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Ich hab die Unschuld kotzen sehen


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Rezension von

Oliver Lippert

Ich hab die Unschuld kotzen sehen „Guten Tag, die Welt liegt in Trümmern. Ich sammle sie auf. Errichte daraus neue Gebäude. Konstruiere neue Städte. Kann man wohnen drin. Oder weiträumig umfahren. So begrüßt einen dieses Stück Literatur, bevor es einen hinabreißt in die Abgründe einer Welt, die in uns etwas zum Klingen bringt. Sie ist uns sehr vertraut, es ist unsere Welt! Wenn man Bernemanns Buch liest, kommt es einem vor, als hätte man uns endlich die rosa Brille abgenommen, ja vom Kopf geprügelt. In einer poetischen Klarheit zelebriert er ein Massaker des Lebens, das fasziniert, um gleichzeitig abzustoßen. Das Gelage dieser Tage. Wir liegen mit mehr Krebszellen als Verstand im Kopf auf diesem durchgefickten Sperrmüllsofa. Wir sind Engel, die Verführer, die Verführten des Amokzustandes, mancherortens fälschlicherweise Leben genannt. Um uns schießt Dummheit wie vergiftete Pflanzen aus krankem Boden. Sie liegt wie tot in meinem Arm. Liebe ich sie? Sie atmet einen süßlichen Duft, den Cocktail aus Fastfoodkotze, Magenschleimhautentzündung, Billigwhiskey und meinen Küssen.“ So liest sich der Text auf dem Buchrücken diesen Werkes, auf ein wenig mehr als 100 Seiten geballter Realismus der sich durch die Gehirnwindungen des Lesers unaufhaltsam schraubt. Man wird das Gefühl nicht los, von einem Vorschlaghammer beobachtet zu werden, der jeden Moment auf einen niederfahren wird nur um einen wieder zurück in die Realität zu holen, nachdem der Leser auch Angst vor Realismus oder aus anderen Gründen oder gar unterbewusst geflüchtet ist ... Ich kann es ihm nicht verdenken. Das Buch birgt die Geheimnisse, ich nenne sie nur so weil diese zu einem Geheimnis werden, da niemand davon wissen mag / will, der Realität. Fiktion gepaart mit Realität, zusammengefasst in Kurzgeschichten, Gedichten und sonstiger Lyrik. Allesamt sehr speziell, sehr unterhaltsam und sehr richtig. Ein Buch in den Reihen derer, die ich jederzeit ohne zögern weiterempfehlen werde.

„Guten Tag, die Welt liegt in Trümmern. Ich sammle sie auf. Errichte daraus neue Gebäude. Konstruiere neue Städte. Kann man wohnen drin. Oder weiträumig umfahren.

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So begrüßt einen dieses Stück Literatur, bevor es einen hinabreißt in die Abgründe einer Welt, die in uns etwas zum Klingen bringt. Sie ist uns sehr vertraut, es ist unsere Welt!

Wenn man Bernemanns Buch liest, kommt es einem vor, als hätte man uns endlich die rosa Brille abgenommen, ja vom Kopf geprügelt. In einer poetischen Klarheit zelebriert er ein Massaker des Lebens, das fasziniert, um gleichzeitig abzustoßen.

Das Gelage dieser Tage. Wir liegen mit mehr Krebszellen als Verstand im Kopf auf diesem durchgefickten Sperrmüllsofa. Wir sind Engel, die Verführer, die Verführten des Amokzustandes, mancherortens fälschlicherweise Leben genannt. Um uns schießt Dummheit wie vergiftete Pflanzen aus krankem Boden. Sie liegt wie tot in meinem Arm. Liebe ich sie? Sie atmet einen süßlichen Duft, den Cocktail aus Fastfoodkotze, Magenschleimhautentzündung, Billigwhiskey und meinen Küssen.“

So liest sich der Text auf dem Buchrücken diesen Werkes, auf ein wenig mehr als 100 Seiten geballter Realismus der sich durch die Gehirnwindungen des Lesers unaufhaltsam schraubt. Man wird das Gefühl nicht los, von einem Vorschlaghammer beobachtet zu werden, der jeden Moment auf einen niederfahren wird nur um einen wieder zurück in die Realität zu holen, nachdem der Leser auch Angst vor Realismus oder aus anderen Gründen oder gar unterbewusst geflüchtet ist ...

Ich kann es ihm nicht verdenken.

Das Buch birgt die Geheimnisse, ich nenne sie nur so weil diese zu einem Geheimnis werden, da niemand davon wissen mag / will, der Realität. Fiktion gepaart mit Realität, zusammengefasst in Kurzgeschichten, Gedichten und sonstiger Lyrik. Allesamt sehr speziell, sehr unterhaltsam und sehr richtig.

Ein Buch in den Reihen derer, die ich jederzeit ohne zögern weiterempfehlen werde.

geschrieben am 20.12.2007 | 292 Wörter | 1674 Zeichen

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