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Das TAO des Hamsters


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Rezension von

Ragan Tanger

Das TAO des Hamsters Brother Louis, Louis, Louis Ein Roman aus de Perspektive eines Hamsters geschrieben, dazu mit einer TAO-Überschrift und sinnvollen Geboten des Daseins gleich im ersten Kapitel. Kann das gut gehen oder wird hier die Leserschar der Möwe Jonathan mit einem Hamster beliefert? Mitnichten, muss man direkt und deutlich antworten, denn dieses Buch ist alles andere als ein Schwingpendel und eine Schwitzhütte, in der die Transzendenz die Klarheit (in dem Fall ist es ja auch so gewollt) verblassen lässt. Hier hingegen schreibt eine geerdete Psychologin sich den Sinn des wirklichen Lebens aus den Fingern und wir tun gut daran, ihr zuzuhören. Held dieses an sehr vielen Stellen lustigen und ausgesprochen kurzweiligen Lesevergnügens ist der stärkste Bruder unter fünf Geschwistern: Der Goldhamster Louis, der sein Frauchen Conny, kurz und bündig als MB (Mitbewohnerin) bezeichnet und auch sonst vor keiner selbstbewussten und unmissverständlichen Aktion zurückschreckt. Die anthropomophiesierende (das nicht wirklich schöne Fremdwort für die Vermenschlichung von Tieren) Darstellung des Körnerknabberers ermöglicht es der Autorin natürliche und eigenständige Verhaltensweisen der menschlichen Umwelt, als Teil kollektiven Altruismus und natürlicher Autonomie in Balance zu bringen. Wer Hunger hat, muss Tapeten anbeißen, und wer pinkeln muss, sollte machen. Das hat nichts mit falsch verstandener Sittlichkeit zu tun und genau deshalb ist diese Darstellung so willkommen. Bewusst überzeichnet werden die Bekanntschaften von Louis in diesem Buch: die sexbesessene Mäusedame Melanie, die arbeitswütige Ameise Sisypha (welch simples, aber wunderbar durchdachtes Konglomerat von Natur- und Kulturzusammenhängen) oder der suizidale Lemming Torben. Dem schnuffigen Bernhardiner Stops hält Louis zu Recht vor, dass es nicht die Aufgabe der Tiere sein kann, den Menschen zu dienen. So verwandelt er nicht nur die sozialen Kontakte im Buch, sondern auch die Leser. Das Buch ist amüsant und unheimlich schnell zu lesen, weil es spannend und flüssig geschrieben ist - und die Gags und die Begebenheiten, bei denen es zur Sache geht, kommen, wie Kugeln aus Friedenspistolen geschossen, daher. Die ethischen Gebote mögen zwar diskutiert, aber in den seltensten Fällen reglementiert werden. Es sind Angebote, abseits pauschaler Esoterikschwingungen, sondern kraftstrotzend aus der Mitte des Lebens. Und selbstverständlich lernt unser selbstbewusster Louis auch dazu. Und wie. Louis überschäumende Energie wird an ihre Grenzen stoßen, so wie kleine Kinder nicht alles haben können, was sie haben wollen. Der Kreislauf des Lebens, das TAO also, wird hier auf sympathische, natürliche und lebensfröhliche Art und Weise vermittelt. Ein Roman, der lachen lässt und verstehen ermöglicht. Eine ungewöhnliche, und in dieser ganz und gar unprätentiösen Form wohltuende Ausnahme.

Brother Louis, Louis, Louis

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Ein Roman aus de Perspektive eines Hamsters geschrieben, dazu mit einer TAO-Überschrift und sinnvollen Geboten des Daseins gleich im ersten Kapitel. Kann das gut gehen oder wird hier die Leserschar der Möwe Jonathan mit einem Hamster beliefert? Mitnichten, muss man direkt und deutlich antworten, denn dieses Buch ist alles andere als ein Schwingpendel und eine Schwitzhütte, in der die Transzendenz die Klarheit (in dem Fall ist es ja auch so gewollt) verblassen lässt. Hier hingegen schreibt eine geerdete Psychologin sich den Sinn des wirklichen Lebens aus den Fingern und wir tun gut daran, ihr zuzuhören.

Held dieses an sehr vielen Stellen lustigen und ausgesprochen kurzweiligen Lesevergnügens ist der stärkste Bruder unter fünf Geschwistern: Der Goldhamster Louis, der sein Frauchen Conny, kurz und bündig als MB (Mitbewohnerin) bezeichnet und auch sonst vor keiner selbstbewussten und unmissverständlichen Aktion zurückschreckt. Die anthropomophiesierende (das nicht wirklich schöne Fremdwort für die Vermenschlichung von Tieren) Darstellung des Körnerknabberers ermöglicht es der Autorin natürliche und eigenständige Verhaltensweisen der menschlichen Umwelt, als Teil kollektiven Altruismus und natürlicher Autonomie in Balance zu bringen. Wer Hunger hat, muss Tapeten anbeißen, und wer pinkeln muss, sollte machen. Das hat nichts mit falsch verstandener Sittlichkeit zu tun und genau deshalb ist diese Darstellung so willkommen.

Bewusst überzeichnet werden die Bekanntschaften von Louis in diesem Buch: die sexbesessene Mäusedame Melanie, die arbeitswütige Ameise Sisypha (welch simples, aber wunderbar durchdachtes Konglomerat von Natur- und Kulturzusammenhängen) oder der suizidale Lemming Torben. Dem schnuffigen Bernhardiner Stops hält Louis zu Recht vor, dass es nicht die Aufgabe der Tiere sein kann, den Menschen zu dienen. So verwandelt er nicht nur die sozialen Kontakte im Buch, sondern auch die Leser.

Das Buch ist amüsant und unheimlich schnell zu lesen, weil es spannend und flüssig geschrieben ist - und die Gags und die Begebenheiten, bei denen es zur Sache geht, kommen, wie Kugeln aus Friedenspistolen geschossen, daher. Die ethischen Gebote mögen zwar diskutiert, aber in den seltensten Fällen reglementiert werden. Es sind Angebote, abseits pauschaler Esoterikschwingungen, sondern kraftstrotzend aus der Mitte des Lebens. Und selbstverständlich lernt unser selbstbewusster Louis auch dazu. Und wie.

Louis überschäumende Energie wird an ihre Grenzen stoßen, so wie kleine Kinder nicht alles haben können, was sie haben wollen. Der Kreislauf des Lebens, das TAO also, wird hier auf sympathische, natürliche und lebensfröhliche Art und Weise vermittelt. Ein Roman, der lachen lässt und verstehen ermöglicht. Eine ungewöhnliche, und in dieser ganz und gar unprätentiösen Form wohltuende Ausnahme.

geschrieben am 05.10.2010 | 405 Wörter | 2445 Zeichen

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