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Weltenwanderer, Bd. 7: Der Trollring


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Rezension von

Marc-Florian Wendland

Der Trollring Trollringe sind vermaledeite, lästige und zweifelhafte Schmuckstücke – zumindest für die Verurteilten, die sie tragen –, die es ihren Träger nicht erlauben, unbescholtene Wesen anzugreifen. Es sei denn ihr gegenüber trägt einen ebensolchen. Kein Wunder, dass der Arenasklave Daric ihn mehrfach zum Teufel wünscht, während er sich mit der Elfin Nide durch die Steinwüste der Ghouls kämpfen muss. Als alleinige Überlebende nach einem Ghoulangriff auf diese Karawane, die sie in die Stadt jenseits der Wüste bringen sollte, scheinen die ungleichen Flüchtenden zum Tode verurteilt. Auf Daric, der das unwiderrufliche Zeichen des Mörders in seinem Gesicht trägt, wartet am Ende dieser Odyssee das gleiche, traurige Schicksal wie in den vergangenen Jahren seines Lebens. Eines jedoch treibt ihn in der Wüste voran, hält ihn am Leben und bringt ihn dazu, sich beinahe für die Elfin zu opfern, die er so sehr verachtet: der Glaube daran, dass Nide ihn durch ihre magischen Fähigkeiten von diesem Ring endlich befreien wird. Doch bis zur Stadt sind es noch einige Tagesmärschen… „Der Trollring“ hat mich in mehrfacher Hinsicht angenehm überrascht. Zum ersten suggerierte der Titel eine Teilnahme der Trolle an dieser Geschichte, welche jedoch nicht stattfand. Der Leser findet sich auf dem falschen Fuß ertappt. Desweiteren gefällt mir die Idee einer magischen „Fußfessel“, die es den Verurteilten nicht erlaubt aggressive Handlungen gegen andere Wesen vorzunehmen, selbst wenn diese der Verteidigung dienen. Dadurch wird die Hilflosigkeit eines Trollringträgers in der Gesellschaft im allgemeinen und in dieser ganz besonderen Situationen (verloren in der Wüste, umringt von blutrünstigen Gegnern) verdeutlicht. Ziert dieser Ring einmal den Hals eines Arenasklaven so bedeutet dies es für ihn einen nimmer endenden Kampf bis zum Ende seines traurigen, bemitleidenswerten Lebens. Der Plott besticht durch schlichte Eleganz, meint, er ist nachvollziehbar, nicht an den Haaren herbeigezogen und ins sich schlüssig. Das eigentlich typische Fantasysetting – zwei Wesen verschiedener Rassen durch einen merkwürdigen Zufall zur Kooperation verdammt – erfährt durch den Trollring eine neue Note, denn wie soll der vermeintliche Held eine Schlacht gewinnen, wenn er nicht im Stande sich (oder die Elfin) zu verteidigen? Die Abneigung der beiden Hauptdarsteller einander gegenüber wird von der Autorin dezent in Szene gesetzt. Ebenso der Grund für diese Abneigung. Die angebliche Überheblichkeit und Hochnäsigkeit der Elfen resultiert aus der Art und Weise wie diese die Welt sehen, gleichsam ist der grobschlächtige Daric Zeuge für die Menschenwelt, in welcher Hass, Tod und Mord die Schicksale der Unglücklichen bestimmen. Das die Autorin sowohl diese Gegebenheiten als auch das zunehmende Verständnis nicht explizit in Worte fasst, sondern implizit durch die Handlungen und Unterredungen der beiden Hauptdarsteller in die Geschichte einwebt, schafft ein sehr angenehm zu lesende, authentische Atmosphäre. Das Ende des Kurzromans verzichtet auf eine totale Wandlung ins Gute – glücklicherweise, denn obgleich zwischen den beiden Verbündeten bereits während ihrer gefahrvollen Reise ein zartes Band der Liebe gewoben wurde, so hätte ich eine Heirat doch als zu gekünstelt empfunden. So bleibt es bei einigen schönen Momenten, den Daric und Nide in Freiheit miteinander verbringen dürfen, ehe die Realität – die Abneigung zwischen Elfin und Menschen – sie einholt. Die Schreibe Esther Schmidts ist angenehm und flüssig zu lesen. Eine kritische Anmerkungen (eher in Richtung des Lektorats) muss jedoch getan werden, da dieser Fakt einfach zu inhärent war. Es findet sich beinahe auf jeder Seite das Wort „schnaubte“, augenscheinlich die einzige Gefühlsregung zu der die Charaktere in auf-/erregter Stimmung in der Lage sind. Ansonsten fiel kaum Negatives in Wortwahl oder Satzgestaltung auf. „Der Trollring“ ist ein weiterer sehr guter Roman in der Weltenwanderer-Reihe, der es sowohl Wert war gedruckt als auch gelesen zu werden. Esther Schmidt ist es vor allem gelungen, die so vertrauten und jederzeit gern wiederverwendeten Elfin geschickt abzuwandeln, ohne sie zu revolutionieren. Kurz gesagt: ein tolles Stück (nicht ganz so) klassischer Fantasy aus einer deutschen Feder.

Trollringe sind vermaledeite, lästige und zweifelhafte Schmuckstücke – zumindest für die Verurteilten, die sie tragen –, die es ihren Träger nicht erlauben, unbescholtene Wesen anzugreifen. Es sei denn ihr gegenüber trägt einen ebensolchen. Kein Wunder, dass der Arenasklave Daric ihn mehrfach zum Teufel wünscht, während er sich mit der Elfin Nide durch die Steinwüste der Ghouls kämpfen muss. Als alleinige Überlebende nach einem Ghoulangriff auf diese Karawane, die sie in die Stadt jenseits der Wüste bringen sollte, scheinen die ungleichen Flüchtenden zum Tode verurteilt. Auf Daric, der das unwiderrufliche Zeichen des Mörders in seinem Gesicht trägt, wartet am Ende dieser Odyssee das gleiche, traurige Schicksal wie in den vergangenen Jahren seines Lebens. Eines jedoch treibt ihn in der Wüste voran, hält ihn am Leben und bringt ihn dazu, sich beinahe für die Elfin zu opfern, die er so sehr verachtet: der Glaube daran, dass Nide ihn durch ihre magischen Fähigkeiten von diesem Ring endlich befreien wird. Doch bis zur Stadt sind es noch einige Tagesmärschen…

weitere Rezensionen von Marc-Florian Wendland

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rezensiert seit
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2
12.10.2010
3
12.10.2010
4
12.10.2010
5
01.10.2010

„Der Trollring“ hat mich in mehrfacher Hinsicht angenehm überrascht. Zum ersten suggerierte der Titel eine Teilnahme der Trolle an dieser Geschichte, welche jedoch nicht stattfand. Der Leser findet sich auf dem falschen Fuß ertappt. Desweiteren gefällt mir die Idee einer magischen „Fußfessel“, die es den Verurteilten nicht erlaubt aggressive Handlungen gegen andere Wesen vorzunehmen, selbst wenn diese der Verteidigung dienen. Dadurch wird die Hilflosigkeit eines Trollringträgers in der Gesellschaft im allgemeinen und in dieser ganz besonderen Situationen (verloren in der Wüste, umringt von blutrünstigen Gegnern) verdeutlicht. Ziert dieser Ring einmal den Hals eines Arenasklaven so bedeutet dies es für ihn einen nimmer endenden Kampf bis zum Ende seines traurigen, bemitleidenswerten Lebens.

Der Plott besticht durch schlichte Eleganz, meint, er ist nachvollziehbar, nicht an den Haaren herbeigezogen und ins sich schlüssig. Das eigentlich typische Fantasysetting – zwei Wesen verschiedener Rassen durch einen merkwürdigen Zufall zur Kooperation verdammt – erfährt durch den Trollring eine neue Note, denn wie soll der vermeintliche Held eine Schlacht gewinnen, wenn er nicht im Stande sich (oder die Elfin) zu verteidigen? Die Abneigung der beiden Hauptdarsteller einander gegenüber wird von der Autorin dezent in Szene gesetzt. Ebenso der Grund für diese Abneigung. Die angebliche Überheblichkeit und Hochnäsigkeit der Elfen resultiert aus der Art und Weise wie diese die Welt sehen, gleichsam ist der grobschlächtige Daric Zeuge für die Menschenwelt, in welcher Hass, Tod und Mord die Schicksale der Unglücklichen bestimmen. Das die Autorin sowohl diese Gegebenheiten als auch das zunehmende Verständnis nicht explizit in Worte fasst, sondern implizit durch die Handlungen und Unterredungen der beiden Hauptdarsteller in die Geschichte einwebt, schafft ein sehr angenehm zu lesende, authentische Atmosphäre.

Das Ende des Kurzromans verzichtet auf eine totale Wandlung ins Gute – glücklicherweise, denn obgleich zwischen den beiden Verbündeten bereits während ihrer gefahrvollen Reise ein zartes Band der Liebe gewoben wurde, so hätte ich eine Heirat doch als zu gekünstelt empfunden. So bleibt es bei einigen schönen Momenten, den Daric und Nide in Freiheit miteinander verbringen dürfen, ehe die Realität – die Abneigung zwischen Elfin und Menschen – sie einholt.

Die Schreibe Esther Schmidts ist angenehm und flüssig zu lesen. Eine kritische Anmerkungen (eher in Richtung des Lektorats) muss jedoch getan werden, da dieser Fakt einfach zu inhärent war. Es findet sich beinahe auf jeder Seite das Wort „schnaubte“, augenscheinlich die einzige Gefühlsregung zu der die Charaktere in auf-/erregter Stimmung in der Lage sind. Ansonsten fiel kaum Negatives in Wortwahl oder Satzgestaltung auf.

„Der Trollring“ ist ein weiterer sehr guter Roman in der Weltenwanderer-Reihe, der es sowohl Wert war gedruckt als auch gelesen zu werden. Esther Schmidt ist es vor allem gelungen, die so vertrauten und jederzeit gern wiederverwendeten Elfin geschickt abzuwandeln, ohne sie zu revolutionieren. Kurz gesagt: ein tolles Stück (nicht ganz so) klassischer Fantasy aus einer deutschen Feder.

geschrieben am 12.10.2010 | 626 Wörter | 3641 Zeichen

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