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Albatros: Garfield SC 29


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Rezension von

Ragan Tanger

Garfield SC 29 Lecker Späßchen Manche Sachen halten ewig: Der CD-Spieler meines Onkels (seit 1984 mittlerweile!), irgendwie alle Mercedesmotoren und auch die frechste und faulste Katze der Welt. Garfield samt seiner Freunde oder Feinde, je nach Perspektive, Odie, Jon, Nermal und Arlene. Seit Ende der 1970er Jahre turnt die orange-schwarz getigerte Katze durch ungezählte Tageszeitungen, Sonntagsausgaben, durchs Kino und Fernsehen und natürlich durch prall gefüllte Comickollektionen, wie jene Softcover-Reihe von Ehapa, die mittlerweile bei Band 29 angekommen ist. Das ist nur möglich, weil Starzeichner Jim Davis auch heute noch nicht müde wird, hervorragende Gags aufs Papier zu bringen und seine Fans weltweit zu begeistern. Abgesehen von über einhundert Seiten gute Laune erzeugenden Comicstrips wartet dieser Band mit einer zweiseitigen Einleitung auf, in der das Leben von Jim Davis in Kurzform umrissen wird. So erfahren wir zum Beispiel, dass Doc Boy, eine Figur, die gelegentlich in den Comics auftaucht, seinen jüngeren Bruder Dave darstellt und dass, wohl die wichtigste und logischste Information, Davis und seine Geschwister auf einer Farm in Indiana aufwuchsen, wo zeitweise bis zu 25 Katzen lebten. Nicht weniger interessant ist die Tatsache, dass Davis erste Idee für eine eigene Comicserie, die einer Stechmücke namens Gnorm Gat gewesen ist, die er fünf Jahre lang nicht unprofessionell, aber zumeist recht erfolgreich an den Mann bringen wollte. Klare Sache: Eine Mücke eignet sich für die tiefenpsychologische Identifizierung des Menschen nicht unbedingt. Was lag da also näher, als den fetten Katzenphilosoph namens Garfield zu erfinden? Glaubt man es oder nicht, aber das Guinnessbuch der Rekorde kürte Garfield neulich zum weltweit am meisten verbreiteten Comicstrip aller Zeiten - geschätzte 260 Millionen Leserinnen und Leser folgen seinen Abenteuern nahezu täglich. Und dennoch ruht sich Davis auf seinen Meriten und Moneten nicht aus, sondern bleibt am Zeichentisch. Die Ausgabe 29 bietet, wie gewohnt, entweder ganzseitige Strips mit einem großformatigen Einstiegsgag oder drei kleine, klassische Strips auf einer Seite. Inhaltlich geht’s natürlich um viel mehr als Kuchen. Schön ist eine ganze Sequenz von Gags, die im Winter spielen – eine Angelegenheit, die ja nicht nur bei Garfield (sondern auch bei vielen anderen fiktiven Serien) häufig vergessen wird. Neben den klassischen Motiven – Odie nervt Garfield, Garfield malträtiert Odie, Jon ist beziehungstechnisch chronisch erfolglos, Garfield vertilgt Kaffe, Pasta und Pizza – kommen auch hier ein paar schöne neue Ideen ins Spiel. So der Strip, in dem Davis der europäischen Zeichengarde seine Aufmachung macht und Garfield und Jon in einen anderen Comicstrip ziehen lässt – eine grandiose und pfiffige Idee, die nur drei Bilder benötigt, aber einschlägt wie eine Bombe. Überhaupt ist Garfield mit seinem Herrchen ganz ordentlich in Bewegung: am Strand, im Park, im Supermarkt; und überall wird’s chaotisch (Garfield) und so herrlich melancholisch (Jon). Mal abgesehen davon, wenn die mittlerweile zu einem Lieblingsobjekt von Davis gewordene kleine Spinne ins Spiel kommt. Dann wird’s schlicht und ergreifend mörderisch. Es bleibt, wie es ist, und wird auch noch den CD-Spieler meines Onkels überleben: Garfield ist nicht nur der erfolgreichste, sondern auch der witzigste und langlebigste Kater der Welt.

Lecker Späßchen

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Manche Sachen halten ewig: Der CD-Spieler meines Onkels (seit 1984 mittlerweile!), irgendwie alle Mercedesmotoren und auch die frechste und faulste Katze der Welt. Garfield samt seiner Freunde oder Feinde, je nach Perspektive, Odie, Jon, Nermal und Arlene. Seit Ende der 1970er Jahre turnt die orange-schwarz getigerte Katze durch ungezählte Tageszeitungen, Sonntagsausgaben, durchs Kino und Fernsehen und natürlich durch prall gefüllte Comickollektionen, wie jene Softcover-Reihe von Ehapa, die mittlerweile bei Band 29 angekommen ist. Das ist nur möglich, weil Starzeichner Jim Davis auch heute noch nicht müde wird, hervorragende Gags aufs Papier zu bringen und seine Fans weltweit zu begeistern.

Abgesehen von über einhundert Seiten gute Laune erzeugenden Comicstrips wartet dieser Band mit einer zweiseitigen Einleitung auf, in der das Leben von Jim Davis in Kurzform umrissen wird. So erfahren wir zum Beispiel, dass Doc Boy, eine Figur, die gelegentlich in den Comics auftaucht, seinen jüngeren Bruder Dave darstellt und dass, wohl die wichtigste und logischste Information, Davis und seine Geschwister auf einer Farm in Indiana aufwuchsen, wo zeitweise bis zu 25 Katzen lebten. Nicht weniger interessant ist die Tatsache, dass Davis erste Idee für eine eigene Comicserie, die einer Stechmücke namens Gnorm Gat gewesen ist, die er fünf Jahre lang nicht unprofessionell, aber zumeist recht erfolgreich an den Mann bringen wollte. Klare Sache: Eine Mücke eignet sich für die tiefenpsychologische Identifizierung des Menschen nicht unbedingt. Was lag da also näher, als den fetten Katzenphilosoph namens Garfield zu erfinden?

Glaubt man es oder nicht, aber das Guinnessbuch der Rekorde kürte Garfield neulich zum weltweit am meisten verbreiteten Comicstrip aller Zeiten - geschätzte 260 Millionen Leserinnen und Leser folgen seinen Abenteuern nahezu täglich. Und dennoch ruht sich Davis auf seinen Meriten und Moneten nicht aus, sondern bleibt am Zeichentisch. Die Ausgabe 29 bietet, wie gewohnt, entweder ganzseitige Strips mit einem großformatigen Einstiegsgag oder drei kleine, klassische Strips auf einer Seite.

Inhaltlich geht’s natürlich um viel mehr als Kuchen. Schön ist eine ganze Sequenz von Gags, die im Winter spielen – eine Angelegenheit, die ja nicht nur bei Garfield (sondern auch bei vielen anderen fiktiven Serien) häufig vergessen wird. Neben den klassischen Motiven – Odie nervt Garfield, Garfield malträtiert Odie, Jon ist beziehungstechnisch chronisch erfolglos, Garfield vertilgt Kaffe, Pasta und Pizza – kommen auch hier ein paar schöne neue Ideen ins Spiel. So der Strip, in dem Davis der europäischen Zeichengarde seine Aufmachung macht und Garfield und Jon in einen anderen Comicstrip ziehen lässt – eine grandiose und pfiffige Idee, die nur drei Bilder benötigt, aber einschlägt wie eine Bombe.

Überhaupt ist Garfield mit seinem Herrchen ganz ordentlich in Bewegung: am Strand, im Park, im Supermarkt; und überall wird’s chaotisch (Garfield) und so herrlich melancholisch (Jon). Mal abgesehen davon, wenn die mittlerweile zu einem Lieblingsobjekt von Davis gewordene kleine Spinne ins Spiel kommt. Dann wird’s schlicht und ergreifend mörderisch. Es bleibt, wie es ist, und wird auch noch den CD-Spieler meines Onkels überleben: Garfield ist nicht nur der erfolgreichste, sondern auch der witzigste und langlebigste Kater der Welt.

geschrieben am 16.08.2011 | 496 Wörter | 2927 Zeichen

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