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Querschüsse - Downsize This!


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Rezension von

webcritics Administrator

Querschüsse - Downsize This! Der Titel trifft es sehr gut, Michael Moore schießt in „Querschüsse“ wirklich kreuz und quer gegen Amerika, den „American way of life“, den Kongress und ganz besonders gegen die dort ansässigen Konzerne. Jeder Amerika-Gegner wird in diesem Buch ordentlich Munition für die nächste erbitterte Diskussion finden. (In einem Kapitel bekommen jedoch auch die Deutschen ihr Fett weg.) Moore greift geschickt viele Schwächen in den USA an und zieht dabei mit manchmal recht platten Methoden vieles ins Lächerliche. Das Lesen macht trotzdem Spass und die Ideen Moores sind nicht von schlechten Eltern. Einige Beispiele gefällig? Kein Problem: Die Kandidaten für das Amt des Präsidenten sind in den USA bekanntlich auf hohe Summen von Spendern angewiesen, um den sehr aufwändigen Wahlkampf zu finanzieren. Moore möchte im Kapitel „Würde Pat Buchanan einen Scheck vom Teufel annehmen?“ nun testen, wie genau es die Kandidaten (oder auch deren Büros) es mit den Quellen der Spenden nehmen. Dafür schickt er in fremdem Namen gedeckte Schecks und schaut, welche davon eingelöst werden. Die Quellen (natürlich genau gegen die Interessen der Kandidaten gerichtet) haben so klingende Namen wie: „Abtreibungsbefürworter für Buchanan“, „Teufelsanbeter für Dole“ oder auch „Pädophile für den Freihandel“. Tatsächlich werden diese Schecks teilweise eingelöst, was der Kritik Moores sehr gelegen kommt. Schön finde ich auch die „Sammelbilder mit kriminellen Konzernchefs“, Moore sammelt in diesem Kapitel die Steckbriefe mit möglichst vielen Informationen über diese Konzernchefs, ganz besonders beschäftigt er sich mit dem Jahresverdienst, der Zahl der abgebauten Arbeitsplätze während der Zeit als CEO und einigen Marotten der „Opfer“. Dazu sammelt er einige Details über die Konzerne und welche Versprechen sie in der letzten Zeit nicht eingehalten haben oder welche „Verbrechen“ sie begangen haben (dabei bedeutet Verbrechen hier nicht unbedingt auch eine Straftat) In einem späteren Kapitel bringt Moore „zehn Möglichkeiten, den Chef wegzurationalisieren“, teilweise sehr merkwürdige aber auch „altbackene“ Empfehlungen wie der Vorschlag in Gewerkschaften beizutreten, um den Druck auf die hohen Etagen erhöhen zu können. Diese Liste könnte ich noch ein ganzes Stück verlängern, aber es soll ja auch noch etwas für die Lektüre des Buches übrig bleiben. Auf diese Weise füllt „Amerikas letzter Rebell“ fast 300 unterhaltsame Seiten, die ihre Zielgruppe wohl kaum verfehlen werden: in Amerika all die, die nicht so vom „Amerikanischen Traum“ profitieren und in vielen anderen Ländern die zahlreichen Amerika-Gegner. Wenn man etwas genauer hinschaut, dann bleibt jedoch neben dem Spaßfaktor und den kreativen (aber meist undurchführbaren) Vorschlägen zur Änderung der Situation nicht viel übrig: Die Probleme, die Moore angeht, sind schon länger bekannt und breitgetreten: Große Konzerne entlassen Mitarbeiter, um den Gewinn noch höher zu schrauben (irgendwie sollen ja auch die vielen Aktionäre ihre geforderten hohen Dividenden und Kurssteigerungen bekommen); es gibt käufliche oder beeinflussbare Kongressmitglieder, die für Wahlspenden ihre Meinung ändern oder anpassen; Amerika ist eine Art Weltpolizei, die jedoch nicht unbedingt bei sich selbst anfängt zu suchen und vermutlich auch einen neuen Feind nach dem Kalten-Krieg wünscht, (das war schon in der Geschichte eine gelungene Methode um von Problemen im eigenen Land abzulenken). Fazit: Mindestens Moore hat sich sehr wahrscheinlich nach seinen Büchern und Filmen den eigenen Amerikanischen Traum erfüllt und braucht keine Angst mehr vor einer Entlassung haben. Auch seine Rente wird wohl gesichert sein. Wirklich gute Vorschläge zur Verbesserung der Situation im Lande kommen auch nicht zu Tage, doch Moore erreicht auch eine ganze Menge: Durch seine Popularität kann er ganz gezielt in den Medien auffallen und so viel „Öffentlichkeitsarbeit“ leisten. Dazu bringt er dem Leser des Buches eine Menge Vergnügen und das schöne Gefühl, dass die anderen auch schlecht sind. Doch Moore hat nicht nur Sprüche drauf, sondern auch Taten: Er hat sich darum bemüht, dass die neueste Auflage bei einem Verlag gedruckt wurde, bei dem die Mitarbeiter weitgehend Mitglied in einer Gewerkschaft waren. So etwas sollte von allen, die nicht gerade ernsthafte Vorschläge und Ideen erwarten durch, den Kauf des Buches gefördert werden.

Der Titel trifft es sehr gut, Michael Moore schießt in „Querschüsse“ wirklich kreuz und quer gegen Amerika, den „American way of life“, den Kongress und ganz besonders gegen die dort ansässigen Konzerne. Jeder Amerika-Gegner wird in diesem Buch ordentlich Munition für die nächste erbitterte Diskussion finden. (In einem Kapitel bekommen jedoch auch die Deutschen ihr Fett weg.)

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21.12.2009
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4
08.11.2007

Moore greift geschickt viele Schwächen in den USA an und zieht dabei mit manchmal recht platten Methoden vieles ins Lächerliche. Das Lesen macht trotzdem Spass und die Ideen Moores sind nicht von schlechten Eltern. Einige Beispiele gefällig? Kein Problem:

Die Kandidaten für das Amt des Präsidenten sind in den USA bekanntlich auf hohe Summen von Spendern angewiesen, um den sehr aufwändigen Wahlkampf zu finanzieren. Moore möchte im Kapitel „Würde Pat Buchanan einen Scheck vom Teufel annehmen?“ nun testen, wie genau es die Kandidaten (oder auch deren Büros) es mit den Quellen der Spenden nehmen. Dafür schickt er in fremdem Namen gedeckte Schecks und schaut, welche davon eingelöst werden. Die Quellen (natürlich genau gegen die Interessen der Kandidaten gerichtet) haben so klingende Namen wie: „Abtreibungsbefürworter für Buchanan“, „Teufelsanbeter für Dole“ oder auch „Pädophile für den Freihandel“. Tatsächlich werden diese Schecks teilweise eingelöst, was der Kritik Moores sehr gelegen kommt.

Schön finde ich auch die „Sammelbilder mit kriminellen Konzernchefs“, Moore sammelt in diesem Kapitel die Steckbriefe mit möglichst vielen Informationen über diese Konzernchefs, ganz besonders beschäftigt er sich mit dem Jahresverdienst, der Zahl der abgebauten Arbeitsplätze während der Zeit als CEO und einigen Marotten der „Opfer“. Dazu sammelt er einige Details über die Konzerne und welche Versprechen sie in der letzten Zeit nicht eingehalten haben oder welche „Verbrechen“ sie begangen haben (dabei bedeutet Verbrechen hier nicht unbedingt auch eine Straftat)

In einem späteren Kapitel bringt Moore „zehn Möglichkeiten, den Chef wegzurationalisieren“, teilweise sehr merkwürdige aber auch „altbackene“ Empfehlungen wie der Vorschlag in Gewerkschaften beizutreten, um den Druck auf die hohen Etagen erhöhen zu können.

Diese Liste könnte ich noch ein ganzes Stück verlängern, aber es soll ja auch noch etwas für die Lektüre des Buches übrig bleiben.

Auf diese Weise füllt „Amerikas letzter Rebell“ fast 300 unterhaltsame Seiten, die ihre Zielgruppe wohl kaum verfehlen werden: in Amerika all die, die nicht so vom „Amerikanischen Traum“ profitieren und in vielen anderen Ländern die zahlreichen Amerika-Gegner.

Wenn man etwas genauer hinschaut, dann bleibt jedoch neben dem Spaßfaktor und den kreativen (aber meist undurchführbaren) Vorschlägen zur Änderung der Situation nicht viel übrig: Die Probleme, die Moore angeht, sind schon länger bekannt und breitgetreten: Große Konzerne entlassen Mitarbeiter, um den Gewinn noch höher zu schrauben (irgendwie sollen ja auch die vielen Aktionäre ihre geforderten hohen Dividenden und Kurssteigerungen bekommen); es gibt käufliche oder beeinflussbare Kongressmitglieder, die für Wahlspenden ihre Meinung ändern oder anpassen; Amerika ist eine Art Weltpolizei, die jedoch nicht unbedingt bei sich selbst anfängt zu suchen und vermutlich auch einen neuen Feind nach dem Kalten-Krieg wünscht, (das war schon in der Geschichte eine gelungene Methode um von Problemen im eigenen Land abzulenken).

Fazit: Mindestens Moore hat sich sehr wahrscheinlich nach seinen Büchern und Filmen den eigenen Amerikanischen Traum erfüllt und braucht keine Angst mehr vor einer Entlassung haben. Auch seine Rente wird wohl gesichert sein.

Wirklich gute Vorschläge zur Verbesserung der Situation im Lande kommen auch nicht zu Tage, doch Moore erreicht auch eine ganze Menge: Durch seine Popularität kann er ganz gezielt in den Medien auffallen und so viel „Öffentlichkeitsarbeit“ leisten. Dazu bringt er dem Leser des Buches eine Menge Vergnügen und das schöne Gefühl, dass die anderen auch schlecht sind. Doch Moore hat nicht nur Sprüche drauf, sondern auch Taten: Er hat sich darum bemüht, dass die neueste Auflage bei einem Verlag gedruckt wurde, bei dem die Mitarbeiter weitgehend Mitglied in einer Gewerkschaft waren. So etwas sollte von allen, die nicht gerade ernsthafte Vorschläge und Ideen erwarten durch, den Kauf des Buches gefördert werden.

geschrieben am 30.10.2003 | 639 Wörter | 3721 Zeichen

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