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Dark Angel's Fall


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Rezension von

Antje Jürgens

Dark Angel's Fall SpĂ€testens seit dem Erfolg des Auftaktromans der Dawna-und-Indie-Tetralogie (Dark Angels‘ Summer – Das Versprechen) und der damit verbundenen Veröffentlichung des Folgebandes ist bekannt, wer sich hinter den Pseudonymen Kristy und Tabita Lee Spencer verbirgt. Das Schwesternpaar Beate Teresa und Susanne Hanika ist auf dem deutschen Buchmarkt nicht ganz unbekannt. WĂ€hrend die 1976 geborene Beate Teresa mit mehreren Preisen fĂŒr ein Jugendbuch prĂ€miert wurde, schaffte es die acht Jahre Ă€ltere Susanne, eine erfolgreiche Kriminalromanreihe um ihre Ermittlerin Lisa Wild zu platzieren. AnlĂ€sslich der aktuell laufenden Buchreihe, die ihr erstes gemeinsames Projekt ist, dachten sie sich jedenfalls neue Namen aus, die passend zum Handlungsort und den Figuren der Dark-Angels-Reihe amerikanisch angehaucht anmuten. Auch die Informationen, dass ein Traum zu dieser Reihe inspirierte, dass sie gemeinsam auf einem einsamen Anwesen leben und gerne gemeinsam am frĂŒhen Morgen ausreiten, passen dazu. Das Anwesen liegt jedoch in Europa, genauer gesagt bei Regensburg. FĂŒr die Buchreihe ist es im Grunde genommen auch nebensĂ€chlich. Viel wichtiger ist es, dass man vor Dark Angels‘ Fall – Die Versuchung bereits den Auftaktroman gelesen hat. Ansonsten fehlt einfach etwas. In diesem ersten Band entdecken die beiden MĂ€dchen Indie und Dawna, dass sie nicht ganz so normal sind, wie sie bisher dachten. Und dass die Welt nicht so sicher ist, wie es scheint. Azrael, der Engel des Todes, soll erweckt werden und es ist an ihnen, diese Erweckung zu verhindern und quasi die Welt zu retten. Eine Grundidee also, die variierend immer wieder mal auf dem Buchmarkt auftaucht, dieses Mal mit Dunklen Engeln. Zwar ist es den beiden Teenagern gelungen, ihre Aufgabe bisher zu erfĂŒllen, doch die Gefahr ist nicht gebannt. Nach der Schließung eines Engelstores sind einige dunkle Engel ĂŒbrig geblieben, die ihr Unwesen in der NĂ€he der MĂ€dchen und rund um Whistling Wing, der Farm die bisher ein sicherer Zufluchtsort war, treiben. Nach wie vor warten sie darauf, dass die MĂ€dchen einen Fehler machen, der dafĂŒr sorgt, dass Azrael zurĂŒckkehren kann. Die dunklen Engel, die sich noch im ersten Teil eher als Vögel Schaden anrichten konnten, können nun zunehmend menschliche Gestalt annehmen. UngefĂ€hrlicher werden sie dadurch jedoch nicht. WĂ€hrend die beiden Schwestern noch im ersten Teil in den 33 Tagen, an denen sie gleich alt waren, ĂŒber besondere KrĂ€fte verfĂŒgten, fehlen ihnen diese KrĂ€fte jetzt. Ausgerechnet jetzt, wĂ€hrend die Dunklen Engel sich Whistling Wing immer mehr nĂ€hern. Ausgerechnet jetzt, wo Dawna ĂŒber Mileys Verschwinden verzweifelt ist, der ebenfalls mehr ist, als er anfangs schien. Nebenbei kommt sie Dusk nĂ€her, der - es lebe das Fantasy-Genre - natĂŒrlich auch mehr als ein Hund beziehungsweise Wolf ist, wĂ€hrend Indie gleichzeitig mehr oder weniger erfolgreich versucht, den Dunklen Engel Gabe auf Abstand zu halten, der dank den GefĂŒhlen zu ihr menschliche ZĂŒge wie MitgefĂŒhl und Liebe empfindet. Genau wie im Cover des Auftaktromans sieht man zwei junge MĂ€dchen RĂŒcken an RĂŒcken stehen. WĂ€hrend dort passend zum Titel Sommerblumen zu sehen waren, sieht man auf dem Umschlag des zweiten Bandes herabfallendes Laub und Wind wirbelt die Haare der MĂ€dchen auf. Dieses Motiv passt sehr gut, denn es deutet an, dass die MĂ€dchen mehr oder weniger auf sich gestellt und aufeinander angewiesen sind. Auch in Dark Angels’ Fall – Die Versuchung wird abgesehen vom Prolog jeweils ein Kapitel von Indie und dann eines von Dawna erzĂ€hlt. Da diese Kapitel in der Ich-Form geschrieben sind, erfĂ€hrt man trotz stĂ€ndiger Perspektivwechsel nur die Sicht der Schwestern, ihre Vermutungen, WĂŒnsche, Ängste. Um das Erkennen wer was erzĂ€hlt zu erleichtern, hat der Arena-Verlag Indies Kapitel jeweils am Anfang bzw. unten auf den Seiten mit einer pinkfarbenen Indies und Dawnas Kapitel mit einer schwarzen Feder verziert und man findet darĂŒber hinaus auch den entsprechenden Namen ĂŒber dem jeweiligen Kapitel. ZusĂ€tzlich kann man am mal eher wĂŒtend und frustrierten und dann wieder hilflos und Ă€ngstlichen Tonfall erkennen, wer gerade zu Wort kommt. Im zweiten Teil kommen weitere Geheimnisse und Figuren hinzu und die MĂ€dchen merken mehr und mehr, dass es kaum jemanden gibt, dem sie trauen können. Die, die ihnen vertrauenswĂŒrdig vorkommen, fallen nicht nur im ersten Band den dunklen Engeln zum Opfer. Die, die ihr Vertrauen nicht verdienen, scheinen zumindest zeitweise auf ihrer Seite zu stehen. Das klingt spannend. Doch bedauerlicherweise liegt genau in dem Versuch, dadurch weitere Spannung aufzubauen, ein Manko. Denn es werden so weder die noch offenen Fragen des ersten Bandes geklĂ€rt, noch werden neu aufkommende Fragen erschöpfend beantwortet. Was im Auftaktroman noch damit erklĂ€rt werden kann, dass die Leser an die Thematik herangefĂŒhrt werden sollen, sorgt nun auch im zweiten Band fĂŒr unnötige LĂ€ngen. Die offenen Fragen aus dem ersten Band stören in Kombination mit weiteren Fragen, Andeutungen und Geheimnissen im zweiten Band den Lesefluss bzw. lassen diesen erst gar nicht so richtig aufkommen. Und so lĂ€sst auch die im ersten Band aufgebaute geheimnisumwitterte AtmosphĂ€re im zweiten Band bedauerlicherweise deutlich nach. Die Wiederholung bestimmter Aussagen im Hinblick auf die Gefahr sorgt fĂŒr keine Steigerung, sondern generiert die bereits angesprochenen LĂ€ngen. Auf den 483 Seiten von "Dark Angels’ Fall – Die Versuchung" steht zwar vieles, aber im Grunde erfĂ€hrt man nichts bahnbrechend Neues und die Geschichte entwickelt sich nicht wirklich weiter. Die beiden Figuren tun das dennoch mehr oder weniger. Dawna, die noch im ersten Band eher ruhig und eine Ja-Sagerin war, ist mittlerweile eigenwillig, fast trotzig-bockig, macht sich stĂ€ndig Gedanken um die drohende Gefahr und die Abwendung derselben. Sie ist nicht mehr ganz so introvertiert wie im ersten Teil. Im Gegenzug dazu zeigt sich Indie mit ihrem lockeren Mundwerk in "Dark Angels’ Fall - Die Versuchung" zeitweise verletzlich und hilflos, nachdenklicher als im VorgĂ€ngerband. Bedauerlicherweise macht das die Sache fĂŒr LeserInnen nicht zwingend spannender. Angesichts der Brisanz, die das Wissen um einen drohenden Untergang der bisherigen Welt mit sich bringen dĂŒrfte, denken sowohl Indie als auch Dawna sonderlich weit im Hinblick auf ihre Bestimmung. Das erklĂ€rt sich auch nicht dadurch, dass die beiden MĂ€dchen quasi von niemandem wirklich eingeweiht mit dem Geschehen konfrontiert werden. Dawnas Gedanken drehen sich im zweiten Band der Reihe vorwiegend um den verschwundenen Miley. Doch ist ihre Suche nach ihm mutig gestaltet? GlaubwĂŒrdig? Wohl kaum, denn in diesem Zusammenhang ĂŒbersieht sie nicht nur mehrfach drohende Gefahren, scheint sie fast zu negieren und benimmt sich eher wie ein typischer Teenager, der in mehr als blindem Aktionismus handelt. Zwar kann man jetzt einwenden, dass sie ja genau das ist, doch sollte man angesichts der stĂ€ndig angedeuteten Gefahr, in der sie sich, Indie und ĂŒberhaupt die Welt wĂ€hnt, doch irgendwie annehmen, dass sie besonnener reagiert. Dass sie Indie dadurch in unnötige Gefahrensituationen mit hineinzieht, scheint ihr ĂŒbrigens vollkommen egal zu sein. Gleichzeitig wirkt es wenig einleuchtend und unpassend oberflĂ€chlich, wenn sie die ach so drĂ€ngende Suche nach Miley und mehr noch die mehr oder weniger permanente Flucht vor den Dunklen Engeln unterbricht bzw. vergisst, weil mal eben ein paar GĂ€ste fĂŒr die Engelsseminare ihre Mutter vom Bahnhof abgeholt werden mĂŒssen. Auch Indie denkt bestĂ€ndig an die Gefahr an sich. Jedoch: Immer nur zu insistieren, wie gefĂ€hrlich etwas ist, macht die Sache fĂŒr LeserInnen nicht spannender oder manche der GedankensprĂŒnge der MĂ€dchen keineswegs nachvollziehbarer. Wenig ĂŒberzeugend wirkt auch der ErzĂ€hlstrang um ihre Mutter und deren Verdacht, schwanger zu sein. Überhaupt, das Engelsseminar oder allgemein das alltĂ€gliche Leben um die grundsĂ€tzlich doch eher wahnsinnig machenden und zumindest Besorgnis erregenden Vorkommnisse, scheint ganz normal weiterzulaufen. Es gibt zwar vieles, was uns selbst im Alltag entgeht und was durchaus gefĂ€hrlich oder besorgniserregend ist, doch irgendwie fehlt spĂ€testens in "Dark Angels’ Fall - Die Versuchung" ein glaubwĂŒrdig konstruiertes Umfeld. Und die Idee, die im Auftaktroman noch eher als Vögel dargestellten Dunklen Engel, im Folgeband zunehmend in Leder gehĂŒllt auf MotorrĂ€dern zu prĂ€sentieren, rettet die Geschichte auch nicht unbedingt. Wie bereits im ersten Band ist auch "Dark Angels’ Fall - Die Versuchung" in einem einfachen Schreibstil abgefasst, der dieses Mal jedoch mit weitaus zahlreicheren KraftausdrĂŒcken und FlĂŒchen gespickt ist. Was im ersten Buch noch amĂŒsant, ja spritzig wirkte, verliert in dieser FĂŒlle eindeutig an Reiz. Auch scheint es ĂŒberaus cool zu sein, mal eben ein Pumpgun geschenkt zu bekommen. Indie oder Dawna erhalten dieses Geschenk zwar nicht, aber die Art und Weise, wie sie ĂŒber die Nutzung desselben denken, ist auch nicht besser. Mag sein, dass dies dem jugendlichen Zielpublikum geschuldet ist. Wirklich passend fand ich beides nicht, denn man kann ein spannendes Jugendbuch durchaus anders gestalten. Hinzu kommt, dass Indie und Dawna zwar in gewisser Weise durch ihre Sprunghaftigkeit und ihr Hin- und Herschwanken zwischen den GefĂŒhlen fĂŒr Miley und Dusk, Gabe oder eben nicht Gabe, durchaus authentisch als Teenager prĂ€sentiert werden, im gesamten ErzĂ€hlkonstrukt dennoch nicht völlig ĂŒberzeugen. Fazit: Vielleicht liegt es an meinem Alter, vielleicht daran, dass ich den Fehler gemacht habe, mit dem zweiten Band der Reihe zu beginnen und den ersten dann quasi erst nachzuholen. Doch weder dieser erste Band (Dark Angels’Summer - Das Versprechen) noch seine Fortsetzung "Dark Angels‘ Fall - Die Versuchung" konnten mich ĂŒberzeugen. Die HandlungsstrĂ€nge wirken teils zu mĂŒhsam konstruiert. Sie laufen nicht schlĂŒssig zusammen, was sie angesichts des erst zweiten Bandes ja auch nicht zwingend mĂŒssen; andeutungsweise logisch nebeneinander her zu laufen, hĂ€tte der Geschichte jedoch keinen Abbruch getan. Diese strotzt zudem vor Klischees und Andeutungen, die die an sich gute Grundidee zu sehr in die LĂ€nge ziehen. Die eigentliche Aufgabe der MĂ€dchen hĂ€tte schon ausreichend Stoff fĂŒr eine gute Geschichte geboten. Dieser Teil verliert durch den ebenfalls beschriebenen Alltag eindeutig an GlaubwĂŒrdigkeit. In zwei BĂ€nden sind unzĂ€hlige Fragen aufgeworfen worden, deren Beantwortung grĂ¶ĂŸtenteils offenbleibt. Da ich ungern negative Bewertungen abgebe, weil ich weiß, wie viel Herzblut fĂŒr gewöhnlich in einem Roman steckt, habe ich beide BĂŒcher vor dieser Buchbesprechung zwei MĂ€dchen gegeben, die alterstechnisch in die empfohlene Zielgruppe passen. Beide haben unabhĂ€ngig voneinander meine Meinung bestĂ€tigt, weshalb ich "Dark Angels‘ Fall - Die Versuchung" (und im Grunde auch Dark Angels’Summer - Das Versprechen) nur 2,5 von 6 Punkten geben möchte. Copyright © 2012, Antje JĂŒrgens (AJ)

SpĂ€testens seit dem Erfolg des Auftaktromans der Dawna-und-Indie-Tetralogie (Dark Angels‘ Summer – Das Versprechen) und der damit verbundenen Veröffentlichung des Folgebandes ist bekannt, wer sich hinter den Pseudonymen Kristy und Tabita Lee Spencer verbirgt. Das Schwesternpaar Beate Teresa und Susanne Hanika ist auf dem deutschen Buchmarkt nicht ganz unbekannt. WĂ€hrend die 1976 geborene Beate Teresa mit mehreren Preisen fĂŒr ein Jugendbuch prĂ€miert wurde, schaffte es die acht Jahre Ă€ltere Susanne, eine erfolgreiche Kriminalromanreihe um ihre Ermittlerin Lisa Wild zu platzieren. AnlĂ€sslich der aktuell laufenden Buchreihe, die ihr erstes gemeinsames Projekt ist, dachten sie sich jedenfalls neue Namen aus, die passend zum Handlungsort und den Figuren der Dark-Angels-Reihe amerikanisch angehaucht anmuten. Auch die Informationen, dass ein Traum zu dieser Reihe inspirierte, dass sie gemeinsam auf einem einsamen Anwesen leben und gerne gemeinsam am frĂŒhen Morgen ausreiten, passen dazu. Das Anwesen liegt jedoch in Europa, genauer gesagt bei Regensburg.

weitere Rezensionen von Antje JĂŒrgens

#
rezensiert seit
Buchtitel
1
08.07.2013
3
12.05.2013

FĂŒr die Buchreihe ist es im Grunde genommen auch nebensĂ€chlich. Viel wichtiger ist es, dass man vor Dark Angels‘ Fall – Die Versuchung bereits den Auftaktroman gelesen hat. Ansonsten fehlt einfach etwas.

In diesem ersten Band entdecken die beiden MĂ€dchen Indie und Dawna, dass sie nicht ganz so normal sind, wie sie bisher dachten. Und dass die Welt nicht so sicher ist, wie es scheint. Azrael, der Engel des Todes, soll erweckt werden und es ist an ihnen, diese Erweckung zu verhindern und quasi die Welt zu retten. Eine Grundidee also, die variierend immer wieder mal auf dem Buchmarkt auftaucht, dieses Mal mit Dunklen Engeln. Zwar ist es den beiden Teenagern gelungen, ihre Aufgabe bisher zu erfĂŒllen, doch die Gefahr ist nicht gebannt.

Nach der Schließung eines Engelstores sind einige dunkle Engel ĂŒbrig geblieben, die ihr Unwesen in der NĂ€he der MĂ€dchen und rund um Whistling Wing, der Farm die bisher ein sicherer Zufluchtsort war, treiben. Nach wie vor warten sie darauf, dass die MĂ€dchen einen Fehler machen, der dafĂŒr sorgt, dass Azrael zurĂŒckkehren kann. Die dunklen Engel, die sich noch im ersten Teil eher als Vögel Schaden anrichten konnten, können nun zunehmend menschliche Gestalt annehmen. UngefĂ€hrlicher werden sie dadurch jedoch nicht.

WĂ€hrend die beiden Schwestern noch im ersten Teil in den 33 Tagen, an denen sie gleich alt waren, ĂŒber besondere KrĂ€fte verfĂŒgten, fehlen ihnen diese KrĂ€fte jetzt. Ausgerechnet jetzt, wĂ€hrend die Dunklen Engel sich Whistling Wing immer mehr nĂ€hern. Ausgerechnet jetzt, wo Dawna ĂŒber Mileys Verschwinden verzweifelt ist, der ebenfalls mehr ist, als er anfangs schien. Nebenbei kommt sie Dusk nĂ€her, der - es lebe das Fantasy-Genre - natĂŒrlich auch mehr als ein Hund beziehungsweise Wolf ist, wĂ€hrend Indie gleichzeitig mehr oder weniger erfolgreich versucht, den Dunklen Engel Gabe auf Abstand zu halten, der dank den GefĂŒhlen zu ihr menschliche ZĂŒge wie MitgefĂŒhl und Liebe empfindet.

Genau wie im Cover des Auftaktromans sieht man zwei junge MĂ€dchen RĂŒcken an RĂŒcken stehen. WĂ€hrend dort passend zum Titel Sommerblumen zu sehen waren, sieht man auf dem Umschlag des zweiten Bandes herabfallendes Laub und Wind wirbelt die Haare der MĂ€dchen auf. Dieses Motiv passt sehr gut, denn es deutet an, dass die MĂ€dchen mehr oder weniger auf sich gestellt und aufeinander angewiesen sind.

Auch in Dark Angels’ Fall – Die Versuchung wird abgesehen vom Prolog jeweils ein Kapitel von Indie und dann eines von Dawna erzĂ€hlt. Da diese Kapitel in der Ich-Form geschrieben sind, erfĂ€hrt man trotz stĂ€ndiger Perspektivwechsel nur die Sicht der Schwestern, ihre Vermutungen, WĂŒnsche, Ängste. Um das Erkennen wer was erzĂ€hlt zu erleichtern, hat der Arena-Verlag Indies Kapitel jeweils am Anfang bzw. unten auf den Seiten mit einer pinkfarbenen Indies und Dawnas Kapitel mit einer schwarzen Feder verziert und man findet darĂŒber hinaus auch den entsprechenden Namen ĂŒber dem jeweiligen Kapitel. ZusĂ€tzlich kann man am mal eher wĂŒtend und frustrierten und dann wieder hilflos und Ă€ngstlichen Tonfall erkennen, wer gerade zu Wort kommt.

Im zweiten Teil kommen weitere Geheimnisse und Figuren hinzu und die MĂ€dchen merken mehr und mehr, dass es kaum jemanden gibt, dem sie trauen können. Die, die ihnen vertrauenswĂŒrdig vorkommen, fallen nicht nur im ersten Band den dunklen Engeln zum Opfer. Die, die ihr Vertrauen nicht verdienen, scheinen zumindest zeitweise auf ihrer Seite zu stehen.

Das klingt spannend. Doch bedauerlicherweise liegt genau in dem Versuch, dadurch weitere Spannung aufzubauen, ein Manko. Denn es werden so weder die noch offenen Fragen des ersten Bandes geklĂ€rt, noch werden neu aufkommende Fragen erschöpfend beantwortet. Was im Auftaktroman noch damit erklĂ€rt werden kann, dass die Leser an die Thematik herangefĂŒhrt werden sollen, sorgt nun auch im zweiten Band fĂŒr unnötige LĂ€ngen. Die offenen Fragen aus dem ersten Band stören in Kombination mit weiteren Fragen, Andeutungen und Geheimnissen im zweiten Band den Lesefluss bzw. lassen diesen erst gar nicht so richtig aufkommen. Und so lĂ€sst auch die im ersten Band aufgebaute geheimnisumwitterte AtmosphĂ€re im zweiten Band bedauerlicherweise deutlich nach. Die Wiederholung bestimmter Aussagen im Hinblick auf die Gefahr sorgt fĂŒr keine Steigerung, sondern generiert die bereits angesprochenen LĂ€ngen. Auf den 483 Seiten von "Dark Angels’ Fall – Die Versuchung" steht zwar vieles, aber im Grunde erfĂ€hrt man nichts bahnbrechend Neues und die Geschichte entwickelt sich nicht wirklich weiter.

Die beiden Figuren tun das dennoch mehr oder weniger. Dawna, die noch im ersten Band eher ruhig und eine Ja-Sagerin war, ist mittlerweile eigenwillig, fast trotzig-bockig, macht sich stĂ€ndig Gedanken um die drohende Gefahr und die Abwendung derselben. Sie ist nicht mehr ganz so introvertiert wie im ersten Teil. Im Gegenzug dazu zeigt sich Indie mit ihrem lockeren Mundwerk in "Dark Angels’ Fall - Die Versuchung" zeitweise verletzlich und hilflos, nachdenklicher als im VorgĂ€ngerband. Bedauerlicherweise macht das die Sache fĂŒr LeserInnen nicht zwingend spannender.

Angesichts der Brisanz, die das Wissen um einen drohenden Untergang der bisherigen Welt mit sich bringen dĂŒrfte, denken sowohl Indie als auch Dawna sonderlich weit im Hinblick auf ihre Bestimmung. Das erklĂ€rt sich auch nicht dadurch, dass die beiden MĂ€dchen quasi von niemandem wirklich eingeweiht mit dem Geschehen konfrontiert werden. Dawnas Gedanken drehen sich im zweiten Band der Reihe vorwiegend um den verschwundenen Miley. Doch ist ihre Suche nach ihm mutig gestaltet? GlaubwĂŒrdig? Wohl kaum, denn in diesem Zusammenhang ĂŒbersieht sie nicht nur mehrfach drohende Gefahren, scheint sie fast zu negieren und benimmt sich eher wie ein typischer Teenager, der in mehr als blindem Aktionismus handelt. Zwar kann man jetzt einwenden, dass sie ja genau das ist, doch sollte man angesichts der stĂ€ndig angedeuteten Gefahr, in der sie sich, Indie und ĂŒberhaupt die Welt wĂ€hnt, doch irgendwie annehmen, dass sie besonnener reagiert. Dass sie Indie dadurch in unnötige Gefahrensituationen mit hineinzieht, scheint ihr ĂŒbrigens vollkommen egal zu sein. Gleichzeitig wirkt es wenig einleuchtend und unpassend oberflĂ€chlich, wenn sie die ach so drĂ€ngende Suche nach Miley und mehr noch die mehr oder weniger permanente Flucht vor den Dunklen Engeln unterbricht bzw. vergisst, weil mal eben ein paar GĂ€ste fĂŒr die Engelsseminare ihre Mutter vom Bahnhof abgeholt werden mĂŒssen. Auch Indie denkt bestĂ€ndig an die Gefahr an sich. Jedoch: Immer nur zu insistieren, wie gefĂ€hrlich etwas ist, macht die Sache fĂŒr LeserInnen nicht spannender oder manche der GedankensprĂŒnge der MĂ€dchen keineswegs nachvollziehbarer.

Wenig ĂŒberzeugend wirkt auch der ErzĂ€hlstrang um ihre Mutter und deren Verdacht, schwanger zu sein. Überhaupt, das Engelsseminar oder allgemein das alltĂ€gliche Leben um die grundsĂ€tzlich doch eher wahnsinnig machenden und zumindest Besorgnis erregenden Vorkommnisse, scheint ganz normal weiterzulaufen. Es gibt zwar vieles, was uns selbst im Alltag entgeht und was durchaus gefĂ€hrlich oder besorgniserregend ist, doch irgendwie fehlt spĂ€testens in "Dark Angels’ Fall - Die Versuchung" ein glaubwĂŒrdig konstruiertes Umfeld. Und die Idee, die im Auftaktroman noch eher als Vögel dargestellten Dunklen Engel, im Folgeband zunehmend in Leder gehĂŒllt auf MotorrĂ€dern zu prĂ€sentieren, rettet die Geschichte auch nicht unbedingt.

Wie bereits im ersten Band ist auch "Dark Angels’ Fall - Die Versuchung" in einem einfachen Schreibstil abgefasst, der dieses Mal jedoch mit weitaus zahlreicheren KraftausdrĂŒcken und FlĂŒchen gespickt ist. Was im ersten Buch noch amĂŒsant, ja spritzig wirkte, verliert in dieser FĂŒlle eindeutig an Reiz. Auch scheint es ĂŒberaus cool zu sein, mal eben ein Pumpgun geschenkt zu bekommen. Indie oder Dawna erhalten dieses Geschenk zwar nicht, aber die Art und Weise, wie sie ĂŒber die Nutzung desselben denken, ist auch nicht besser. Mag sein, dass dies dem jugendlichen Zielpublikum geschuldet ist. Wirklich passend fand ich beides nicht, denn man kann ein spannendes Jugendbuch durchaus anders gestalten. Hinzu kommt, dass Indie und Dawna zwar in gewisser Weise durch ihre Sprunghaftigkeit und ihr Hin- und Herschwanken zwischen den GefĂŒhlen fĂŒr Miley und Dusk, Gabe oder eben nicht Gabe, durchaus authentisch als Teenager prĂ€sentiert werden, im gesamten ErzĂ€hlkonstrukt dennoch nicht völlig ĂŒberzeugen.

Fazit:

Vielleicht liegt es an meinem Alter, vielleicht daran, dass ich den Fehler gemacht habe, mit dem zweiten Band der Reihe zu beginnen und den ersten dann quasi erst nachzuholen. Doch weder dieser erste Band (Dark Angels’Summer - Das Versprechen) noch seine Fortsetzung "Dark Angels‘ Fall - Die Versuchung" konnten mich ĂŒberzeugen. Die HandlungsstrĂ€nge wirken teils zu mĂŒhsam konstruiert. Sie laufen nicht schlĂŒssig zusammen, was sie angesichts des erst zweiten Bandes ja auch nicht zwingend mĂŒssen; andeutungsweise logisch nebeneinander her zu laufen, hĂ€tte der Geschichte jedoch keinen Abbruch getan. Diese strotzt zudem vor Klischees und Andeutungen, die die an sich gute Grundidee zu sehr in die LĂ€nge ziehen. Die eigentliche Aufgabe der MĂ€dchen hĂ€tte schon ausreichend Stoff fĂŒr eine gute Geschichte geboten. Dieser Teil verliert durch den ebenfalls beschriebenen Alltag eindeutig an GlaubwĂŒrdigkeit. In zwei BĂ€nden sind unzĂ€hlige Fragen aufgeworfen worden, deren Beantwortung grĂ¶ĂŸtenteils offenbleibt. Da ich ungern negative Bewertungen abgebe, weil ich weiß, wie viel Herzblut fĂŒr gewöhnlich in einem Roman steckt, habe ich beide BĂŒcher vor dieser Buchbesprechung zwei MĂ€dchen gegeben, die alterstechnisch in die empfohlene Zielgruppe passen. Beide haben unabhĂ€ngig voneinander meine Meinung bestĂ€tigt, weshalb ich "Dark Angels‘ Fall - Die Versuchung" (und im Grunde auch Dark Angels’Summer - Das Versprechen) nur 2,5 von 6 Punkten geben möchte.

Copyright © 2012, Antje JĂŒrgens (AJ)

geschrieben am 15.11.2012 | 1628 Wörter | 9485 Zeichen

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