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Project Superpowers, Bd. 1: Project Superpowers Band 1


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Rezension von

Frank Drehmel

Project Superpowers Band 1 Ende 2007, Anfang 2008 entschied der Dynamite Entertainment-Verlag, es sei an der Zeit, jene alten Heroen des Golden Comic-Zeitalters, das gemeinhin auf die späten 30er bis späten 40er Jahre des letzten Jahrhunderts datiert wird, wieder auferstehen zu lassen, zumal deren Verwendung mittlerweile den „Public Domain“-Regelungen des amerikanischen Urheberrechts unterliegen soll, sie also gleichsam (kulturelles) Gemeingut geworden sind. Bruce Carter ist ein alter Mann geworden. Zur Zeit des Zweiten Weltkrieges kämpfte er als Fighting Yank zusammen mit anderen Superhelden auf Seiten der Aliierten gegen die Achsenmächte. Einer ihrer Aufträge war es, Hitler die Urne der Pandora zu entwenden, mit der der Diktator das Böse in der Welt beherrschen wollte. Der Coup gelang, doch dann traf Fighting Yank auf Rat seines geisterhaften Ahnens eine fatale Entscheidung: er zwang viele seiner Freunde und Mitkämpfer in das mythische Gefäß, damit sie als Symbole und Manifestationen der Hoffnung dem Bösen in der Urne in einem ewigen Kampf Einhalt geböten. Nun – rund 65 Jahre später – holen ihn die Konsequenzen dieser Entscheidung ein: Ein Geist in Form des Sternenbanners, der American Spirit, fordert von dem alten Mann, er solle seine ehemaligen Gefährten aus der Urne befreien, denn die Welt sei seit Hitler nicht besser geworden und die Helden seien die Einzigen gewesen, die das hätten ändern können; doch noch sei es für die Hoffnung nicht zu spät. Zusammen mit Jethro Dumont, aka Green Lama, und in Begleitung des American Spirit macht sich Carter auf die Suche nach der Urne. Diese befindet sich mittlerweile in den Händen der Dynamic Family und ihres Oberhauptes, des Dynamic Man, der sich vom Mitstreiter für das Gute zu einem rücksichtslosen Industriemagnaten gewandelt hat und einen Konzern - Dynamic Forces – mit fast grenzenloser Macht leitet. Fighting Yank und Green Lama können zwar die Urne zerbrechen, doch das Resultat ist mehr als enttäuschend, denn das Gefäß scheint leer. Doch dieser Schein trügt: an den Brennpunkten der Erde – in Seuchen- und Kriegsgebieten – erwachen ehemalige Superhelden und einige von ihnen – wie z.B. Black Terror, einst der beste Freund Bruce Carters – dürsten nach Rache an dem Mann, der sie einst verriet. Mindestens eine Generation von Fans ist mit dem Glauben aufgewachsen, dass die eigentliche Geschichte der Superhelden-Comics erst mit dem Silver Age beginnt, einer Ära also, in der die Geburtsstunden vieler der heute noch nachgefragten Superhelden liegen. Dass vorher schon ein reiches Pantheon an strumpfbehosten und maskierten Kämpfern und einigen wenigen Kämpferinnen existierte, ist vielen Lesern heute nicht mehr bewusst. Alex Ross' und Jim Kruegers „Project Superpowers“ lenkt das Augenmerk der Fans auf eben jenes fast vergessene goldene Zeitalter; und genau hierin liegt auch der eigentlich, der einzige Wert des Projektes ... bisher. Die Story dieses ersten Tradepaperbacks selbst ist ein bemüht wirkender, esotherisch und patriotisch verquaster Brei aus Belanglosigkeiten, welcher sich von den zahllosen Reanimationen aktueller Helden weder positiv noch negativ abhebt und nur einen weitere Belegt für den unernsthaften Umgang des Genres mit dem Phänomen „Tod“ darstellt, welcher sich in der Weisheit „ Niemand bleibt tot außer Onkel Ben“ subsumieren lässt. Das bedeutet nicht, dass die neuen alten Protagonisten des Superpowers-Projektes kein dramaturgisches Potenzial besäßen, denn einige der Figuren - wie Black Terror oder Death-Defying Devil – haben per se einen so hohen Coolness-Faktor, dass es ein Freude sein wird, ihre weiteren Entwicklungen zu verfolgen. Bedauerlicherweise ändert das jedoch nichts daran, dass die Geschichte, die Ross und Krueger uns hier auftischen, vordergründiger, unplausibler und letztlich auch typischer Comic-Auferstehungs-Quark bleibt. Das Artwork ist im Gegensatz zur Story durchaus gelungen: dynamische Zeichnungen und eine atmosphärisch stimmige, malerische, ins Pastellene spielende Koloration mit Mut zur Farbe dort, wo es passt, und Zurückhaltung dort, wo es nötig ist, vermögen es, den Leser für sich einzunehmen, auch wenn beim genaueren Hinschauen die Farbgebung oft etwas breiig und unsauber wirkt. Fazit: Erzählerisch ein lauer Versuch, das Golden Age des Comics im neuen Gewand wieder auferstehen zu lassen; grafisch jedoch ein Hingucker.

Ende 2007, Anfang 2008 entschied der Dynamite Entertainment-Verlag, es sei an der Zeit, jene alten Heroen des Golden Comic-Zeitalters, das gemeinhin auf die späten 30er bis späten 40er Jahre des letzten Jahrhunderts datiert wird, wieder auferstehen zu lassen, zumal deren Verwendung mittlerweile den „Public Domain“-Regelungen des amerikanischen Urheberrechts unterliegen soll, sie also gleichsam (kulturelles) Gemeingut geworden sind.

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Bruce Carter ist ein alter Mann geworden. Zur Zeit des Zweiten Weltkrieges kämpfte er als Fighting Yank zusammen mit anderen Superhelden auf Seiten der Aliierten gegen die Achsenmächte. Einer ihrer Aufträge war es, Hitler die Urne der Pandora zu entwenden, mit der der Diktator das Böse in der Welt beherrschen wollte.

Der Coup gelang, doch dann traf Fighting Yank auf Rat seines geisterhaften Ahnens eine fatale Entscheidung: er zwang viele seiner Freunde und Mitkämpfer in das mythische Gefäß, damit sie als Symbole und Manifestationen der Hoffnung dem Bösen in der Urne in einem ewigen Kampf Einhalt geböten.

Nun – rund 65 Jahre später – holen ihn die Konsequenzen dieser Entscheidung ein: Ein Geist in Form des Sternenbanners, der American Spirit, fordert von dem alten Mann, er solle seine ehemaligen Gefährten aus der Urne befreien, denn die Welt sei seit Hitler nicht besser geworden und die Helden seien die Einzigen gewesen, die das hätten ändern können; doch noch sei es für die Hoffnung nicht zu spät.

Zusammen mit Jethro Dumont, aka Green Lama, und in Begleitung des American Spirit macht sich Carter auf die Suche nach der Urne. Diese befindet sich mittlerweile in den Händen der Dynamic Family und ihres Oberhauptes, des Dynamic Man, der sich vom Mitstreiter für das Gute zu einem rücksichtslosen Industriemagnaten gewandelt hat und einen Konzern - Dynamic Forces – mit fast grenzenloser Macht leitet.

Fighting Yank und Green Lama können zwar die Urne zerbrechen, doch das Resultat ist mehr als enttäuschend, denn das Gefäß scheint leer. Doch dieser Schein trügt: an den Brennpunkten der Erde – in Seuchen- und Kriegsgebieten – erwachen ehemalige Superhelden und einige von ihnen – wie z.B. Black Terror, einst der beste Freund Bruce Carters – dürsten nach Rache an dem Mann, der sie einst verriet.

Mindestens eine Generation von Fans ist mit dem Glauben aufgewachsen, dass die eigentliche Geschichte der Superhelden-Comics erst mit dem Silver Age beginnt, einer Ära also, in der die Geburtsstunden vieler der heute noch nachgefragten Superhelden liegen. Dass vorher schon ein reiches Pantheon an strumpfbehosten und maskierten Kämpfern und einigen wenigen Kämpferinnen existierte, ist vielen Lesern heute nicht mehr bewusst.

Alex Ross' und Jim Kruegers „Project Superpowers“ lenkt das Augenmerk der Fans auf eben jenes fast vergessene goldene Zeitalter; und genau hierin liegt auch der eigentlich, der einzige Wert des Projektes ... bisher.

Die Story dieses ersten Tradepaperbacks selbst ist ein bemüht wirkender, esotherisch und patriotisch verquaster Brei aus Belanglosigkeiten, welcher sich von den zahllosen Reanimationen aktueller Helden weder positiv noch negativ abhebt und nur einen weitere Belegt für den unernsthaften Umgang des Genres mit dem Phänomen „Tod“ darstellt, welcher sich in der Weisheit „ Niemand bleibt tot außer Onkel Ben“ subsumieren lässt.

Das bedeutet nicht, dass die neuen alten Protagonisten des Superpowers-Projektes kein dramaturgisches Potenzial besäßen, denn einige der Figuren - wie Black Terror oder Death-Defying Devil – haben per se einen so hohen Coolness-Faktor, dass es ein Freude sein wird, ihre weiteren Entwicklungen zu verfolgen. Bedauerlicherweise ändert das jedoch nichts daran, dass die Geschichte, die Ross und Krueger uns hier auftischen, vordergründiger, unplausibler und letztlich auch typischer Comic-Auferstehungs-Quark bleibt.

Das Artwork ist im Gegensatz zur Story durchaus gelungen: dynamische Zeichnungen und eine atmosphärisch stimmige, malerische, ins Pastellene spielende Koloration mit Mut zur Farbe dort, wo es passt, und Zurückhaltung dort, wo es nötig ist, vermögen es, den Leser für sich einzunehmen, auch wenn beim genaueren Hinschauen die Farbgebung oft etwas breiig und unsauber wirkt.

Fazit: Erzählerisch ein lauer Versuch, das Golden Age des Comics im neuen Gewand wieder auferstehen zu lassen; grafisch jedoch ein Hingucker.

geschrieben am 08.06.2009 | 644 Wörter | 3777 Zeichen

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