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Zeit der Asche


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Rezension von

Frank Drehmel

Zeit der Asche Der vorliegende Sammelband vereint die drei Alben einer "Heroic Fantasy"-Serie, die im französischen Original ursprĂŒnglich in den Jahren 1987 – 1992 bei Delcourt veröffentlicht wurde, die jedoch bis dato in Deutschland weitgehend unbekannt blieb, obgleich die Comics erzĂ€hlerisch wenigstens ungewöhnlich und im Artwork sogar einzigartig sind. Der Thron des Zwergenreiches ist verwaist, da nach langer, langer Herrschaft der alte König das Zeitliche gesegnet hat und sein designierter Nachfolger im Norden der Welt verschollen ist. Drei Zwergen ist es laut einer Prophezeiung bestimmt, den Verschollenen zu suchen und zu finden. Die Wahl des Rates fĂ€llt auf Noren, Oten und Aren. Schon bald schließt sich ihnen in einem unbekannten Dschungel der verschlagene Spitzbube Firfin an, der zur elfenhaften Rasse der Lin gehört und der glaubt, die drei unerfahrenen Sucher nach Strich und Faden ausnehmen zu können. In der Stadt Gaedor hofft die Gruppe, UnterstĂŒtzung fĂŒr ihre zunehmend gefĂ€hrlicher werdende Reise rekrutieren zu können; als jedoch die Suche nach Söldnern erfolglos bleibt, entschließen sie sich, den hĂŒnenhaften Sklaven Morkai zu kaufen, der zur Rasse der Akai gehörend, zwar BĂ€renkrĂ€fte aber nur wenig Verstand besitzt. Die nunmehr fĂŒnf GefĂ€hrten mĂŒssen die Stadt Hals ĂŒber Kopf verlassen, als Morkai aus Versehen in einem Wirtshaus einen Gast bei einer Rauferei tötet. Auch wenn sie entkommen, so ist den Fliehenden Firfins bösartiger Bruder, Mirlin, auf den Fersen. Und nicht nur das: sie haben die Aufmerksamkeit des uralten MĂ€chtigen Ssin erregt, der ihnen, da er ein unheiliges Interesse an den Zwergen hat, seine Schergen – die Morbalen – hinterher schickt. WĂ€hrend des Kampfes mit diesen Unwesen fallen augenscheinlich Oten, Aren und Morkai, wĂ€hrend Noren und Firfin dem Massaker entkommen. Kurz nachdem sie einen zweiten MĂ€chtigen, den alten Ewandor, aufgesucht haben, stĂ¶ĂŸt der totgeglaubte Morkai zu ihnen, sodass sie zu dritt ihre Queste nach dem verschwundenen Nachfolger fortsetzen, eine Reise, die sie in die gefĂ€hrlichsten Gefilde und Gegenden der Welt fĂŒhrt und sie auf zahllose tödliche Gegner wie den Donnerritter Hurl, der im Dienste Ssins steht, treffen lĂ€sst. Im Land der TrĂ€ume erfĂ€hrt Noren schließlich die Wahrheit ĂŒber eine monströse, lange zurĂŒckliegende Intrige der MĂ€chtigen, die zwar seine Perspektive zurecht rĂŒckt, die aber nichts daran Ă€ndert, dass Ssin mittlerweile drei seiner Sklaven ins Zwergenreich entsandt hat, damit einer von ihnen den verwaisten Thron besteigt. Bruno Chevaliers Geschichte enthĂ€lt alles, was Heroic-Fantasy so mitreißend machen kann: bizarre Figuren, ambivalente Charaktere, phantastische LĂ€nder und Reiche, Magie, Tragödien, Intrigen, Action, gefĂ€hrliche Quests und unvorhersehbare Wendungen. Bemerkenswert ist dabei allerdings, dass das Gute, das Reine und Schöne in Chevaliers durch und durch grausamer Welt entgegen landlĂ€ufiger Fantasy quasi inexistent sind und selbst die Hauptfiguren bestenfalls nicht ganz böse oder ganz wahnsinnig sind, sondern ab und an auch gute und manchmal sogar heldenhafte ZĂŒge an den Tag legen, ohne jedoch ihre Bedrohlichkeit, die in ihnen wohnende Dunkelheit einzubĂŒĂŸen oder zu verleugnen. Auch wenn Chevaliers Geschichte auf Grund ihrer Vielschichtigkeit und ihrer ungewöhnlichen Charaktere hundertprozentig ĂŒberzeugt, so stellt SĂ©gurs einzigartiges Artwork gleichsam einen Superlativ dar. Zeichnerisch dominieren weiche, wuchernde, knotige Formen die hochdynamischen Bilder voller kleiner, fast schon beilĂ€ufig in Szene gesetzter bösartiger Details, Formen, die sich winden, drehen, verrenken, umeinander schlingen und schließlich in Zacken, Spitzen, Graten auslaufen. In Farbgebung herrschen alle Arten pastellfarbener Töne vor, die vom freundlichen Bunt ins krĂ€nklich Fahle changieren, die eine tiefe MorbiditĂ€t, Krankhaftigkeit und Verseuchtheit ausstrahlen und visuell gleichermaßen von Leben wie von Tod strotzend wirken. Ich kann mich an kein Artwork und vor allem keine Koloration erinnern, die mich mehr beeindruckte, als das, was Thierry SĂ©gur in "Zeit der Asche" zustande gebracht hat. Fazit: Eine dramatische, hochspannende, wendungsreiche Fantasy-Geschichte von inhaltlich unvergleichlich morbider, grausamer, krĂ€nklicher AtmosphĂ€re, deren visuelle Umsetzung das Beste ist, an das ich mich erinnern kann. Im ohnehin schon starken Programm des Splitter-Verlags der Höhepunkt schlechthin. Wer es sich leisten möchte, sollte sich die limitierte Sonderausgabe besorgen; wenn ein Comic eine solche Sonder-Edition wert ist, dann ganz sicher "Zeit der Asche".

Der vorliegende Sammelband vereint die drei Alben einer "Heroic Fantasy"-Serie, die im französischen Original ursprĂŒnglich in den Jahren 1987 – 1992 bei Delcourt veröffentlicht wurde, die jedoch bis dato in Deutschland weitgehend unbekannt blieb, obgleich die Comics erzĂ€hlerisch wenigstens ungewöhnlich und im Artwork sogar einzigartig sind.

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Der Thron des Zwergenreiches ist verwaist, da nach langer, langer Herrschaft der alte König das Zeitliche gesegnet hat und sein designierter Nachfolger im Norden der Welt verschollen ist. Drei Zwergen ist es laut einer Prophezeiung bestimmt, den Verschollenen zu suchen und zu finden. Die Wahl des Rates fĂ€llt auf Noren, Oten und Aren. Schon bald schließt sich ihnen in einem unbekannten Dschungel der verschlagene Spitzbube Firfin an, der zur elfenhaften Rasse der Lin gehört und der glaubt, die drei unerfahrenen Sucher nach Strich und Faden ausnehmen zu können.

In der Stadt Gaedor hofft die Gruppe, UnterstĂŒtzung fĂŒr ihre zunehmend gefĂ€hrlicher werdende Reise rekrutieren zu können; als jedoch die Suche nach Söldnern erfolglos bleibt, entschließen sie sich, den hĂŒnenhaften Sklaven Morkai zu kaufen, der zur Rasse der Akai gehörend, zwar BĂ€renkrĂ€fte aber nur wenig Verstand besitzt. Die nunmehr fĂŒnf GefĂ€hrten mĂŒssen die Stadt Hals ĂŒber Kopf verlassen, als Morkai aus Versehen in einem Wirtshaus einen Gast bei einer Rauferei tötet.

Auch wenn sie entkommen, so ist den Fliehenden Firfins bösartiger Bruder, Mirlin, auf den Fersen. Und nicht nur das: sie haben die Aufmerksamkeit des uralten MĂ€chtigen Ssin erregt, der ihnen, da er ein unheiliges Interesse an den Zwergen hat, seine Schergen – die Morbalen – hinterher schickt. WĂ€hrend des Kampfes mit diesen Unwesen fallen augenscheinlich Oten, Aren und Morkai, wĂ€hrend Noren und Firfin dem Massaker entkommen.

Kurz nachdem sie einen zweiten MĂ€chtigen, den alten Ewandor, aufgesucht haben, stĂ¶ĂŸt der totgeglaubte Morkai zu ihnen, sodass sie zu dritt ihre Queste nach dem verschwundenen Nachfolger fortsetzen, eine Reise, die sie in die gefĂ€hrlichsten Gefilde und Gegenden der Welt fĂŒhrt und sie auf zahllose tödliche Gegner wie den Donnerritter Hurl, der im Dienste Ssins steht, treffen lĂ€sst. Im Land der TrĂ€ume erfĂ€hrt Noren schließlich die Wahrheit ĂŒber eine monströse, lange zurĂŒckliegende Intrige der MĂ€chtigen, die zwar seine Perspektive zurecht rĂŒckt, die aber nichts daran Ă€ndert, dass Ssin mittlerweile drei seiner Sklaven ins Zwergenreich entsandt hat, damit einer von ihnen den verwaisten Thron besteigt.

Bruno Chevaliers Geschichte enthĂ€lt alles, was Heroic-Fantasy so mitreißend machen kann: bizarre Figuren, ambivalente Charaktere, phantastische LĂ€nder und Reiche, Magie, Tragödien, Intrigen, Action, gefĂ€hrliche Quests und unvorhersehbare Wendungen. Bemerkenswert ist dabei allerdings, dass das Gute, das Reine und Schöne in Chevaliers durch und durch grausamer Welt entgegen landlĂ€ufiger Fantasy quasi inexistent sind und selbst die Hauptfiguren bestenfalls nicht ganz böse oder ganz wahnsinnig sind, sondern ab und an auch gute und manchmal sogar heldenhafte ZĂŒge an den Tag legen, ohne jedoch ihre Bedrohlichkeit, die in ihnen wohnende Dunkelheit einzubĂŒĂŸen oder zu verleugnen.

Auch wenn Chevaliers Geschichte auf Grund ihrer Vielschichtigkeit und ihrer ungewöhnlichen Charaktere hundertprozentig ĂŒberzeugt, so stellt SĂ©gurs einzigartiges Artwork gleichsam einen Superlativ dar. Zeichnerisch dominieren weiche, wuchernde, knotige Formen die hochdynamischen Bilder voller kleiner, fast schon beilĂ€ufig in Szene gesetzter bösartiger Details, Formen, die sich winden, drehen, verrenken, umeinander schlingen und schließlich in Zacken, Spitzen, Graten auslaufen. In Farbgebung herrschen alle Arten pastellfarbener Töne vor, die vom freundlichen Bunt ins krĂ€nklich Fahle changieren, die eine tiefe MorbiditĂ€t, Krankhaftigkeit und Verseuchtheit ausstrahlen und visuell gleichermaßen von Leben wie von Tod strotzend wirken. Ich kann mich an kein Artwork und vor allem keine Koloration erinnern, die mich mehr beeindruckte, als das, was Thierry SĂ©gur in "Zeit der Asche" zustande gebracht hat.

Fazit: Eine dramatische, hochspannende, wendungsreiche Fantasy-Geschichte von inhaltlich unvergleichlich morbider, grausamer, krÀnklicher AtmosphÀre, deren visuelle Umsetzung das Beste ist, an das ich mich erinnern kann. Im ohnehin schon starken Programm des Splitter-Verlags der Höhepunkt schlechthin. Wer es sich leisten möchte, sollte sich die limitierte Sonderausgabe besorgen; wenn ein Comic eine solche Sonder-Edition wert ist, dann ganz sicher "Zeit der Asche".

geschrieben am 21.02.2012 | 646 Wörter | 4002 Zeichen

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