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Garfield SC 17: Du bist, was du isst


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Rezension von

Ragan Tanger

Garfield SC 17: Du bist, was du isst Es ist so eine herrlich romantische Szene. Der Mond prangt im ganzen Panel dieses Bildes überdimensional und schützt und schmückt den Lattenzaun wie eine Arkade. Auf jenem Zaun schmiegt sich Arlene, Garfields Möchtegernfreundin, an den fetten, frechen Lieblingskater aller Comickenner. Es ist die abschließende 3-Panel-Story einer ganzen Reihe von anderen Ministorys, die auf den Seiten vorher das Thema Arlene-Garfield (inklusive dem Thema Beziehung, nennen wir es auf keinen Fall Liebe) mit Lattenzaun, Mond und Wimpernaufschlägen vorbereitete. Die Schattenumrisse der beiden Katzen nun also in dem letzten Strip dieser Geschichte, kleine funkelnde Sterne und ein überdimensionaler Mond. Dazu eine Arlene, die schmust und ihrem Garfield, dessen Namen sie beständig rezitiert, anhimmelt, anschnurrt. Garfield unterbricht: „Arlene?“ Ja Garfield, fragt sie, und man spürt die Sehnsucht in ihren Worten. Die folgende Antwort finden Sie in keinem Film, sondern nur hier, live und direkt in Garfield Welt. „Halt die Klappe, Arlene“ schleudert er der Liebsten, während der Mond weiterhin scheint, ins Gemüt. Gemein, oder? Aber Garfield ist nur so gemein wie er witzig ist, und nervig wie er überragend ist. Garfield muss schocken, um die Mensch-Tier-Ebene, die Jim Davies seit über 30 Jahren weltmeisterlich karikiert, in das Licht zu rücken, in das es der Autor gerne haben möchte. Das unterdrückte, ausgebeutete Tier dreht den Spieß um, und wird zum Herrscher über Leben und Tod, vielmehr aber über Lasagne, Kühlschrank und Lehnsessel. Diese technisch-bürgerliche Ebene macht den Reiz aus, auf der wir uns alle so gerne und gut wieder finden können. Ein realistischer Spaß, der ja bei vielen Haustierbesitzern nicht unähnlich zu beobachten ist. Band 17 führt die Erfolgsgeschichte von Garfield-Comicstrips, die ursprünglich spröde Zeitungen aufhellten, in gebundener Softcoverform nahtlos fort. Über 100 Seiten voller Gags, sowie einer kleinen Einleitung mit Information der Davies-und-Garfield-Biographie. „Du bist, was du isst“ lautet der Titel dieses Bandes und selbstredend ist er Programm, aber nicht nur hier. Nicht alle Geschichten handeln vom Essen, aber doch signifikant viele, wie der Statistiker neudeutsch sagen würde, so dass der Titel treffend gewählt ist und vor allen Dingen den Menschen zynische oder herzliche Freude am eigenen Essverhalten darreicht. Denn das sind ja die Aufgabe und der Trick dieser und anderer Comichelden. Die Unfähigkeit des eigenen Selbst in ein authentisches, ehrliches, vor allen Dingen notwendiges Licht zu rücken. Wir können gar nicht anders, als die Kekse, die ganz oben auf dem Schrank versteckt stehen, mit allen möglichen, unbeholfenen Mitteln zu erreichen versuchen. Dass letztlich der Schrank auf uns fällt, ist die Folge dieser Anstrengung. Garfield übernimmt das Wichtigste für uns: Er kommt zerfleddert und zerrupft unter dem Schrank hervorgebrochen und hält siegesbewusst, auch wenn er nicht mehr ganz bei Bewußtsein ist, die Kekse in der Hand und isst sie genüsslich. Als er dann feststellt, dass es Rosinenkekse sind, auf die er genau so gut hätte verzichten können, schmisst er die ganze Packung Jon an den Kopf, der geschockt seinen Kaffee ausspuckt. Herrscher und Beherrschter eben – da weiß man, wo man seine Emotionen auslassen kann. Und Stammleser wie Neukunden wissen, bei was sie am besten herzhaft lachen oder allwissend schmunzeln können. Das einzige Problem ist, dass man, wie bei Keksen ohne Rosinen, nicht aufhören kann. Man will nur ein paar Strips lesen und das Ganze endet damit, auf einmal mehr als die Hälfte des Buches verschlungen zu haben. Menschliche Gier, ich häng an Dir.

Es ist so eine herrlich romantische Szene. Der Mond prangt im ganzen Panel dieses Bildes überdimensional und schützt und schmückt den Lattenzaun wie eine Arkade. Auf jenem Zaun schmiegt sich Arlene, Garfields Möchtegernfreundin, an den fetten, frechen Lieblingskater aller Comickenner. Es ist die abschließende 3-Panel-Story einer ganzen Reihe von anderen Ministorys, die auf den Seiten vorher das Thema Arlene-Garfield (inklusive dem Thema Beziehung, nennen wir es auf keinen Fall Liebe) mit Lattenzaun, Mond und Wimpernaufschlägen vorbereitete. Die Schattenumrisse der beiden Katzen nun also in dem letzten Strip dieser Geschichte, kleine funkelnde Sterne und ein überdimensionaler Mond. Dazu eine Arlene, die schmust und ihrem Garfield, dessen Namen sie beständig rezitiert, anhimmelt, anschnurrt. Garfield unterbricht: „Arlene?“ Ja Garfield, fragt sie, und man spürt die Sehnsucht in ihren Worten. Die folgende Antwort finden Sie in keinem Film, sondern nur hier, live und direkt in Garfield Welt. „Halt die Klappe, Arlene“ schleudert er der Liebsten, während der Mond weiterhin scheint, ins Gemüt. Gemein, oder?

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Aber Garfield ist nur so gemein wie er witzig ist, und nervig wie er überragend ist. Garfield muss schocken, um die Mensch-Tier-Ebene, die Jim Davies seit über 30 Jahren weltmeisterlich karikiert, in das Licht zu rücken, in das es der Autor gerne haben möchte. Das unterdrückte, ausgebeutete Tier dreht den Spieß um, und wird zum Herrscher über Leben und Tod, vielmehr aber über Lasagne, Kühlschrank und Lehnsessel. Diese technisch-bürgerliche Ebene macht den Reiz aus, auf der wir uns alle so gerne und gut wieder finden können. Ein realistischer Spaß, der ja bei vielen Haustierbesitzern nicht unähnlich zu beobachten ist.

Band 17 führt die Erfolgsgeschichte von Garfield-Comicstrips, die ursprünglich spröde Zeitungen aufhellten, in gebundener Softcoverform nahtlos fort. Über 100 Seiten voller Gags, sowie einer kleinen Einleitung mit Information der Davies-und-Garfield-Biographie. „Du bist, was du isst“ lautet der Titel dieses Bandes und selbstredend ist er Programm, aber nicht nur hier. Nicht alle Geschichten handeln vom Essen, aber doch signifikant viele, wie der Statistiker neudeutsch sagen würde, so dass der Titel treffend gewählt ist und vor allen Dingen den Menschen zynische oder herzliche Freude am eigenen Essverhalten darreicht. Denn das sind ja die Aufgabe und der Trick dieser und anderer Comichelden. Die Unfähigkeit des eigenen Selbst in ein authentisches, ehrliches, vor allen Dingen notwendiges Licht zu rücken.

Wir können gar nicht anders, als die Kekse, die ganz oben auf dem Schrank versteckt stehen, mit allen möglichen, unbeholfenen Mitteln zu erreichen versuchen. Dass letztlich der Schrank auf uns fällt, ist die Folge dieser Anstrengung. Garfield übernimmt das Wichtigste für uns: Er kommt zerfleddert und zerrupft unter dem Schrank hervorgebrochen und hält siegesbewusst, auch wenn er nicht mehr ganz bei Bewußtsein ist, die Kekse in der Hand und isst sie genüsslich. Als er dann feststellt, dass es Rosinenkekse sind, auf die er genau so gut hätte verzichten können, schmisst er die ganze Packung Jon an den Kopf, der geschockt seinen Kaffee ausspuckt. Herrscher und Beherrschter eben – da weiß man, wo man seine Emotionen auslassen kann. Und Stammleser wie Neukunden wissen, bei was sie am besten herzhaft lachen oder allwissend schmunzeln können. Das einzige Problem ist, dass man, wie bei Keksen ohne Rosinen, nicht aufhören kann. Man will nur ein paar Strips lesen und das Ganze endet damit, auf einmal mehr als die Hälfte des Buches verschlungen zu haben. Menschliche Gier, ich häng an Dir.

geschrieben am 15.06.2010 | 550 Wörter | 3161 Zeichen

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