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Zweite Heimat Gardasee


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Informationen zum Buch
  ISBN
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  Extras

Rezension von

Matthias Gebhardt

Zweite Heimat Gardasee Das Buch “zweite Heimat Gardasee: ErkundungsLust rund um den Lago di Garda – bis hin zum Mittelmeer“ von Godehard Schramm ist in diesem Jahr (2010) im Wiesenburg Verlag erschienen. Mit Beschreibungen zu seinen eigenen Osterreisen nach Norditalien möchte der Autor ein stimmungsvolles Bild schaffen und den Leser damit für die Region begeistern. Der Autor fährt seit 1974 jedes Jahr in seinem Osterurlaub zum Lago di Garda und seiner Umgebung. Dabei schrieb er ausführlich und mit viel Gefühl aber auch Sachverstand ein Tagebuch; das vorliegende Werk ist ein Teil davon. In 25 Kapiteln werden vom Gardasee ausgehend in einem weiten Städtebogen zwischen Verona, Triest und Genua Erkundungen und Ausflüge in einem Fließtext ohne Bilder geschildert. Der Autor versteht es hierbei dem Leser neue Sichtweisen nahe zu bringen. Als Beispiel ist hier ein Besuch der Aida-Oper in Veronas Arena nennenswert. Humorvoll schildert Hr. Schramm, wie nach dem Beginn der Oper der „Regen zu schütten anfing“ und die Händler Regencaps verkauften. Kurz darauf verließen die Verkäufer das Gelände und mit ihnen ging auch der Regenschauer. Als weiteren Höhepunkt des Spektakels wird danach amüsant der Auftritt des Orchesters geschildert. Man kann sich bildlich vorstellen, wie der sehr klein gewachsene Dirigent jeweils ein wenig in die Höhe sprang, um sein Einsatzzeichen für alle sichtbar zu geben. Im Sprung warf der Mann zugleich einen Blick auf einen nebenstehenden Monitor, um alle Spieler zu sehen. Es schien ein „HerunterhüpfAufschlag“ im Takt der Musik herum zu springen. Solche Anekdoten wechseln mit lustvoller Beschreibung der Unternehmungen der Familie Schramm. Man merkt, dass der Autor schon viel in Norditalien gesehen und erlebt hat, viel weiß und dies auch gerne an andere weitergibt. Dabei verwendet er aber eine sehr wortreiche, ausführliche und ungewöhnliche Ausdrucksweise mit Wortneuschöpfungen, wie (z.B. ZypressenFinstergrün, schnickschnackischem ZierratKitsch, klimatisierter FlitzKäfig oder ZitronenSprühgelb) die zwar treffend aber sehr anstrengend zu lesen sind. Oft verbindet der Autor auch zwei Substantive zu einem Wort, belässt aber die Großschreibung für beide Einzelwörter (z.B. GemäldeWiedergaben oder AbendLandFrieden), was seltsam und irritierend ist. Manche Worte muss man mehrmals lesen, bis sich einem dessen Sinn erschließt. Es ist also in vielen Teilen kein Buch zum schnellen Konsumieren und damit keine leichte Lesekost, sondern eher ein Schriftstück zum langsamen Geniesen. Ein Reisetagebuch wie aus den Zeiten Schillers und Goethes nur mit den Tatsachen von heute. Wer sich darauf einlassen kann, taucht nach langem Lesegenuss am Ende bereichert und gut unterhalten auf.

Das Buch “zweite Heimat Gardasee: ErkundungsLust rund um den Lago di Garda – bis hin zum Mittelmeer“ von Godehard Schramm ist in diesem Jahr (2010) im Wiesenburg Verlag erschienen. Mit Beschreibungen zu seinen eigenen Osterreisen nach Norditalien möchte der Autor ein stimmungsvolles Bild schaffen und den Leser damit für die Region begeistern.

weitere Rezensionen von Matthias Gebhardt


Der Autor fährt seit 1974 jedes Jahr in seinem Osterurlaub zum Lago di Garda und seiner Umgebung. Dabei schrieb er ausführlich und mit viel Gefühl aber auch Sachverstand ein Tagebuch; das vorliegende Werk ist ein Teil davon. In 25 Kapiteln werden vom Gardasee ausgehend in einem weiten Städtebogen zwischen Verona, Triest und Genua Erkundungen und Ausflüge in einem Fließtext ohne Bilder geschildert.

Der Autor versteht es hierbei dem Leser neue Sichtweisen nahe zu bringen. Als Beispiel ist hier ein Besuch der Aida-Oper in Veronas Arena nennenswert. Humorvoll schildert Hr. Schramm, wie nach dem Beginn der Oper der „Regen zu schütten anfing“ und die Händler Regencaps verkauften. Kurz darauf verließen die Verkäufer das Gelände und mit ihnen ging auch der Regenschauer. Als weiteren Höhepunkt des Spektakels wird danach amüsant der Auftritt des Orchesters geschildert. Man kann sich bildlich vorstellen, wie der sehr klein gewachsene Dirigent jeweils ein wenig in die Höhe sprang, um sein Einsatzzeichen für alle sichtbar zu geben. Im Sprung warf der Mann zugleich einen Blick auf einen nebenstehenden Monitor, um alle Spieler zu sehen. Es schien ein „HerunterhüpfAufschlag“ im Takt der Musik herum zu springen.

Solche Anekdoten wechseln mit lustvoller Beschreibung der Unternehmungen der Familie Schramm. Man merkt, dass der Autor schon viel in Norditalien gesehen und erlebt hat, viel weiß und dies auch gerne an andere weitergibt. Dabei verwendet er aber eine sehr wortreiche, ausführliche und ungewöhnliche Ausdrucksweise mit Wortneuschöpfungen, wie (z.B. ZypressenFinstergrün, schnickschnackischem ZierratKitsch, klimatisierter FlitzKäfig oder ZitronenSprühgelb) die zwar treffend aber sehr anstrengend zu lesen sind. Oft verbindet der Autor auch zwei Substantive zu einem Wort, belässt aber die Großschreibung für beide Einzelwörter (z.B. GemäldeWiedergaben oder AbendLandFrieden), was seltsam und irritierend ist. Manche Worte muss man mehrmals lesen, bis sich einem dessen Sinn erschließt.

Es ist also in vielen Teilen kein Buch zum schnellen Konsumieren und damit keine leichte Lesekost, sondern eher ein Schriftstück zum langsamen Geniesen. Ein Reisetagebuch wie aus den Zeiten Schillers und Goethes nur mit den Tatsachen von heute. Wer sich darauf einlassen kann, taucht nach langem Lesegenuss am Ende bereichert und gut unterhalten auf.

geschrieben am 21.06.2010 | 395 Wörter | 2348 Zeichen

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