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Hall of Fame, Bd. 17: Dick Kinney & Al Hubbard


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Rezension von

Frank Drehmel

Dick Kinney & Al Hubbard Neben den schreibenden und zeichnenden Solo-Stars der Disney-Historie gibt es auch solche Künstler, die sich erst gemeinsam, also als Team, zu wahrer Größe aufschwangen. Eines dieser sogenannten Dreamteams besteht aus dem Autor Dick Kinney und dem Zeichner Al Hubbard. Als der 1916 geborene Richard 'Dick' Timothy Kinney und der 1913 geborene Allan Hubbard im Jahre 1963 ihre Zusammenarbeit begannen, konnten zwar beide schon auf eine Jahrzehnte währende Karriere im Zeichentrick- bzw. Comic-Metier zurückblicken, doch ihren Platz in Disneys "Hall of Fame" erstritten sie sich in erster Linie – aber nicht nur – mit ihren "Dussel Duck"-Geschichten. So liegt der thematische Schwerpunkt dieses 17. Sammelbandes der Reihe, der mit einer Vielzahl deutscher Erstveröffentlichungen aufwartet, folgerichtig auch auf Storys mit Dussel als Hauptprotagonisten, wobei aber auch anderen Geschöpfen bzw. Schöpfungen Kinneys – Agent 23, Gerti, Hustler Duck, Habakuk und Schnurri – die ihnen zustehende Achtung gezollt wird. Bevor jedoch der Dussel-Reigen beginnt, eröffnen zwei kurze Geschichten diese Anthologie, an denen Kinney nicht als Autor beteiligt war, die jedoch als eine Art "hors d’oeuvre" den Blick für die stilistischen Eigenheiten Hubbards schärfen. Danach dauert es allerdings nicht lange bis es in der Geschichte "Der Gesundheitsapostel" zum ersten Mal richtig rund geht: Dussel besucht ungeladen Donald und versucht geradezu enthusiastisch, den Verwandten von einem Lebensstil zu überzeugen, den ein gewisser Dr. F. Rüthodt in seinem Buch "Fitness für alle" propagiert, der sich jedoch schnell als nicht allzu durchdacht und lebbar herausstellt. In weiteren Geschichten erweist sich Dussel zunehmend als zwar freundlicher und liebenswerter, aber durch und durch unorganisierter, chaotischer, tolpatschiger, hyperaktiver Charakter, dessen Ungestüm ihn und seine Verwandten ein ums andere Mal in die Bredouille bringt, wobei der Figur in der kinney'schen Interpretation die Rücksichtslosigkeit und Egozentrik abgehen, die ihn später in der europäischen Lesart auszeichnen und die ihm letztlich Sympathien gekostet haben. Bemerkenswert ist die grafische Entwicklung Dussels, die – befördert durch Hubbards grundsätzlich skizzierenden, dynamischen Duktus, der deutlich weniger elaboriert als der anderer Disney-Zeichner wirkt – an grafischer Leichtigkeit und Dynamik in Aussehen wie Posen und Bewegungen gewinnt. Vergleichsweise umfangreiche Hintergrundinformationen sowohl zum Wirken und Werdegang der beiden Künstler als zur Entwicklung und kontextuellen Einordnung der Figuren runden das durch und durch positive Gesamtbild dieses 17. Bandes der "Hall of Fame"-Serie ab. Fazit: Auch Disney-Fans, die mit Dussel Duck bisher nicht warm werden konnten, weil sie durch die eher negative Interpretation dieser Figur durch das europäische Comic geprägt waren, sollten auf jeden Fall einen Blick riskieren und sich von der Liebenswürdigkeit des Chaoten überraschen lassen. Für alle anderen Fans ist dieser Sammelband, der einen durchaus repräsentativen Überblick über Kinneys und Hubbards Zusammenarbeit bietet, ohnehin ein Muss!

Neben den schreibenden und zeichnenden Solo-Stars der Disney-Historie gibt es auch solche Künstler, die sich erst gemeinsam, also als Team, zu wahrer Größe aufschwangen. Eines dieser sogenannten Dreamteams besteht aus dem Autor Dick Kinney und dem Zeichner Al Hubbard.

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Buchtitel
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18.02.2018

Als der 1916 geborene Richard 'Dick' Timothy Kinney und der 1913 geborene Allan Hubbard im Jahre 1963 ihre Zusammenarbeit begannen, konnten zwar beide schon auf eine Jahrzehnte währende Karriere im Zeichentrick- bzw. Comic-Metier zurückblicken, doch ihren Platz in Disneys "Hall of Fame" erstritten sie sich in erster Linie – aber nicht nur – mit ihren "Dussel Duck"-Geschichten. So liegt der thematische Schwerpunkt dieses 17. Sammelbandes der Reihe, der mit einer Vielzahl deutscher Erstveröffentlichungen aufwartet, folgerichtig auch auf Storys mit Dussel als Hauptprotagonisten, wobei aber auch anderen Geschöpfen bzw. Schöpfungen Kinneys – Agent 23, Gerti, Hustler Duck, Habakuk und Schnurri – die ihnen zustehende Achtung gezollt wird.

Bevor jedoch der Dussel-Reigen beginnt, eröffnen zwei kurze Geschichten diese Anthologie, an denen Kinney nicht als Autor beteiligt war, die jedoch als eine Art "hors d’oeuvre" den Blick für die stilistischen Eigenheiten Hubbards schärfen.

Danach dauert es allerdings nicht lange bis es in der Geschichte "Der Gesundheitsapostel" zum ersten Mal richtig rund geht: Dussel besucht ungeladen Donald und versucht geradezu enthusiastisch, den Verwandten von einem Lebensstil zu ĂĽberzeugen, den ein gewisser Dr. F. RĂĽthodt in seinem Buch "Fitness fĂĽr alle" propagiert, der sich jedoch schnell als nicht allzu durchdacht und lebbar herausstellt.

In weiteren Geschichten erweist sich Dussel zunehmend als zwar freundlicher und liebenswerter, aber durch und durch unorganisierter, chaotischer, tolpatschiger, hyperaktiver Charakter, dessen Ungestüm ihn und seine Verwandten ein ums andere Mal in die Bredouille bringt, wobei der Figur in der kinney'schen Interpretation die Rücksichtslosigkeit und Egozentrik abgehen, die ihn später in der europäischen Lesart auszeichnen und die ihm letztlich Sympathien gekostet haben.

Bemerkenswert ist die grafische Entwicklung Dussels, die – befördert durch Hubbards grundsätzlich skizzierenden, dynamischen Duktus, der deutlich weniger elaboriert als der anderer Disney-Zeichner wirkt – an grafischer Leichtigkeit und Dynamik in Aussehen wie Posen und Bewegungen gewinnt.

Vergleichsweise umfangreiche Hintergrundinformationen sowohl zum Wirken und Werdegang der beiden KĂĽnstler als zur Entwicklung und kontextuellen Einordnung der Figuren runden das durch und durch positive Gesamtbild dieses 17. Bandes der "Hall of Fame"-Serie ab.

Fazit: Auch Disney-Fans, die mit Dussel Duck bisher nicht warm werden konnten, weil sie durch die eher negative Interpretation dieser Figur durch das europäische Comic geprägt waren, sollten auf jeden Fall einen Blick riskieren und sich von der Liebenswürdigkeit des Chaoten überraschen lassen. Für alle anderen Fans ist dieser Sammelband, der einen durchaus repräsentativen Überblick über Kinneys und Hubbards Zusammenarbeit bietet, ohnehin ein Muss!

geschrieben am 01.08.2011 | 434 Wörter | 2735 Zeichen

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