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Trainingslehre - Trainingswissenschaft: Leistung-Training-Wettkampf


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Rezension von

Ragan Tanger

Trainingslehre - Trainingswissenschaft: Leistung-Training-Wettkampf Zur Konditionierung der Kondition den Klassiker Ein über 600 Seiten starkes Fachbuch der Trainingswissenschaften, das nicht nur als offizielles Lehrbuch an der Trainerakademie in Köln verwendet wird, sondern auch für den Nichtwissenschaftler das Nonplusultra des deutschsprachigen Wissensstandes darstellt. Die Dichte und der Umfang des Buches spiegeln mehr als vierzig Jahre intensive Beschäftigung mit den Thematiken Leistung, Training und Wettkampf auf Spitzenniveau wider; alle Lehrmeinungen und im Wissensfundus begründbaren Ansätze sind integriert worden. Dass das Autorenkollektiv deshalb in der Einleitung von einer integrativen Humanwissenschaft spricht, darf als berechtigter, moderner Stand der Dinge gelten. Dass neben den klassischen Bewegungswissenschaften, der Biomechanik, der Medizin und der Pädagogik, heute auch die Psychologie und die Soziologie eine bedeutende Rolle einnehmen, wird den Entwicklungen der letze Jahrzehnte eben mehr als gerecht. In den physikalischen, mechanischen und biochemischen Bereichen wurde der Wissensschatz dafür beständig erweitert; die Grundlagen der Trainingswissenschaften wurden aber von den bedeutendsten Autoren dieses Lehrbuches (Günter Schnabel, Hans-Dietrich-Harre) auch schon in den 1970er Jahren überzeugend dargestellt. Die Strenge der alten DDR-Lehrbücher, die damals die Fakultäten so überzeugend revolutionierten, ist verschwunden und einer umfassenden und psychomental überzeugenden Aufarbeitung gewichen. Der Apfel fällt aber auch vierzig Jahre später noch vom Baum, will heißen: Gerade die biomechanischen Grundlagen werden letztlich nur punktuell erweitert werden können, weil die Natur sich nicht so sehr verändert hat und die Erfolge vielen Sportlern und Trainern seit langem Recht geben. Dennoch ist dieses hochmoderne Buch unentbehrlich und neue Ansätze sind selbstredend vielfältig integriert. Hochintensitätstraining, neuromuskuläre Gewichtungen, effektiveres Tapering oder Ernährungsmethoden und Videoanalysen werden immer hochaktuell diskutiert und hier vorgestellt. Überhaupt werden die wissenschaftlichen Diskussionen in diesem Werk geschickt hervorgehoben. Nach jedem kleinen Abschnitt werden nämlich nicht nur die Verweise der Literatur angegeben, sondern es wird die Geschichte der Literatur diesbezüglich und deren verschiedene Positionen insgesamt aufgezeigt – eine wichtige und essentielle Metaposition. Und trotzdem, auch das berechtigt, ist die wissenschaftliche Selbsteinschätzung der Herausgeber angenehm; denn auch sie wissen, dass sie nicht ALLES integrieren können und gerade bei so einer unwägbaren Wissenschaft wie der des Körpers (also lebendiger Materie) sind Forscher immer Unwägbarkeiten ausgesetzt. Beispielhaft für den gesunden Umgang, auch mit dem Wettkampfkörper, sind die Abschnitte der Trainingssteuerung. Auch wenn sich die Begriffe wie Schnelligkeitsbarriere, Höhentraining oder Intervalltraining seit den 1950er Jahren nicht mehr groß geändert haben, sind sie heutzutage viel funktioneller integriert und kongenial erweitert, wenn vor allen Dingen der Blickwinkel auf die Vermeidung von Fehlbelastungen gerichtet wird: ideal für alle Praktiker, die immer den gesamten Menschen verstehen wollen. Nach der Einleitung gliedert sich das Werk in drei Hauptkapitel: die Grundkonzepte sportlicher Leistungen (Funktionelle Mechanismen, Definitionen der Hauptfaktoren Technik, Koordination und Kondition), sportlichen Trainings (Inhalte, Methodikern, Prinzipien, Trainingssteuerung und –Systeme) und sportlichen Wettkampfs; letzteres fällt aber im Vergleich zu den vorangegangen Kapiteln relativ klein aus, weniger, weil man dort Lücken setzen wollte, sondern weil die vorhergegangen so intensiv und logisch aufgebaut sind, dass sich ein Großteil bereits auf den Wettkampf beziehen muss. Gerade weil der Blickwinkel so umfangreich ist, scheint er den angloamerikanischen Fachbüchern, die meist nur ihren, lokalen Bereich abdecken, vorzuziehen zu sein. Denn gerade die soziopsychologischen Aspekte (u.a. Entscheidungstypen, Konzentration, Wettkampfpsychologie, soziales Umfeld) kommen hier zum Vorschien und lösen sich von dem Bild des Menschen als Maschine; selbst der Kampf dem Doping (hier etwas sportmartialisch beschrieben) nimmt ein eigenes Kapitel ein. Das wäre in den 1970er Jahren undenkbar gewesen. Dass es trotzdem hochwissenschaftlich zugehen darf, zeigt die über fünfzig Seiten lange Literaturliste (!) und das umfangreiche Glossar, in dem man noch mal eben so zentrale Begriff wie aerob-anaerob, Stretching oder aber auch Fairness widerfinden kann. Fazit: Unverzichtbar für alle Menschen, die sich professionell oder aber auch breitensportlich intensiver mit Bewegung, sportlicher Betätigung und Wettkampfpraxis auseinandersetzen wollen. Ein Standardwerk, nicht nur für Wissenschaftler.

Zur Konditionierung der Kondition den Klassiker

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Ein über 600 Seiten starkes Fachbuch der Trainingswissenschaften, das nicht nur als offizielles Lehrbuch an der Trainerakademie in Köln verwendet wird, sondern auch für den Nichtwissenschaftler das Nonplusultra des deutschsprachigen Wissensstandes darstellt. Die Dichte und der Umfang des Buches spiegeln mehr als vierzig Jahre intensive Beschäftigung mit den Thematiken Leistung, Training und Wettkampf auf Spitzenniveau wider; alle Lehrmeinungen und im Wissensfundus begründbaren Ansätze sind integriert worden. Dass das Autorenkollektiv deshalb in der Einleitung von einer integrativen Humanwissenschaft spricht, darf als berechtigter, moderner Stand der Dinge gelten. Dass neben den klassischen Bewegungswissenschaften, der Biomechanik, der Medizin und der Pädagogik, heute auch die Psychologie und die Soziologie eine bedeutende Rolle einnehmen, wird den Entwicklungen der letze Jahrzehnte eben mehr als gerecht.

In den physikalischen, mechanischen und biochemischen Bereichen wurde der Wissensschatz dafür beständig erweitert; die Grundlagen der Trainingswissenschaften wurden aber von den bedeutendsten Autoren dieses Lehrbuches (Günter Schnabel, Hans-Dietrich-Harre) auch schon in den 1970er Jahren überzeugend dargestellt. Die Strenge der alten DDR-Lehrbücher, die damals die Fakultäten so überzeugend revolutionierten, ist verschwunden und einer umfassenden und psychomental überzeugenden Aufarbeitung gewichen. Der Apfel fällt aber auch vierzig Jahre später noch vom Baum, will heißen: Gerade die biomechanischen Grundlagen werden letztlich nur punktuell erweitert werden können, weil die Natur sich nicht so sehr verändert hat und die Erfolge vielen Sportlern und Trainern seit langem Recht geben.

Dennoch ist dieses hochmoderne Buch unentbehrlich und neue Ansätze sind selbstredend vielfältig integriert. Hochintensitätstraining, neuromuskuläre Gewichtungen, effektiveres Tapering oder Ernährungsmethoden und Videoanalysen werden immer hochaktuell diskutiert und hier vorgestellt. Überhaupt werden die wissenschaftlichen Diskussionen in diesem Werk geschickt hervorgehoben. Nach jedem kleinen Abschnitt werden nämlich nicht nur die Verweise der Literatur angegeben, sondern es wird die Geschichte der Literatur diesbezüglich und deren verschiedene Positionen insgesamt aufgezeigt – eine wichtige und essentielle Metaposition. Und trotzdem, auch das berechtigt, ist die wissenschaftliche Selbsteinschätzung der Herausgeber angenehm; denn auch sie wissen, dass sie nicht ALLES integrieren können und gerade bei so einer unwägbaren Wissenschaft wie der des Körpers (also lebendiger Materie) sind Forscher immer Unwägbarkeiten ausgesetzt.

Beispielhaft für den gesunden Umgang, auch mit dem Wettkampfkörper, sind die Abschnitte der Trainingssteuerung. Auch wenn sich die Begriffe wie Schnelligkeitsbarriere, Höhentraining oder Intervalltraining seit den 1950er Jahren nicht mehr groß geändert haben, sind sie heutzutage viel funktioneller integriert und kongenial erweitert, wenn vor allen Dingen der Blickwinkel auf die Vermeidung von Fehlbelastungen gerichtet wird: ideal für alle Praktiker, die immer den gesamten Menschen verstehen wollen.

Nach der Einleitung gliedert sich das Werk in drei Hauptkapitel: die Grundkonzepte sportlicher Leistungen (Funktionelle Mechanismen, Definitionen der Hauptfaktoren Technik, Koordination und Kondition), sportlichen Trainings (Inhalte, Methodikern, Prinzipien, Trainingssteuerung und –Systeme) und sportlichen Wettkampfs; letzteres fällt aber im Vergleich zu den vorangegangen Kapiteln relativ klein aus, weniger, weil man dort Lücken setzen wollte, sondern weil die vorhergegangen so intensiv und logisch aufgebaut sind, dass sich ein Großteil bereits auf den Wettkampf beziehen muss.

Gerade weil der Blickwinkel so umfangreich ist, scheint er den angloamerikanischen Fachbüchern, die meist nur ihren, lokalen Bereich abdecken, vorzuziehen zu sein. Denn gerade die soziopsychologischen Aspekte (u.a. Entscheidungstypen, Konzentration, Wettkampfpsychologie, soziales Umfeld) kommen hier zum Vorschien und lösen sich von dem Bild des Menschen als Maschine; selbst der Kampf dem Doping (hier etwas sportmartialisch beschrieben) nimmt ein eigenes Kapitel ein. Das wäre in den 1970er Jahren undenkbar gewesen. Dass es trotzdem hochwissenschaftlich zugehen darf, zeigt die über fünfzig Seiten lange Literaturliste (!) und das umfangreiche Glossar, in dem man noch mal eben so zentrale Begriff wie aerob-anaerob, Stretching oder aber auch Fairness widerfinden kann.

Fazit: Unverzichtbar für alle Menschen, die sich professionell oder aber auch breitensportlich intensiver mit Bewegung, sportlicher Betätigung und Wettkampfpraxis auseinandersetzen wollen. Ein Standardwerk, nicht nur für Wissenschaftler.

geschrieben am 02.12.2011 | 610 Wörter | 4239 Zeichen

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