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Turbulenzen des Herrn Rogalla


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Informationen zum Buch
  ISBN
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  Extras

Rezension von

Alexander Muehlen

Turbulenzen des Herrn Rogalla Rogalla, das klingt nach altem Hochadel und jungem Zechenlehrling, nach dem Herrn Bregulla aus ich weiß nicht mehr welchem HÖR-ZU-Roman. Rogalla ist der reine Tor, Parsifal und Hans im Glück, dem fast alles missrät, ohne dass dies seinem Selbstwertgefühl und seinem „mal wieder davon gekommen“-Dusel abträglich wäre. Immerhin tritt der Protagonist in „Ich-Form“, also mit der Stimme der Verfasserin, auf: Es handelt sich um ein Faktum, dessen Vorkommen die Literaturkritik immer noch bezweifelt, nämlich dass eine starke Frau sich in einen – schwachen – Mann hinein versetzen und darüber einen längeren, überzeugenden Text schreiben könne. Zwei Dutzend Geschichten über einen Waschlappen namens Rogalla – das muss Frau erst mal durchhalten… Gesellschaftlich betreten wir vermintes Gelände. Die Ehefrau des Titel-„Helden“ geht dem geregelten Gelderwerb als Lehrerin nach und teilt ihr Einkommen mit dem Hausmann. Wenn Kinder da sind, wird dies heute als Rollenmuster akzeptiert, ja, von vielen gefordert. Ist kein Nachwuchs vorhanden, bekommen wir einen Herrn Rogalla, der mit leisem Protest erduldet, dass seine geliebte Brigitte hn finanziell an der kurzen Leine hält, mit dem Schuldirektor, ihrem Chef, eine Affäre anfängt und mal eben für 4 Monate nach Asien reist. Sein Alltag wird von seltsamen Jobsuchen, Schrulligkeiten und schlichtem Pech beherrscht – er sammelt Wörter mit weichen Lauten wie l, w und m („Löwenmäulchen“), legt sich das Pseudonym „Rainer Maria Rogalla“ zu, sitzt oben in der Riesenradgondel, wenn sie außerplanmäßig stehen bleibt, und nimmt unvorbereitet einen Aushilfsjob in Lateinnachhilfe an, was prompt in diverse Katastrophen mündet. Ab und zu landet er auch mal einen Treffer, denn die Trophäe des Abends, eine Dame aus einer Kontaktanzeige, findet an seiner Passivität mehr Gefallen als am gockelhaften Betragen zweier anderer Freier. Und immer wieder sind da auch Momente der Harmonie zwischen den Eheleuten, wenn sie sich bei der Kleiderauswahl für einen Modefoto-Termin gemeinsam an- bzw. aus der Affäre ziehen. Alte Dramen, Probleme auf Reisen/bei der Hotelunterkunft/mit verwechselten Koffern wirken lange nach. Aktuelles wie das Flüchtlingsthema und Jugendkriminalität kommen in eigenen Episoden vor. Zwischendurch darf Rogalla als Gruppentourist auch mal nach Indien reisen. Dass seine Frau zu Hause bleibt, fällt nicht auf, da sie eh gerade keine Ferien hat. Stattdessen wächst sich diese Episode zu einem Kurz-Krimi mit Psycho-Effekten aus, und der moralische Verlierer heißt wie fast immer: Rogalla!!! Weiter verrate ich nichts von den verbleibenden 100 Seiten dieses Buches, mein Rat heißt „kaufen und selbst lesen“. Schlussfazit: Es handelt sich sehr wohl um einen Roman mit Witz und Charme, die Bezeichnung >Geschichten< ist tief gestapelt.

Rogalla, das klingt nach altem Hochadel und jungem Zechenlehrling, nach dem Herrn Bregulla aus ich weiß nicht mehr welchem HÖR-ZU-Roman. Rogalla ist der reine Tor, Parsifal und Hans im Glück, dem fast alles missrät, ohne dass dies seinem Selbstwertgefühl und seinem „mal wieder davon gekommen“-Dusel abträglich wäre.

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Immerhin tritt der Protagonist in „Ich-Form“, also mit der Stimme der Verfasserin, auf:

Es handelt sich um ein Faktum, dessen Vorkommen die Literaturkritik immer noch bezweifelt, nämlich dass eine starke Frau sich in einen – schwachen – Mann hinein versetzen und darüber einen längeren, überzeugenden Text schreiben könne. Zwei Dutzend Geschichten über einen Waschlappen namens Rogalla – das muss Frau erst mal durchhalten…

Gesellschaftlich betreten wir vermintes Gelände. Die Ehefrau des Titel-„Helden“ geht dem geregelten Gelderwerb als Lehrerin nach und teilt ihr Einkommen mit dem Hausmann. Wenn Kinder da sind, wird dies heute als Rollenmuster akzeptiert, ja, von vielen gefordert. Ist kein Nachwuchs vorhanden, bekommen wir einen Herrn Rogalla, der mit leisem Protest erduldet, dass seine geliebte Brigitte hn finanziell an der kurzen Leine hält, mit dem Schuldirektor, ihrem Chef, eine Affäre anfängt und mal eben für 4 Monate nach Asien reist. Sein Alltag wird von seltsamen Jobsuchen, Schrulligkeiten und schlichtem Pech beherrscht – er sammelt Wörter mit weichen Lauten wie l, w und m („Löwenmäulchen“), legt sich das Pseudonym „Rainer Maria Rogalla“ zu, sitzt oben in der Riesenradgondel, wenn sie außerplanmäßig stehen bleibt, und nimmt unvorbereitet einen Aushilfsjob in Lateinnachhilfe an, was prompt in diverse Katastrophen mündet.

Ab und zu landet er auch mal einen Treffer, denn die Trophäe des Abends, eine Dame aus einer Kontaktanzeige, findet an seiner Passivität mehr Gefallen als am gockelhaften Betragen zweier anderer Freier. Und immer wieder sind da auch Momente der Harmonie zwischen den Eheleuten, wenn sie sich bei der Kleiderauswahl für einen Modefoto-Termin gemeinsam an- bzw. aus der Affäre ziehen. Alte Dramen, Probleme auf Reisen/bei der Hotelunterkunft/mit verwechselten Koffern wirken lange nach. Aktuelles wie das Flüchtlingsthema und Jugendkriminalität kommen in eigenen Episoden vor. Zwischendurch darf Rogalla als Gruppentourist auch mal nach Indien reisen. Dass seine Frau zu Hause bleibt, fällt nicht auf, da sie eh gerade keine Ferien hat. Stattdessen wächst sich diese Episode zu einem Kurz-Krimi mit Psycho-Effekten aus, und der moralische Verlierer heißt wie fast immer: Rogalla!!!

Weiter verrate ich nichts von den verbleibenden 100 Seiten dieses Buches, mein Rat heißt „kaufen und selbst lesen“.

Schlussfazit: Es handelt sich sehr wohl um einen Roman mit Witz und Charme, die Bezeichnung >Geschichten< ist tief gestapelt.

geschrieben am 25.02.2019 | 411 Wörter | 2375 Zeichen

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