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Der rote Korsar Gesamtausgabe, Bd. 2: Der Kapitän ohne Namen


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Rezension von

Frank Drehmel

Der KapitĂ€n ohne Namen Enthielt der erste Sammelband noch zwei Abenteuer – diese allerdings in ÜberlĂ€nge -, so wartet Band 2 der Gesamtausgabe mit drei Geschichten - „Der Sohn des Piraten“, „Flucht aus Algier“ sowie „Die Meuterei der Gefangenen“ - auf, die zwischen Juli 1962 und Januar 1963 in Pilote erschienen, wobei die dritte Story aus drucktechnischen GrĂŒnden einer Neukolorierung und die verwirrende deutsche Titelgebung einer kurzen ErlĂ€uterung bedurfte. Nachdem der Rote Korsar seinen Ziehsohn Rick nicht nur darĂŒber informiert hat, dass er ein Waisenkind und Sohn eines französischen Adeligen namens Henri de Montfort ist, sondern auch mit den Papieren ausgestattet hat, die man bei den toten Eltern einst fand und die den Geburtsstatus des Jungen belegen, reist Rick in Begleitung Babas und Dreibeins zum Familienschloss seiner Eltern, um seine Erbe einzufordern. Der aktuelle Herr des Hauses, Henris Cousin Graf D'Argout, sowie dessen SekretĂ€r Lenoir sind ĂŒber diese Entwicklung alles andere als erfreut, fĂŒgen sich jedoch nach anfĂ€nglichem Aufbegehren Ricks ĂŒberzeugenden Argumenten in Form einer Pistole und sichern dem Jungen zu, die Anerkennung der wahren IdentitĂ€t und der AnsprĂŒche durch die Advokaten des Königs prĂŒfen zu lassen. Ihr Hintergedanke beim Einlenken ist, zwischenzeitlich sowohl die Papiere zu vernichten, als auch Rick zu vergiften. Obwohl der Junge zunĂ€chst einen Schutzengel hat, bringen ihn die Intrigen des Grafen und einer befreundeten Comtesse schlussendlich doch in die Bastille, aus der ihn nur der Rote Korsar und seine Mannen befreien können. Nachdem Rick sich an den VerrĂ€tern gerĂ€cht hat, reist er unter der portugiesischen IdentitĂ€t, die er zuvor schon angenommen hatte, zurĂŒck nach Saint-Malo, um bei den KaufmannsbrĂŒdern De Kermadieu als KapitĂ€n anzuheuern. Obgleich er noch jung ist, erhĂ€lt er das Kommando ĂŒber ein Schiff, das Gold zu den Kolonien im Indischen Ozean transportieren soll. Kaum dass er an Bord ist, muss sich Rick mit Gewalt Respekt verschaffen, da sich sein erster Offizier, Olonnais, selbst Hoffnung auf den KapitĂ€nsposten machte. Und in der Tat steht die Seereise unter keinem guten Stern, sondern ganz im Zeichen der Intrigen Olonnais und einiger VerbĂŒndeter, die schlussendlich in einer Meuterei enden. WĂ€hrend eines Kampfes mit maurischen Piraten, in dem das Schiff, kann der junge KapitĂ€n fliehen und an eine nahegelegene KĂŒste schwimmen. Damit beginnt eine Odyssee, die ihn zwar zunĂ€chst zurĂŒck in die französische Gerichtsbarkeit fĂŒhrt, ihn aber schließlich als GaleerenstrĂ€fling in eine Gegend verschlĂ€gt, in der Osmanen und ihre Janitscharen nicht nur Christen verfolgen. Wie schon die ersten beiden Abenteuer ĂŒberzeugen auch die vorliegenden drei miteinander verbundenen Geschichten durch ihren hervorragenden, mitreißenden ErzĂ€hlfluss und einem fesselnden Auf und Ab der Spannung. Die Figuren sind vergleichsweise vielschichtig gezeichnet, sodass Rick nicht als strahlender Heroe inszeniert wird, sondern als jemand, der der Hilfe VerbĂŒndeter und Freunde bedarf, um die vielen Gefahren, die das abenteuerliche Leben auf dem Meer und jenseits des Freibeuter-Daseins fĂŒr ihn bereit hĂ€lt, zu meistern, weil in Bezug auf Menschen der erste Schein trĂŒgen kann und sich Verrat hinter harmlosen Masken verbirgt. Obgleich die Handlung in einer rauen, grausamen Zeit angesiedelt ist und die Protagonisten zum großen Teil eher grobschlĂ€chtiger Natur sind, kommt die Geschichte weitgehend ohne explizite BrutalitĂ€t und Gewalt aus; das bedeutet allerdings nicht, dass Gewalt, Mord und Tod kein Thema sind, sondern dass sie nicht plakativ in den Vordergrund gerĂŒckt werden und dass der KĂŒnstler gleichsam den Blick abwendet, wenn es ans Töten geht. Im Fokus stehen stattdessen ganz das Abenteuer sowie die Exotik, wobei es Autor und Zeichner nach wie vor auf AuthentizitĂ€t ankommt, sowohl was das Maritime und die Nautik betrifft, als auch das Lokalkolorit. Fazit: Trotz des aus heutiger Sicht eher betulichen Artworks eine spannende, abenteuerliche Comic-ErzĂ€hlung, die gerade die Ă€lteren Semester an einige Film- und Roman-Klassiker erinnern dĂŒrfte.

Enthielt der erste Sammelband noch zwei Abenteuer – diese allerdings in ÜberlĂ€nge -, so wartet Band 2 der Gesamtausgabe mit drei Geschichten - „Der Sohn des Piraten“, „Flucht aus Algier“ sowie „Die Meuterei der Gefangenen“ - auf, die zwischen Juli 1962 und Januar 1963 in Pilote erschienen, wobei die dritte Story aus drucktechnischen GrĂŒnden einer Neukolorierung und die verwirrende deutsche Titelgebung einer kurzen ErlĂ€uterung bedurfte.

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Nachdem der Rote Korsar seinen Ziehsohn Rick nicht nur darĂŒber informiert hat, dass er ein Waisenkind und Sohn eines französischen Adeligen namens Henri de Montfort ist, sondern auch mit den Papieren ausgestattet hat, die man bei den toten Eltern einst fand und die den Geburtsstatus des Jungen belegen, reist Rick in Begleitung Babas und Dreibeins zum Familienschloss seiner Eltern, um seine Erbe einzufordern.

Der aktuelle Herr des Hauses, Henris Cousin Graf D'Argout, sowie dessen SekretĂ€r Lenoir sind ĂŒber diese Entwicklung alles andere als erfreut, fĂŒgen sich jedoch nach anfĂ€nglichem Aufbegehren Ricks ĂŒberzeugenden Argumenten in Form einer Pistole und sichern dem Jungen zu, die Anerkennung der wahren IdentitĂ€t und der AnsprĂŒche durch die Advokaten des Königs prĂŒfen zu lassen. Ihr Hintergedanke beim Einlenken ist, zwischenzeitlich sowohl die Papiere zu vernichten, als auch Rick zu vergiften.

Obwohl der Junge zunĂ€chst einen Schutzengel hat, bringen ihn die Intrigen des Grafen und einer befreundeten Comtesse schlussendlich doch in die Bastille, aus der ihn nur der Rote Korsar und seine Mannen befreien können. Nachdem Rick sich an den VerrĂ€tern gerĂ€cht hat, reist er unter der portugiesischen IdentitĂ€t, die er zuvor schon angenommen hatte, zurĂŒck nach Saint-Malo, um bei den KaufmannsbrĂŒdern De Kermadieu als KapitĂ€n anzuheuern.

Obgleich er noch jung ist, erhĂ€lt er das Kommando ĂŒber ein Schiff, das Gold zu den Kolonien im Indischen Ozean transportieren soll. Kaum dass er an Bord ist, muss sich Rick mit Gewalt Respekt verschaffen, da sich sein erster Offizier, Olonnais, selbst Hoffnung auf den KapitĂ€nsposten machte. Und in der Tat steht die Seereise unter keinem guten Stern, sondern ganz im Zeichen der Intrigen Olonnais und einiger VerbĂŒndeter, die schlussendlich in einer Meuterei enden. WĂ€hrend eines Kampfes mit maurischen Piraten, in dem das Schiff, kann der junge KapitĂ€n fliehen und an eine nahegelegene KĂŒste schwimmen. Damit beginnt eine Odyssee, die ihn zwar zunĂ€chst zurĂŒck in die französische Gerichtsbarkeit fĂŒhrt, ihn aber schließlich als GaleerenstrĂ€fling in eine Gegend verschlĂ€gt, in der Osmanen und ihre Janitscharen nicht nur Christen verfolgen.

Wie schon die ersten beiden Abenteuer ĂŒberzeugen auch die vorliegenden drei miteinander verbundenen Geschichten durch ihren hervorragenden, mitreißenden ErzĂ€hlfluss und einem fesselnden Auf und Ab der Spannung. Die Figuren sind vergleichsweise vielschichtig gezeichnet, sodass Rick nicht als strahlender Heroe inszeniert wird, sondern als jemand, der der Hilfe VerbĂŒndeter und Freunde bedarf, um die vielen Gefahren, die das abenteuerliche Leben auf dem Meer und jenseits des Freibeuter-Daseins fĂŒr ihn bereit hĂ€lt, zu meistern, weil in Bezug auf Menschen der erste Schein trĂŒgen kann und sich Verrat hinter harmlosen Masken verbirgt.

Obgleich die Handlung in einer rauen, grausamen Zeit angesiedelt ist und die Protagonisten zum großen Teil eher grobschlĂ€chtiger Natur sind, kommt die Geschichte weitgehend ohne explizite BrutalitĂ€t und Gewalt aus; das bedeutet allerdings nicht, dass Gewalt, Mord und Tod kein Thema sind, sondern dass sie nicht plakativ in den Vordergrund gerĂŒckt werden und dass der KĂŒnstler gleichsam den Blick abwendet, wenn es ans Töten geht. Im Fokus stehen stattdessen ganz das Abenteuer sowie die Exotik, wobei es Autor und Zeichner nach wie vor auf AuthentizitĂ€t ankommt, sowohl was das Maritime und die Nautik betrifft, als auch das Lokalkolorit.

Fazit: Trotz des aus heutiger Sicht eher betulichen Artworks eine spannende, abenteuerliche Comic-ErzĂ€hlung, die gerade die Ă€lteren Semester an einige Film- und Roman-Klassiker erinnern dĂŒrfte.

geschrieben am 20.01.2015 | 602 Wörter | 3557 Zeichen

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