
| ISBN | 3453265475 | |
| Autor | Stefanie Gercke | |
| Verlag | Heyne | |
| Sprache | deutsch | |
| Seiten | 796 | |
| Erscheinungsjahr | 2007 | |
| Extras | gebundene Ausgabe |

Mit „Über den Fluss nach Afrika“ hat Stephanie Gercke wieder einmal ein einmaliges Afrika-Epos konzipiert und führt ihre treuen Leser erneut eindrucksvoll durch und in den schwarzen Kontinent ein.

Dieser Roman beschreibt wenige Tage im Leben von Benita Forrester, einer erfolgreichen Bankerin, die in London lebt. Benita, die als Benita Steinach in Südafrika als Tochter einer Zulu und eines Weißen geboren wurde, erhält eines Tages bei ihren Adoptiveltern in England ein Päckchen mit einem geschnitzten Imvubu. Diese Flusspferd-Figur verbindet Benita mit ihren Eltern Michael und Gugu Steinach und bringt sie so dazu, nach nunmehr achtzehn Jahren wieder in ihr Heimatland Südafrika zu fliegen. Da Benita seit ihrer Ankunft in England an einer Amnesie leidet und ihr Gedächtnis die schrecklichen Ereignisse vor achtzehn Jahren gelöscht hat, hofft sie, durch einen Besuch ihrer Heimat ihre Erinnerung wiederzuerlangen und sich daran zu erinnern, wie ihre Mutter damals ums Leben kam.
Der offizielle Anlass der Reise ist jedoch ein anderer: Die Kreditbewilligung eines Klienten in Südafrika. So fliegt Benita nicht allein, sondern wird von Gloria Pryce, einer Anwältin, und Roderick Ashbourton, ihrem Vorgesetzten und Ex-Freund begleitet.
Sie finden Unterkunft auf der Farm Inqaba, auf der neben ihrem Klienten Dr. Erasmus auch Gugu, Benitas Mutter, wohnt. Inqaba ist nämlich die Farm von Benitas Eltern, auf der sie als kleines Mädchen mit ihnen zusammengelebt hat. Da Benita als Vierzehnjährige aber von ihrem Vater nach England gebracht wurde und seitdem nichts mehr von ihren leiblichen Eltern gehört hat, lebt sie in dem Glauben, ihre Mutter sei bereits tot. Und auch ihre Mutter nimmt an, dass ihre Tochter, die vor achtzehn Jahren spurlos verschwand, nicht mehr am Leben ist.
Benita verlebt ein paar wunderschöne Tage in ihrer Heimat, bis zwei Leichen auf der Farm gefunden werden. Zwar sind sie zum Teil von Löwen angefressen worden, doch lässt sich eindeutig feststellen, dass es sich nicht um einen Unfall handelt, sondern um Mord. Dass unter diesen ein alter Freund von Benitas Adoptivvater ist, der gebeten wurde, während ihres Aufenthaltes auf sie Acht zu geben, macht sie etwas stutzig. Nun stellt sich für Benita nicht nur die Frage, wer hinter den Morden steckt, sondern auch, ob dieser Jemand auch hinter ihr her ist und etwas mit den Ereignissen vor ihrer Flucht zu tun hatte?
Gercke schafft es, in diesem Roman dem Leser ein Afrika zu zeigen, das man auf keiner Safari findet. Die Handlung wird aus Sicht eines Mädchens geschildert, das trotz eines weißen Vaters als Schwarze gesehen wird und deswegen überall hinten anstehen muss - sei es auf der Bank oder am Strand, wo Schwarzen nur begrenzte Abschnitte zur Verfügung stehen.
Da alles aus Benitas Sicht erzählt wird, bekommt der Leser eine Vorstellung vom Leben zur Zeit der Apartheid: Wie sich ein kleines Mädchen gefühlt haben muss, dem man plötzlich verbietet, weiterhin mit einer Freundin zu spielen, nur weil diese als „Weiße“ und man selbst als „Schwarze“ eingestuft wird.
Wer Afrika-Romane liebt, kommt um Stefanie Gerckes Romane nicht herum. Sie schafft es, dem Leser Afrika erleben zu lassen, als sei man selbst vor Ort und könne die „Big Five“ beobachten. Auch Freunde von Liebesgeschichten werden von diesem Werk nicht enttäuscht sein. Ein Muss für jeden Afrika-Fan.
geschrieben am 04.02.2008 | 525 Wörter | 2870 Zeichen
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