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Nothing for ungood


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Informationen zum Buch
  ISBN
  Autor
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  Seiten
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  Extras

Rezension von

Jennifer Küppers

Nothing for ungood Deutsche brauchen drei Monate, um eine Party zu planen, sprechen merkwürdiges Oxford-Englisch, das Amerikaner an das schweizerische Rätoromanisch erinnert, haben sechzehn (!) Formen für das englische Wort the und subventionieren die Staus auf Autobahnen mit der Toilettengebühr auf Raststätten. Kann man in einem solchen Land leben? John aus Oklahoma hat es ausprobiert. John Madison, studierter Elektrotechniker, beschloss einst, Deutsch zu lernen, um – wie er selbst schreibt – seine Noten aufzubessern. Er machte ein Praktikum in Hamburg und war ein Jahr Austauschstudent in München. Dort erlebte er Deutsche Seltsamkeiten, über die er zunächst im Internet (www.nothingforungood.de) schrieb und die ihn schließlich sogar veranlassten, ein Buch zu verfassen. Das liebevoll skizzierte, etwas antik anmutende Cover lädt zum Durchblättern ein: In kurzen Kapiteln skizziert John Madison in seinem Erstlingswerk „Nothing for ungood“ Sprache, Kultur und Essen und Trinken der Deutschen, um dann sich – Als Ami in Deutschland, Mein deutsches Leben – und seine Erfahrungen darzulegen. Schließlich gibt es noch zwei Kapitel, – Unbeantwortete google-Fragen und Was ist gut an Deutschland? – in denen er Fragen und Antworten aus seinem Blog wiedergibt. Nichts für ungut. Die Idee, kulturelle Unterschiede zu thematisieren, sie zu karikieren oder sogar zu parodieren ist nicht neu. Im Gegenteil. Besonders amerikanisch-deutsche Unterschiede wurden bereits sehr häufig aufs Korn genommen. Man denke an David Bergmanns Der, die was?, an Bill Brysons Streiflichter aus Amerika oder Hansens: Planet Germany. Gut sind kurze Kapitel, die sich jeweils einem deutschen Phänomen widmen, beziehungsweise einem Stereotyp: So sind Deutsche nach Madison brutal ehrlich, lieben Fakten, sind Erbsenzähler und hassen Bequemlichkeiten, was man daran erkennt, dass man an den Tank-Zapfsäulen in Amerika direkt mit Karte bezahlen kann. Sie haben eine eigene Krankheit – den Zug – erfunden, brauchen eine warme Mahlzeit pro Tag, entwickeln Mc-Gyver-artige Fähigkeiten beim Öffnen einer Bierflasche und haben ein Schlager-Repertoire, welches ein Mus auf jeder guten Party ist. Dies beschreibt Madison witzig und kurz. Dabei schöpft er das komische Potential eines Austauschschülers in Deutschland jedoch nicht aus. Er beschreibt lediglich die Unterschiede und tut dies zwar einerseits ironisch, andererseits aber nicht ironisch genug. Vielfach scheint eine Prise zu viel Ernst dabei zu sein, so dass die Beschreibungen ignorant wirken. Besonders der letzte Teil des Buches scheint jedoch mehr notdürftig eingeschoben, um das Buch zu füllen: Madison beantwortet Fragen wie „Was ist die typisch deutsche Mentalität?, Warum trinken die Deutschen kohlensäurehaltiges Wasser oder „Welchen Nutzen bringt es den Deutschen, hohe Steuern zu zahlen? Es ist zwar durchaus amüsant, die Fragen und ironischen Antworten dazu zu lesen, jedoch werden vielfach Themen angesprochen, die bereits in den vorangehenden Kapiteln angesprochen worden sind. Fazit: Einige Kapitel sind sehr gut gelungen – witzig, ironisch, zum Schreien komisch – andere, na ja: nothing for ungood eben.

Deutsche brauchen drei Monate, um eine Party zu planen, sprechen merkwürdiges Oxford-Englisch, das Amerikaner an das schweizerische Rätoromanisch erinnert, haben sechzehn (!) Formen für das englische Wort the und subventionieren die Staus auf Autobahnen mit der Toilettengebühr auf Raststätten. Kann man in einem solchen Land leben? John aus Oklahoma hat es ausprobiert.

weitere Rezensionen von Jennifer KĂĽppers


John Madison, studierter Elektrotechniker, beschloss einst, Deutsch zu lernen, um – wie er selbst schreibt – seine Noten aufzubessern. Er machte ein Praktikum in Hamburg und war ein Jahr Austauschstudent in München. Dort erlebte er Deutsche Seltsamkeiten, über die er zunächst im Internet (www.nothingforungood.de) schrieb und die ihn schließlich sogar veranlassten, ein Buch zu verfassen.

Das liebevoll skizzierte, etwas antik anmutende Cover lädt zum Durchblättern ein: In kurzen Kapiteln skizziert John Madison in seinem Erstlingswerk „Nothing for ungood“ Sprache, Kultur und Essen und Trinken der Deutschen, um dann sich – Als Ami in Deutschland, Mein deutsches Leben – und seine Erfahrungen darzulegen. Schließlich gibt es noch zwei Kapitel, – Unbeantwortete google-Fragen und Was ist gut an Deutschland? – in denen er Fragen und Antworten aus seinem Blog wiedergibt.

Nichts für ungut. Die Idee, kulturelle Unterschiede zu thematisieren, sie zu karikieren oder sogar zu parodieren ist nicht neu. Im Gegenteil. Besonders amerikanisch-deutsche Unterschiede wurden bereits sehr häufig aufs Korn genommen. Man denke an David Bergmanns Der, die was?, an Bill Brysons Streiflichter aus Amerika oder Hansens: Planet Germany.

Gut sind kurze Kapitel, die sich jeweils einem deutschen Phänomen widmen, beziehungsweise einem Stereotyp: So sind Deutsche nach Madison brutal ehrlich, lieben Fakten, sind Erbsenzähler und hassen Bequemlichkeiten, was man daran erkennt, dass man an den Tank-Zapfsäulen in Amerika direkt mit Karte bezahlen kann. Sie haben eine eigene Krankheit – den Zug – erfunden, brauchen eine warme Mahlzeit pro Tag, entwickeln Mc-Gyver-artige Fähigkeiten beim Öffnen einer Bierflasche und haben ein Schlager-Repertoire, welches ein Mus auf jeder guten Party ist. Dies beschreibt Madison witzig und kurz. Dabei schöpft er das komische Potential eines Austauschschülers in Deutschland jedoch nicht aus. Er beschreibt lediglich die Unterschiede und tut dies zwar einerseits ironisch, andererseits aber nicht ironisch genug. Vielfach scheint eine Prise zu viel Ernst dabei zu sein, so dass die Beschreibungen ignorant wirken.

Besonders der letzte Teil des Buches scheint jedoch mehr notdürftig eingeschoben, um das Buch zu füllen: Madison beantwortet Fragen wie „Was ist die typisch deutsche Mentalität?, Warum trinken die Deutschen kohlensäurehaltiges Wasser oder „Welchen Nutzen bringt es den Deutschen, hohe Steuern zu zahlen?

Es ist zwar durchaus amĂĽsant, die Fragen und ironischen Antworten dazu zu lesen, jedoch werden vielfach Themen angesprochen, die bereits in den vorangehenden Kapiteln angesprochen worden sind.

Fazit: Einige Kapitel sind sehr gut gelungen – witzig, ironisch, zum Schreien komisch – andere, na ja: nothing for ungood eben.

geschrieben am 25.12.2009 | 449 Wörter | 2734 Zeichen

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