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Oh, diese Mädchen!


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Rezension von

Magdalena Kneisel

Oh, diese Mädchen! Chloé, Leila und Agnès stammen aus drei völlig unterschiedlichen sozialen Milieus in Frankreich, genauer gesagt in Paris, und das Comic zeichnet die Freundschaft der drei Mädchen. Es stellt ihren Werdegang von ihrer Geburt an bis hin zu ihrem Leben als Erwachsene dar. Der Schwerpunkt des Comics liegt inhaltlich auf Kindheit und vor allem bei ihren Jahren als Teenager und Heranwachsende. Es zeigt auf, wie sich ihre Wege kreuzen und wie sie sich bisweilen unabhängig voneinander entwickeln. Chloé stammt aus der Unterschicht, wird von ihrer Mutter alleine großgezogen. Schon als Kind reift in ihr der Wunsch heran, Tänzerin zu werden und ihre Mutter tut alles mögliche daran, um den Lebenstraum ihrer Tochter zu erfüllen. Agnès Umfeld hingegen ist der genau Gegensatz zu Chloés Existenz. Von ihrer Mutter wird sie kurz nach ihrer Geburt einem Kindermädchen anvertraut, das sich um sie kümmert. Den Namen des Vaters hört sie auch nur mehr, als dass sie ihn sieht, ihre Mutter beginnt direkt nach der Geburt wieder zu arbeiten und so trifft auf sie wohl sehr stark das Klischee des verwöhnten, materiell versorgten Einzelkindes zu, dem es doch an der so sehr benötigten elterlichen Fürsorge und Liebe mangelt. Leilas Leben beginnt in einem kleinen Dorf in Arabien. Dort bringt sie ihre Mutter zur Welt und sie erhält den Namen Leila, weil sie so schön wie die Nacht ist. Ihren Vater lernt sie allerdings erst später kennen, da er in Frankreich arbeitet und so siedeln sie, ihre Mutter und ihr Bruder nach Frankreich über. Leila wächst als „Fremdling“ in Paris aus und sie und ihre Familie sind aufgrund ihrer Herkunft einiger Repressalien durch ihre Umwelt ausgesetzt: peinliches Verhör am Flughafen, Beschimpfungen und Beleidigungen ob ihrer Herkunft. Die Anfänge der Kinder könnten wohl nicht unterschiedlicher sein und doch bahnt sich im Kindersalter eine lebenslange Freundschaft zwischen diesen Mädchen an. Im Laufe ihres Erwachsenwerdens werden die drei von relativ vielen Schicksalsschlägen gebeutelt, welche sie jedoch zumindest bis zur Pubertät gemeinsam überstehen. So stirbt Leilas Mutter vor der Geburt eines weiteren Kindes, Chloé soll auf die Pariser Tanzschule wechseln und Agens Kindermädchen wird von ihrer Mutter entlassen, weil sie vermeintlich geklaut hat – und das nach neun Jahren, in denen sie auf Agnès aufgepasst hat. Während sich Chloé als auf ihre Karriere und ihren Lebenstraum als Balletttänzerin konzentriert, widmet sich Leila mit Fleiß der Schule und Agnès beginnt gegen ihre Lebensumwelt zu rebellieren. Die Geschichte arbeitet mit relativ vielen bekannten, stereotypische Sequenzen und spiegelt doch sehr gut durch ihre Anordnung ein einzigartiges Szenario wieder. Auffällig häufig sind dabei die Schlüsselszenen am Ende eines Teilkapitels gesetzt und verknüpfen somit geschickt den Höhepunkt mit der Handlung des Folgekapitels. In sich ist die Geschichte also geschlossen, auch wenn immer rotierend neben gemeinsamen Lebensabschnitten, Chloé, Agnès und Leila alleine im Fokus bisweilen mehrerer Bilder stehen. Durch die bewusste Verknüpfung dieser drei sozialen Milieus entsteht ein einzigartige und abwechslungsreiche Darstellung, die gut die Leiden und Hoffnungen der Mädchen schildert. Ihre Lebensgeschichte wird durch bisweilen sehr detailreiche Bilder in Szene gesetzt. Auch das Farbkonzept setzt den Inhalt gut um: Während die überschwenglichen, fröhlichen und lebensbejahenden Szenen mit einer sehr großen Farbenfülle ausgestattet sind, überwiegen doch gerade bei den tristen und bisweilen lebensfeindlichen Sequenzen eine geschlossene Farbgebung mit überwiegend dunklen Tönen. Anstrengend für das längere Durchlesen des Comics in einem Durchgang sind jedoch die zum Teil sehr dunklen und blassen Hintergründe. Dies tut jedoch dem Sehvergnügen keinen Abbruch entdeckt man doch bisweilen immer wieder beim zweiten bis fünfhundertsten Durchgang gerade wieder eine Vielfalt an Neuem. So kann ich dem Klappentext nur zustimmen, wenn es heißt: „charmant, humorvoll, farbig und manchmal auch furchtbar traurig“

Chloé, Leila und Agnès stammen aus drei völlig unterschiedlichen sozialen Milieus in Frankreich, genauer gesagt in Paris, und das Comic zeichnet die Freundschaft der drei Mädchen. Es stellt ihren Werdegang von ihrer Geburt an bis hin zu ihrem Leben als Erwachsene dar. Der Schwerpunkt des Comics liegt inhaltlich auf Kindheit und vor allem bei ihren Jahren als Teenager und Heranwachsende. Es zeigt auf, wie sich ihre Wege kreuzen und wie sie sich bisweilen unabhängig voneinander entwickeln.

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Chloé stammt aus der Unterschicht, wird von ihrer Mutter alleine großgezogen. Schon als Kind reift in ihr der Wunsch heran, Tänzerin zu werden und ihre Mutter tut alles mögliche daran, um den Lebenstraum ihrer Tochter zu erfüllen.

Agnès Umfeld hingegen ist der genau Gegensatz zu Chloés Existenz. Von ihrer Mutter wird sie kurz nach ihrer Geburt einem Kindermädchen anvertraut, das sich um sie kümmert. Den Namen des Vaters hört sie auch nur mehr, als dass sie ihn sieht, ihre Mutter beginnt direkt nach der Geburt wieder zu arbeiten und so trifft auf sie wohl sehr stark das Klischee des verwöhnten, materiell versorgten Einzelkindes zu, dem es doch an der so sehr benötigten elterlichen Fürsorge und Liebe mangelt.

Leilas Leben beginnt in einem kleinen Dorf in Arabien. Dort bringt sie ihre Mutter zur Welt und sie erhält den Namen Leila, weil sie so schön wie die Nacht ist. Ihren Vater lernt sie allerdings erst später kennen, da er in Frankreich arbeitet und so siedeln sie, ihre Mutter und ihr Bruder nach Frankreich über. Leila wächst als „Fremdling“ in Paris aus und sie und ihre Familie sind aufgrund ihrer Herkunft einiger Repressalien durch ihre Umwelt ausgesetzt: peinliches Verhör am Flughafen, Beschimpfungen und Beleidigungen ob ihrer Herkunft.

Die Anfänge der Kinder könnten wohl nicht unterschiedlicher sein und doch bahnt sich im Kindersalter eine lebenslange Freundschaft zwischen diesen Mädchen an. Im Laufe ihres Erwachsenwerdens werden die drei von relativ vielen Schicksalsschlägen gebeutelt, welche sie jedoch zumindest bis zur Pubertät gemeinsam überstehen. So stirbt Leilas Mutter vor der Geburt eines weiteren Kindes, Chloé soll auf die Pariser Tanzschule wechseln und Agens Kindermädchen wird von ihrer Mutter entlassen, weil sie vermeintlich geklaut hat – und das nach neun Jahren, in denen sie auf Agnès aufgepasst hat.

Während sich Chloé als auf ihre Karriere und ihren Lebenstraum als Balletttänzerin konzentriert, widmet sich Leila mit Fleiß der Schule und Agnès beginnt gegen ihre Lebensumwelt zu rebellieren.

Die Geschichte arbeitet mit relativ vielen bekannten, stereotypische Sequenzen und spiegelt doch sehr gut durch ihre Anordnung ein einzigartiges Szenario wieder. Auffällig häufig sind dabei die Schlüsselszenen am Ende eines Teilkapitels gesetzt und verknüpfen somit geschickt den Höhepunkt mit der Handlung des Folgekapitels. In sich ist die Geschichte also geschlossen, auch wenn immer rotierend neben gemeinsamen Lebensabschnitten, Chloé, Agnès und Leila alleine im Fokus bisweilen mehrerer Bilder stehen. Durch die bewusste Verknüpfung dieser drei sozialen Milieus entsteht ein einzigartige und abwechslungsreiche Darstellung, die gut die Leiden und Hoffnungen der Mädchen schildert.

Ihre Lebensgeschichte wird durch bisweilen sehr detailreiche Bilder in Szene gesetzt. Auch das Farbkonzept setzt den Inhalt gut um: Während die überschwenglichen, fröhlichen und lebensbejahenden Szenen mit einer sehr großen Farbenfülle ausgestattet sind, überwiegen doch gerade bei den tristen und bisweilen lebensfeindlichen Sequenzen eine geschlossene Farbgebung mit überwiegend dunklen Tönen. Anstrengend für das längere Durchlesen des Comics in einem Durchgang sind jedoch die zum Teil sehr dunklen und blassen Hintergründe. Dies tut jedoch dem Sehvergnügen keinen Abbruch entdeckt man doch bisweilen immer wieder beim zweiten bis fünfhundertsten Durchgang gerade wieder eine Vielfalt an Neuem.

So kann ich dem Klappentext nur zustimmen, wenn es heißt: „charmant, humorvoll, farbig und manchmal auch furchtbar traurig“

geschrieben am 18.02.2011 | 597 Wörter | 3521 Zeichen

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