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Nachtschicht


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Rezension von

Marc-Florian Wendland

Nachtschicht Zwanzig Geschichten aus der Feder des „frühen“ Stephen King. Ich betone in diesem Kontext die Entstehungspoche der Geschichten so deutlich, da man in diesen Geschichten eine bemerkenswerte Ideenvielfalt und jede Menge Schöpfungsdrang verspürt, die er später nicht mehr in dieser klaren Form und Prägnanz erreichte. King hat eine bestimmte Methode, wenn es darum geht in Situationen einzusteigen oder Charaktere zu beschreiben. Er braucht für beides nur wenig Worte und er bringt dem Leser durch gezielten Einsatz stilistischer Mittel eine absolute Vertrautheit mit dem Schauplatz oder der Person. Das ist eine Gabe, die insbesondere seine Kurgeschichten in „Nachtschicht“ zu einem echten Schmankerl fantastisch-dunkler Literatur werden lässt. Nachfolgend ein paar besonders lesenswerte (nach Meinung des Rezensenten) Geschichten der Anthologie: 1.Das Schreckgespenst: Ein Mann berichtet seinem Psychiater, wie er seine Familie an den Boogie-Man verloren hat, der in den Schränken haust und des Nachts auf Opfersuche geht... 2.Graue Masse: Nach dem Verzehr einer merkwürdigen grauen, gallertartigen Masse verwandelt sich der Verzehrer in ebensolche... 3.Einen auf den Weg: Eine weitere Geschichte um die Vampirstadt Salem's Lot. 4.Der Mangler: Die um Längen bessere literarische Grundlage des gleichnamigen Films. Zwei Exorzisten versuchen einer mächtigen, altmodischen Wäschemangel den Teufel auszutreiben. 5.Ich bin das Tor: Ein Astronaut muss nach einem Ausflug auf den Mars feststellen, dass er für eine unheilvolle dunkle Macht das Tor zur Erde darstellt... Das ist nur eine kleine Auswahl der Geschichten, die mir sehr gut gefallen haben. Von zwanzig Geschichten sind in der Tat nur zwei dabei, die ein wenig aus dem Genialitätsschema hinausfallen. Das ist zum einen „Briefe aus Jerusalem“ (zu lang und zu langweilig) und „Der Rasenmähermann“ (einfach nur zu abgedreht). Ansonsten finden sich die Vorlagen für zahlreiche (zumeist wesentlich schlechtere) Filme wieder, etwa „Die Kinder des Mais“, „Trucks“ oder „Spätschicht“. Nicht zu vergessen ist auch das moderne Voodo-Märchen „Ich weiß was du brauchst“. Einfach nur klasse! Thematisch lassen sich die Storys in verschiedene Genres einstufen. Von Horror über Thriller und Science Fiction bis hin zu prickelnder Mystery. Einzig klassische Fanatsy-Kurzgeschichten sind nicht vertreten. Neben den King typischen Horrogeschichten finden sich immer wieder surreale Erzählungen, die den Wahnsinn bzw. das Schauerliche subtil vermitteln (Quitters Inc., Der Mauervorsprung, Die letzte Sprosse, Nächtliche Brandung) und dadurch unglaublich real anmuten. King zeigt in diesen Geschichten, dass er anders kann, wenn er möchte. Aber dennoch sind es natürlich die übersinnlichen, blutigen, entsetzlichen und schauerlichen Geschichten, die man von einem King in Perfektion erwartet und auch serviert bekommt. Interessanterweise haben nahezu alle Geschichten ein offenes Ende, was mir bei Kurzgeschichten besonders zusagt, da bei King ist der Ausgang eines Romans sehr mit Vorsicht zu genießen! Wie oft war ich von einem seiner Romane derart fasziniert, bis ich zum Ende gekommen bin (Beispiel: Insomnia). Bei seinen Kurzgeschichten fällt jener ambivalenter Teil glücklicherweise weg. Fazit: Wer sich King in Kurzform geben oder herauszufinden möchte, ob ihm die spezielle Schreibe und Erzählart zusagt, der sei unbedingt auf „Nachtschicht“ verwiesen. Wie gesagt brilliert der frühe King durch knackige, abgefahrene Geschichten, deren Klasse er in nachfolgenden Anthologien nicht mehr oder nur noch sehr vereinzelt erreicht. „Nachtschicht“ bietet alles, um sich im Bett eine paar schöne, gruselige Minuten zu machen. Ein absoluter Klassiker.

Zwanzig Geschichten aus der Feder des „frühen“ Stephen King. Ich betone in diesem Kontext die Entstehungspoche der Geschichten so deutlich, da man in diesen Geschichten eine bemerkenswerte Ideenvielfalt und jede Menge Schöpfungsdrang verspürt, die er später nicht mehr in dieser klaren Form und Prägnanz erreichte. King hat eine bestimmte Methode, wenn es darum geht in Situationen einzusteigen oder Charaktere zu beschreiben. Er braucht für beides nur wenig Worte und er bringt dem Leser durch gezielten Einsatz stilistischer Mittel eine absolute Vertrautheit mit dem Schauplatz oder der Person. Das ist eine Gabe, die insbesondere seine Kurgeschichten in „Nachtschicht“ zu einem echten Schmankerl fantastisch-dunkler Literatur werden lässt. Nachfolgend ein paar besonders lesenswerte (nach Meinung des Rezensenten) Geschichten der Anthologie:

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1.Das Schreckgespenst: Ein Mann berichtet seinem Psychiater, wie er seine Familie an den Boogie-Man verloren hat, der in den Schränken haust und des Nachts auf Opfersuche geht...

2.Graue Masse: Nach dem Verzehr einer merkwĂĽrdigen grauen, gallertartigen Masse verwandelt sich der Verzehrer in ebensolche...

3.Einen auf den Weg: Eine weitere Geschichte um die Vampirstadt Salem's Lot.

4.Der Mangler: Die um Längen bessere literarische Grundlage des gleichnamigen Films. Zwei Exorzisten versuchen einer mächtigen, altmodischen Wäschemangel den Teufel auszutreiben.

5.Ich bin das Tor: Ein Astronaut muss nach einem Ausflug auf den Mars feststellen, dass er fĂĽr eine unheilvolle dunkle Macht das Tor zur Erde darstellt...

Das ist nur eine kleine Auswahl der Geschichten, die mir sehr gut gefallen haben. Von zwanzig Geschichten sind in der Tat nur zwei dabei, die ein wenig aus dem Genialitätsschema hinausfallen. Das ist zum einen „Briefe aus Jerusalem“ (zu lang und zu langweilig) und „Der Rasenmähermann“ (einfach nur zu abgedreht). Ansonsten finden sich die Vorlagen für zahlreiche (zumeist wesentlich schlechtere) Filme wieder, etwa „Die Kinder des Mais“, „Trucks“ oder „Spätschicht“. Nicht zu vergessen ist auch das moderne Voodo-Märchen „Ich weiß was du brauchst“. Einfach nur klasse!

Thematisch lassen sich die Storys in verschiedene Genres einstufen. Von Horror über Thriller und Science Fiction bis hin zu prickelnder Mystery. Einzig klassische Fanatsy-Kurzgeschichten sind nicht vertreten. Neben den King typischen Horrogeschichten finden sich immer wieder surreale Erzählungen, die den Wahnsinn bzw. das Schauerliche subtil vermitteln (Quitters Inc., Der Mauervorsprung, Die letzte Sprosse, Nächtliche Brandung) und dadurch unglaublich real anmuten. King zeigt in diesen Geschichten, dass er anders kann, wenn er möchte. Aber dennoch sind es natürlich die übersinnlichen, blutigen, entsetzlichen und schauerlichen Geschichten, die man von einem King in Perfektion erwartet und auch serviert bekommt. Interessanterweise haben nahezu alle Geschichten ein offenes Ende, was mir bei Kurzgeschichten besonders zusagt, da bei King ist der Ausgang eines Romans sehr mit Vorsicht zu genießen! Wie oft war ich von einem seiner Romane derart fasziniert, bis ich zum Ende gekommen bin (Beispiel: Insomnia). Bei seinen Kurzgeschichten fällt jener ambivalenter Teil glücklicherweise weg.

Fazit: Wer sich King in Kurzform geben oder herauszufinden möchte, ob ihm die spezielle Schreibe und Erzählart zusagt, der sei unbedingt auf „Nachtschicht“ verwiesen. Wie gesagt brilliert der frühe King durch knackige, abgefahrene Geschichten, deren Klasse er in nachfolgenden Anthologien nicht mehr oder nur noch sehr vereinzelt erreicht. „Nachtschicht“ bietet alles, um sich im Bett eine paar schöne, gruselige Minuten zu machen. Ein absoluter Klassiker.

geschrieben am 16.09.2009 | 520 Wörter | 3236 Zeichen

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