
| ISBN | 3862011860 | |
| Buchreihe | Northlanders | |
| Autor | Brian Wood | |
| Verlag | Panini Comics | |
| Sprache | deutsch | |
| Seiten | 128 | |
| Erscheinungsjahr | 2011 | |
| Extras | - |

Der fĂŒnfte Sammelband aus Brian Woods Northlander-Reihe, welche in miteinander unverbundenen Story-Lines die unterschiedlichsten Aspekte des Lebens der NordmĂ€nner um die Wende des ersten Jahrtausends nach Christus comicfreundlich aufbereitet, enthĂ€lt die Hefte 29 bis 34 und somit die Single-Issue Story âDer Seewegâ (The Sea Road) sowie den Mehrteiler âMetallâ (Metal).

Den Seeweg nach Westen, in unbekannte, furchterregende GewĂ€sser, sucht um des Abenteuers und Rums willen der alternde Nordmann Dag, da ihn daheim nichts hĂ€lt. Und so fĂŒhrt er seine Mannschaft erst in ein Land aus Feuer, dann in die Einsamkeit des ewige Eises und spĂ€ter in den Wahnsinn bis er schlieĂlich an den grĂŒnen Gestaden Grönlands seine Erlösung findet.
Metall ist die Profession und Leidenschaft des hĂŒnenhaften Erik Thorssons, der als Schmied seinen Lebensunterhalt bestreitet und der sich mit der gesamten Kraft seiner riesigen Muskeln eisern und voller Fanatismus gegen die Christianisierung seiner Leute und die Abkehr von den alten Göttern stemmt. ZunĂ€chst befreit er die junge Ingrid aus den Klauen von Nonnen, die das albinotische MĂ€dchen quĂ€len und drangsalieren und beginnt dann mit der Frau an seiner Seite seinen Ein-Mann-Feldzug nicht nur gegen die christlichen Fremden, sondern auch gegen seine Leute, die dem alten Glauben zugunsten fetten Profits und eines bequemen Lebens entsagen. Ein kleines Dorf nach dem anderen fĂ€llt unter der Streitaxt des zunehmend Wahnsinnigen, bis die Kirche schlieĂlich einen nordmĂ€nnischen Söldner entsendet, der es körperlich mir Erik aufnehmen kann: Karl den Schwarzen.
WĂ€hrend die Kurzgeschichte, âDer Seewegâ, in vergleichsweise ruhigen, fast schon zur Kontemplation einladenden kĂŒhlen Bilder atmosphĂ€risch stimmig und ohne viel GeschwĂ€tz das Abdriften des Hauptprotagonisten in den Wahnsinn nachzeichnet, nĂ€hert sich der Autor in âMetallâ dem Irrsinn nicht nur in deutlich action- und dialoglastigerer Weise, sondern inszeniert das Ende auch insgesamt versöhnlicher. Dennoch ist die zweite Geschichte die deutlich schwĂ€chere, weil zwischen all der Gewalt und Gegengewalt und angesichts der meines Erachtens vollkommen ĂŒberzeichneten Figur des Schmiedes die leisen Töne untergehen. Zahlreiche Fragen, wie die nach dem Verlust von individueller und gesellschaftlicher IdentitĂ€t, dem Bewahren der eigenen Kultur um den Preis privaten GlĂŒcks verlieren sich zwischen all den wuchtigen KampfgemĂ€lden und Götter-Visionen sowie den bedauerlicherweise oftmals platten Dialogen der relativ eindimensionalen HandlungstrĂ€ger.
Fazit: Auch wenn die zweite Story an der Wucht der Handlung und der Bilder sowie der Ăberzeichnung des Helden leidet, allein schon auf Grund des atmosphĂ€risch intensiven Artworks ein unter Strich empfehlenswertes Tradepaperback.
geschrieben am 10.01.2012 | 390 Wörter | 2434 Zeichen
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