Navigation

Seiten der Rubrik "Bücher"


Google Anzeigen

Anzeigen

Bücher

Herren von Cornwall, Bd. 1: Das Blut von Lyonesse


Statistiken
  • 4289 Aufrufe

Informationen zum Buch
  ISBN
  Buchreihe
  Autoren
  Verlag
  Sprache
  Seiten
  Erscheinungsjahr
  Extras

Rezension von

Frank Drehmel

Das Blut von Lyonesse Noch hält das dunkle Zeitalter Mitte des ersten Jahrtausends A.D. Britannien umfangen. Arthur Pendragon ist gezwungen, zugleich gegen die Pikten und Skoten, die sein Königreich von Schottland und Irland aus bedrohen, ins Feld zu ziehen, und damit seinen Gefolgsmann, König Mark, Herrscher über Cornwall, schutzlos zu lassen. Duncan, Herrscher von Hibernia, sieht damit die Gelegenheit gekommen, die Königskrone Cornwalls an sich zu reißen und entsendet sein Eroberungsheer gen Tintagel, der Festungsstadt König Marks. Just zu dieser Zeit, als der Feind in Cornwall eindringt, weilen Sir Rivalen, dessen Gattin Blodwen sowie deren Söhne Tristan und Gethelin in der Burg. In einer ersten Schlacht, in der Rivalen an der Spitze von Duncans Armee in den Kampf zieht, gelingt es zwar, die Eindringlinge zurückzuschlagen, um anschließend siegreich nach Tintagel zurückzukehren, doch böse Vorahnungen trüben die Freude über den leichten Sieg, zumal nicht nur Rivalen, sondern auch sein Sohn Tristan Tage zuvor den Tod der Feen der Wälder Cornwalls spürte. Und in der Tat: die Feen wurden Opfer einer der Ihren, der verderbten Gloredell, die nach Macht in und über die Welt der Sterblichen strebt. Ausgestattet mit unermesslichen elementaren Kräften und einer Armee düsteren Formorier – zyklopenhafter Hünen – im Rücken dient sich die Fee König Duncan an und fordert als Preis für ihre Unterstützung lediglich die Ehe mit dem Herrscher. Kaum dass Duncan eingewilligt hat, beginnt Gloredell die Druiden Cornwalls, die einzigen, die ihr eventuell gefährlich werden könnten, in die Knie und zum Stillhalten zu zwingen, um dann die gnadenlosen Fomorier direkt gegen Marks Festung zu führen. Es dauert nicht lange, bis die Tore der Stadt fallen und ein unbeschreibliches Gemetzel beginnt, ein Massaker, in dessen Zentrum sich Sir Rivalen und seine Familie befinden. Der kaum zu überblickenden Masse an Werken um und aus einem keltischen Sagen-Kreis, in welchen man neben dem Artus-Mythos auch die Tristan-Legende verorten kann, fügen Codurié, Lapo und Héban mit "Die Herren von Cornwall" eine weitere Interpretation, Adaption, Variation – wie auch immer – in Comic-Form hinzu. In sehr freier Vorgehensweise vermengt der Autor den Artus- mit dem Tristan-Sagen-Kreis, fügt dem Ganzen noch eine Prise weiterer Mythen, etwas Historie und eigene Fantasy-Kreationen hinzu und scheitert schlussendlich dann doch daran, etwas Neues und Spannendes zu erschaffen. Die Geschichte wirkt hausbacken, ist vorhersehbar, mit blassen, eindimensionalen Figuren und ohne emotionale, moralische oder mystische Tiefe bzw. Aussage. So blass die Story, so wenig mitreißend die Zeichnungen Lapos. Statisch, mit z.T. entgleitenden, unpräzisen Proportion der Figuren, ausdrucksarme Gesichter und Posen sowie der Mangel an Eye-Catchern hinterlassen einen unbefriedigenden Eindruck, auch wenn die Zeichnungen nicht wirklich schlecht sind; sie erscheinen lediglich durch und durch belanglos. Für eine positiven Anstrich sorgt alleine die Koloration Hébans, die zwar auch wenig visuelle Reize und Aufhänger bietet, die aber immerhin der Story eine düstere und "historisch"-trübe Grundstimmung verleiht. Fazit: Sowohl in Bezug auf die Story, als auch das Artwork ein belangloses Massenware-Comic, das zu keinem Zeitpunkt zu begeistern weiß oder wenigstens eine neue, spannende Sichtweise der Tristan-Legende eröffnet.

Noch hält das dunkle Zeitalter Mitte des ersten Jahrtausends A.D. Britannien umfangen. Arthur Pendragon ist gezwungen, zugleich gegen die Pikten und Skoten, die sein Königreich von Schottland und Irland aus bedrohen, ins Feld zu ziehen, und damit seinen Gefolgsmann, König Mark, Herrscher über Cornwall, schutzlos zu lassen. Duncan, Herrscher von Hibernia, sieht damit die Gelegenheit gekommen, die Königskrone Cornwalls an sich zu reißen und entsendet sein Eroberungsheer gen Tintagel, der Festungsstadt König Marks.

weitere Rezensionen von Frank Drehmel

#
rezensiert seit
Buchtitel
1
18.02.2018
4
18.02.2018
5
18.02.2018

Just zu dieser Zeit, als der Feind in Cornwall eindringt, weilen Sir Rivalen, dessen Gattin Blodwen sowie deren Söhne Tristan und Gethelin in der Burg. In einer ersten Schlacht, in der Rivalen an der Spitze von Duncans Armee in den Kampf zieht, gelingt es zwar, die Eindringlinge zurückzuschlagen, um anschließend siegreich nach Tintagel zurückzukehren, doch böse Vorahnungen trüben die Freude über den leichten Sieg, zumal nicht nur Rivalen, sondern auch sein Sohn Tristan Tage zuvor den Tod der Feen der Wälder Cornwalls spürte.

Und in der Tat: die Feen wurden Opfer einer der Ihren, der verderbten Gloredell, die nach Macht in und über die Welt der Sterblichen strebt. Ausgestattet mit unermesslichen elementaren Kräften und einer Armee düsteren Formorier – zyklopenhafter Hünen – im Rücken dient sich die Fee König Duncan an und fordert als Preis für ihre Unterstützung lediglich die Ehe mit dem Herrscher. Kaum dass Duncan eingewilligt hat, beginnt Gloredell die Druiden Cornwalls, die einzigen, die ihr eventuell gefährlich werden könnten, in die Knie und zum Stillhalten zu zwingen, um dann die gnadenlosen Fomorier direkt gegen Marks Festung zu führen.

Es dauert nicht lange, bis die Tore der Stadt fallen und ein unbeschreibliches Gemetzel beginnt, ein Massaker, in dessen Zentrum sich Sir Rivalen und seine Familie befinden.

Der kaum zu überblickenden Masse an Werken um und aus einem keltischen Sagen-Kreis, in welchen man neben dem Artus-Mythos auch die Tristan-Legende verorten kann, fügen Codurié, Lapo und Héban mit "Die Herren von Cornwall" eine weitere Interpretation, Adaption, Variation – wie auch immer – in Comic-Form hinzu.

In sehr freier Vorgehensweise vermengt der Autor den Artus- mit dem Tristan-Sagen-Kreis, fügt dem Ganzen noch eine Prise weiterer Mythen, etwas Historie und eigene Fantasy-Kreationen hinzu und scheitert schlussendlich dann doch daran, etwas Neues und Spannendes zu erschaffen. Die Geschichte wirkt hausbacken, ist vorhersehbar, mit blassen, eindimensionalen Figuren und ohne emotionale, moralische oder mystische Tiefe bzw. Aussage.

So blass die Story, so wenig mitreißend die Zeichnungen Lapos. Statisch, mit z.T. entgleitenden, unpräzisen Proportion der Figuren, ausdrucksarme Gesichter und Posen sowie der Mangel an Eye-Catchern hinterlassen einen unbefriedigenden Eindruck, auch wenn die Zeichnungen nicht wirklich schlecht sind; sie erscheinen lediglich durch und durch belanglos. Für eine positiven Anstrich sorgt alleine die Koloration Hébans, die zwar auch wenig visuelle Reize und Aufhänger bietet, die aber immerhin der Story eine düstere und "historisch"-trübe Grundstimmung verleiht.

Fazit: Sowohl in Bezug auf die Story, als auch das Artwork ein belangloses Massenware-Comic, das zu keinem Zeitpunkt zu begeistern weiß oder wenigstens eine neue, spannende Sichtweise der Tristan-Legende eröffnet.

geschrieben am 14.05.2011 | 490 Wörter | 2933 Zeichen

Kommentare lesen Kommentar schreiben

Kommentare zur Rezension (0)

Platz für Anregungen und Ergänzungen




Rezension von

Anna Kneisel

Das Blut von Lyonesse Sagenstoffe wie die Mythen um Artus, Tristan und andere sind übe die Jahrhunderte immer wieder rezipiert, vermischt und umgewertet worden und werden es noch. In diese Tradition reiht sich auch die vierbändige Reihe „Die Herren von Cornwall“ aus der Feder von Sylvain Cordurié (Text), Alessio Lapo (Zeichnungen) und Olivier Héban (Farben) ein. Wie im Klappentext angekündigt, handelt es sich hier um die Vorgeschichte zu Tristan und Isolde. Allerdings werden hier Verknüpfungen zwischen Historischem, Mythen und auch eigenen Ideen geschaffen, sodass Historie und Fantasy miteinander verschmelzen. König Duncan von Hibernia plant, Cornwall zu erobern, das Reich König Marks. Der Moment erscheint günstig, weil gerade Arthur Pendragon im Norden die Scoten und Pikten abwehren muss und daher Mark nicht zur Hilfe eilen kann. Unterdessen geschieht im Wald von Morois etwas Ungeheuerliches: die Fee Gloredell tötet ihre Schwestern, um ungehindert in den Krieg der Menschen eingreifen zu können und diesen nach ihrem Gutdünken zu entscheiden. Das Ableben der Feen kann wiederum Tristan spüren, als er selbst gerade mit seinem Bruder Gethelin einen Wolf jagt und auch sein Vater Rivalen hat ein plötzliches Gefühl der Leere – die beiden haben eine ganz besondere Verbindung zur Natur, während Getherel eine außergewöhnliche Begabung für die Herstellung von Waffen auszeichnet. Rivalen unterstützt mit seinen Mannen Mark in dessen Versuch, Cornwall zu verteidigen und muss seine Söhne nebst Gattin Blodwen auf Burg Tintagel zurücklassen. Leider hat Duncan genau das erwartet und lässt Tintagel angreifen. Die Druiden versuchen währenddessen vergeblich, Gloderell in Schach zu halten; diese ist nicht mehr aufzuhalten auf ihrem Weg zur Macht, die sie durch einen Pakt mit Duncan zu erlangen gedenkt. Durch eine kurze Einführung in Form von sechs im Stil mittelalterlicher Chroniken gestalteten Illustrationen zu Beginn des Bandes erhält der Leser einen Überblick über die Situation, in der sich Britannien zu dem Moment befindet, in dem er gewissermaßen in die Geschehnisse „hineinstolpert“. Dieser Überblick erscheint sinnvoll in anbetracht der nicht immer sofort verständlichen Querverbindungen der beteiligten Parteien. Am Ende des Bandes erscheint wiederum in ebenso gestalteten sechs Abbildungen ein Ausblick auf kommende Geschehnisse. Anstrengend ist es dennoch, bei den ständigen Schauplatz-Wechseln den Überblick zu behalten, da die verschiedenen Heerführer optisch auch nicht immer sofort voneinander zu unterscheiden sind. Schlachtengetümmel und Sterben allerorten stehen im Vordergrund, selbst an Schauplätzen, die zunächst durch und durch friedlich wirken. Dieser Kontrast wird durch die von Héban gewählten Farbtöne gut wiedergegeben. Die Zeichnungen Alessio Lapos lassen dennoch stellenweise an Tiefe und Nuancen vermissen, lediglich durch die Naturbilder kann so etwas wie Atmosphäre aufkommen. Die Charaktere erhalten leider wenig Raum zur Entwicklung und es scheinen nicht nur inhaltliche Anleihen, sondern auch in der Bildgestaltung durch, beispielsweise ähneln die Formorier - ein gewalttätiges Zyklopenvolk aus der keltischen Mythologie - auffallend Peter Jacksons Orks. Fazit: Seltsam platt aber immerhin farblich schön. Zwar ist die Idee des Plots interessant, verschiedene Mythen mit Historischem zu vermengen, in der Umsetzung werden geweckte Erwartungen jedoch nicht erfüllt, denn Originalität sieht anders aus – ein wenig zu viel geguttenbergt. Es bleibt zu hoffen, dass sich die Folgebände zufriedenstellender gestalten werden, auch wenn der Ausgang der Geschichte um den ambitionierten König Duncan und seine Partnerin Gloderell auf der einen Seite, sowie den seiner Familie beraubten Tristan auf der anderen absehbar erscheint. Von Juan Gimenez könnten sich die Herren Autoren definitiv noch eine Scheibe abschneiden.

Sagenstoffe wie die Mythen um Artus, Tristan und andere sind übe die Jahrhunderte immer wieder rezipiert, vermischt und umgewertet worden und werden es noch. In diese Tradition reiht sich auch die vierbändige Reihe „Die Herren von Cornwall“ aus der Feder von Sylvain Cordurié (Text), Alessio Lapo (Zeichnungen) und Olivier Héban (Farben) ein. Wie im Klappentext angekündigt, handelt es sich hier um die Vorgeschichte zu Tristan und Isolde. Allerdings werden hier Verknüpfungen zwischen Historischem, Mythen und auch eigenen Ideen geschaffen, sodass Historie und Fantasy miteinander verschmelzen.

weitere Rezensionen von Anna Kneisel

#
rezensiert seit
Buchtitel
2
25.11.2024
3
20.11.2024
4
26.09.2024
5
02.09.2024

König Duncan von Hibernia plant, Cornwall zu erobern, das Reich König Marks. Der Moment erscheint günstig, weil gerade Arthur Pendragon im Norden die Scoten und Pikten abwehren muss und daher Mark nicht zur Hilfe eilen kann.

Unterdessen geschieht im Wald von Morois etwas Ungeheuerliches: die Fee Gloredell tötet ihre Schwestern, um ungehindert in den Krieg der Menschen eingreifen zu können und diesen nach ihrem Gutdünken zu entscheiden. Das Ableben der Feen kann wiederum Tristan spüren, als er selbst gerade mit seinem Bruder Gethelin einen Wolf jagt und auch sein Vater Rivalen hat ein plötzliches Gefühl der Leere – die beiden haben eine ganz besondere Verbindung zur Natur, während Getherel eine außergewöhnliche Begabung für die Herstellung von Waffen auszeichnet. Rivalen unterstützt mit seinen Mannen Mark in dessen Versuch, Cornwall zu verteidigen und muss seine Söhne nebst Gattin Blodwen auf Burg Tintagel zurücklassen. Leider hat Duncan genau das erwartet und lässt Tintagel angreifen. Die Druiden versuchen währenddessen vergeblich, Gloderell in Schach zu halten; diese ist nicht mehr aufzuhalten auf ihrem Weg zur Macht, die sie durch einen Pakt mit Duncan zu erlangen gedenkt.

Durch eine kurze Einführung in Form von sechs im Stil mittelalterlicher Chroniken gestalteten Illustrationen zu Beginn des Bandes erhält der Leser einen Überblick über die Situation, in der sich Britannien zu dem Moment befindet, in dem er gewissermaßen in die Geschehnisse „hineinstolpert“. Dieser Überblick erscheint sinnvoll in anbetracht der nicht immer sofort verständlichen Querverbindungen der beteiligten Parteien. Am Ende des Bandes erscheint wiederum in ebenso gestalteten sechs Abbildungen ein Ausblick auf kommende Geschehnisse.

Anstrengend ist es dennoch, bei den ständigen Schauplatz-Wechseln den Überblick zu behalten, da die verschiedenen Heerführer optisch auch nicht immer sofort voneinander zu unterscheiden sind. Schlachtengetümmel und Sterben allerorten stehen im Vordergrund, selbst an Schauplätzen, die zunächst durch und durch friedlich wirken. Dieser Kontrast wird durch die von Héban gewählten Farbtöne gut wiedergegeben. Die Zeichnungen Alessio Lapos lassen dennoch stellenweise an Tiefe und Nuancen vermissen, lediglich durch die Naturbilder kann so etwas wie Atmosphäre aufkommen. Die Charaktere erhalten leider wenig Raum zur Entwicklung und es scheinen nicht nur inhaltliche Anleihen, sondern auch in der Bildgestaltung durch, beispielsweise ähneln die Formorier - ein gewalttätiges Zyklopenvolk aus der keltischen Mythologie - auffallend Peter Jacksons Orks.

Fazit: Seltsam platt aber immerhin farblich schön. Zwar ist die Idee des Plots interessant, verschiedene Mythen mit Historischem zu vermengen, in der Umsetzung werden geweckte Erwartungen jedoch nicht erfüllt, denn Originalität sieht anders aus – ein wenig zu viel geguttenbergt. Es bleibt zu hoffen, dass sich die Folgebände zufriedenstellender gestalten werden, auch wenn der Ausgang der Geschichte um den ambitionierten König Duncan und seine Partnerin Gloderell auf der einen Seite, sowie den seiner Familie beraubten Tristan auf der anderen absehbar erscheint. Von Juan Gimenez könnten sich die Herren Autoren definitiv noch eine Scheibe abschneiden.

geschrieben am 05.06.2011 | 544 Wörter | 3352 Zeichen

Kommentare lesen Kommentar schreiben

Kommentare zur Rezension (0)

Platz für Anregungen und Ergänzungen