
| ISBN | 3548374573 | |
| Autor | Frau Freitag | |
| Verlag | Ullstein | |
| Sprache | deutsch | |
| Seiten | 288 | |
| Erscheinungsjahr | 2012 | |
| Extras | - |

Frau Freitag, ihres Zeichens Lehrerin an einer Berliner Gesamtschule mit den Fächern Englisch und Kunst und hobbymäßige Bloggerin, lässt ihre Leser nach dem Erfolgstitel "Chill mal Frau Freitag" zum zweiten Mal in Buchform an ihrem Lehreralltag teilhaben.

Dieses Schuljahr soll sie ihre 10. Klasse zum Schulabschluss begleiten, nur leider nimmt sie das Ganze wesentlich ernster als ihre Schutzbefohlenen. Die haben ganz andere Dinge im Kopf und tauchen oft verspätet oder gar nicht in der Schule auf. Nach ihren Berufswünschen gefragt kommt meist ein indifferentes „keine Ahnung“ als Antwort, oder aber so erfrischende Wünsche wie Bordellbetreiber, Feuerwehrmann, Polizist oder „Diseinerin“.
Bei dem täglichen Kampf gegen den überall vorherrschenden Wahnsinn ist die engagierte Frau Freitag manchmal kurz davor zu verzweifeln, im nächsten Moment aber schon wieder zutiefst beglückt, wenn die Schüler doch mal mehr leisten als erwartet oder ihr bescheinigen, eine tolle Lehrerin zu sein.
Ganz auf der Höhe der Zeit legt sie sich ein Frau-Freitag-Profil für „Kinder-facebook“ an und erinnert die lieben, gar nicht mehr so Kleinen an ihre Hausaufgaben und was sonst noch so auf dem Programm steht. Bisweilen müssen sie auch hier zur Ordnung gerufen werden, dann gibt es Diskussionen über Weltpolitik und Wirtschaftslage, Libanonkonflikt und HartzIV, Kopftuch oder kein Kopftuch.
Wenn es mal wieder zu arg wird, hat Frau Freitag zum Glück immer ihre Lehrerfreundinnen, mit denen sie alles bereden kann und ihren allzeit verlässlichen Freund.
Sicherlich ist Einiges davon, was sie schildert, sehr überspitzt dargestellt; aber beim Lesen ertappt man sich als Lehrkraft des Öfteren bei dem Gedanken „Been there, auch schon so erlebt.“ und als Nicht-Lehrer erhält man Einblick in das System Schule und die Mechanismen, die für dessen (Nicht)Funktionieren verantwortlich sind.
Das Sprachniveau ist erwartungsgemäß schülernah und nicht sonderlich anspruchsvoll. Diese Tatsache macht die Ausführungen aber umso glaubhafter und man hat das Buch recht schnell durchgelesen. Wer dann immer noch nicht genug hat, kann sich aktuelle Einträge von Frau Freitag auf ihrem Blog „Na, wie war’s in der Schule?“ unter http://fraufreitag.wordpress.com/ durchlesen.
AmĂĽsant, unterhaltsam, zuweilen auch traurig und erschreckend. Auf jeden Fall lesenswert.
geschrieben am 07.10.2012 | 338 Wörter | 2043 Zeichen
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