
| ISBN | 3570154572 | |
| Autor | Brian Selznick | |
| Verlag | cbj | |
| Sprache | deutsch | |
| Seiten | 256 | |
| Erscheinungsjahr | 2012 | |
| Extras | - |

„Hugo – Der neue Film von Martin Scorsese“ erschien im Januar 2012 in gebundener Form beim cbj-Verlag und umfasst 256 Seiten. Der Untertitel „ Ein Blick hinter die Kulissen, wie aus einem geliebten Buch ein großartiger Film wurde“ ist Programm, denn das Buch liefert umfangreiches Zusatzmaterial zu dem neuen Kinofilm „Hugo Cabret“ und dessen Produktion.

Hugo Cabret wächst 1931 in Paris auf. Der Waisenjunge lebt in einem Bahnhof, wo er täglich die Uhren aufzieht. Seine Fertigkeiten im mechanischen Bereich setzt Hugo vor allem dazu ein, den rätselhaften Automaten zu reparieren, der angeblich aus der Werkstatt seines Vaters stammen soll. Zur gleichen Zeit lernt Hugo die junge Isabelle kennen, die Tochter des Besitzers eines Spielwarenladens, in dem Hugo schon manches Mal geklaut hat, und zwischen den beiden bildet sich eine enge Freundschaft. Gemeinsam ergründen sie das Geheimnis des Automaten und tauchen immer tiefer in die faszinierende Welt der Automaten, des damaligen Paris und des frühen Kinos ein.
Das ist die Geschichte des US-Autors Brian Selznick, die 2008 unter dem Titel „Die Entdeckung des Hugo Cabret“ (Originaltitel: „The Invention of Hugo Cabret“) veröffentlicht wurde. Vier Jahre später, am neunten Februar 2011, startet der Film „Hugo Cabret“ in den Kinos. Dieses Buch erzählt die Geschichte, wie aus dem erfolgreichen Roman die Idee zu einem Film heranwuchs und wie aus der Idee schließlich ein fertiger Film wurde.
Das Buch ist unterteilt in sechs Kapitel. Im ersten Kapitel, „Die Entdeckung des Hugo Cabret – Das Buch“, erzählt Brian Selznick selbst, wie er auf die Idee für seinen Roman gekommen ist und was ihn beim Schreiben inspiriert hat. Außerdem erhält der Leser einen kurzen Überblick über die Lebensverhältnisse in Paris 1931, um sich ein besseres Bild von der damaligen Zeit machen zu können.
Das zweite Kapitel, „Der Regisseur und seine Vision“, widmet sich Martin Scorsese, seiner Lebensgeschichte und seiner persönlichen Motivation für die Produktion dieses Films. Dazu gibt es eine Einleitung in die frühe Geschichte des Films und es werden die ersten Schritte der Recherche für den späteren Film erläutert.
Das dritte Kapitel, „Das Team“, beschreibt die Aufgaben des Produzenten, des Drehbuchautors, des Regieassistenten und der Besatzungschefin. Zudem wird auf die wichtige Rolle des Georges Méliès, dargestellt durch Ben Kingsley, sowie auf den historischen Méliès, der die Vorlage für diesen Charakter darstellt, eingegangen. Auch Hugo, Isabelle und den anderen Figuren, sowie den dazugehörigen Schauspielern, wird jeweils ein Abschnitt eingeräumt.
In Kapitel vier, „Beleuchtung, Kamera, Szenenbild“ werden alle Einzelheiten bei der Gestaltung der Kulissen und Kostüme beschrieben, auf das Thema der Automaten und dessen Umsetzung eingegangen und die Arbeiten mit der Kamera und den Spezialeffekten erklärt. Kapitel fünf, „Drehbeginn“, nimmt noch einmal alle weitere wichtigen Aspekte unter die Lupe, wie etwa Sprachtraining, Stunts und Schnitt. Das letzte Kapitel, „Das Fest“, beschreibt den konkreten Ablauf eines Drehtages am Beispiel einer einzelnen Szene, um dem Außenstehenden ein Bild von dem tatsächlichen Arbeitsverlauf zu vermitteln.
Mindestens jede zweite Seite des Buchs ist illustriert, entweder mit Fotos, beispielsweise vom Set, oder mit Originalzeichnungen aus dem Buch „Die Entdeckung des Hugo Cabret“ oder Skizzen, die im Laufe der Produktion entstanden sind. Zu jedem Bild gibt es eine kurze Erklärung.
Wer sich für die Abläufe bei einer Filmproduktion interessiert, der wird an diesem Buch sicherlich Gefallen finden, da die meisten Aspekte beleuchtet werden und sehr viele verschiedene Personen zur Sprache kommen. Allerdings sind die einzelnen Abschnitte eher kurz gehalten und kratzen mehr an der Oberfläche, als dass sie wirklich in die Tiefe gehen. Für denjenigen, der einfach nur ein bisschen über Filmproduktion wissen will oder den speziell die Umsetzung dieses Films interessiert, ist das sicher ausreichend. Wer allerdings schon Kenntnisse im Bereich der Filmproduktion hat, wird hier wohl nicht mehr sehr viel lernen.
FĂĽr junge Fans des Originalromans und des Films wĂĽrde ich dieses Buch nicht unbedingt empfehlen, da es der Geschichte in gewisser Weise auch den Zauber nimmt. So sieht man auf manchen Bildern die Schienen fĂĽr die Kamera auf dem Set und die Informationen ĂĽber die Darsteller machen es schwieriger, sich die Figuren im Film als real vorzustellen.
Fazit: „Hugo“ ist ein gelungenes Werk für diejenigen, die gerne ein bisschen über Filmproduktion erfahren wollen. Man erfährt etwas über jeden Bereich und es gibt viele Bilder, die den Inhalt gut veranschaulichen. Wer allerdings in aller Ruhe in der Geschichte versinken will, nimmt dem Film damit unter Umständen den Zauber.
geschrieben am 19.03.2012 | 717 Wörter | 4163 Zeichen
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