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Rezension von

Dr. Benjamin Krenberger

Es findet dich Das Buch beinhaltet eine abwechslungsreiche Sammlung von Beschreibungen über Begegnungen der Autorin mit Menschen, die sie aufsucht, nachdem sie von ihnen eine Anzeige in einer Werbewurfsendung, PennySaver Los Angeles, gelesen hat und mit ihnen einen Besuch samt kurzem Interview vereinbart hat. Dabei findet sich - wenig überraschend - ein breites Spektrum an Lebenslagen und Menschentypen, von der griechischen Einwanderin, die fremde Fotoalben verkauft, über den Highschoolabsolventen, der Ochsenfroschquappen anbietet, über den Kriminellen, aus dessen Haus die Autorin am Ende ängstlich und hastig flieht, oder den Transsexuellen, der einen Lederkoffer loswerden möchte. Die Texte über die Menschen und Dinge, denen die Autorin und ihre Fotografin dabei begegnen, werden dabei von allerlei Reflexionen über das eigene Leben und Wirken sowie die Umgebung der Autorin und deren Einflüsse auf das eigene Leben eingerahmt. Das gelingt mal besser, mal schlechter und die dabei gezogenen Schlüsse der Autorin auf sich selbst und auf ihre Arbeit deuten auf eine doch deutlich ausgeprägte Selbstfixiertheit hin. Insbesondere die ständige Selbstkritik der eigentlich erfolgreichen Autorin und Regisseurin ist für Leser, die nicht ins Showgeschäft involviert sind, wenig nachvollziehbar. Die teilweise flapsige Sprache, die Suche nach dem Gag zwischendurch, sowie die ständige Beschreibung ihrer betont aufmerksamen nonverbalen Kommunikation gegenüber den besuchten Menschen sind klar von der Profession der Autorin geprägt - dies ist für die Lektüre zwar kurzzeitig erhellend, aber insgesamt verliert das Buch dadurch massiv an Tiefgang. Schließlich kommt als klarer Malus des Buches dazu, dass eine tragende Botschaft ohnehin gänzlich fehlt. Es ist de facto lediglich die durchaus punktuell amüsante Zusammenfassung des prokrastinierenden Verhaltens der Autorin, die für ihr neues Drehbuch unter Schreib- und Ideenhemmung leidet. Daraus hätte man mehr machen können als die Erkenntnis, dass es viele Menschen mit spannenden Lebensgeschichten gibt, die aber fast nie entdeckt werden, wenn man sich nicht aktiv mit ihnen beschäftigt: denn diese Erkenntnis haben Journalisten tagtäglich und davon leben zahlreiche Monats- und Wochenmagazine. Immerhin hat es die Autorin geschafft, aus einer kurzen Lebenskrise auch noch ein Buch zu machen und ihre selbsttherapeutische Vorgehensweise dem Publikum als Unterhaltung vorzugaukeln. Das sind sicher gute Voraussetzungen, um weiterhin in der Filmbranche zu bestehen.

Das Buch beinhaltet eine abwechslungsreiche Sammlung von Beschreibungen über Begegnungen der Autorin mit Menschen, die sie aufsucht, nachdem sie von ihnen eine Anzeige in einer Werbewurfsendung, PennySaver Los Angeles, gelesen hat und mit ihnen einen Besuch samt kurzem Interview vereinbart hat. Dabei findet sich - wenig überraschend - ein breites Spektrum an Lebenslagen und Menschentypen, von der griechischen Einwanderin, die fremde Fotoalben verkauft, über den Highschoolabsolventen, der Ochsenfroschquappen anbietet, über den Kriminellen, aus dessen Haus die Autorin am Ende ängstlich und hastig flieht, oder den Transsexuellen, der einen Lederkoffer loswerden möchte. Die Texte über die Menschen und Dinge, denen die Autorin und ihre Fotografin dabei begegnen, werden dabei von allerlei Reflexionen über das eigene Leben und Wirken sowie die Umgebung der Autorin und deren Einflüsse auf das eigene Leben eingerahmt. Das gelingt mal besser, mal schlechter und die dabei gezogenen Schlüsse der Autorin auf sich selbst und auf ihre Arbeit deuten auf eine doch deutlich ausgeprägte Selbstfixiertheit hin. Insbesondere die ständige Selbstkritik der eigentlich erfolgreichen Autorin und Regisseurin ist für Leser, die nicht ins Showgeschäft involviert sind, wenig nachvollziehbar. Die teilweise flapsige Sprache, die Suche nach dem Gag zwischendurch, sowie die ständige Beschreibung ihrer betont aufmerksamen nonverbalen Kommunikation gegenüber den besuchten Menschen sind klar von der Profession der Autorin geprägt - dies ist für die Lektüre zwar kurzzeitig erhellend, aber insgesamt verliert das Buch dadurch massiv an Tiefgang.

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Schließlich kommt als klarer Malus des Buches dazu, dass eine tragende Botschaft ohnehin gänzlich fehlt. Es ist de facto lediglich die durchaus punktuell amüsante Zusammenfassung des prokrastinierenden Verhaltens der Autorin, die für ihr neues Drehbuch unter Schreib- und Ideenhemmung leidet. Daraus hätte man mehr machen können als die Erkenntnis, dass es viele Menschen mit spannenden Lebensgeschichten gibt, die aber fast nie entdeckt werden, wenn man sich nicht aktiv mit ihnen beschäftigt: denn diese Erkenntnis haben Journalisten tagtäglich und davon leben zahlreiche Monats- und Wochenmagazine. Immerhin hat es die Autorin geschafft, aus einer kurzen Lebenskrise auch noch ein Buch zu machen und ihre selbsttherapeutische Vorgehensweise dem Publikum als Unterhaltung vorzugaukeln.

Das sind sicher gute Voraussetzungen, um weiterhin in der Filmbranche zu bestehen.

geschrieben am 28.07.2012 | 346 Wörter | 2182 Zeichen

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