
| ISBN | 3940864153 | |
| Autor | Benoît Sokal | |
| Verlag | Splitter | |
| Sprache | deutsch | |
| Seiten | 208 | |
| Erscheinungsjahr | 2009 | |
| Extras | - |

Mauranien, ein afrikanisches Afrika in den 1940er Jahren. Eines der letzten Paradiese auf Erden. Doch der Schein trügt, denn das Land ist vom Bürgerkrieg zerstört. Der alte Despot und totkranke König Rodon klammert sich verzweifelt an die ihm noch verbliebende Macht, die Revolution versucht hingegen, mit Waffengewalt demokratische Strukturen durchzusetzen. Alles, was sich Rodon wünscht, ist, seine Tochter Malika ein letztes Mal zu sehen. Ihre Mutter war mit ihr gut zehn Jahre zuvor aus Afrika nach Europa geflohen, wo sie ihrer Tochter unter dem Namen Ann Smith ein Studium ermöglichte.

Der Titel steht krass im Widerspruch zu dem Coverbild: ein dunkler Leopard blickt einem direkt ins Gesicht, alles ist sehr dunkel gehalten. Und auch die Geschichte gestaltet sich nicht so, wie man es ob des Titels vermuten könnte. Die Tochter kehrt zurück nach Afrika, verliert aber bei einem Flugzeugabsturz das Gedächtnis und wird von einem lokalen Herrscher aufgenommen. Sie möchte aber wieder nach Genf, worauf der Herrscher ihr anbietet, sie ziehen zu lassen. Einzige Bedingung: sie muss einen schwarzen Leoparden mit sich nehmen und ihn auf dem Weg nach Süden in das benachbarte Land in die Freiheit entlassen. Sie willigt ein und macht sich auf den Weg. Nun beginnt hinter ihrem Rücken ein Wettlauf der Schergen ihres Vaters, die sie zu ihm bringen sollen, und der Angehörigen der Revolution, die sie für ihre Zwecke gewinnen wollen. In den insgesamt vier Kapiteln nimmt die Geschichte manche vorhersehbare und manche überraschende Wendung, am Ende begegnen sich Vater und Tochter wieder. Allerdings gestaltet sich dieses Treffen für keinen der beiden so, wie sie es sich erhofft hatten.
Was ist von diesem Comic zu halten? Sokal und Bingono nehmen hier die Vorlage des Computerspiels mehr oder weniger 1:1 auf und formen das ganze in einen Comic, der aus 4 Kapiteln besteht. Die Vorlage Computerspiel wird am deutlichsten sichtbar, wenn man die Kapitel betrachtet, die eine in sich geschlossene Einheit bilden und sehr abrupt enden und kaum in das nächste übergehen. Sonst ist aber wirklich gute Arbeit geleistet worden: die Farben sind klar und aussagekräftig, die Figuren und Landschaften detailgenau und liebevoll gezeichnet. Es wird immer gleich klar, wie das Bild gemeint ist, was die Person beabsichtigt, das alles ist in den Bildern unmittelbar sichtbar. Die insgesamt düstere Atmosphäre will nicht zu dem Titel passen, nur am Anfang und unmittelbar am Ende beherrschen freundliche Farben die Bilder.
Auch wenn die Geschichte nicht zu 100% überzeugt und teilweise etwas schlicht, keinesfalls aber langweilig oder uninteressant wirkt- die optische Gestaltung und Aufmachung des Buches entführen den Leser in das „Paradise“ in Afrika und halten ihn dort gefangen. Lesenswert!
geschrieben am 11.09.2009 | 431 Wörter | 2377 Zeichen
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