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Rotes Irrlicht beim Versuch sich einen Reim zu machen


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Rezension von

Alexander Muehlen

Rotes Irrlicht beim Versuch sich einen Reim zu machen Assoziationen, Amateurfußball und Aznavour: Gereimtes von Robert Goepel Robert Goepel: Rotes Irrlicht – beim Versuch sich einen Reim zu machen, kid-Verlag Bonn, Sept. 2019, 17,80 € Der Bonner kid-Verlag hat sich aus bescheidenen Anfängen hoch gearbeitet und manchem lokalen Talent eine Chance gegeben. Seine Entscheidung, neben einem mit viel Gespür erstellten Jahresprogramm neuerdings auch „books-on-demand“-Wünsche zu erfüllen, gibt seinem Wirken eine weitere Dimension. So passt es ins Bild, dass er jetzt den großen Schritt macht, den optisch spektakulär ausgestalteten 30 x 20 cm Gedichtband des 74-jährigen Bonner Psychotherapeuten und leidenschaftlichen Amateurfußballers Robert Goepel herauszugeben. Das Buch enthält gut 100 vom Verfasser entweder mit „object art“ eigener Produktion oder Klassikern der bildenden Kunst illustrierte Gedichte. Diese Abbildungen mit ihren überaus leuchtenden Farben absorbieren zunächst die Aufmerksamkeit und erinnern daran, dass der Autor bisher vorwiegend bildnerisch gestaltend optisch unterwegs war. Ein Bildband hierzu ist im gleichen Verlag erschienen. Beim zweiten Hinsehen entdeckt der Leser handwerklich fast makellose, überwiegend gereimte und leicht zugängliche Verse. Diese sind allerdings, folgt man dem Verfasser, thematisch geeignet, finstere Stimmung zu erzeugen, zu verstärken, vielleicht auch - dadurch inspiriert - zu bekämpfen. Hier, mein lieber Herr Autor, muss ich passen. Diese Steilvorlage erreicht nicht mal meine Großmutter, die im Gegensatz zur Ihrigen der Nachwelt kein Büchlein mit zitierbarer beschwingter Poesie hinterlassen hat. Sie mögen sich noch so sehr um Finsternis bemühen – Tod und Leiden aller Art kommen quasi als Leitmotive daher –, die grellen Farben und leichtfüßigen Trochäen werden immer wieder zu fröhlichen Trophäen! Weder der aufgespießte heilige Sebastian noch zweimal Sisyphos bei der Arbeit, weder ein Jackson Pollock noch ein „Auschwitz aus Strandholz etc.“ können dem heiteren Basso Continuo etwas anhaben… Originell: Eine Zeitreise ins Jahr 1962 bringt eine gendermäßig akzeptable deutsche Textreplik auf das Charles-Aznavour-Chanson „Tu t’laisses aller“ (Du lässt dich geh‘n). Damals hieß es bei Caterina Valente noch „Mein Ideal“: Votum: Zum Anschaffen und Verschenken sehr zu empfehlen 8 von 10 Punkten.

Assoziationen, Amateurfußball und Aznavour: Gereimtes von Robert Goepel

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Robert Goepel: Rotes Irrlicht – beim Versuch sich einen Reim zu machen, kid-Verlag Bonn, Sept. 2019, 17,80 €

Der Bonner kid-Verlag hat sich aus bescheidenen Anfängen hoch gearbeitet und manchem lokalen Talent eine Chance gegeben. Seine Entscheidung, neben einem mit viel Gespür erstellten Jahresprogramm neuerdings auch „books-on-demand“-Wünsche zu erfüllen, gibt seinem Wirken eine weitere Dimension.

So passt es ins Bild, dass er jetzt den großen Schritt macht, den optisch spektakulär ausgestalteten 30 x 20 cm Gedichtband des 74-jährigen Bonner Psychotherapeuten und leidenschaftlichen Amateurfußballers Robert Goepel herauszugeben. Das Buch enthält gut 100 vom Verfasser entweder mit „object art“ eigener Produktion oder Klassikern der bildenden Kunst illustrierte Gedichte.

Diese Abbildungen mit ihren überaus leuchtenden Farben absorbieren zunächst die Aufmerksamkeit und erinnern daran, dass der Autor bisher vorwiegend bildnerisch gestaltend optisch unterwegs war. Ein Bildband hierzu ist im gleichen Verlag erschienen. Beim zweiten Hinsehen entdeckt der Leser handwerklich fast makellose, überwiegend gereimte und leicht zugängliche Verse. Diese sind allerdings, folgt man dem Verfasser, thematisch geeignet, finstere Stimmung zu erzeugen, zu verstärken, vielleicht auch - dadurch inspiriert - zu bekämpfen.

Hier, mein lieber Herr Autor, muss ich passen. Diese Steilvorlage erreicht nicht mal meine Großmutter, die im Gegensatz zur Ihrigen der Nachwelt kein Büchlein mit zitierbarer beschwingter Poesie hinterlassen hat.

Sie mögen sich noch so sehr um Finsternis bemühen – Tod und Leiden aller Art kommen quasi als Leitmotive daher –, die grellen Farben und leichtfüßigen Trochäen werden immer wieder zu fröhlichen Trophäen! Weder der aufgespießte heilige Sebastian noch zweimal Sisyphos bei der Arbeit, weder ein Jackson Pollock noch ein „Auschwitz aus Strandholz etc.“ können dem heiteren Basso Continuo etwas anhaben…

Originell: Eine Zeitreise ins Jahr 1962 bringt eine gendermäßig akzeptable deutsche Textreplik auf das Charles-Aznavour-Chanson „Tu t’laisses aller“ (Du lässt dich geh‘n). Damals hieß es bei Caterina Valente noch „Mein Ideal“:

Votum: Zum Anschaffen und Verschenken sehr zu empfehlen

8 von 10 Punkten.

geschrieben am 20.12.2019 | 316 Wörter | 1986 Zeichen

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