
| ISBN | 3764504293 | |
| Autor | Julia Karnick | |
| Verlag | Blanvalet | |
| Sprache | deutsch | |
| Seiten | 352 | |
| Erscheinungsjahr | 2012 | |
| Extras | - |

„Ich glaube, der Fliesenleger ist tot“ von der deutschen Autorin Julia Karnick erschien im April 2012 beim Blanvalet-Verlag. Es handelt sich um das erste Buch der Journalistin, die lange Zeit Kolumnen für die Zeitschrift „Brigitte“ geschrieben hat.

Als Julia Karnicks Ehemann sie zu überzeugen versucht, ein eigenes Haus zu kaufen, ist sie zunächst nicht unbedingt begeistert. Doch er ködert sie schließlich mit dem Gedanken, wie viel Miete sich im Laufe eines Lebens so ansammelt. Die beiden kaufen einen sanierungsbedürftigen Altbau, den sie wieder auf Trab bringen wollen. Die junge Architektin, die sie angeheuert haben, empfiehlt ihnen jedoch, das Gebäude abzureißen und komplett neu aufzubauen. Julia und ihr Mann ahnen noch nicht, was auf sie zukommt, als sie dem Vorschlag zustimmen. Denn vor ihnen liegt ein wahres Abenteuer. Auf humorvolle Art und Weise erzählt Julia Karnick von unzuverlässigen Handwerkern, unvorhersehbaren Wetterbedingungen und aus dem Nichts auftauchenden Kostenbergen.
„Ich glaube, der Fliesenleger ist tot“ ist ein sehr unterhaltsames Buch, mit dem sich viele Menschen identifizieren können dürften. Egal, ob man selbst schon mal ein Haus renoviert hat oder auch nur das eine oder andere Mal Handwerker da hatte, die Autorin kennt das ganze Programm und beschreibt Situation, die so oder so ähnlich schon unzähligen Menschen vor ihr passiert sind. Dabei erzählt sie allerdings nicht im Jammerton, sondern berichtet immer mit einem leichten Augenzwinkern von ihren Erlebnissen. So bringt sie den Leser oft zum Schmunzeln. Das eine oder andere Mal musste ich aufgrund der gelungen Formulieren sogar laut lachen, besonders bei den Situationen, mit denen ich mich selbst identifizieren konnte.
Auch der Aufbau ist der Autorin gut gelungen. Sie beschreibt im Wesentlichen in chronischer Reihenfolge. So ist das Buch in fünf Abschnitte unterteilt: „Der Haustraum“, „Der Hauskauf“, „Die Hausplanung“, „Der Hausbau“ und „Im neuen Haus“. Jeder dieser Teile enthält noch einmal mehrere kleine Kapitel, in denen die Autorin von den Bauarbeiten, den Kostenberechnungen und dem Papierkram erzählt, durch den sie sich kämpfen musste.
Die Schreibweise der Autorin ist sehr angenehm. So kann man das Buch genauso leicht durchlesen wie einen Roman und stolpert nicht ständig über hochtrabende Fachbegriffe und umständliches Beamtendeutsch. Manche Autoren tendieren ja dazu, sich bei solchen Themen in endlosen Schachtelsätzen zu verlieren. Nicht so Karnick. Sie berichtet in einer Sprache, als würde sie neben einem sitzen und privat von ihren Erlebnissen erzählen, ohne dabei einen gewissen Stil zu verlieren. Besonders ihre leichte Ironie, die sie immer wieder einbringt, ist sehr erfrischend. So sieht sie das Abenteuer Hausbau im Nachhinein sehr viel lockerer.
Fazit: „Ich glaube, der Fliesenleger ist tot“ versteht es, den Leser großartig zu unterhalten. Egal, ob man schon ein eigenes Haus gebaut hat, es plant oder einfach nur eine nette und humorvolle Erzählung lesen möchte. Dieses Buch bedient jeden.
geschrieben am 13.10.2012 | 451 Wörter | 2640 Zeichen
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