
| ISBN | 3550080042 | |
| Autor | Joe Bausch | |
| Verlag | Ullstein | |
| Sprache | deutsch | |
| Seiten | 288 | |
| Erscheinungsjahr | 2012 | |
| Extras | - | |
| Preis | ab 15,00 Euro |

„Knast“ von dem deutschen Mediziner und Schauspieler Joe Bausch ist im März 2012 beim Ullstein Hardcover-Verlag erschienen.

Joe Bausch arbeitet seit über fünfundzwanzig Jahren als Gefängnisarzt in der Justizvollzugsanstalt Werl. Was er dort im Laufe der Zeit erlebt hat, schildert er in seinem ersten Buch.
Da Joe Bausch selbst seit fünfundzwanzig Jahre als Gefängnisarzt arbeitet, kann man schon erahnen, dass „Knast“ ziemlich hautnahe Einblicke gewährt. Tatsächlich deckt der Autor in seinem Buch so ziemlich den gesamten Bereich rund um das Thema Knast ab. Er schildert den Alltag in einer Justizvollzugsanstalt, wobei er nicht nur harte Fakten liefert, sondern vor allem Wert darauf legt, dem Leser ein Gefühl davon zu vermitteln, was das Eingesperrtsein für die Gefangenen bedeutet. Außerdem liefert der Autor eine ganze Reihe von konkreten Fällen, denn als Gefängnisarzt, der der Schweigepflicht unterliegt, vertrauen ihm die Insassen vieles an. Ein interessantes Repertoire dieser Geschichten gibt der Autor hier in anschaulicher, gut lesbarer Weise wieder.
„Knast“ ist keine fortlaufende Geschichte, sondern eine Sammlung von Erzählungen und Erklärungen, die relativ willkürlich zusammengewürfelt erscheint. Dennoch versteht der Autor es, seinen Leser zu packen, denn durch die Vermischung der einzelnen Themen und Erzählformen, wird jede Erläuterung von Fakten gleich wieder mit konkreten Beispielen und interessanten Hintergrundgeschichten aufgelockert. So lässt sich „Knast“ ruckzuck herunterlesen.
Das bedeutet aber nicht, dass das Buch keinen bleibenden Eindruck hinterlässt. Viele der Geschichten bleiben einem noch über die Lektüre hinaus im Kopf. Der Autor zeigt die Insassen auch von einer anderen Seite als der, wegen der sie verurteilt wurden, und vermittelt einem ein Gefühl dafür, wie es sich anfühlen muss, eingesperrt zu werden und mit dem gewalttätigen und würdelosen Alltag im Gefängnis klarzukommen. Dabei versucht der Autor nicht, Mitleid für Kriminelle zu erregen, sonder präsentiert lediglich ein sachliches, aber doch eindringliches Gesamtbild des Themas Knast, mit allen schwarzen und weißen Seiten.
Fazit: „Knast“ ist eine interessante Sammlung von Fakten und Erzählungen, die für jeden, den dieses Thema interessiert, sehr interessant sein dürfte. Auch wenn der Autor an manchen Stellen noch etwas mehr in die Tiefe hätte gehen können, liefert „Knast“ einen guten Gesamteindruck. Besonders die Fallbeispiele zu den einzelnen Themen verstehen es, den Leser auch noch über längere Zeit zum Nachdenken zu bringen.
geschrieben am 08.06.2012 | 364 Wörter | 2180 Zeichen
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