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Disney's Hall of Fame, Bd. 4: Gulbransson


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Rezension von

Frank Drehmel

Gulbransson Im Fokus des vierten Bands der „Disneys Hall of Fame“-Reihe steht nach Don Rosa, Vicar und Romano Scarpa der 1949 in München geborene Jan Gulbransson. Gulbransson, der sich selbst als mehr oder weniger künstlerischen Autodidakten bezeichnet (mit nicht abgeschlossener Ausbildung an der Münchner Kunstakademie), stammt aus einer kunstaffinen Familie, in der es insbesondere sein Großvater, Olaf Leonhard Gulbransson, als Maler, Grafiker und Karrikaturist unter anderem für die renommierte satirische Wochenzeitschrift Simplicissimus zu bescheidenem Ruhm brachte. Nachdem er in den 70'er Jahren des letzten Jahrhunderts Puppen für einige deutsche Fernsehserien entwarf und zudem in einem Zeichentrickstudio seine Brötchen verdiente, suchte Jan Gulbransson in den frühen 80'ern auf einer Kinderbuchmesse in Bologna den Kontakt zu dem niederländischen Disney-Lizenznehmer Oberon, wo er dank seiner Hartnäckigkeit schließlich zum offiziellen Donald-Zeichner avancierte. Für viele seiner Geschichten fungierte der Künstler entweder selbst als Autor, oder aber er entwickelte sie gemeinsam mit einem Koautor, oft mit dem Amerikaner Robert Klein, welchem Gulbransson nicht nur beruflich, sondern auch freundschaftlich verbunden ist. Der vorliegende Sammelband enthält neun Geschichten aus über 20 Jahren Schaffenszeit, von denen drei deutsche Erstveröffentlichungen darstellen. In „Die dreizehn Trilliarden Erbschaft“ aus dem Jahre 1983 müssen sich Donald und Gustav dem Erbe ihres vermeintlich toten Onkels, Dagobert, würdig erweisen, indem sie ihren Geschäftssinn unter Beweis stellen und – wie nicht anders zu erwarten – kläglich versagen. Auch wenn dieses Szenario schon von anderen Autoren bemüht wurde, so wirkt es dennoch schon auf Grund der Charaktereigenschaften der beiden Hauptprotagonisten sowie den damit verbundenen Verwicklungen frisch und witzig. Die weiteren erstveröffentlichten Storys – „Die schneidigen Schulschwänzer“ und „Nanuk der Schlittenhund“ - datieren aus dem Jahr 2005 und wirken sowohl hinsichtlich der Dramaturgie bzw. des Plots, als auch der Grafik deutlich gröber und belangloser als die wesentlich ältere Arbeit. Von den restlichen sechs Geschichten soll hier nur noch die umfangreichste Erwähnung finden, „Der Tiger von Bengalen“, in der sich Dagobert und seine Anverwandten mit einem Lumpen namens Schrottmeier auf der Suche nach dem seltensten Tier auf einen Wettlauf um die Welt einlassen, wobei die Ducks wegen Dagoberts Geiz' einmal mehr mit mageren Ressourcen auskommen müssen und ihnen zudem der bösartige Gegenspieler nicht nur Steine in den Weg zu legen versucht. Es ehrt Gulbransson, dass er für diese Story der Authentizität halber umfangreiche Recherche auf sich genommen hat, allerdings ist das Resultat in dramaturgischer Hinsicht eher schwach, denn der Geschichte fehlt es an erzählerischer Stringenz. Der Autor verstrickt sich in Nebenplots, die nicht immer zu Ende geführt werden, und verliert über das langatmig wirkende Dehnen der Handlung einen pointierten Abschluss aus den Augen. In editorischer Hinsicht gibt es auch an diesem vierten Band nichts auszusetzen. Ein umfangreiches Interview mit dem Künstler – geführt von Wolfgang J. Fuchs – sowie den Geschichten vorangestellte Erläuterungen Gulbranssons vermitteln einen interessanten Einblick in das Schaffen eines der wenigen deutschen Disney-Zeichner. Fazit: Inhaltlich zwar der bisher schwächste Band der „Hall of Fame“-Reihe, für jeden Donald-Fan dennoch ein Muss.

Im Fokus des vierten Bands der „Disneys Hall of Fame“-Reihe steht nach Don Rosa, Vicar und Romano Scarpa der 1949 in München geborene Jan Gulbransson.

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18.02.2018
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18.02.2018

Gulbransson, der sich selbst als mehr oder weniger kĂĽnstlerischen Autodidakten bezeichnet (mit nicht abgeschlossener Ausbildung an der MĂĽnchner Kunstakademie), stammt aus einer kunstaffinen Familie, in der es insbesondere sein GroĂźvater, Olaf Leonhard Gulbransson, als Maler, Grafiker und Karrikaturist unter anderem fĂĽr die renommierte satirische Wochenzeitschrift Simplicissimus zu bescheidenem Ruhm brachte.

Nachdem er in den 70'er Jahren des letzten Jahrhunderts Puppen für einige deutsche Fernsehserien entwarf und zudem in einem Zeichentrickstudio seine Brötchen verdiente, suchte Jan Gulbransson in den frühen 80'ern auf einer Kinderbuchmesse in Bologna den Kontakt zu dem niederländischen Disney-Lizenznehmer Oberon, wo er dank seiner Hartnäckigkeit schließlich zum offiziellen Donald-Zeichner avancierte.

FĂĽr viele seiner Geschichten fungierte der KĂĽnstler entweder selbst als Autor, oder aber er entwickelte sie gemeinsam mit einem Koautor, oft mit dem Amerikaner Robert Klein, welchem Gulbransson nicht nur beruflich, sondern auch freundschaftlich verbunden ist.

Der vorliegende Sammelband enthält neun Geschichten aus über 20 Jahren Schaffenszeit, von denen drei deutsche Erstveröffentlichungen darstellen.

In „Die dreizehn Trilliarden Erbschaft“ aus dem Jahre 1983 müssen sich Donald und Gustav dem Erbe ihres vermeintlich toten Onkels, Dagobert, würdig erweisen, indem sie ihren Geschäftssinn unter Beweis stellen und – wie nicht anders zu erwarten – kläglich versagen. Auch wenn dieses Szenario schon von anderen Autoren bemüht wurde, so wirkt es dennoch schon auf Grund der Charaktereigenschaften der beiden Hauptprotagonisten sowie den damit verbundenen Verwicklungen frisch und witzig.

Die weiteren erstveröffentlichten Storys – „Die schneidigen Schulschwänzer“ und „Nanuk der Schlittenhund“ - datieren aus dem Jahr 2005 und wirken sowohl hinsichtlich der Dramaturgie bzw. des Plots, als auch der Grafik deutlich gröber und belangloser als die wesentlich ältere Arbeit.

Von den restlichen sechs Geschichten soll hier nur noch die umfangreichste Erwähnung finden, „Der Tiger von Bengalen“, in der sich Dagobert und seine Anverwandten mit einem Lumpen namens Schrottmeier auf der Suche nach dem seltensten Tier auf einen Wettlauf um die Welt einlassen, wobei die Ducks wegen Dagoberts Geiz' einmal mehr mit mageren Ressourcen auskommen müssen und ihnen zudem der bösartige Gegenspieler nicht nur Steine in den Weg zu legen versucht. Es ehrt Gulbransson, dass er für diese Story der Authentizität halber umfangreiche Recherche auf sich genommen hat, allerdings ist das Resultat in dramaturgischer Hinsicht eher schwach, denn der Geschichte fehlt es an erzählerischer Stringenz. Der Autor verstrickt sich in Nebenplots, die nicht immer zu Ende geführt werden, und verliert über das langatmig wirkende Dehnen der Handlung einen pointierten Abschluss aus den Augen.

In editorischer Hinsicht gibt es auch an diesem vierten Band nichts auszusetzen. Ein umfangreiches Interview mit dem Künstler – geführt von Wolfgang J. Fuchs – sowie den Geschichten vorangestellte Erläuterungen Gulbranssons vermitteln einen interessanten Einblick in das Schaffen eines der wenigen deutschen Disney-Zeichner.

Fazit: Inhaltlich zwar der bisher schwächste Band der „Hall of Fame“-Reihe, für jeden Donald-Fan dennoch ein Muss.

geschrieben am 05.10.2009 | 482 Wörter | 3058 Zeichen

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