buches einfach nicht aus: Zu gradlinig, zu flach, aber kurzzeitig interessant.

geschrieben am 24.05.2004 | 375 Wörter | 2247 Zeichen

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