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60 Jahre Panzerknacker


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Rezension von

Ragan Tanger

60 Jahre Panzerknacker Das personifizierte Böse ist einfach nur komisch So kann es zugehen, wenn die witzigste Verbrecherorganisation der Welt aus dem Gefängnis entlassen wird: Der Hauptwachmeister wirft seine Schäfchen mit der Bemerkung raus, dass er sie in diesem Gebäude nicht mehr sehen will und die Panzerknacker antworten treu und redlich: wir lassen uns nicht mehr erwischen, äh, auf krumme Dinger ein, meinten wir. Und natürlich trifft beides in keinem Fall zu. Sie lassen sich stets auf nicht gesetzeskonforme Handlungen ein und ebenso stetig dabei erwischen. Ein herrlicher und aberwitziger Kreislauf, der sich dieses Jahr zum sechzigsten Mal jährt: Herzlichen Glückwunsch den Panzerknackern, gerne auch als 176-761, 176-671, 176-617 und natürlich Opa Knack bezeichnet. Begonnen hat der ganze Spaß im Jahr 1951 mit der Geschichte "Der Selbstschuss" und kein Geringerer als Großmeister Carl Barks persönlich war auch für diese Kreation verantwortlich. Von Anfang an, und das hat sich bis heute nicht verändert, ging es den meist zu dritt operierenden Beagle Boys, so im Übrigen der englische Originalname, um die Entwendung (um es mal vorsichtig auszudrücken) des Duckschen Vermögens, das sich als physische Notwendigkeit im Geldspeicher manifestiert. Die heutzutage häufig anzutreffenden Gewohnheiten (ärmliches Leben in einem Wohnwagen, beständiges Eingesperrt- und Entlassenwerden) wurden dann in den nächsten Jahrzehnten von anderen Disneyautoren hinzugefügt. In vielen europäischen Ländern entwickelten sich regelrechte Vorlieben für die Anordnung der Personen. So gibt es neben zahlreichen Verwandten, abgesehen von Opa Knack, auch Variationen in der Anzahl der Knacker. Don Rosa bevorzugt gerne deren sieben, in Deutschland und im Ehapa-Verlag hat sich die klassische Dreierbande durchgesetzt, die, wenn nicht von Opa Knack, dann von zwielichtigen Onkels patroniert wird, deren bekanntester Vertreter ist momentan sicherlich der superschlaue Iku, der auch in einigen Lustigen Taschenbüchern aufgetaucht ist. Nun hat sich der Ehapa-Verlag in Deutschland zum Jubiläum nicht lumpen lassen und ein herrliches Quartett aufgelegt, das einer Sonderedition der Lustigen Taschenbücher mehr als würdig ist. Portraitiert mit den vier berühmtesten Comicverbrechen (den drei 176ern und Opa Knack) haben es nicht nur die vier verschiedenen Charaktere in sich, sondern auch der Inhalt der Bücher, die sie zieren. Und bis auf eine Geschichte in Band 3 (In die Falle gegangen) finden wir ausschließlich die beiden Kombinationen drei Knacker oder drei plus Opa. Gezeichnet aber in einer tollen Vielfalt, denn mehr als eine Generation von Disney-Zeichnern zeigt sich dafür verantwortlich. Das Herausragendste also an diesen vier Bänden, und das gilt für jeden einzelnen, ist die Zusammenstellung der Geschichten. Jeder Band wartet zunächst mit zwei unveröffentlichten Deutschlandpremieren auf, einem Leckerbissen also, dem Fans nicht widerstehen können. Und dann haben es sich die Produzenten aus Stuttgart nicht nehmen lassen ihr ganzes Arsenal nach Köstlichkeiten abzusuchen. Aus nahezu jeder Epoche zwischen den 1970er Jahren und heute findet sich aus all den Veröffentlichungsorganen (LTB, DD, Onkel Dagobert, LTB Spezial etc.)ein bunter Reigen Panzerknacker-Storys. Der oben erwähnte Einstiegsgag stammt gar aus einer Fortsetzungsserie dreier Micky-Maus-Hefte des Jahres 1974! Was für eine gelungene Kompilation! So dürfen also Klassiker wie Massimo da Vita oder Romano Scarpa ebenso für ihre visuelle Umsetzung der Panzerknacker begutachtet werden, wie moderne Entwicklungsheroen a la Riccardo Secchi und Giorgio Cavazzano. Und das hat es mehr als in sich, denn in so vielen verschiedenen Rollen, Farben und Formen hat man ein und dieselben Personen noch nie gesehen. Ein kunterbunter Reigen aus Entenhausen, der neben der Panzerknacker-Thematik vor allen Dingen einen regelrechten Streifzug durch die Geschichte des Verlages und seiner Autoren unternimmt. Hervorzuheben ist meines Erachtens keiner der vier Bände, alle sind mit der gleichen Mischung aus Neuveröffentlichungen, Klassikern und modernen Phantomias-vs.-Panzerknacker-Storys gewürzt. Immer so, dass ein jeder auf seine Kosten kommen wird. Wie es sich für eine Sonderedition gehört sind die Bände dicker als die Normalausgaben (nämlich über 300 Seiten stark) und zusammen ins Bücherregal gestellt mit einem hübschen Büchrückencover ausgestattet. Vor allen Dingen aufgrund der tollen Zusammenstellung ist jeder einzelne Band und die Viererbande als Ganzes eine authentische Hommage für vier unersetzliche Charaktere Entenhausens, die, wenn auch nicht wie andere Freunde zum Verlieben, dafür aber urkomisch und einzigartig sind und es hoffentlich noch lange bleiben werden.

Das personifizierte Böse ist einfach nur komisch

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So kann es zugehen, wenn die witzigste Verbrecherorganisation der Welt aus dem Gefängnis entlassen wird: Der Hauptwachmeister wirft seine Schäfchen mit der Bemerkung raus, dass er sie in diesem Gebäude nicht mehr sehen will und die Panzerknacker antworten treu und redlich: wir lassen uns nicht mehr erwischen, äh, auf krumme Dinger ein, meinten wir. Und natürlich trifft beides in keinem Fall zu. Sie lassen sich stets auf nicht gesetzeskonforme Handlungen ein und ebenso stetig dabei erwischen. Ein herrlicher und aberwitziger Kreislauf, der sich dieses Jahr zum sechzigsten Mal jährt: Herzlichen Glückwunsch den Panzerknackern, gerne auch als 176-761, 176-671, 176-617 und natürlich Opa Knack bezeichnet.

Begonnen hat der ganze Spaß im Jahr 1951 mit der Geschichte "Der Selbstschuss" und kein Geringerer als Großmeister Carl Barks persönlich war auch für diese Kreation verantwortlich. Von Anfang an, und das hat sich bis heute nicht verändert, ging es den meist zu dritt operierenden Beagle Boys, so im Übrigen der englische Originalname, um die Entwendung (um es mal vorsichtig auszudrücken) des Duckschen Vermögens, das sich als physische Notwendigkeit im Geldspeicher manifestiert. Die heutzutage häufig anzutreffenden Gewohnheiten (ärmliches Leben in einem Wohnwagen, beständiges Eingesperrt- und Entlassenwerden) wurden dann in den nächsten Jahrzehnten von anderen Disneyautoren hinzugefügt. In vielen europäischen Ländern entwickelten sich regelrechte Vorlieben für die Anordnung der Personen.

So gibt es neben zahlreichen Verwandten, abgesehen von Opa Knack, auch Variationen in der Anzahl der Knacker. Don Rosa bevorzugt gerne deren sieben, in Deutschland und im Ehapa-Verlag hat sich die klassische Dreierbande durchgesetzt, die, wenn nicht von Opa Knack, dann von zwielichtigen Onkels patroniert wird, deren bekanntester Vertreter ist momentan sicherlich der superschlaue Iku, der auch in einigen Lustigen Taschenbüchern aufgetaucht ist.

Nun hat sich der Ehapa-Verlag in Deutschland zum Jubiläum nicht lumpen lassen und ein herrliches Quartett aufgelegt, das einer Sonderedition der Lustigen Taschenbücher mehr als würdig ist. Portraitiert mit den vier berühmtesten Comicverbrechen (den drei 176ern und Opa Knack) haben es nicht nur die vier verschiedenen Charaktere in sich, sondern auch der Inhalt der Bücher, die sie zieren. Und bis auf eine Geschichte in Band 3 (In die Falle gegangen) finden wir ausschließlich die beiden Kombinationen drei Knacker oder drei plus Opa. Gezeichnet aber in einer tollen Vielfalt, denn mehr als eine Generation von Disney-Zeichnern zeigt sich dafür verantwortlich.

Das Herausragendste also an diesen vier Bänden, und das gilt für jeden einzelnen, ist die Zusammenstellung der Geschichten. Jeder Band wartet zunächst mit zwei unveröffentlichten Deutschlandpremieren auf, einem Leckerbissen also, dem Fans nicht widerstehen können. Und dann haben es sich die Produzenten aus Stuttgart nicht nehmen lassen ihr ganzes Arsenal nach Köstlichkeiten abzusuchen. Aus nahezu jeder Epoche zwischen den 1970er Jahren und heute findet sich aus all den Veröffentlichungsorganen (LTB, DD, Onkel Dagobert, LTB Spezial etc.)ein bunter Reigen Panzerknacker-Storys. Der oben erwähnte Einstiegsgag stammt gar aus einer Fortsetzungsserie dreier Micky-Maus-Hefte des Jahres 1974! Was für eine gelungene Kompilation!

So dürfen also Klassiker wie Massimo da Vita oder Romano Scarpa ebenso für ihre visuelle Umsetzung der Panzerknacker begutachtet werden, wie moderne Entwicklungsheroen a la Riccardo Secchi und Giorgio Cavazzano. Und das hat es mehr als in sich, denn in so vielen verschiedenen Rollen, Farben und Formen hat man ein und dieselben Personen noch nie gesehen. Ein kunterbunter Reigen aus Entenhausen, der neben der Panzerknacker-Thematik vor allen Dingen einen regelrechten Streifzug durch die Geschichte des Verlages und seiner Autoren unternimmt. Hervorzuheben ist meines Erachtens keiner der vier Bände, alle sind mit der gleichen Mischung aus Neuveröffentlichungen, Klassikern und modernen Phantomias-vs.-Panzerknacker-Storys gewürzt. Immer so, dass ein jeder auf seine Kosten kommen wird.

Wie es sich für eine Sonderedition gehört sind die Bände dicker als die Normalausgaben (nämlich über 300 Seiten stark) und zusammen ins Bücherregal gestellt mit einem hübschen Büchrückencover ausgestattet. Vor allen Dingen aufgrund der tollen Zusammenstellung ist jeder einzelne Band und die Viererbande als Ganzes eine authentische Hommage für vier unersetzliche Charaktere Entenhausens, die, wenn auch nicht wie andere Freunde zum Verlieben, dafür aber urkomisch und einzigartig sind und es hoffentlich noch lange bleiben werden.

geschrieben am 18.11.2011 | 666 Wörter | 4048 Zeichen

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