
| ISBN | 3551375976 | |
| Autor | Gudrun Mebs | |
| Verlag | Carlsen | |
| Sprache | deutsch | |
| Seiten | 128 | |
| Erscheinungsjahr | 2009 | |
| Extras | - |

Der Schuber vereint die drei ersten Taschenbücher über den kleinen Frieder und seine liebenswerte und robuste Oma, sodass Kinder und vorlesende Eltern viele Abende mit den beiden verbringen können. Oma und Frieder geraten in immer neue Situationen, die sowohl das Kind als auch die Großmutter herausfordern und zu phantasievollen Höchstleistungen anspornen. Dabei kommen viele Alltagsprobleme zur Sprache, in die ein Kind im Alter von Frieder geraten kann, aber ebenso die hohe Belastung, die man bei der Beaufsichtigung und Bespaßung eines kleinen Jungen aushalten können muss. Erfreulich ist dabei der mitunter recht robuste Sprachduktus: die Oma flucht auch schon mal, beide schreien auch mal rum, die Sätze sind kurz und mit kindtypischen „Fehlern“, z.B. dem häufigen Gebrauch des Verbs „tun“. Dies stärkt die Identifikation mit den Figuren, verleiht ihnen Glaubwürdigkeit und grenzt sich in gesunder Weise von „wie haben uns alle lieb - Kinderbüchern“ ab. Bisweilen wird an dieser sprachlichen Besonderheit der Geschichten Anstoß genommen, etwa in Bewertungskommentaren. Dies ist aber meines Erachtens nicht überzeugend: natürlich stammen die Geschichten aus dem Erfahrungsschatz von vor 30 Jahren und länger, als man noch nicht so sehr auf sprachliche political correctness gegenüber Kindern zu achten hatte. Und noch heute ist so ein Ton, gerade zwischen robusten Großeltern und wilden Enkeln nichts Falsches. Wer sich jedoch ernsthaft daran stört, soll einfach die Finger von den Geschichten lassen.

Nun noch ein paar Beispiele aus dem Inhalt. Im ersten Band „Oma schreit der Frieder“, übrigens auch der Anfangssatz jeder Geschichte, machen die beiden ein Picknick bei strömendem Regen im Buswartehäuschen, versuchen einen Rollentausch, indem Frieder Oma spielt, lernt Frieder Schreiben beim Backen und drückt sich vor dem Waschen, um am Ende doch im Lieblingsschaumbad zu landen. Im zweiten Band „Und wieder schreit der Frieder Oma!“ muss Oma den imaginären Freund Batzi spielen, quälen sich die beiden beim Schuhekaufen für Frieder mit der richtigen Auswahl wird Frieder beim Warten auf den Nikolaus genarrt und sucht sich eine neue junge Oma. Im dritten Band „Oma und Frieder - jetzt schreien sie wieder“ simulieren die beiden eine Wüste, werden im Linienbus voneinander getrennt, macht die Oma Schnee mit Zeitungsschnipseln und wird Frieder von der Neugier auf den Inhalt seiner Schultüte geplagt. Diese und viele weitere Geschichten dürfen entdeckt und lauthals vorgelesen werden. Denn das ist ebenfalls das Schöne an den mitunter ruppigen Dialogen: sie eignen sich so überhaupt nicht zum Säuseln und so kann man die Kinder beim Vorlesen direkt zum Lachen bringen, ggf. sogar mal Dialoge mit ihnen nachschreien. Ein Erlebnis mit Spaßgarantie.
Insgesamt sind die drei Bände auch nach all den Jahren ihres erstmaligen Erscheinens ein toller Bestandteil jedes Kinderzimmerbücherschranks und lehren ganz einfach, wie schön es ist, einander so sehr zu mögen und auch mal deftig zu streiten wie eben Frieder und seine Oma es tun.
geschrieben am 14.12.2013 | 457 Wörter | 2639 Zeichen
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