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Gott fährt Fahrrad oder Die wunderliche Welt meines Vaters


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Rezension von

Paul Niemeyer

Gott fährt Fahrrad oder Die wunderliche Welt meines Vaters Maarten`t Hart ist ein ausgezeichneter Autor, und "Gott fährt Fahrrad" eines seiner besten, vielleicht sein persönlichstes Buch. In ihm würdigt er seinen verstorbenen Vater. In berührenden, nahezu zerfließenden Worten wird der Kindheit und Jugend Maartens gedacht, immer in Hinblick auf die existenzielle Angst über den baldigen Verlust des Vaters. Der Vater, "Grabmacher" von Maassluis, wird mal mürrisch, boshaft, schonungslos, mal verständnisvoll, mal zärtlich und eigensinnig, mal verspielt und wiederum wortkarg, klotzig, dumpf, in sich gekehrt, als "ein so humorvoller, fröhlicher Kerl, der noch so verflixt jung aussieht, man würde ihn auf Ende Fünfzig schätzen", dargestellt. Schon im ersten Kapitel wird klar, dass es sich hier nicht um einen besonders "wunderlichen Vater", sondern um "die wunderliche Welt meines Vater" dreht. Ihre liebenswert düstere Atmosphäre beziehen die zwölf Kapitel des Romans aus der Fülle an Todesantizipationen; allein der Beruf des Vaters gibt da viel her; Maarten, der als einziger der Familie über das unabwendbare Ende des Vaters unterrichtet ist, stellt sich in immer beklemmenderen Ausmaß die Frage, ob er diejenigen, die er so sehr liebt, einweihen soll oder nicht, "tat ich wirklich gut daran, ihm nicht zu sagen, was ihn erwartete? Hatte man kein Recht darauf zu wissen, was los war? Würde ich selbst es wissen wollen, wenn meine Ende nahte?"; wieder und wieder machen sich Verzweiflung ("Solange ich es für mich behalten mußte, war es nicht sein, sondern mein Tod"), Fragen nach Glaube und Bestimmung ("Wenn er starb, gab es die einzige Person nicht mehr, die zwischen mir und dem Tod stand"), das Bewußtsein eigener Ohnmacht breit. Doch ist dieser Roman kein Klagelied; er hat zweifellos seine melodramatischen sowie fast melancholischen Momente, aber das verwechsele man nicht mit Gefühlsduselei.

Maarten`t Hart ist ein ausgezeichneter Autor, und "Gott fährt Fahrrad" eines seiner besten, vielleicht sein persönlichstes Buch. In ihm würdigt er seinen verstorbenen Vater. In berührenden, nahezu zerfließenden Worten wird der Kindheit und Jugend Maartens gedacht, immer in Hinblick auf die existenzielle Angst über den baldigen Verlust des Vaters.

Der Vater, "Grabmacher" von Maassluis, wird mal mürrisch, boshaft, schonungslos, mal verständnisvoll, mal zärtlich und eigensinnig, mal verspielt und wiederum wortkarg, klotzig, dumpf, in sich gekehrt, als "ein so humorvoller, fröhlicher Kerl, der noch so verflixt jung aussieht, man würde ihn auf Ende Fünfzig schätzen", dargestellt. Schon im ersten Kapitel wird klar, dass es sich hier nicht um einen besonders "wunderlichen Vater", sondern um "die wunderliche Welt meines Vater" dreht. Ihre liebenswert düstere Atmosphäre beziehen die zwölf Kapitel des Romans aus der Fülle an Todesantizipationen; allein der Beruf des Vaters gibt da viel her; Maarten, der als einziger der Familie über das unabwendbare Ende des Vaters unterrichtet ist, stellt sich in immer beklemmenderen Ausmaß die Frage, ob er diejenigen, die er so sehr liebt, einweihen soll oder nicht, "tat ich wirklich gut daran, ihm nicht zu sagen, was ihn erwartete? Hatte man kein Recht darauf zu wissen, was los war? Würde ich selbst es wissen wollen, wenn meine Ende nahte?"; wieder und wieder machen sich Verzweiflung ("Solange ich es für mich behalten mußte, war es nicht sein, sondern mein Tod"), Fragen nach Glaube und Bestimmung ("Wenn er starb, gab es die einzige Person nicht mehr, die zwischen mir und dem Tod stand"), das Bewußtsein eigener Ohnmacht breit. Doch ist dieser Roman kein Klagelied; er hat zweifellos seine melodramatischen sowie fast melancholischen Momente, aber das verwechsele man nicht mit Gefühlsduselei.

geschrieben am 26.02.2004 | 278 Wörter | 1569 Zeichen

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