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Die Kapuzinerschule, Bd. 2: Der Erbe


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Rezension von

Frank Drehmel

Der Erbe Die Rückkehr Camille Desfhouets und ihres Gatten Honoré Pencrec'hs in das bretonische Dorf Kerfilec und auf die Insel Dourduff hat bei allen Beteiligten alte Wunden aufgerissen und die Ehe der beiden Rückkehrer nahe ans Scheitern gebracht. Als Honoré die Erkenntnis ereilt, dass er alles, was ihr gemeinsames Leben ausmachte, dadurch aufs Spiel setzt, dass er seiner Erinnerung an die geliebte Emma nachhängt, ist es zu spät: Camille hat sich längst und ohne zu zögern in die Arme des aggressiven Richters Aristide geflüchtet. Als Honorés jüngeres Ich ihn auf diesen Umstand hinweist, zerschneidet der Gehörnte endgültig das dünne Band, das ihn noch mit Camille verbindet, um fortan weit weg von Paris auf ein neues, ein glückliches Leben in Kerfilec zu hoffen, auch wenn Emma tot ist. Die hochmütige Camille allerdings kann sowohl den Bruch mit Honoré, als auch die Verachtung der übrigen Dörfler nicht ertragen und sinnt auf Rache. Nicht nur, dass sie ihren Mann gegenüber Aristide als brutalen Schläger diffamiert, auch versucht sie Louis Varot, den alten Freund Madame Hortenses, ans Messer zu liefern. Außerdem existiert noch ein altes Bündnis aus Jugendtagen, dass Camille brechen muss, will sie frei sein. Schließlich entladen sich all die aufgestauten Emotionen in einem Akt äußerste Gewalt, an dessen Ende drei Tote, ein Schwerverletzter und ein lang ersehnter Frieden stehen. Intrigen, Verrat, Hoffnung, Mord, Tragik, Zauberei und ein Hauch von Kitsch sowie ein expressives Artwork machen Dijans und Vincents melodramatische Geschichte zu einem feinen, gleichermaßen charmanten wie fesselnden Stück frankobelgischer Comic-Kunst. Wider Erwarten spielt die Mystik im zweiten, im abschließenden Band eine untergeordnete, ja eine unbedeutende Rolle; stattdessen geht es um die großen Gefühle und eine Moral, die sich mit Redewendungen wie "jeder bekommt das, was er verdient", "Hochmut kommt vor den Fall" oder "was lange währt, wird endlich gut" trefflich charakterisieren lässt. Obgleich Camille sich im ersten Album zwar als ambivalente, jedoch nicht wirklich bösartige Person gerierte, wird der Leser nun zunehmend mit ihrer dunklen, verdorbenen Seite konfrontiert, während sich ihr ehedem schwacher, selbstmitleidiger Gatte im gleichen Tempo zu einem starken, im wahrsten Sinne des Wortes entfesselten Menschen entwickelt. Diese Entwicklung nicht nur isoliert betrachtet spannend inszeniert, sondern lebt gerade auch durch Konfrontation der beiden Hauptfiguren mit sich sowie einer zwar vage beschriebenen, aber dennoch geradezu übermächtigen Emma. Die ausführliche Erklärung, in welcher die Sünden der Vergangenheit enthüllt werden, erscheint zwar auf den ersten Blick abenteuerlich-verkitscht, hat aber in dem melodramatischen Kontext durchaus ihre Berechtigung. Fazit: Der atmosphärisch intensive und kongenial visualisierte Abschluss einer feinen melodramatischen Geschichte, die den Leser emotional berührt und deren Lektüre trotz der Düsternis, die über allem schwebt, "einfach nur" Freude bereitet.

Die Rückkehr Camille Desfhouets und ihres Gatten Honoré Pencrec'hs in das bretonische Dorf Kerfilec und auf die Insel Dourduff hat bei allen Beteiligten alte Wunden aufgerissen und die Ehe der beiden Rückkehrer nahe ans Scheitern gebracht. Als Honoré die Erkenntnis ereilt, dass er alles, was ihr gemeinsames Leben ausmachte, dadurch aufs Spiel setzt, dass er seiner Erinnerung an die geliebte Emma nachhängt, ist es zu spät: Camille hat sich längst und ohne zu zögern in die Arme des aggressiven Richters Aristide geflüchtet. Als Honorés jüngeres Ich ihn auf diesen Umstand hinweist, zerschneidet der Gehörnte endgültig das dünne Band, das ihn noch mit Camille verbindet, um fortan weit weg von Paris auf ein neues, ein glückliches Leben in Kerfilec zu hoffen, auch wenn Emma tot ist.

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5
18.02.2018

Die hochmütige Camille allerdings kann sowohl den Bruch mit Honoré, als auch die Verachtung der übrigen Dörfler nicht ertragen und sinnt auf Rache. Nicht nur, dass sie ihren Mann gegenüber Aristide als brutalen Schläger diffamiert, auch versucht sie Louis Varot, den alten Freund Madame Hortenses, ans Messer zu liefern. Außerdem existiert noch ein altes Bündnis aus Jugendtagen, dass Camille brechen muss, will sie frei sein.

Schließlich entladen sich all die aufgestauten Emotionen in einem Akt äußerste Gewalt, an dessen Ende drei Tote, ein Schwerverletzter und ein lang ersehnter Frieden stehen.

Intrigen, Verrat, Hoffnung, Mord, Tragik, Zauberei und ein Hauch von Kitsch sowie ein expressives Artwork machen Dijans und Vincents melodramatische Geschichte zu einem feinen, gleichermaßen charmanten wie fesselnden Stück frankobelgischer Comic-Kunst.

Wider Erwarten spielt die Mystik im zweiten, im abschließenden Band eine untergeordnete, ja eine unbedeutende Rolle; stattdessen geht es um die großen Gefühle und eine Moral, die sich mit Redewendungen wie "jeder bekommt das, was er verdient", "Hochmut kommt vor den Fall" oder "was lange währt, wird endlich gut" trefflich charakterisieren lässt.

Obgleich Camille sich im ersten Album zwar als ambivalente, jedoch nicht wirklich bösartige Person gerierte, wird der Leser nun zunehmend mit ihrer dunklen, verdorbenen Seite konfrontiert, während sich ihr ehedem schwacher, selbstmitleidiger Gatte im gleichen Tempo zu einem starken, im wahrsten Sinne des Wortes entfesselten Menschen entwickelt. Diese Entwicklung nicht nur isoliert betrachtet spannend inszeniert, sondern lebt gerade auch durch Konfrontation der beiden Hauptfiguren mit sich sowie einer zwar vage beschriebenen, aber dennoch geradezu übermächtigen Emma.

Die ausführliche Erklärung, in welcher die Sünden der Vergangenheit enthüllt werden, erscheint zwar auf den ersten Blick abenteuerlich-verkitscht, hat aber in dem melodramatischen Kontext durchaus ihre Berechtigung.

Fazit: Der atmosphärisch intensive und kongenial visualisierte Abschluss einer feinen melodramatischen Geschichte, die den Leser emotional berührt und deren Lektüre trotz der Düsternis, die über allem schwebt, "einfach nur" Freude bereitet.

geschrieben am 10.03.2011 | 432 Wörter | 2631 Zeichen

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