Navigation

Seiten der Rubrik "Bücher"


Google Anzeigen

Anzeigen

Bücher

Shanghai, Bd. 2: Das Versprechen im Morgengrauen


Statistiken
  • 3162 Aufrufe

Informationen zum Buch
  ISBN
  Buchreihe
  Autor
  Verlag
  Sprache
  Seiten
  Erscheinungsjahr
  Extras

Rezension von

Frank Drehmel

Das Versprechen im Morgengrauen Nachdem die Akrobatin Jade ihren kaiserlichen Auftrag erfüllt und das mechanische Herz für den Herrscher gestohlen hat, ist sie gezwungen, Shanghai umgehend zu verlassen. Doch sie muss feststellen, dass sie fortan auf sich allein gestellt ist, da ihre Tarnung aufgeflogen ist, wodurch sie die restlichen Mitglieder des Zirkus' in Gefahr bringt. So irrt sie durch die Metropole auf Suche nach hilfreichen Erinnerungen und gerät in die Fänge des Feindes, den sie zu bekämpfen angetreten ist: des Opiums. Unterdessen sucht die Auftragskillerin Yu Xin nicht nur die Hintermänner, die für die Ermordung ihres Meisters, des Paten Kien Tang, verantwortlich zeichnen, sie muss auch die Streitigkeiten innerhalb der Triade bekämpfen, die nach dem Tod des unangefochtenen Verbrecherkönigs Shanghais auszubrechen drohen, sowie den Frieden zwischen den Organisationen bewahren, da nur er prosperierende Geschäfte garantiert. Als Yu Xin Jade in einer Opiumhöhle aufspürt, kommt es zu einem Kampf zwischen den beiden Frauen, in welchem die Akrobatin durch einen Sturz in den Fluss schwerverletzt entkommt. Jade erwacht daraufhin in einem Tempel, in dem sich ein freundlicher Mönch nicht nur um ihre physischen Wunden kümmert, sondern sie mittels Medizin und Gesprächen von der Drogensucht zu heilen trachtet. Yu Xin wiederum heuert zwischenzeitlich einen zwielichtigen Mann an, der den wahren Auftraggeber des Attentats suchen soll. Während die beiden Widersacherinnen in einem Strudel aus Gewalt, Korruption und Intrigen gefangen sind, treibt der Kaiser sein Plan voran, China sowohl von der Fremdherrschaft der Kolonialmächte, als auch einer dekadenten Aristokratie zu befreien und dem Land Reformen zu bringen. Zu diesem Zweck hebt er eine Armee steinerner Krieger aus, die er jeweils mittels mechanischer Herzen belebt, um diese nach Shanghai, dem Kulminationspunkt der divergierenden Interessen, zu führen. Die Geschichte hinterlässt einen ambivalenten Eindruck: zunächst einmal ist sie mit drei parallelen Handlungssträngen, welche durch wenige Rückblenden, kleinere Zeitsprünge und kurze Traumsequenzen aufgelockert sind, zwar vergleichsweise anspruchsvoll, jedoch alles in allem immer noch übersichtlich konstruiert. Positiv ist weiteres die Komplexität zu erwähnen, die sowohl die Figuren selbst, die deutlich außerhalb stereotyper Schwarzweiß-Schemata agieren, als auch den gesellschaftlichen, politisch-historischen und kriminellen Story-Hintergrund betrifft. Innerhalb dieses realistischen Kontextes wirkt allerdings das Metaphysische, das durch das mechanische Herz repräsentiert wird, nicht nur einfach störend, sondern regelrecht überflüssig, da die Geschichte auch ohne dieses magische bzw. technisch-steampunkige Element – was von beiden es ist, wird nicht so recht deutlich – wunderbar funktionieren würde. Durchweg überzeugend hingegen ist auch diesmal Yann Tisserons weiches, malerisches, flächiges Artwork, das in seiner Leichtigkeit und stimmungsvollen Koloration zuweilen fast schon impressionistische Züge trägt und das gerade in den größeren Panels trotz – oder vielleicht auch wegen – des reduzierten Detailgrades von beeindruckender Intensität ist. Fazit: Ein spannende, originelle und wendungsreiche Geschichte vor einem realen, historischen Hintergrund, die zum einen von komplexen Charakteren getragen wird und zum anderen mit einem gleichermaßen leichten wie atmosphärisch stimmigen Artwork aufwartet. Empfehlenswert.

Nachdem die Akrobatin Jade ihren kaiserlichen Auftrag erfüllt und das mechanische Herz für den Herrscher gestohlen hat, ist sie gezwungen, Shanghai umgehend zu verlassen. Doch sie muss feststellen, dass sie fortan auf sich allein gestellt ist, da ihre Tarnung aufgeflogen ist, wodurch sie die restlichen Mitglieder des Zirkus' in Gefahr bringt. So irrt sie durch die Metropole auf Suche nach hilfreichen Erinnerungen und gerät in die Fänge des Feindes, den sie zu bekämpfen angetreten ist: des Opiums.

weitere Rezensionen von Frank Drehmel

#
rezensiert seit
Buchtitel
1
18.02.2018
4
18.02.2018
5
18.02.2018

Unterdessen sucht die Auftragskillerin Yu Xin nicht nur die Hintermänner, die für die Ermordung ihres Meisters, des Paten Kien Tang, verantwortlich zeichnen, sie muss auch die Streitigkeiten innerhalb der Triade bekämpfen, die nach dem Tod des unangefochtenen Verbrecherkönigs Shanghais auszubrechen drohen, sowie den Frieden zwischen den Organisationen bewahren, da nur er prosperierende Geschäfte garantiert.

Als Yu Xin Jade in einer Opiumhöhle aufspürt, kommt es zu einem Kampf zwischen den beiden Frauen, in welchem die Akrobatin durch einen Sturz in den Fluss schwerverletzt entkommt. Jade erwacht daraufhin in einem Tempel, in dem sich ein freundlicher Mönch nicht nur um ihre physischen Wunden kümmert, sondern sie mittels Medizin und Gesprächen von der Drogensucht zu heilen trachtet. Yu Xin wiederum heuert zwischenzeitlich einen zwielichtigen Mann an, der den wahren Auftraggeber des Attentats suchen soll.

Während die beiden Widersacherinnen in einem Strudel aus Gewalt, Korruption und Intrigen gefangen sind, treibt der Kaiser sein Plan voran, China sowohl von der Fremdherrschaft der Kolonialmächte, als auch einer dekadenten Aristokratie zu befreien und dem Land Reformen zu bringen. Zu diesem Zweck hebt er eine Armee steinerner Krieger aus, die er jeweils mittels mechanischer Herzen belebt, um diese nach Shanghai, dem Kulminationspunkt der divergierenden Interessen, zu führen.

Die Geschichte hinterlässt einen ambivalenten Eindruck: zunächst einmal ist sie mit drei parallelen Handlungssträngen, welche durch wenige Rückblenden, kleinere Zeitsprünge und kurze Traumsequenzen aufgelockert sind, zwar vergleichsweise anspruchsvoll, jedoch alles in allem immer noch übersichtlich konstruiert. Positiv ist weiteres die Komplexität zu erwähnen, die sowohl die Figuren selbst, die deutlich außerhalb stereotyper Schwarzweiß-Schemata agieren, als auch den gesellschaftlichen, politisch-historischen und kriminellen Story-Hintergrund betrifft. Innerhalb dieses realistischen Kontextes wirkt allerdings das Metaphysische, das durch das mechanische Herz repräsentiert wird, nicht nur einfach störend, sondern regelrecht überflüssig, da die Geschichte auch ohne dieses magische bzw. technisch-steampunkige Element – was von beiden es ist, wird nicht so recht deutlich – wunderbar funktionieren würde.

Durchweg überzeugend hingegen ist auch diesmal Yann Tisserons weiches, malerisches, flächiges Artwork, das in seiner Leichtigkeit und stimmungsvollen Koloration zuweilen fast schon impressionistische Züge trägt und das gerade in den größeren Panels trotz – oder vielleicht auch wegen – des reduzierten Detailgrades von beeindruckender Intensität ist.

Fazit: Ein spannende, originelle und wendungsreiche Geschichte vor einem realen, historischen Hintergrund, die zum einen von komplexen Charakteren getragen wird und zum anderen mit einem gleichermaßen leichten wie atmosphärisch stimmigen Artwork aufwartet. Empfehlenswert.

geschrieben am 22.02.2014 | 465 Wörter | 3020 Zeichen

Kommentare lesen Kommentar schreiben

Kommentare zur Rezension (0)

Platz für Anregungen und Ergänzungen