Navigation

Seiten der Rubrik "Bücher"


Google Anzeigen

Anzeigen

Bücher

Bombel


Statistiken
  • 4918 Aufrufe

Informationen zum Buch
  ISBN
  Autor
  Verlag
  Sprache
  Seiten
  Erscheinungsjahr
  Extras

Rezension von

Kai Mühleck

Bombel Bombels atemloser Monolog von der Bushaltestelle Was ist das nur fĂŒr ein SelbstgesprĂ€ch, das unser Ich-ErzĂ€hler da fĂŒhrt? Bombel ist nĂ€mliche alleine und entgegen seiner Gewohnheit - und sehr zu seinem Leidwesen - nĂŒchtern. Es ist ein vollkommen durchgeknallter Monolog, den Bombel da von sich gibt, ein ErzĂ€hlen gegen die lange Zeit, die er einsam an seiner Bushaltestelle ausharrt. Denn er wartet bis es hell wird und ihm jemand etwas Geld oder noch besser, gleich etwas zu Trinken bringt- wenn er GlĂŒck hat. In dieser ungewissen Situation ĂŒberschlagen sich die Worte Bombels förmlich und es geht bald um das Trinken, bald um Bombel selbst und seinen Bauernhof, bald um schöne Zigeunerinnen, um fiese Slowaken, um die Polizei und die Neureichen, um schöne TV-Moderatorinnen, um Sonnenanbeterinnen, die Flut, um rĂ€tselhafte TrĂ€ume, um Gott und die Welt, um Feuer und irgendwie auch um Angeln. Bombel quasselt in einem irren, mitreißenden Tempo herrlich drauf los, mal subversiv und mal zum Sterben traurig, dass der Humor nur so Funken schlĂ€gt. Bombel ist mehr als ein witziger Roman, der das Leben eines Underdogs aus der tiefsten polnischen Provinz schildert, dass die Lachmuskeln des Lesers in wilden KrĂ€mpfen zucken. Miroslaw Nahcaz, der mit nur 23 Jahren in Warschau verstorben ist, trifft auch immer wieder gekonnt traurig-dunkle Töne, die aber nie ins Pathetische abgleiten. In Polen ist „Mirek Nahacz“ zu einer BerĂŒhmtheit des Literaturbetriebs geworden, unter anderem auf Grund der UnterstĂŒtzung seines Freundes Andrzej Stasiuk, der auch das Nachwort dieses Buches beisteuert. Bombel, wortgewaltig ĂŒbersetzt von Renate Schmidgall, ist die erste Übersetzung des Autors ins Deutsche. Gleichzeitig ist es das fulminante VermĂ€chtnis von Miroslaw Nahacz.

Bombels atemloser Monolog von der Bushaltestelle

weitere Rezensionen von Kai MĂŒhleck

#
rezensiert seit
Buchtitel
4
21.01.2009

Was ist das nur fĂŒr ein SelbstgesprĂ€ch, das unser Ich-ErzĂ€hler da fĂŒhrt? Bombel ist nĂ€mliche alleine und entgegen seiner Gewohnheit - und sehr zu seinem Leidwesen - nĂŒchtern. Es ist ein vollkommen durchgeknallter Monolog, den Bombel da von sich gibt, ein ErzĂ€hlen gegen die lange Zeit, die er einsam an seiner Bushaltestelle ausharrt. Denn er wartet bis es hell wird und ihm jemand etwas Geld oder noch besser, gleich etwas zu Trinken bringt- wenn er GlĂŒck hat. In dieser ungewissen Situation ĂŒberschlagen sich die Worte Bombels förmlich und es geht bald um das Trinken, bald um Bombel selbst und seinen Bauernhof, bald um schöne Zigeunerinnen, um fiese Slowaken, um die Polizei und die Neureichen, um schöne TV-Moderatorinnen, um Sonnenanbeterinnen, die Flut, um rĂ€tselhafte TrĂ€ume, um Gott und die Welt, um Feuer und irgendwie auch um Angeln. Bombel quasselt in einem irren, mitreißenden Tempo herrlich drauf los, mal subversiv und mal zum Sterben traurig, dass der Humor nur so Funken schlĂ€gt.

Bombel ist mehr als ein witziger Roman, der das Leben eines Underdogs aus der tiefsten polnischen Provinz schildert, dass die Lachmuskeln des Lesers in wilden KrĂ€mpfen zucken. Miroslaw Nahcaz, der mit nur 23 Jahren in Warschau verstorben ist, trifft auch immer wieder gekonnt traurig-dunkle Töne, die aber nie ins Pathetische abgleiten. In Polen ist „Mirek Nahacz“ zu einer BerĂŒhmtheit des Literaturbetriebs geworden, unter anderem auf Grund der UnterstĂŒtzung seines Freundes Andrzej Stasiuk, der auch das Nachwort dieses Buches beisteuert. Bombel, wortgewaltig ĂŒbersetzt von Renate Schmidgall, ist die erste Übersetzung des Autors ins Deutsche. Gleichzeitig ist es das fulminante VermĂ€chtnis von Miroslaw Nahacz.

geschrieben am 21.01.2009 | 266 Wörter | 1519 Zeichen

Kommentare lesen Kommentar schreiben

Kommentare zur Rezension (0)

Platz für Anregungen und Ergänzungen