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Drei auf Reisen


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Rezension von

Dr. Benjamin Krenberger

Drei auf Reisen Der Roman „Drei auf Reisen“ ist zwar keine Fortsetzung des Titels „Zwei an einem Tag“, aber David Nicholls beweist auch in diesem Werk, dass er sich ganz hervorragend darauf versteht, das Zwischenmenschliche und Allzumenschliche in ganz normalen Beziehungen herauszuarbeiten und dies dem Leser dann in dramatischer, teilweise tragischer und doch sehr amüsanter Weise zu präsentieren. Im vorliegenden Roman ist die Familie Petersen der Gegenstand des Interesses, bestehend aus Vater Douglas, Mutter Connie und Sohn Albie. Douglas wird von seiner Frau Connie eines Nachts geweckt und nach fast 25 Ehejahren teilt sie ihm den Entschluss mit, ihn wohl verlassen zu wollen. Albie ist 17 Jahre alt und verlässt demnächst das elterliche Nest, um ein Fotografiestudium zu beginnen. Er hängt sehr an seiner Mutter, steht aber mit seinem Vater nahezu auf Kriegsfuß und das, wie sich im Lauf der Lektüre zeigt, schon seit frühester Kindheit. Douglas ist ein akribischer und dröger Wissenschaftler und emotional und im realen Leben somit ein ziemliches Gegenstück zu Connie, die ein eher wildes Leben als Künstlerin geführt hat, bevor sie auf einer Party Douglas vorgestellt wurde und die beiden sich halb gefördert, halb zufällig gut verstehen und dann ein Paar werden. Das erste Kind der beiden stirbt kurz nach der Geburt, dann kommt Albie zur Welt und Douglas merkt schnell, dass Albie sich ganz der Mutter zuwendet. Zahlreiche Pannen und Katastrophen zwischen ihm und Albie werden nach und nach erzählt, die Douglas eigentlich als sehr unsympathischen, egoistischen Menschen erscheinen lassen. Gleichzeitig hängt er aber sehr an seiner Familie. Die nun bevorstehende Europareise soll nun alles wieder ins rechte Lot bringen: Douglas will Connie zurückerobern und sein Verhältnis zu Albie verbessern. Er hat die Reise akribisch geplant und schon das ist der erste große Fehler, wie sich schnell herausstellt. Das Konfliktpotential ist riesig und kulminiert schnellstmöglich. Albie trifft eine Straßenkünstlerin in Paris, mit der er sich auf Anhieb versteht und mit der er dann in Amsterdam, der nächsten Station der Reise, nach einem weiteren Eklat mit Douglas einfach durchbrennt. Douglas und Connie setzen die Reise frustriert fort, aber in München beschließen sie, nach England zurückzukehren. Auf dem Flughafen setzt sich Douglas aber in den Kopf, seinen verschwundenen Sohn aufzuspüren. Wie er dies angeht, was dabei alles schief geht und wie er ihn am Ende doch findet, ist sehr unterhaltsam geschrieben, wenngleich einige Längen dabei sind. Am Ende trifft sich die ganze Familie wieder in Barcelona, aber unter ganz anderen Umständen als sie Douglas sich gewünscht hätte. Das Ende der Geschichte ist dann sehr konsequent, was das Buch zu einem erfreulichen Abschluss führt, der hier natürlich offen bleiben muss. Das Buch bietet dem Leser viel und hat trotz der scheinbar seichten Story beachtliche Qualitäten. Familiendrama und mittelbares Coming-of-age, nämlich von Albie, werden geschickt miteinander verwoben. Zusammengehalten wird die Story durch viel Humor, sprachliche Raffinesse und geschickte Verlagerung der erzählten Zeiten. Man kann mit Douglas leiden und sich über ihn in Grund und Boden schämen, man kann seine Verzweiflung nachempfinden, seine Wut aber ebenso. Man fragt sich mehrfach, wie so grundverschiedene Menschen wie Douglas und Connie eine so lange Beziehung überhaupt durchstehen konnten, erkennt dann aber oft genug durch die Rückblenden, wie sich im Alltag auch solche gewaltigen Widersprüche vereinbaren ließen oder schlicht durch die Notwendigkeit des Faktischen übertüncht wurden. Der Erzählstil lässt die Lektüre flott vorangehen und nur manchmal kann man ganze Passagen schlicht überlesen. Insgesamt ist dieser Roman ein vergnügliches Erlebnis, als Urlaubslektüre geradezu prädestiniert.

Der Roman „Drei auf Reisen“ ist zwar keine Fortsetzung des Titels „Zwei an einem Tag“, aber David Nicholls beweist auch in diesem Werk, dass er sich ganz hervorragend darauf versteht, das Zwischenmenschliche und Allzumenschliche in ganz normalen Beziehungen herauszuarbeiten und dies dem Leser dann in dramatischer, teilweise tragischer und doch sehr amüsanter Weise zu präsentieren. Im vorliegenden Roman ist die Familie Petersen der Gegenstand des Interesses, bestehend aus Vater Douglas, Mutter Connie und Sohn Albie. Douglas wird von seiner Frau Connie eines Nachts geweckt und nach fast 25 Ehejahren teilt sie ihm den Entschluss mit, ihn wohl verlassen zu wollen. Albie ist 17 Jahre alt und verlässt demnächst das elterliche Nest, um ein Fotografiestudium zu beginnen. Er hängt sehr an seiner Mutter, steht aber mit seinem Vater nahezu auf Kriegsfuß und das, wie sich im Lauf der Lektüre zeigt, schon seit frühester Kindheit. Douglas ist ein akribischer und dröger Wissenschaftler und emotional und im realen Leben somit ein ziemliches Gegenstück zu Connie, die ein eher wildes Leben als Künstlerin geführt hat, bevor sie auf einer Party Douglas vorgestellt wurde und die beiden sich halb gefördert, halb zufällig gut verstehen und dann ein Paar werden. Das erste Kind der beiden stirbt kurz nach der Geburt, dann kommt Albie zur Welt und Douglas merkt schnell, dass Albie sich ganz der Mutter zuwendet. Zahlreiche Pannen und Katastrophen zwischen ihm und Albie werden nach und nach erzählt, die Douglas eigentlich als sehr unsympathischen, egoistischen Menschen erscheinen lassen. Gleichzeitig hängt er aber sehr an seiner Familie.

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Die nun bevorstehende Europareise soll nun alles wieder ins rechte Lot bringen: Douglas will Connie zurückerobern und sein Verhältnis zu Albie verbessern. Er hat die Reise akribisch geplant und schon das ist der erste große Fehler, wie sich schnell herausstellt. Das Konfliktpotential ist riesig und kulminiert schnellstmöglich. Albie trifft eine Straßenkünstlerin in Paris, mit der er sich auf Anhieb versteht und mit der er dann in Amsterdam, der nächsten Station der Reise, nach einem weiteren Eklat mit Douglas einfach durchbrennt. Douglas und Connie setzen die Reise frustriert fort, aber in München beschließen sie, nach England zurückzukehren. Auf dem Flughafen setzt sich Douglas aber in den Kopf, seinen verschwundenen Sohn aufzuspüren. Wie er dies angeht, was dabei alles schief geht und wie er ihn am Ende doch findet, ist sehr unterhaltsam geschrieben, wenngleich einige Längen dabei sind. Am Ende trifft sich die ganze Familie wieder in Barcelona, aber unter ganz anderen Umständen als sie Douglas sich gewünscht hätte. Das Ende der Geschichte ist dann sehr konsequent, was das Buch zu einem erfreulichen Abschluss führt, der hier natürlich offen bleiben muss.

Das Buch bietet dem Leser viel und hat trotz der scheinbar seichten Story beachtliche Qualitäten. Familiendrama und mittelbares Coming-of-age, nämlich von Albie, werden geschickt miteinander verwoben. Zusammengehalten wird die Story durch viel Humor, sprachliche Raffinesse und geschickte Verlagerung der erzählten Zeiten. Man kann mit Douglas leiden und sich über ihn in Grund und Boden schämen, man kann seine Verzweiflung nachempfinden, seine Wut aber ebenso. Man fragt sich mehrfach, wie so grundverschiedene Menschen wie Douglas und Connie eine so lange Beziehung überhaupt durchstehen konnten, erkennt dann aber oft genug durch die Rückblenden, wie sich im Alltag auch solche gewaltigen Widersprüche vereinbaren ließen oder schlicht durch die Notwendigkeit des Faktischen übertüncht wurden. Der Erzählstil lässt die Lektüre flott vorangehen und nur manchmal kann man ganze Passagen schlicht überlesen. Insgesamt ist dieser Roman ein vergnügliches Erlebnis, als Urlaubslektüre geradezu prädestiniert.

geschrieben am 01.03.2015 | 567 Wörter | 3251 Zeichen

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