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Verlass die Stadt


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Rezension von

Dr. Benjamin Krenberger

Verlass die Stadt Ein schmaler Band mit Wien als eigentlicher Protagonistin, der den Leser am Ende inhaltlich etwas leer zurĂŒcklĂ€sst. Wer die Stadt kennt, wird von den vielen EindrĂŒcken, Erinnerungen und Beschreibungen begeistert sein und vor allem davon, dass die handelnden Figuren nur en passant die eigentliche Stimmung stören. Die Handlung, eine kurzzeitig verschwundene Bekannte der drei Freunde Peter, Max und Gudrun, die am Ende wieder auftaucht, ist eigentlich fast schon nebensĂ€chlich - das wiederum wird den wienunkundigen Leser nicht von dem Werk ĂŒberzeugen können. Allerdings passt die relative Ziellosigkeit der drei Freunde, die man in dieser Form sonst vorwiegend in Romanen aus dem Berliner Milieu der real und emotional prekĂ€ren Mittdreißiger antrifft, gut zum eigentlichen Bild der Stadt, die ihre Bewohner und ihre Marotten, insbesondere den Versuch ein Teil Wiens zu werden, gutmĂŒtig toleriert und vor allem mit Noblesse ĂŒberlebt. Spannend sind gerade deshalb die Szenenwechsel in rascher Schnittfolge, welche zwar auch die unstete Lebensart der menschlichen Hauptdarsteller gut abbilden, aber auch die opulente und nie ganz zu erfassende Vielfalt Wiens herausarbeiten. Dazu findet man immer wieder sprachliche Höhepunkte, wegen derer allein man den Roman, sofern es denn einer sein möchte, lesen sollte: „Ich habe angefangen, die Stadt nach mir abzusuchen. Ich habe nicht viel gefunden. Nichts, was mich an mich erinnert hĂ€tte. Keinen Grund, hier zu sein, und auch keine Berechtigung. Offensichtlich hatte ich hier nichts verloren. Also bin ich geblieben.“ Eine grandiose Selbstreflexion, die Erkenntnis von Zugehörigkeit trotz Unverbundenheit. Schade nur, dass die preisgekrönte Autorin den Leser nur hĂ€ppchenweise und nicht durchweg mit ihrer sprachlichen Kunstfertigkeit gefangen nimmt. Vielleicht im Folgeroman.

Ein schmaler Band mit Wien als eigentlicher Protagonistin, der den Leser am Ende inhaltlich etwas leer zurĂŒcklĂ€sst. Wer die Stadt kennt, wird von den vielen EindrĂŒcken, Erinnerungen und Beschreibungen begeistert sein und vor allem davon, dass die handelnden Figuren nur en passant die eigentliche Stimmung stören.

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Die Handlung, eine kurzzeitig verschwundene Bekannte der drei Freunde Peter, Max und Gudrun, die am Ende wieder auftaucht, ist eigentlich fast schon nebensĂ€chlich - das wiederum wird den wienunkundigen Leser nicht von dem Werk ĂŒberzeugen können. Allerdings passt die relative Ziellosigkeit der drei Freunde, die man in dieser Form sonst vorwiegend in Romanen aus dem Berliner Milieu der real und emotional prekĂ€ren Mittdreißiger antrifft, gut zum eigentlichen Bild der Stadt, die ihre Bewohner und ihre Marotten, insbesondere den Versuch ein Teil Wiens zu werden, gutmĂŒtig toleriert und vor allem mit Noblesse ĂŒberlebt. Spannend sind gerade deshalb die Szenenwechsel in rascher Schnittfolge, welche zwar auch die unstete Lebensart der menschlichen Hauptdarsteller gut abbilden, aber auch die opulente und nie ganz zu erfassende Vielfalt Wiens herausarbeiten. Dazu findet man immer wieder sprachliche Höhepunkte, wegen derer allein man den Roman, sofern es denn einer sein möchte, lesen sollte: „Ich habe angefangen, die Stadt nach mir abzusuchen. Ich habe nicht viel gefunden. Nichts, was mich an mich erinnert hĂ€tte. Keinen Grund, hier zu sein, und auch keine Berechtigung. Offensichtlich hatte ich hier nichts verloren. Also bin ich geblieben.“

Eine grandiose Selbstreflexion, die Erkenntnis von Zugehörigkeit trotz Unverbundenheit. Schade nur, dass die preisgekrönte Autorin den Leser nur hÀppchenweise und nicht durchweg mit ihrer sprachlichen Kunstfertigkeit gefangen nimmt. Vielleicht im Folgeroman.

geschrieben am 29.12.2011 | 260 Wörter | 1580 Zeichen

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