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Criminal, Bd. 5: Sünder


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Rezension von

Frank Drehmel

Sünder Mit "Incognito", "Sleeper" oder auch "Criminal" haben das Gespann Ed Brudbaker und Sean Philipps im Bereich des Hardboiled- bzw. Crime-Noir-Comics seit mehr als einer Dekade Maßstäbe gesetzt, oft an der Grenze zwischen klassischer Superhelden-Geschichte und dystopischem Krimi. Im fünften Sammelband der Criminal-Reihe, die im Prinzip aus aufeinander folgenden Miniserien bzw. in sich geschlossene Handlungsbögen besteht, lässt der Autor seinen düsteren Antihelden Tracy Lawless zurückkehren. Nachdem der ehemalige Elite-Soldat aus der Armee desertierte, um den Tod seines Bruders aufzuklären, steht er nun in der Schuld des Mafia-Bosses Sebastian Hyde und trägt diese Schuld ab, indem er Auftragsmorde begeht. Allerdings ist Lawless ein schlechter Killer, denn er tötet nicht wahllos und blindlings, sondern bringt nur diejenigen um, die es seiner Meinung nach verdienen. Diese Attitüde macht ihn in den Augen Hydes zu einen unzuverlässigen, da unberechenbaren Mitarbeiter. Dennoch erteilt der Mafiosi dem Ex-Soldaten einen sehr speziellen Auftrag, einen der dessen Wertvorstellungen nicht zuwiderläuft. Tracy Lawless soll die Morde an Kriminellen – Drogendealern, korrupten Polizisten, Zuhältern - aufklären, welche unter Schutz von Hydes Organisation standen und die ein Unbekannter scheinbar als Fanal brutal hingerichtet hat. Es dauert nicht lange, bis erste Spuren Lawless eine unerwartete Richtung weisen: zu einem Pater und seinen Zöglingen. Der Fall wird jedoch dadurch, dass sich der Detektiv wider Willen nicht nur mit der Yakuza anlegen muss, sondern dass ihm auch ein Special Agent des CID - Criminal Investigation Division – auf den Fersen ist, der den Deserteur in den Schoß der Armee heimholen will und der dabei nicht zimperlich vorgeht, komplizierter und gefährlicher, als es Lawless lieb sein kann. Wie in vielen seiner Werke führt uns Brubaker auch in "Sünder" auf die dunkle Seite einer bigotten, düsteren, kranken Gesellschaft, die ihre Kinder zum Töten ausbildet, die sie in und zur Gewalt erzieht oder zumindest zulässt, dass ihnen Gewalt angetan wird, und die dann als unausweichliche Konsequenzu an Verbrechen und Mord zu leiden hat. Tracy Lawless gehört wie seine Antagonisten zu diesen – im übertragene Sinne - Kindern, die sowohl Opfer als auch Täter sind, da ihre Sozialisation einen Ausbrechen aus dem Kreis von Gewalt und Gegengewalt nicht zulässt. Zwar unternimmt Tracy zaghafte Versuche des Aufbegehrens, um nicht - wie sein Boss - zum amoralischten Abschaum der Gosse oder der Nadelstreifen-Träger zu gehören, doch das Scheitern auch an den eigenen Ansprüchen ist vorgezeichnet. So kehrt der Gescheiterte - Brubakers resignativem Grundtenor entsprechend - schließlich in Schoß einer Armee zurückkehrt, in er ganz die Tötungsmaschine sein darf, zu der man ihn machte, ohne moralischen Urteile mehr zu fällen müssen. Kongenial grafisch umgesetzt wird die Geschichte einmal mehr von Sean Phillips, dessen harter, expressiver, reduzierter Stil, mit seinen tiefen Verschattungen sowie der Konzentration auf das Wesentliche in Verbindung mit der dunklen, farbkontrastarmen Koloration Staples' den düsteren Grundtenor perfekt visuell widerspiegelt. Fazit: Hart, spannend und resignativ. Eine kaputte Welt ohne Helden und voller Verlierer. Für Crime-Noir-Fans ein Muss.

Mit "Incognito", "Sleeper" oder auch "Criminal" haben das Gespann Ed Brudbaker und Sean Philipps im Bereich des Hardboiled- bzw. Crime-Noir-Comics seit mehr als einer Dekade Maßstäbe gesetzt, oft an der Grenze zwischen klassischer Superhelden-Geschichte und dystopischem Krimi.

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Im fünften Sammelband der Criminal-Reihe, die im Prinzip aus aufeinander folgenden Miniserien bzw. in sich geschlossene Handlungsbögen besteht, lässt der Autor seinen düsteren Antihelden Tracy Lawless zurückkehren. Nachdem der ehemalige Elite-Soldat aus der Armee desertierte, um den Tod seines Bruders aufzuklären, steht er nun in der Schuld des Mafia-Bosses Sebastian Hyde und trägt diese Schuld ab, indem er Auftragsmorde begeht. Allerdings ist Lawless ein schlechter Killer, denn er tötet nicht wahllos und blindlings, sondern bringt nur diejenigen um, die es seiner Meinung nach verdienen. Diese Attitüde macht ihn in den Augen Hydes zu einen unzuverlässigen, da unberechenbaren Mitarbeiter. Dennoch erteilt der Mafiosi dem Ex-Soldaten einen sehr speziellen Auftrag, einen der dessen Wertvorstellungen nicht zuwiderläuft. Tracy Lawless soll die Morde an Kriminellen – Drogendealern, korrupten Polizisten, Zuhältern - aufklären, welche unter Schutz von Hydes Organisation standen und die ein Unbekannter scheinbar als Fanal brutal hingerichtet hat.

Es dauert nicht lange, bis erste Spuren Lawless eine unerwartete Richtung weisen: zu einem Pater und seinen Zöglingen. Der Fall wird jedoch dadurch, dass sich der Detektiv wider Willen nicht nur mit der Yakuza anlegen muss, sondern dass ihm auch ein Special Agent des CID - Criminal Investigation Division – auf den Fersen ist, der den Deserteur in den Schoß der Armee heimholen will und der dabei nicht zimperlich vorgeht, komplizierter und gefährlicher, als es Lawless lieb sein kann.

Wie in vielen seiner Werke führt uns Brubaker auch in "Sünder" auf die dunkle Seite einer bigotten, düsteren, kranken Gesellschaft, die ihre Kinder zum Töten ausbildet, die sie in und zur Gewalt erzieht oder zumindest zulässt, dass ihnen Gewalt angetan wird, und die dann als unausweichliche Konsequenzu an Verbrechen und Mord zu leiden hat. Tracy Lawless gehört wie seine Antagonisten zu diesen – im übertragene Sinne - Kindern, die sowohl Opfer als auch Täter sind, da ihre Sozialisation einen Ausbrechen aus dem Kreis von Gewalt und Gegengewalt nicht zulässt. Zwar unternimmt Tracy zaghafte Versuche des Aufbegehrens, um nicht - wie sein Boss - zum amoralischten Abschaum der Gosse oder der Nadelstreifen-Träger zu gehören, doch das Scheitern auch an den eigenen Ansprüchen ist vorgezeichnet. So kehrt der Gescheiterte - Brubakers resignativem Grundtenor entsprechend - schließlich in Schoß einer Armee zurückkehrt, in er ganz die Tötungsmaschine sein darf, zu der man ihn machte, ohne moralischen Urteile mehr zu fällen müssen.

Kongenial grafisch umgesetzt wird die Geschichte einmal mehr von Sean Phillips, dessen harter, expressiver, reduzierter Stil, mit seinen tiefen Verschattungen sowie der Konzentration auf das Wesentliche in Verbindung mit der dunklen, farbkontrastarmen Koloration Staples' den düsteren Grundtenor perfekt visuell widerspiegelt.

Fazit: Hart, spannend und resignativ. Eine kaputte Welt ohne Helden und voller Verlierer. Für Crime-Noir-Fans ein Muss.

geschrieben am 30.10.2010 | 469 Wörter | 2821 Zeichen

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