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Er ist wieder da: Der Roman


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Rezension von

Markus Gebhardt

Er ist wieder da: Der Roman Das Buch „Er ist wieder da: Der Roman“ von Timur Vermes ist 2012 im Eichborn Verlag erschienen und ist bereits auf den ersten Blick ein Roman mit einem komischen Charakter. Die Gestaltung des Einbands lässt keine Zweifel bestehen, wer denn nun jetzt wieder da ist. Der Autor Timur Vermes wurde 1967 als Sohn einer Deutschen und eines geflohenen Ungarn geboren. Nach einem Studium der Geschichte und Politik in Erlangen wurde er Journalist und schrieb so unter anderem für die „Abendzeitung“, den Kölner „Express“ und verschiedene andere Magazine. „Er ist wieder da“ ist das Romandebüt von Vermes und erzählt dem gespannten Leser die folgende Geschichte: An einem Sommertag im Jahre 2011 erwacht Adolf Hitler auf einem leerstehenden Grundstück in Berlin-Mitte. Da der Krieg natürlich längst vorbei ist und auch die Partei nicht mehr existiert, startet er eine neue Karriere und zwar im Fernsehen. So nimmt die Geschichte ihren Lauf und schildert auf eine irrwitzige Weise die Sicht des ehemaligen „Führers“ auf die heutige Welt, speziell die Demokratie in Deutschland. Fazit: Es ist wirklich unglaublich und fast schon erschreckend, wie man bereits nach kurzer Lektüre beginnt, mit der Hauptperson zu sympathisieren, von der man doch bisher nur so viel Schlechtes gehört und gelesen hat. Ein weiteres amüsantes Detail findet sich auf der Rückseite des Buchs, nämlich der Preis: 19,33€. Wenn das mal keine Anspielung auf die Machtergreifung Hitlers im Jahre 1933 ist… Auf jeden Fall ist der Preis angemessen, denn der Roman macht eine Menge Spaß beim Lesen und ist somit sehr zu empfehlen.

Das Buch „Er ist wieder da: Der Roman“ von Timur Vermes ist 2012 im Eichborn Verlag erschienen und ist bereits auf den ersten Blick ein Roman mit einem komischen Charakter. Die Gestaltung des Einbands lässt keine Zweifel bestehen, wer denn nun jetzt wieder da ist.

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Der Autor Timur Vermes wurde 1967 als Sohn einer Deutschen und eines geflohenen Ungarn geboren. Nach einem Studium der Geschichte und Politik in Erlangen wurde er Journalist und schrieb so unter anderem für die „Abendzeitung“, den Kölner „Express“ und verschiedene andere Magazine. „Er ist wieder da“ ist das Romandebüt von Vermes und erzählt dem gespannten Leser die folgende Geschichte:

An einem Sommertag im Jahre 2011 erwacht Adolf Hitler auf einem leerstehenden Grundstück in Berlin-Mitte. Da der Krieg natürlich längst vorbei ist und auch die Partei nicht mehr existiert, startet er eine neue Karriere und zwar im Fernsehen. So nimmt die Geschichte ihren Lauf und schildert auf eine irrwitzige Weise die Sicht des ehemaligen „Führers“ auf die heutige Welt, speziell die Demokratie in Deutschland.

Fazit: Es ist wirklich unglaublich und fast schon erschreckend, wie man bereits nach kurzer Lektüre beginnt, mit der Hauptperson zu sympathisieren, von der man doch bisher nur so viel Schlechtes gehört und gelesen hat. Ein weiteres amüsantes Detail findet sich auf der Rückseite des Buchs, nämlich der Preis: 19,33€. Wenn das mal keine Anspielung auf die Machtergreifung Hitlers im Jahre 1933 ist… Auf jeden Fall ist der Preis angemessen, denn der Roman macht eine Menge Spaß beim Lesen und ist somit sehr zu empfehlen.

geschrieben am 12.11.2012 | 252 Wörter | 1375 Zeichen

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Rezension von

Dr. Benjamin Krenberger

Er ist wieder da: Der Roman Obwohl das Buch lange verpackt im Schrank bereit stand und obwohl sich etliche Besprechungen bereits mit Lob überschlagen haben, habe ich es bewusst stehen lassen und nun erst gelesen. Klar waren die äußere Aufmachung mit angedeuteter Hitler-Frisur samt Bart sowie der Preis von 19,33 EUR vielsagend und witzig und zu Beginn der Lektüre meint man im Kopf noch die klassischen Comedy-Sprecher laut vorlesen zu hören, also Christoph Maria Herbst als Stromberg bzw. Michael Kessler als Hitler persiflierende Stromberg-Version in Switch. Aber das legt sich bald und der Leser ist rasch genauso irritiert vom Duktus des Buches wie die handelnden Personen, auf die der im Jahr 2011 wiedererwachte reale Hitler trifft. Ähnlich der Konstellation „Alien kommt auf Erde und erlebt den Alltag“ muss sich Hitler in die Gesellschaft und vor allem den Medienkonsum einfinden und unterzieht dabei schonungslos Fernsehen, Zeitungen und Radio seiner persönlichen Kritik, die aber, wenn man das Ganze ehrlich betrachtet, zutrifft. Dann wird er selbst Bestandteil der Unterhaltungsindustrie und als Witzfigur in eine Comedy-Sendung integriert, wo seine ernst gemeinten Tiraden als letzter Schrei der Satire aufgenommen und begeistert belacht werden. Er wird auf YouTube ein Renner, erhält bald eine eigene Sendung samt Homepage und darf sich zu allen möglichen Themen des gesellschaftlichen Lebens äußern bzw. andere mit seinen Ansichten konfrontieren. Dabei gelingen herrlich komische Szenen wie die Entlarvung der NPD als Truppe von Weicheiern, jedenfalls aus Hitlers Sicht, oder das Interview mit Renate Künast, in dem diese mit Verwunderung feststellen muss, dass sie der Argumentation Hitlers keineswegs gewachsen ist und sich ihr gegenüber gerade kein Nazi-Dummbeutel befindet, sondern ein perfide analytisch argumentierender Polit-Profi, der sich wider Erwarten rasch in die heutige Zeit eingefunden hat und wegen dessen geschmeidigen Umgangs mit der Aktualität trotz seiner unverfälschten Äußerungen immer noch keiner an den „echten“ Hitler glauben mag. Klassische Symbole wie der deutsche Gruß oder die Anrede „mein Führer“ werden erst im Spaß, dann ohne nachzudenken von seinem Umfeld genutzt, etwa von der Hotelangestellten oder seiner Sekretärin. Nach Verkündung der möglichen Verleihung des Grimme-Preises an Hitler berauscht sich auf seine Intonation hin das versammelte Redaktionsteam mit Sieg-Heil-Rufen, dass es einen frösteln könnte angesichts so viel Dummheit. Die Ironie auf die Spitze getrieben wird dann, als zwei „echte“ Rechtsradikale Hitler auflauern und zusammenschlagen, weil er als vermeintlicher Comedian den „echten“ Hitler im Fernsehen lächerlich mache. Daraus kann Hitler nun sogar Popularitätskapital schlagen und erhält Aufnahmeanträge nahezu aller Parteien, noch im Krankenbett. Zum Schluss, es kommt, wie es kommen musste, beginnt er mit der Gründung einer eigenen Partei. Während man anfangs noch auf eine Witzkanonade hoffte und die Konfrontation von Hitler mit der heutigen Welt und seiner Beurteilung derselben natürlich den ein oder anderen Lacher bringt, verflüchtigt sich dies immer schneller. Das Buch ist eigentlich überhaupt nicht witzig, sondern genau betrachtet ein ziemlich einschüchternder Spiegel unserer selbst sowie der heutigen pseudoironischen Reflexion selbst radikaler Ansichten und Personen. Dass jemand wie Hitler im Original so rasch Einzug in die Unterhaltungsbranche finden könnte, ist nachvollziehbar und erschreckend. Dass er unter Ausnutzung der sozialen und politischen Unzufriedenheit vieler Bevölkerungsschichten auch Zuspruch bei Wahlen finden könnte, gerade weil er zuvor einen medialen Hype verursacht hat, dessen Hintergründe viele Jungwähler intellektuell überhaupt nicht mehr durchschauen, ist noch bedrückender. Natürlich ist angesichts des lahmen Berliner Politikbetriebs eine Machtübernahme kaum real zu befürchten, was man schon an der Erfolglosigkeit von Gruppierungen wie „Die Partei“ des Satirikers Sonneborn oder dem raschen Abflauen der Anfangserfolge der „Schill-Partei“ oder selbst der Piratenpartei sehen kann. Aber gruselig ist es dennoch. So bleibt der Leser am Ende mit einem eher beklemmenden als belustigten Gefühl zurück und hat trotz des Amüsements über das beschriebene Gehabe der „anderen“ ziemlich deutlich den Eindruck, er habe die ganze Zeit den schon erwähnten Spiegel vorgehalten bekommen und der Anblick am Ende war nicht der allerschönste. Eigentlich ein großer Verdienst für ein Buch, das so vermeintlich „lustig“ daherkommt. Nicht unerwähnt sollen am Ende die vielen sprachlich erfreulichenen Kleinigkeiten bleiben, die der Autor immer wieder einstreut und damit für Erheiterung sort. Wenn Hitler etwa beim Räsonieren über die Grünen bemerkt, man habe sich 1934 ja auch nicht mit Ruhm, allenfalls mit Röhm bekleckert, ist das ein herrlicher Lacher. Und auch als die Krankenschwester später „nach dem Rechten“ sehen will und Hitler erfreut bekundet „dem geht’s gut“, ist das ein schöner humoristischer Einschub. Gleiches gilt natürlich für die Tiraden, die der Autor unter dem Deckmantel „Hitler“ über die etablierten Parteien ergießen kann.

Obwohl das Buch lange verpackt im Schrank bereit stand und obwohl sich etliche Besprechungen bereits mit Lob überschlagen haben, habe ich es bewusst stehen lassen und nun erst gelesen. Klar waren die äußere Aufmachung mit angedeuteter Hitler-Frisur samt Bart sowie der Preis von 19,33 EUR vielsagend und witzig und zu Beginn der Lektüre meint man im Kopf noch die klassischen Comedy-Sprecher laut vorlesen zu hören, also Christoph Maria Herbst als Stromberg bzw. Michael Kessler als Hitler persiflierende Stromberg-Version in Switch. Aber das legt sich bald und der Leser ist rasch genauso irritiert vom Duktus des Buches wie die handelnden Personen, auf die der im Jahr 2011 wiedererwachte reale Hitler trifft. Ähnlich der Konstellation „Alien kommt auf Erde und erlebt den Alltag“ muss sich Hitler in die Gesellschaft und vor allem den Medienkonsum einfinden und unterzieht dabei schonungslos Fernsehen, Zeitungen und Radio seiner persönlichen Kritik, die aber, wenn man das Ganze ehrlich betrachtet, zutrifft. Dann wird er selbst Bestandteil der Unterhaltungsindustrie und als Witzfigur in eine Comedy-Sendung integriert, wo seine ernst gemeinten Tiraden als letzter Schrei der Satire aufgenommen und begeistert belacht werden. Er wird auf YouTube ein Renner, erhält bald eine eigene Sendung samt Homepage und darf sich zu allen möglichen Themen des gesellschaftlichen Lebens äußern bzw. andere mit seinen Ansichten konfrontieren. Dabei gelingen herrlich komische Szenen wie die Entlarvung der NPD als Truppe von Weicheiern, jedenfalls aus Hitlers Sicht, oder das Interview mit Renate Künast, in dem diese mit Verwunderung feststellen muss, dass sie der Argumentation Hitlers keineswegs gewachsen ist und sich ihr gegenüber gerade kein Nazi-Dummbeutel befindet, sondern ein perfide analytisch argumentierender Polit-Profi, der sich wider Erwarten rasch in die heutige Zeit eingefunden hat und wegen dessen geschmeidigen Umgangs mit der Aktualität trotz seiner unverfälschten Äußerungen immer noch keiner an den „echten“ Hitler glauben mag. Klassische Symbole wie der deutsche Gruß oder die Anrede „mein Führer“ werden erst im Spaß, dann ohne nachzudenken von seinem Umfeld genutzt, etwa von der Hotelangestellten oder seiner Sekretärin. Nach Verkündung der möglichen Verleihung des Grimme-Preises an Hitler berauscht sich auf seine Intonation hin das versammelte Redaktionsteam mit Sieg-Heil-Rufen, dass es einen frösteln könnte angesichts so viel Dummheit. Die Ironie auf die Spitze getrieben wird dann, als zwei „echte“ Rechtsradikale Hitler auflauern und zusammenschlagen, weil er als vermeintlicher Comedian den „echten“ Hitler im Fernsehen lächerlich mache. Daraus kann Hitler nun sogar Popularitätskapital schlagen und erhält Aufnahmeanträge nahezu aller Parteien, noch im Krankenbett. Zum Schluss, es kommt, wie es kommen musste, beginnt er mit der Gründung einer eigenen Partei.

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Nicht unerwähnt sollen am Ende die vielen sprachlich erfreulichenen Kleinigkeiten bleiben, die der Autor immer wieder einstreut und damit für Erheiterung sort. Wenn Hitler etwa beim Räsonieren über die Grünen bemerkt, man habe sich 1934 ja auch nicht mit Ruhm, allenfalls mit Röhm bekleckert, ist das ein herrlicher Lacher. Und auch als die Krankenschwester später „nach dem Rechten“ sehen will und Hitler erfreut bekundet „dem geht’s gut“, ist das ein schöner humoristischer Einschub. Gleiches gilt natürlich für die Tiraden, die der Autor unter dem Deckmantel „Hitler“ über die etablierten Parteien ergießen kann.

geschrieben am 10.08.2013 | 729 Wörter | 4512 Zeichen

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